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Heizofen
Gegenstand der Erfindung nach dem Stammpatent Nr. 227913 ist ein Heizofen, in dessen Ofengehäuse ein Brenner für gasförmige oder flüssige Brennstoffe oder eine elektrische Heizeinrichtung zur Bildung eines Elektroofens angeordnet ist.
Zur Vermeidung der Nachteile, die den bekannten, als Kachel- oder Eisenöfen ausgebildeten Heiz- öfen dieser Art anhaften, wurde gemäss dem Stammpatent ein besonders ausgebildetes Ofengehäuse und ein Verfahren zu dessen Herstellung vorgeschlagen. Nach diesem nicht zum Stande der Technik gehörenden Vorschlag sind die Wände des Ofengehäuses-entweder im einzelnen oder mindestens zum Teil untereinander verbunden-aus feuerfestem Beton in einem Guss hergestellt. Es können dadurch jenen Wänden des Ofengehäuses, die dem Raum zugekehrt sind, bei einfacher Ausbildung des Ofenkörpers die Eigenschaften eines Kachelofens gegeben werden. Dabei ist es gleichgültig, ob es sich um einen in die Mauer oder Mauerecke verbauten Kaminofen oder um einen im Raum frei aufgestellten Ofen handelt.
Vorzugsweise ist das Ofengehäuse bis auf eine Wand, den Boden oder beiden aus feuerfestem Beton in einem Guss schachtelartig, schalenartig, röhrenförmig od. dgl. hergestellt.
Um dem Ofengehäuse bzw. dessen Wänden eine glatte Oberfläche und ein gefälliges Äusseres zu geben, kann es oder dessen einzelne Wände nach der Wärmebehandlung an den Aussenflächen veredelt, z. B. mit einer Mosaikkeramik versehen werden, die vorzugsweise mittels eines silikathaltigen Bindemittels befestigt ist. Das Ofengehäuse ist durch die glatte Oberfläche sehr leicht zu reinigen.
An einer offenen Seite ist das Ofengehäuse zweckmässig durch zwei distanziert angeordnete Wände abgeschlossen, zwischen welchen die Frischluft dem Feuerraum zugeführt wird. Vorzugsweise weist die dem Feuerraum zugekehrte Wand unten, die äussere Wand hingegen oben die Luftdurchlassöffnungen für die Frischluft auf, so dass diese die von den beiden Wänden gebildete Kammer durchströmt und in dieser vorgewärmt wird.
Nach einem im Stammpatent zur Herstellung dieser Ofenkonstruktion beschriebenen Verfahren kann man so vorgehen, dass zunächst das Ofengehäuse bzw. die Wände desselben aus feuerfestem Beton, das ein hydraulisches Bindemittel enthält, geformt und nach dem Abbinden und Trocknen zur Befreiung der inneren Spannungen wärmebehandelt wird. Diese Wärmebehandlung erfolgt vorzugsweise bei Temperaturen oberhalb 5000 C, z. B. bei etwa 6000 C.
Bei dieser Behandlung wird aus dem feuerfesten Beton der grösste Teil des Kristallwassers entfernt, wobei ein geringes Absinken der mechanischen Festigkeit des Körpers auftritt. Die jeweilige Höhe der Erwärmung ist in der Praxis entsprechend der zu erwartenden höchsten Betriebstemperatur des Ofens zu wählen. Dies hat seinen Grund vor allem darin, dass andernfalls die vorzugsweise auf den Ofenkörper aufgeklebten Mosaikkeramikplättchen unter Umständen durch neuerliches Auftreten von ausgetriebenem Kristallwasser abplatzen können.
Bei weiterer Temperaturerhöhung, z. B. auf etwa 1000 C und darüber, tritt dann wieder eine Verbesserung der mechanischen Festigkeitseigenschaften auf. Die derart aus der hydraulischen Bindung entstehende keramische Bindung vermittelt nunmehr dem Ofenkörper eine ausgezeichnete Festigkeit und auch sonst gute Eigenschaften.
In weiterer Entwicklung der Erfindung nach dem Stammpatent ergab sich, dass das Verfahren zur Herstellung des Heizofens wesentlich vereinfacht werden kann, wenn man das hydraulische Bindemittel ganz oder teilweise durch chemisch-keramische kaltbindende Bindemittel, wie z. B. Natriumsilikate, ersetzt. Diese sogenannten chemischen Bindemittel besitzen für den vorliegenden Fall nämlich ebenfalls den Vorteil des Abbindens bei niederen Temperaturen, darüberhinaus genügen aber für den Trocknungsvorgang weitaus niedrigere Temperaturen, nämlich solche bis etwa 200 C.
Bei Verwendung eines Silikatbindemittels ergibt sich der weitere Vorteil, dass das bis zur maximalen Betriebstemperatur auftretende Kristallwasser vorher nicht vollständig entfernt werden muss, wenn-wie es in erster Linie vorgesehen ist-das Klebemittel zwischen Ofenkörper und Mosaikkeramik ebenfalls silikathaltig ist, da in diesem Fall sowohl der Ofenkörper selbst als auch das Klebemittel chemisch gleiche
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Grundsubstanzen enthalten, was sich in der Praxis dahin auswirkt, dass bei späterem Austreiben des Kristallwassers die Mosaikkeramik nicht abplatzt.
Auch der mit dem chemisch-keramischen Bindemittel versehene feuerfeste Beton kann wie die Masse gemäss dem Stammpatent bearbeitet werden. Es ist aber auch möglich, die Masse-falls erforderlichzusätzlich zu stampfen.
Die gleichzeitige Verwendung von hydraulischem und chemisch-keramischem Bindemittel ist vor allem zur Herstellung von Öfen zweckmässig, die keiner allzuhohen Betriebstemperatur ausgesetzt werden, wie es z. B. bei Nachtspeicheröfen der Fall ist.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Heizofen, in dessen Ofengehäuse ein Brenner für gasförmige oder flüssige Brennstoffe oder eine elektrische Heizeinrichtung zur Bildung eines Elektroofens angeordnet ist, wobei vom Ofengehäuse die Wände entweder einzeln oder mindestens z. T. untereinander verbunden aus feuerfestem Beton in einem Guss hergestellt sind, nach Patent Nr. 227913, dadurch gekennzeichnet, dass der feuerfeste Beton ein chemisch-keramisches kaltbindendes Bindemittel allein oder im Gemisch mit einem andern, z. B. hydraulischen, Bindemittel enthält.