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Einrichtung für den Antrieb von Bildtonschmalfilmen mittels eines einzigen Antriebsmotors in kinematographischen Vorführgeräten
Die Erfindung betrifft eine Einrichtung für den Antrieb von Bildtonfilmen mittels eines einzigen
Antriebsmotors in kinematographischen Vorführgeräten, in der wenigstens die Fortschalteinrichtung über einen Treibriemen angetrieben und nach der, hinter der Fortschalteinrichtung liegenden Zahntrommel eine gefederte Spannrolle angeordnet ist.
Es ist allgemein bekannt, dass bei kinematographischen Vorführgeräten zweierlei Vorschub des
Filmbandes vorkommt. In der Tonabnehmervorrichtung ist der Vorschub des Filmbandes kontinuierlich und gleichförmig und er ist durch die Beziehung Lz = Tr. D. n bestimmt, wobei Lz die durch die Abneh- mervorrichtungdurchgezogene Filmbandlänge, 7f D der Umfang der Antriebsrolle und n die Umdrehungs- zahl der Rolle ist. In dem Bildfenster erfolgt der Vorschub absatzweise und ist durch die Beziehung
Lo = FV bestimmt, wobei Lo die Länge des durch das Bildfenster durchgezogenen Filmbandes, Fdie Fre- quenz der das Filmband in dem Bildfenster verschiebenden Bewegungsvorrichtung und V die Länge eines
Filmbandfeldes ist, deren Wert veränderlich ist. Für die richtige Funktion des Vorführgerätes gilt : Lz = Lo.
Die Veränderlichkeit des Wertes V ergibt sich aus den Fehlern, die dadurch entstehen, dass die Kraftüber- tragungaufdie Greifereinrichtung und die Förderrolle bei der Tonabnahmestelle nicht zwangsläufig durch starre Zahngetriebe, sondern durch Reibradgetriebe und einen Riementrieb erfolgt.
Der Erfüllung dieser Forderung stellen sich viele technische Schwierigkeiten entgegen und besonders kompliziert ist dies bei Schmalfilmgeräten, da schon mit Rücksicht auf die angeforderte Handlichkeit des Gerätes keine klassischen Einrichtungen verwendet werden können, wie dies bei kinematographischen Vorführgeräten für 35 und 16 mm-Filme der Fall ist. Bei diesen ist bekannt, für den Antrieb von einem gemeinsamen Motor mittels Zahnradübertragung eine starre Kraftübertragung zu bewirken, die den Nachteil hat, dass die Stösse der Fortschalteinrichtung (Greifer) auf die Fördereinrichtung bei der Tonabnahme übertragen werden, wenn keine grosse vom Film angetriebene Schwungmasse vorhanden ist.
Die grosse Schwungmasse hat wieder den Nachteil, dass diese einen 8 mm Film mechanisch zu sehr beansprucht, beim Anlauf der Vorführmaschine eine bedeutende Zugbeanspruchung des Filmbandes bewirkt und einen grösseren Zeitabschnitt zur Beruhigung des Filmbandes an der Tonabnahmestelle benötigt.
Weiters ist bekannt, beim Antrieb von Bildtonfilmen einen Riemenantrieb für die Filmfortschalteinrichtung zu verwenden, also einen unstarre Antrieb vorzusehen. Die Elemente für einen solchen weisen Schlupferscheinungen auf, so dass eine diesen Schlupf kompensierende Einrichtung nötig ist.
Man hat schon versucht, einige der angeführten Nachteile durch die bekannte Anordnung mit zwei Elektromotoren zu beseitigen, wobei der Synchronmotor kontinuierlich und gleichförmig das Filmband in der Tonabnehmervorrichtung verschiebt, wogegen der zweite Motor die Fortschalteinrichtung antreibt, die das Filmband in dem Bildfenster verschiebt. Die Synchronisierung beider Vorschübe wird durch Drehzahlregelung des zweiten Elektromotors mittels eines Spannungsteilers erzielt, der auf die Änderung der Länge der Filmbandschleife zwischen dem Bildfenster und der Tonabnehmervorrichtung reagiert.
Man hat ferner bei einer bekannten Anordnung mit zwei Elektromotoren (brit. Patentschrift Nr. 368,303) bereits vorgeschlagen, die Trommel der Tonabnehmervorrichtung über ein Reibradgetriebe anzutreiben, dessen Übersetzungsverhältnis mittels eines durch den zweiten Elektromotor gesteuerten Servomechanismus geändert wird, der in Abhängigkeit vom Geschwindigkeitsunterschied eines Filmbandes hinter dem
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Projektionsfenster und vor der Tonabnehmervorrichtung geschaltet wird.
Diese Anordnungen haben den Nachteil, dass zwei Elektromotoren verwendet werden müssen, wodurch die Anfälligkeit für Betriebsstörungen zunimmt und die Abmessungen sowie das Gewicht des Gerätes be- trächtlich grösser werden.
Die Beseitigung dieser Nachteile bei wesentlich vereinfachter Bauart wird bei einer Einrichtung mit einem einzigen Antriebsmotor, bei der mindestens die Fortschalteinrichtung über einen Treibriemen angetrieben und der zwischen der, im Sinne des Filmlaufes hinter der Fortschalteinrichtung liegenden
Zahntrommel und der, darauf folgenden Tonabnahmevorrichtung eine gefederte Spannrolle und als
Riemenantrieb ein Keilriemengetriebe mit kontinuierlich veränderbarer Übersetzung mittels zweiteiliger, an der Antriebsseite angeordneter Keilriemenscheibe vorgesehen ist, das von der Spannrolle in Abhängig - keitvonder Länge, der von dieser gespannten Filmschleife beeinflusst wird, gemäss der Erfindung dadurch erreicht, dass der die Spannrolle tragende Hebel,
zweckmässig mit Hilfe eines Vorsprunges unmittelbar auf die verschiebbare Hälfte der zweiteiligen Keilriemenscheibe einwirkt.
Ein praktisches Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes ist in der Zeichnung schematisch im
Schaubild dargestellt. Das Filmband 1 wird von der Abwickelspule mittels einer Fortschalteinrichtung 2 über das Bildfenster 3 heruntergezogen. Die Fortschalteinrichtung wird von der Welle 4 angetrieben, von welcher auch der Antrieb der Zahntrommel 7 über die Schnecke 5 und das Schneckenrad 6 abgeleitet ist.
Die Welle 4 wird von dem Synchronmotor 19 über ein Reibradgetriebe 17,18, ein Keilriemengetriebe 14, 15 mit kontinuierlich veränderlicher Übersetzung und den Keilriemen 9 samt Riemenscheibe 8, die mit der
Welle 4 fest verbunden ist, angetrieben. Den kontinuierlichen gleichförmigen Vorschub des Filmbandes 1 durch die Tonabnehmervorrichtung 27 ermöglicht'eine glatte Walze 23, an welcher das Filmband mittels der Umleitrolle 24 angedrückt wird und gegen welche die Rolle 25 als Gegenrolle wirksam ist. Die Walze
23 wird ebenfalls durch den Elektromotor 19, u. zw. über das Reibradgetriebe 17,18, die Welle 16, das
Kegelreibradgetriebe 20,21 und die Welle 22 angetrieben, die mit der Walze 23 fest verbunden ist.
Die Synchronisierungder Bewegungder Fortschalteinrichtung 2 und der Walze 23 wird durch geeignete Drehzahlregelung über das Keilriemengetriebe 14,15 erzielt, das von einem Hebel 11 gesteuert wird, der mit der Welle 12 drehbar gelagert ist. Der Hebel 11 trägt auf einem von diesen abstehenden Bolzen die das Filmband 1 mittels der Feder 13 spannende Spannrolle 10 und weist einen Vorsprung 11a auf, der in das Keilriemengetriebe 14,15 eingreift und die notwendige Regelbewegung vermittelt.
Das Reibradgetriebe 17,18, das Kegelreibradgetriebe 20,21 und der Rotor des Synchronmotors 19 wirken als Schwungmassen, welche den gleichförmigen Vorschub des Filmbandes 1 in der Tonabnehmervorrichtung27 stabilisieren, u. zw. gemäss der bekannten Beziehung Lz = ir. D. n. Infolge der Schrumpfung des Filmbandes wird die theoretische Übereinstimmung der beiden Bewegungen gestört und dann gilt Lz Lo Dies kommt durch Veränderung der Schleifengrösse des Filmbandes 1 zwischen der Rolle 26 und der Walze 7 zum Vorschein. Auf diese Änderung reagiert empfindlich durch Veränderung ihrer Lage die abgefederte Spannrolle 10 und der Hebel 11 beeinflusst mit dem Vorsprung 11a das Keilriemengetriebe 14, 15.
Das Keilriemengetriebe ist in der Ausführung gemäss. Zeichnung von einer zweiteiligen Keilriemenscheibe 14,15 gebildet. Die eine Hälfte 15 dieser Scheibe ist mit der Welle 16 des Reibrades 18 fest verbunden, wogegen die zweite Hälfte 14 auf der Welle 16 axial verschiebbar angeordnet ist. Der Keilriemen 9 überdeckt beide Hälften der Keilriemenscheibe 14,15 und nimmt hier eine solche Radiallage ein, die der augenblicklichen Axiallage beider Hälften der Keilriemenscheibe 14,15 entspricht.
Der rotierende Keilriemen 9 ruft eine natürliche Zugwirkung hervor, die ein ständiges Öffnen der Riemenscheibe 14,15 bewirkt, wogegen die Druckwirkung des Vorsprunges 11a die Keilriemenscheibe 14,15 mehr oder weniger schliesst, u. zw. in Abhängigkeit von der Änderung der Länge der Filmbandschleife. Durch Veränderung der Radiallage des Riemens 9 auf der Keilriemenscheibe 14,15 ändert sich das Übersetzungsverhältnis zwischen dieser und der Keilriemenscheibe 8 und dadurch ändert sich auch die Frequenz Fder Fortschalteinrichtung, die das Filmband in dem Bildfenster verschiebt. Die ganze Anordnung wirkt derart, dass die Änderung der Frequenz F der Änderung der Schleifenlänge des Filmbandes und somit der Änderung der Länge V des Filmfeldes indirekt proportional ist, so dass der Wert Lo konstant bleibt.
Da der Vorschub Lo des Filmbandes 1 in dem Bildfenster 3 von dem konstanten Vorschub Lz des Filmbandes
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trieb sehr verlässlich, wobei sie aufs Höchste das Filmband schont, indem dieses keinem übermässigen Zug bzw. keinen Stössen in der Perforierung ausgesetzt wird.