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Durch Wärmeeinwirkung färbbares Aufzeichnungskopierblatt
Die Erfindung betrifft ein durch Wärmeeinwirkung färbbares Aufzeichnungskopierblatt, das aus einem Träger, beispielsweise Papier, besteht, der mit einer normalerweise annähernd farblosen Beschichtung versehen ist, die durch Erwärmung auf eine bei gebräuchlichen thermographischen Verfahren angewandte Temperatur an den erwärmten Stellen eine deutlich sichtbare Farbe annimmt.
Dieses Kopierblatt eignet sich insbesondere zum Kopieren von auf einem Original aufgezeichneten Daten. Diese Daten bestehen aus mittels Druckfarbe dargestellten Schriftzeichen, die infrarote Strahlung absorbieren und dadurch gegenüber den nichtbeschrifteten Stellen des Originals stärker erwärmt werden. Wird demnach das erfindungsgemässe Kopierblatt mit dem Original in Berührung gebracht und diese Blattkombination infraroter Strahlung ausgesetzt, so werden die Blätter direkt oder, bei der Bestrahlung von der Rückseite des Kopierblattes her auf das Original, durch Reflexion entsprechend den auf der Vorderseite des Originals befindlichen Daten erwärmt, so dass die Daten infolge der Erwärmung auf dem Kopierblatt in deutlich sichtbarer Farbe erscheinen.
Das erfindungsgemässe Kopierblatt besteht beispielsweise aus einem dünnen, weissen Papierblatt, das auf der einen Seite mit einem Bindemittel beschichtet ist, das kleine Mengen eines durch Wärmeeinwirkung färbbaren Stoffes enthält. Dieser Stoff besteht aus einer Mischung von Spirobenzopyranderivaten, Leukomethylenblaufarbstoffen, Thiocarbanilid als Farbstoffintensivierungsmittel (falls erwünscht), vorzugsweise einem Fixiermittel, beispielsweise Harnstoff, und Puffermitteln, die dazu dienen, die Stoffe auf einem etwa neutralen PH-Wert zu halten und ein vorzeitiges Verblassen zu verhindern.
In dem bevorzugten und weiteren Ausführungsbeispielen der Erfindung sind die unmittelbar nach ihrer Erwärmung farbbildenden Stoffe substituierte Spirobenzopyrane, wobei die nichtsubstituierte Stammver- bindung die Molekularformel 1, 3, 3-Trimethylspiro [ (2'H-l'-benzopyran)-2, 2'-indolin] und die Strukturformel
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besitzt, sowie Leukomethylenblaufarbstoffe, die mehrere Stunden nach dem Erwärmen oder bei Belichtung mit Sonnenlicht Farbe entwickeln. Ausserdem werden Thiocarbanilid als Farbintensivierungsmittel, den Fixierungsvorgang unterstützende Stoffe, wie beispielsweise Harnstoff, und Stoffe, wie beispielsweise
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Na HPO 7H 0, die zur Pufferung der Beschichtung dienen, verwendet.
Die bevorzugte, auf das Papier aufzubringende Beschichtungsmasse besteht aus etwa 85% Wasser, 5% farbbildenden Stoffen einschliesslich der, Intensivierungsmittel und 10% Fixier- und Pufferstoffen. Ferner können, falls zur Erzeugung der richtigen Schichtfestigkeit erforderlich, neutrale Füllstoffe zugesetzt werden. Im Anschluss an die nachfolgend beschriebene bevorzugte Beschichtungsmasse werden verschiedeneweiterefarbbildende Stoffe genannt, die ebenfalls im Rahmen der Erfindung verwendet werden können.
Gegenstand der Erfindung ist somit ein durch Wärmeeinwirkung färbbares Aufzeichnungskopierblatt, bestehend aus einem Träger, dessen eine Fläche mit einer Beschichtung versehen ist, die bei Erwärmung eine deutliche Farbe annimmt.
Das kennzeichnendeMerkmal der Erfindung besteht darin, dass die genannte Beschichtung als Farbbestandteile a) zumindest eines der Derivate der Verbindung 1, 3, 3-Trimethylspiro [ (2'H-1' -benzopyran) -2, 2' - indolin mit der Strukturformel
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b) zumindest eine der Verbindungen Benzoyileukomethylenblau, Iso-valerylleukomethylenblau, Isobutyrylleukomethylenblau und Propionylleukomethylenblau enthält, wobei sich die genannten Farbstoffbestandteile in einem Bindemittel befinden, das einen Pufferstoff enthält, um die Beschichtung annähernd auf einem neutralen PH-Wert zu halten.
Der aus den im folgenden genannten Stoffen bestehenden, bevorzugten Beschichtungsmasse liegt ein Gesamtgewicht von 99,91 g zugrunde. Sie kann jedoch selbstverständlich auchin grösserenMengen hergestellt werden.
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<tb> a) <SEP> Das <SEP> 61 <SEP> -Nitro <SEP> -8'methoxy-Derivat <SEP> des <SEP> Spirobenzopyrans <SEP> mit <SEP> der <SEP> im <SEP> vorangegangenen
<tb> angegebenen <SEP> Strukturformel <SEP> 1, <SEP> 25 <SEP> g
<tb> b) <SEP> Benzoylleukomethylenblau <SEP> 1, <SEP> 50 <SEP> g
<tb> c) <SEP> Thiocarbanilid <SEP> 2, <SEP> 50 <SEP> g
<tb> d) <SEP> Nonylpnenoxyäthanol <SEP> 0, <SEP> 16 <SEP> g <SEP>
<tb> e) <SEP> Ho <SEP> 55. <SEP> 50 <SEP> g
<tb> f) <SEP> Harnstoff <SEP> 5, <SEP> 00 <SEP> g
<tb> g) <SEP> NazHP04.
<SEP> 7H20 <SEP> 3, <SEP> 00 <SEP> g <SEP>
<tb> h) <SEP> Polyvinylpyrrilidon <SEP> mit <SEP> einem <SEP> Molekulargewicht <SEP> von <SEP> 300 <SEP> 000 <SEP> als <SEP> tige <SEP> wässerige
<tb> Lösung <SEP> 10,00 <SEP> g
<tb> i) <SEP> Polyvinylpyrrilidon <SEP> mit <SEP> einem <SEP> Molekulargewicht <SEP> von <SEP> 50 <SEP> 000 <SEP> 1, <SEP> 00 <SEP> g
<tb> j) <SEP> Carboxyvinylpolymer <SEP> mit <SEP> einer <SEP> Viskosität <SEP> von <SEP> 1000 <SEP> Centipoise <SEP> in <SEP> einer <SEP> Hälfte
<tb> einer <SEP> gen <SEP> wässerigen <SEP> Lösung <SEP> im <SEP> Brookfield <SEP> Viskositätsprüfer <SEP> bei <SEP> 20 <SEP> Umdr/min <SEP> 20,00 <SEP> g
<tb>
Diese Masse wird auf einem Träger aus Papier der gewünschten Dicke so aufgetragen, dass die Beschichtung nach dem Trocknen eine Stärke von etwa 0,01 mm hat.
Die im vorangegangenen beschriebene bevorzugte Beschichtungsmasse ergibt bei Erwärmung eine dunkelblaue Farbe. Es folgen nunmehr Derivate, die das vorgenannte Derivat ersetzen können, und die bei Erwärmung mit den andern Bestandteilen verschiedene Blautöne ergeben :
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Um eine grüne Farbe zu erzielen, können folgende Derivate verwendet werden : 1, 3, 3-Trimethyl-8'-methoxy-spiro[(2'H-1'-benzopyran)-2,2'-indolin] 1,3, 3-Trimethyl-4, 7, 8'-trimethoxy-spiro[(2'H-1'-benzopyran)-2,2'-indolin]
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Zur Erzielung eines rosa Farbtones eignen sich folgende Derivate : 1, 3, 3-Trimethyl-5-chlor, 6'-nitro-spiro [ (2'H-l'-benzopyran)-2, 2'-indolinl 1, 3, 3-Trimethyl-5-chlor, 8'-methoxy-spiro [ (2'H-l'-benzopyran)-2, 2'-indolin]
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An Stelle des Benzoylleukomethylenblaus können Iso-valerylleukomethylenblau, Iso -butyrylleukomethylenblau,
Propionylleukomethylenblau oder eine'Mischung von zwei oder mehreren der vorgenannten Verbindungen verwendet werden.
An Stelle des Intensivierungsmittels Thiocarbanilid eignen sich auch :
Thioharnstoff und seine Derivate, wie z. B.
1, l-Diäthyl-2 -thioharnstoff,
1, 1-Diallyl-2 -thioharnstoff, l, 3-Dibutylthioharnstoff, 1- Allyl-3 -phenyl-2-thioharnstoff.
Bindemittel, Puffermittel und die Dicke der Beschichtungsmasse sind nicht kritisch. Es gibt hiefür eine Reihe von Äquivalenten, die dem Fachmann bekannt sein dürften.
Die in dem erfindungsgemässen wärmeempfindlichen Blatt verwendeten Stoffe gewährleisten seine Stabilität bei einer Lagerung im Dunkeln oder im Hellen bei normalen Umgebungsbedingungen sowohl vor als nach dem Kopiervorgang. Verglichen mit bekannten Kopierblättern ist die Beschichtung verhältnismässig billig. Die Kopie kann dunkelblau auf einem annähernd farblosen (weissen) Hintergrund erscheinen. Es kann jedoch auch der eine grüne oder rosa Färbung hervorrufende Farbstoff oder andere der genannten Farbstoffe in beliebigem Verhältnis damit gemischt oder es können beliebige der Farbstoffe allein verwendet werden. Das Original oder das Kopierblatt kann ebenfalls eine bestimmte Farbe haben, sofern diese nicht die beim Kopiervorgang angewandte Infrarotstrahlung in Wärme umwandelt.
PATENT ANSPRÜCHE :
1. Durch Wärmeeinwirkung färbbares Aufzeichnungskopierblatt, bestehend aus einem Träger, dessen eine Fläche mit einer Beschichtung versehen ist, die bei Erwärmung eine deutliche Farbe annimmt, dadurch gekennzeichnet, dass die genannte Beschichtung als Farbbestandteile a) zumindest eines der Derivate der Verbindung 1, 3, 3-Trimethyl-spiro[(2'H-1'-benzopyran)-2,2'-indolin] mit der Strukturformel
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und b) zumindest eine der Verbindungen Benzoylleukomethylenblau, Iso-valerylleukomethylenblau, Isobutyrylleukomethylenblau und Propionylleukomethylenblau enthält, wobei sich die genannten Farbstoffbestandteile in einem Bindemittel befinden, das einen Puffer-
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