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Geschwindigkeitsbegrenzer für Aufzüge
Geschwindigkeitsbegrenzer müssen bei unzulässiger Überschreitung der Geschwindigkeit des Aufzuges die Fangvorrichtung auslösen.
Die bekannten Geschwindigkeitsbegrenzer werden in zwei Hauptgruppen eingeteilt, die Pendelbegrenzer und die Muffen-oder Achsenbegrenzer. Bei den Pendelbegrenzern wird ein Pendelhebel durch die umlaufenden Nocken einer Nockenscheibe bewegt. Bei unzulässiger Geschwindigkeitserhöhung schlägt der Pendelhebel stärker aus und bringt dadurch einen Sperrhebel mit Rasten an der Seilscheibe in Eingriff, wodurch der Begrenzer schlagartig blockiert wird. Diese Art Begrenzer werden je nach ihrer Konstruktion bis 0,5 m/sec oder 1, 5 m/sec Geschwindigkeit verwendet. Aus konstruktiven und dynamischen Gründen kann ein gewisser Abstand der Nocken und Rasten nicht unterschritten werden. Dies ergibt aber, dass die maximal zulässige Ansprechgeschwindigkeit in den meisten Fällen überschritten wird.
Je mehrderBegrenzer beschleunigt wird, umso eher wird aus dem gleichen Grunde die zulässige Ansprechgeschwindigkeit überschritten. Bei den Muffen-oder Achsenbegrenzern besteht zwischen Auslösezeitpunkt und Ansprechzeitpunkt des Begrenzers keine Differenz. Für diese Begrenzer sich die verschiedensten Konstruktionen bekannt, die alle mit geführten Fliehgewichten als Auslöseorgan und mit angelenkten Sperrorganen gebaut werden. Die in Gleitbahnen geführten oder in festen Drehpunkten angelenkten Fliehgewichte Uberwachen die durch Federn einstellbare Geschwindigkeit und bringen die vorgesehenen Sperrorgane beim Überschrei- ten der Grenzgeschwindigkeit zum Ansprechen.
Sie können jedoch die im Gefahrenfall auftretende Be- schleunigung nicht überwachen, da die auf Grund der Beschleunigung auftretenden Trägheitskräfte durch die Führung der Fliehgewichte aufgenommen werden.
Zweck der Erfindung ist es, einen Geschwindigkeitsbegrenzer zu schaffen, der sowohl die eingestellte Grenzgeschwindigkeit, als auch die im Gefahrenfall auftretende Grenzbeschleunigung überwacht. Entsprechend dem jeweiligen Schadenfall am Aufzug treten Beschleunigungen von zirka 0, 15 g bis 1 g auf.
Erfindungsgemäss wird dies dadurch erreicht, dass bei grösserer Beschleunigung die Auslösegeschwln- digkeit kleiner wird, u. zw. vorzugsweise durch freibeweglich Fliehgewichte, die über ein Hebelsystem sowohlaufGrundderFliehkräftealsauchaufGrundderMassenträgheitskräftewährend der Beschleunigung die Sperrelemente des Begrenzers zum Ansprechen bringen. Bei einem Geschwindigkeitsbegrenzer für Aufzüge wird dies z. B. erfindungsgemäss dadurch erreicht, dass an zwei Hebeln, welche auf einer gemeinsamen Drehachse, vorzugsweise auf der Achse des Begrenzers oder der Nabe der Seilscheibe gelagert und an der die Sperrelemente befestigt sind, zwei Fliegewichte mittels jeweils zweier Gabeln derart angelenkt sind, dass jedes Fliehgewichtauf beide Hebel einwirkt.
Hiedurch ist das gesamte System in jeder Stellung massenmässig ausgeglichen. Eine Feder hält die beiden Hebel in der Ruhestellung an ihren Anschlägen und ermöglicht durch Veränderung ihrer Vorspannung die Einstellung der Ansprechgeschwindigkeit. Die Sperrelemente sind in an sich bekannter Weise als Rollen ausgeführt, die zwischen umlaufenden Widerlagern und einer feststehenden Glocke beim Erreichen der Auslosegeschwindigkeit festklemmen. Unter Einwirkung der Fliehkräfte verdrehen die Radialkräfte der Fliehgewichte die beiden Hebel in Ansprechrichtung.
Auf Grund der imGefahrenfall aus der Geschwindigkeitszunahme resultierenden Beschleunigung wirken an den Fliehgewichten zusätzliche Tangentialkräfte, die der Drehrichtung entgegengesetzt gerichtet sind und somit zusätzlich auf den Hebel wirken, dessen Sperrelemente in dieser Drehrichtung ansprechen, während sie auf den in der andern Drehrichtung wirkenden Hebel entgegengesetzt zur Flieh-
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kraft wirken und somit diesen zurückhalten. Mit zunehmender Beschleunigung werden auch die Tangen- tialkräfte auf den für die jeweilige Drehrichtung wirkenden Hebel grösser, wodurch wieder der Begrenzer schneller anspricht.
Ein Ausführungsbeispiel des Geschwindigkeitsbegrenzers nach der Erfindung wird nachstehend an Hand der Zeichnung beschrieben. Fig. 1 zeigt einen Quer- und Fig. 2 einen Radialschnitt eines Begrenzers nach der Erfindung. Auf der Nabe der Seilscheibe 1 sind die beiden Hebel 2 gelagert und werden durch die An- schläge oder Mitnehmer 3 von der Seilscheibe mitgenommen. Feder 4 hält beide Hebel 2 an den Mit- nehmer 3 und gestattet das Einstellen der Auslösegeschwindigkeit des Begrenzers. An den Hebeln 2 sind in den Gelenken 16 über die Gabeln 5 die beiden Fliehgewichte 6 angeordnet, die unter Einwirkung der Fliehkraft und der Trägheitskraft die Hebel 2 verdrehen und über die Verbindungsglieder 7 die Sperrelemen- te 8 zwischen die feststehende Glocke 9 und den an der Seilscheibe 1 befestigten, umlaufenden Widerlagern 10 festklemmen.
Um den Schlag beim Ansprechen der Sperrelemente zu vermindern und ein Rutschen des Begrenzerseiles in der Keilrille der Seilscheibe 1 zu vermeiden, ist die Glocke 9 drehbar gelagert und mit einer Nase 11 versehen. die sich beim Ansprechen des Begrenzers gegen federnde Anschläge 12 am Begrenzer- gehäuse abstutzt. Die hiebei auftretende Drehung der Glocke 9 wird zur Betätigung des Begrenzerkontaktes 13 ausgenutzt. Um den Geschwindigkeitsbegrenzer von Hand auslösen zu können, wird ein auf der Achse der Seilscheibe frei drehbar gelagerter, zwischen die Hebel 2 eingreifender Bügel 14 durch das Einschieben eines Stiftes 15 gegenüber der Glocke 9 arretiert, der so die Sperrelemente zum Ansprechen bringt.
PATENTANSPRÜCHE:
1. Geschwindigkeitsbegrenzer für Aufzüge, der die Drehbewegung der Seilscheibe mit Hilfe dergleichen Sperrelemente sowohl bei Überschreiten der Grenzgeschwindigkeit als auch bei Überschreiten der Grenzbeschleunigung derAufzugskabine verhindert, wobei das Gestänge, über das Fliehgewichte dieSperr- elemente betätigen, so ausgebildet ist, dass sich die Fliehgewichte sowohl durch die Wirkung der Flieh- kräfte radial. als auch durch die bei einer Beschleunigungtangential auf sie wirkenden Massenträgheits- kräfte in einer Ebene frei bewegen können, dadurch gekennzeichnet, dass die Fliehgewichte (6) unter Zwischenschaltung von Gabeln (5) mit den, die gegen eine feststehende Glocke (H)
wirkenden Sperrelemente (8) tragenden, auf der Achse der Seilscheibe (l) frei drehbar gelagerten und durch Mitnehmer (3) von der Seilscheibe bewegten Hebeln (2) über Gelenke (16) verbunden sind und die Hebel (2) unter der Wirkung derFliehgewichte (6) sowohl gegeneinander als auch bezüglich ihrerrelativen Winkellage zur Seilscheibe bewegbar sind.