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Elektro-Sicherheitsschaltung für Pressen, Stanzen od. dgl.
Die Erfindung bezieht sich auf eine Elektro-Sicherheitsschaltung für Pressen, Stanzen od. dgl.
In jedem Betrieb ist die Unfallverhütung und somit die Erhaltung der Arbeitskraft oberstes Gebot. Ins- besondere sind die an Maschinen arbeitenden Personen im besonderen Masse der Unfallgefahr ausgesetzt, so dass alle Bestrebungen dahingehen, an den Maschinen Sicherheitsvorkehrungen zu treffen, die die BeI dienungsperson vor Unfällen schützen sollen. Es versteht sich hiebei von selbst, dass eine Bedienungsperson, die eine Presse, Stanze od. dgl. bedient, mit besonderer Sorgfalt arbeiten muss, weilsie zum Teilmit den Händen ins Werkzeug eingreifen muss. So sind Sicherheitsvorkehrungen an solchen Arbeitsmaschinen auch ausserordentlich wichtig.
Es sind zur Sicherheit der Bedienungsperson beispielsweise an Pressen sogenannte Zweihandeinrückungen bekanntgeworden, wobei zwei z. B. sich gegenüberliegende Hebel zur Auslosung des Arbeitshubes der Maschine heruntergedrückt werden müssen. Im normalen Betrieb kann bei solchen Vorkehrungen nichts passieren, wenn die Bedienungsperson die Bedienungsvorschrift einhält. Es kommt aber gerade bei diesen, auf mechanischer Basis arbeitenden Einrückvorrichtungen vor, dass die Bedienungsperson zu unerlaubten Hilfsmassnahmen greift, indem sie beispielsweise die beiden Bedienungshebel untereinander verbindet, und ein Herunterdrücken durch das somit nach unten hängende Verbindungsglied, z. B. durch Eintreten mit dem Fuss in eine Drahtschleife od. dgl., durchführt, um die Hände auch während des Arbeitshubes der Maschine frei zu halten.
Es kommt somit immer wieder vor, dass sich die Bedienungsperson verletzt, oder dass sogar Werkzeugschäden auftreten.
In Weiterentwicklung der Sicherheitsvorkehrungen für derartige Arbeitsmaschinen, ist es dann auch schon vorgeschlagen worden, von dieser mechanischen Sicherheitseinrichtung ganz abzusehen, und eine Sicherheit durch elektromagnetische Schaltmittel zu bewirken, indem die Bedienungsperson mit beiden Händen gleichzeitig zwei Kontakte drücken muss, welche über in den Schaltungskreislauf eingeschaltete Relais, Schütze, Schalter od. dgl. eine Auslösung der Maschine bewirken. Auf diese Weise ist die Bedienungsperson gezwungen, beide Hände zu benutzen, so dass sie während des Arbeitshubes der Maschine nicht mehr ins Werkzeug greifen kann.
Solche Schaltungen erfüllen zwar in bezug auf die Betriebssicherheit ihren Zweck, jedoch haben diese elektromagnetischen Schaltungen den Nachteil, dass einem jeden Einschaltkontakt ein eigenes Zeitrelais zugeordnet ist, wodurch nicht nur der die Schaltung aufnehmende Schaltkasten erhebliche Abmessungen bekommt, sondern die gesamte Schaltung dadurch erheblich verteuert wird, insbesondere dann, wenn gleichzeitig mehrere Bedienungspersonen eine Arbeitsmaschine gleichzeitig bedienen müssen, also eine entsprechende Anzahl von Druckkontakten vorhanden sein muss. Auch bedarf es praktisch eines erheblichen Umbaues der Schaltung, wenn eine Arbeitsmaschine nachträglich mehrere Bedienungspersonen erfordert, also neue Arbeitsstände eingerichtet werden müssen.
Es müssen zur Unterbringung der jetzt mehr erforderlichen Zeitrelais - zu jedem Druckkontakt ein eigenes - grössere Schaltkästen geschaffen werden, was teuer ist, von den Schaltgeräten selbst ganz abgesehen.
Nachdem also die bekannten elektromagnetischen Schaltungen die vorerwähnten Missstände besitzen, hat sich die Erfindung die Aufgabe gestellt, eine Schaltung zu schaffen, die nicht nur die bekannten Mängel ausschaltet, sondern diesen hinsichtlich der Beseitigung einer Unfallsgefahr auch noch bei weitem überlegen ist.
Die Erfindung geht dabei von einer Elektro-Sicherheitsschaltung mit mehreren gleichzeitig zu betä-
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tigendenDruckschaltern aus, wobei jeder dieser Druckschalter einen Ruhe- und einen Arbeitskontakt auf- weist und sämtliche Ruhekontakte in Serie in einen ein Relais aufweisenden Strompfad geschaltet sind, dessen Kontakt in einem die Serienschaltung der Arbeitskontakte der einzelnen Druckschalter enthaltenden
Stromkreis liegen, wobei dieser Stromkreis die der Presse, Stanze od. dgl. zugeordneten Schalteinrichtungen enthält. Bei dieser Schaltung müssen beide Druckschalter zur gleichen Zeit. gedrückt sein, um einen
Arbeitshub einzuleiten.
Dies ist aber auch in der Weise möglich, dass die Bedienungsperson einen Druck- schalter in der Einschaltstellung feststellt und nach einer praktisch unbegrenzten Pause durch Betätigung eines zweiten Druckschalters einen Arbeitshub der Presse einleitet. Eine solche nacheinander erfolgende
Betätigung der Druckschalter zur Einleitung eines Arbeitshubes beseitigt daher nicht die Gefahr des Auf- tretens von Unfällen.
Um auch diesen noch bestehenden Nachteil zu beseitigen, besteht die Erfindung im wesentlichen darin, dass das Relais abfallverzögert ist, dessen Kontakt als Arbeitskontakt ausgebildet ist und dem ein
Selbsthaltestromkreis der der Presse, Stanze od. dgl. zugeordneten Schalteinrichtungen parallelgeschaltet ist.
Diese erfindungsgemässe Schaltung mit einem abfallverzögerten Relais oder Schütz hat gegenüber der vorbekannten Schaltung auf elektromagnetischer Basis den erheblichen Vorteil, dass beliebig viele
Steuerschalter vorgesehen werden können, die nach der Erfindung alle über ein einziges abfallverzöger- tes Relais oder Schütz geschaltet werden, so dass diese Schaltung baulich ausserordentlich einfach und bei weitem nicht so aufwendig ist, wie die bekannte Schaltung, bei der einem jeden Steuerschalter ein eige- nes Zeitrelais zugeordnet sein muss. Es ist bei dieser Schaltung auch ohne weiteres möglich, weitere
Steuerschalter anzuschliessen, wenn z. B. an einer Arbeitsmaschine neue Bedienungsstände eingerichtet werden.
Auch diese Steuerschalter würden auf das bisher vorgesehene einzige abfallverzögerte Relais einwir- ken, so dass ein Umbau der Schaltung selbst entbehrlich ist. Dieser Vorteil kann aber mit einer vorbe- kannten Schaltung der beschriebenen Art - also mit je einem Zeitrelais zu jedem Steuerschalter - auf diese einfache Art nicht verwirklicht werden.
Ausserdem ist bei der erfindungsgemässen Schaltung den beiden Einschaltkontakten für die Einschal- tung der Maschine bzw. zur Betätigung des Einschaltorganes ein zusätzliches Relais oder Schütz nachge- schaltet, so dass einerseits erst nach dem Schalten dieses Relais und damit dem Schliessen eines besonde- ren Schaltkontaktes eine Einschaltung der Maschine bewirkt wird, und anderseits im Sinne einer soforti- gen Einschaltung der Maschine die Abfallverzögerung durch einen weiteren besonderen Schalter unwirk- sam gemacht wird, und dass ferner ein Ruhekontakt des abfallverzögerten Relais im Steuerstromkreis der
Maschine liegt.
Es ist im Rahmen der Erfindung schliesslich vorgesehen, die Abfallverzögerung des Relais oder Schüt- zes mit auf pneumatischer Basis wirkenden Steuermitteln durchzutühren.
In der Zeichnung ist ein Schaltbild der erfindungsgemässen Schaltung wiedergegeben.
Dabei sind mit A-D eine Mehrzahl von Steuerschaltern bezeichnet, denen lediglich ein einziges ab- fallverzögertes Relais 10 zugeordnet ist. Die Zahl der Steuerschalter A-D kann dabei beliebig sein. Die- ses abfallverzögerte Relais oder Schütz 10 wird von den in Reihe geschalteten Ruhekontakten 11-14 der
Steuerschalter A-D eingeschaltet.
Ein Einschalt-Vorbereitungskontakt 15 dieses abfallverzögerten Relais 10 ist gleichfalls in Reihe mit sämtlichen Arbeitskontakten 11'-14'der Steuerschalter A-D geschaltet und bewirkt nur bei gleichzeiti- ger Betätigung aller Arbeitskontakte 11'-14'eine Einschaltung der in Abhängigkeit nachgeschalteten beiden Hauptrelais oder-schütze M und 17, und somit auch eine Einschaltung des Steuer- oder Einschaltor- ganes 18 zur Auslösung der Maschine.
Ausserdem sind die Schaltkontakte 19 und 20 der beiden Hauptrelais oder-schütze 16 und 17 in der Lage, den die Einschaltung der Maschine vorbereitenden Kontakt 15 des abfallverzögerten Relais 10 zu überbrücken und gleichzeitig zwei Gegenkontakte 21 und 22 im Einschaltstromkreis des abfallverzögerten Relais 10 zu öffnen.
Bei nicht gleichzeitiger Betätigung aller Steuerschalter A-D hingegen fällt einerseits das abfàllver- zögerte Relais 10. vorzeitig ab und anderseits öffnet der Einschalt-Vorbereitungskontakt 15 ebenfalls vorzeitig, so dass eine Einschaltung der nachgeschalteten Hauptrelais 16 und 17 und somit eine Einschaltung der Maschine selbst verhindert wird.
Die Abfallverzögerung kommt dadurch zustande, dass über einen Gleichrichter 29 gleichzeitig mit der Einschaltung des Relais 10 der Ladekondensator 30 aufgeladen wird, und dass nach Abschaltung der Stromzufuhr dieser Kondensator 30 sich im Sinne einer Abfallverzögerung der Relaisspule entlädt. Durch
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den Schaltkontakt 27 des Relais 25 wird das Relais 10 vollständig abgeschaltet, auch vom Ladekondensator 30, der dann seinerseits über den Widerstand 31 entladen wird. Die Steuermittel der Abfallverzögerung können bevorzugt auf pneumatischer Basis arbeiten.
Ferner ist beidieser erfindungsgemässen Schaltung den im Einschaltstromkreis der Maschine liegenden Einschaltkontakten 23 und 24 der Schütze 16,17 für die Einschaltung der Maschine ein zusätzliches Relais oder Schütz 25 nachgeschaltet, so dass einerseits erst nach dem Schalten dieses Relais 25 und damit dem Schliessen des Schaltkontaktes 26 eine Einschaltung der Maschine erfolgen kann, und anderseits im Sinne einer sofortigen Einschaltung der Maschine die Abfallverzögerung des Relais 10 durch den Sonderschaltkontakt 27 unwirksam gemacht wird. Schliesslich liegt im Steuerstromkreis der Maschine auch noch ein Ruhekontakt 28 des abfallverzögerten Relais 10.
Wie bereits erwähnt, ist die dargestellte und beschriebene Schaltung nur ein Beispiel für die Verwirklichung der Erfindung und diese nicht darauf beschränkt ; vielmehr sind im Rahmen der Erfindung noch mancherlei andere Ausführungen und Anwendungen möglich. Dies bezieht sich insbesondere auf die Ausbildung und Gestaltung sowie Anordnung der einzelnen Schaltelemente innerhalb des Schaltungskreislaufes. Wichtig aber ist, dass für beliebig viele Steuerschalter lediglich ein einziges abfallverzögertes Relais oder Schütz vorgesehen ist, wodurch die Schaltung hinsichtlich ihres Gesamtaufbaues denkbar einfach ist.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Elektro-Sicherheitsschaltung für Pressen, Stanzen od. dgl. mit mehreren gleichzeitig zu betätigenden Druckschalter, wobei jeder dieser Druckschalter einen Ruhe- und einen Arbeitskontakt aufweist und sämtliche Ruhekonakte in Serie in einen ein Relais aufweisenden Strompfad geschaltet sind, dessen Kontakt in einem die Serienschaltung der Arbeitskontakte der einzelnen Druckschalter enthaltenden Stromkreis liegen, wobei dieser Stromkreis die der Presse, Stanze od. dgl. zugeordneten Schalteinrichtungen enthält, dadurch gekennzeichnet, dass dieses Relais (10) abfallverzögert ist, dessen Kontakt als Arbeitskontaktausgebildetistunddemein Selbsthaltestromkreis der der Presse, Stanze od. dgl. zugeordneten Schalteinrichtungen parallelgeschaltet ist.