AT232366B - Verfahren zur Herstellung von Lignosulfonsäure - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Lignosulfonsäure

Info

Publication number
AT232366B
AT232366B AT719860A AT719860A AT232366B AT 232366 B AT232366 B AT 232366B AT 719860 A AT719860 A AT 719860A AT 719860 A AT719860 A AT 719860A AT 232366 B AT232366 B AT 232366B
Authority
AT
Austria
Prior art keywords
leather
chrome
tanned leather
production
tanned
Prior art date
Application number
AT719860A
Other languages
English (en)
Inventor
Leif Jantzen
Richard Westergaard
Per Stranger-Johannessen
Original Assignee
Christiania Portland Cementfab
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Christiania Portland Cementfab filed Critical Christiania Portland Cementfab
Application granted granted Critical
Publication of AT232366B publication Critical patent/AT232366B/de

Links

Landscapes

  • Treatment And Processing Of Natural Fur Or Leather (AREA)

Description


   <Desc/Clms Page number 1> 
 



  Verfahren zur Herstellung von Lignosulfonsäure 
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Lignosulfonsäure durch selektive Adsorption von Sulfitablauge unter Verwendung von gegerbtem Leder als Ionenaustauschmaterial. 



   In der USA-Patentschrift Nr. 2, 838, 483 ist bereits ein Verfahren zur Abtrennung von Lignosulfonsäuren aus wässerigen Flüssigkeiten,   z. B.   aus der bei der Papierherstellung anfallenden Sulfitablauge, beschrieben. Gemäss diesem bekannten Verfahren wird zunächst mineralisch gegerbtes Leder, insbesondere chromgegerbtes Leder, als Ionenaustauschmaterial mit der Lignosulfonsäuren enthaltenden Flüssigkeit so lange in Berührung gehalten, bis die hochmolekularen   es-Lignosulfonsäuren   an dem gegerbten Leder chemisch gebunden sind. Die chemisch gebundenen   a-Säuren   werden dann durch Waschen des gegerbten Leders mit einer wässerigen Alkalilösung in Form von Salzen abgetrennt, wobei gleichzeitig in dem gegerbten Leder Hydroxylgruppen gebildet werden.

   Das auf diese Weise behandelte gegerbte Leder wird anschliessend nochmals mit der Flüssigkeit, aus der die   a-Lignosulfonsäuren   bereits entfernt sind, so lange in Berührung gehalten, bis im wesentlichen alle niedermolekularen   ss-Lignosulfonsäuren   mit dem gegerbten Leder reagiert haben. Diese niedermolekularen Säuren werden dann von dem gegerbten Leder durch Waschen mit einer wässerigen Alkalilösung in Form von Salzen entfernt. 



   Das bekannte Verfahren hat den Nachteil, dass bei Verwendung von chromgegerbtem Leder darauf geachtet werden   muss, das   nicht solche Chemikalien verwendet werden, die die Chromsalze zu rasch auswaschen würden. Ausserdem muss bei Absinken des Chromgehaltes das Leder nachchromiert oder weggeworfen werden, da ungegerbtes Leder in solchem Ausmass anschwillt, dass es nicht oder nur mit grössten Schwierigkeiten mit dem Lignosulfat der Ablauge reagiert und seine Durchströmung Schwierigkeiten bereitet. Ferner fault ungegerbtes Leder sehr schnell. 



   Die Erfindung beseitigt diese Nachteile und schafft ein einfaches Verfahren zur Herstellung von reinen Lignosulfonsäuren aus Sulfitablaugen. Sie besteht darin, dass bei dem Verfahren der eingangs genannten Art als gegerbtes Leder teilweise   entchromtes   chromgegerbtes Leder verwendet wird. 



   Derartiges teilweise entchromtes chromgegerbtes Leder hat den Vorteil, dass die erhaltenen Lignosulfonsäuren nicht durch Chrom verunreinigt sind und die Ionenaustauschkapazität besser ist als bei frischem Chromleder. Zur Erhöhung der Lebensdauer des als Ionenaustauschmaterial verwendeten teilweise entchromten Chromleder und zur Herabsetzung seiner Quellbarkeit kann das Chromleder mit organischen Gerbmitteln, z. B. Aldehyden, Phenolen, behandelt werden. 



   Das erfindungsgemässe Verfahren wird in Gegenwart einer schwach dissoziierenden, konservierenden Säure,   z.B.SO, durchgeführt. SO wirkt   der Verfaulung entgegen, ist besonders schonend gegenüber Proteinsubstanzen und bildet ausserdem lösliche Salze mit den meisten Basen. Die beim erfindungsgemä- ssen Verfahren verwendete Base soll schwach dissoziieren sein, wie z. B. NH. Damit das Verfahren mit der teilweise aufgeschwellten weichen   lonenaustauschsubstanz   durchgeführt werden kann, muss diese ausreichend fein zerteilt werden und die Masse muss im Ionenaustauschbett in einem Zustand gehalten werden, in welchem die Partikel nahezu in der Flüssigkeitsphase schwimmen, und die Durchströmung derart durchgeführt werden, dass kein Zusammenpacken der Partikel stattfindet. 

 <Desc/Clms Page number 2> 

 



   Gegebenenfalls kann nach der Elution mit Ca (OH) oder einer andern Base, die den Ammoniak verdrängen, wodurch dieser für das Verfahren rückgewonnen wird, konvertiert werden. Kalziumlignosulfat kann auch mittels Fällungsreaktionen mit Sulfaten oder Karbonaten in bekannter Weise in erwünschte Er-   zeugnisse   verwandelt werden. 



   Bei der Durchführung des Verfahrens wird die schwach dissoziierende Säure in Mengen, die zumindest den in der Lösung enthaltenen Basen äquivalent sind, verwendet. Nur in dieser Weise erhält man eine quantitative Adsorption am teilweise entchromten chromgegerbten Leder. 



   Das nachstehende Beispiel soll die Erfindung näher erläutern. 



   Beispiel: 100 kg (wasserfrei) fein zerteilter, chromgegerbter Lederabfall werden einige Tage   z. B.   
 EMI2.1 
 der Masse mit   600 I   Sulfitablauge unter Hinzufügen von 5,6 kg    SO   kann derart erfolgen, dass Leder und Ablauge gemischt werden oder die Lauge durch eine Lederschicht strömt. 100 kg Leder können dabei reversibel etwa 30 - 40 kg Lignosulfonsäure aufnehmen, welche nach Waschen mit etwa 1, 5 kg   NH, in   etwa 400 l Wasser aufgelöst, eluiert werden kann. 



   Unter Berücksichtigung der Tatsache, dass das entgerbte Leder gallertartig ist, darf die Durchströmung nicht unter Anwendung von nennenswertem Überdruck beschleunigt werden. 



   Das Verfahren laut der Erfindung hat vor allem den Vorteil, dass bei Verwendung des chromarmen Leders eine lange Lebensdauer der Ledersubstanz erzielt wird, und das Verfahren kann auch vorteilhaft bei andern wasserlöslichen organischen Anionen verwendet werden, die bei niedrigem PH-Wert an die Ledersubstanz gebunden werden und mit alkalisch eluierenden Mitteln lösliche Salze bilden. 



    PATENTANSPRÜCHE :    
1. Verfahren zur Herstellung von Lignosulfonsäure durch selektive Adsorption von Sulfitablauge unter Verwendung von gegerbtem Leder als Ionenaustauschmaterial, dadurch gekennzeichnet, dass als gegerbtes Leder teilweise entchromtes chromgegerbtes Leder verwendet wird. 
 EMI2.2 


AT719860A 1959-10-03 1960-09-22 Verfahren zur Herstellung von Lignosulfonsäure AT232366B (de)

Applications Claiming Priority (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
NO232366X 1959-10-03

Publications (1)

Publication Number Publication Date
AT232366B true AT232366B (de) 1964-03-10

Family

ID=19904926

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
AT719860A AT232366B (de) 1959-10-03 1960-09-22 Verfahren zur Herstellung von Lignosulfonsäure

Country Status (1)

Country Link
AT (1) AT232366B (de)

Similar Documents

Publication Publication Date Title
DE3630538A1 (de) Vorrichtung zur entsaeuerung von wasser
DE2330604C2 (de) Verfahren zum Entfernen von Schwermetallen aus Lösungen oder gasförmigen Gemischen
AT232366B (de) Verfahren zur Herstellung von Lignosulfonsäure
DE940290C (de) Verfahren zur Wiederherstellung der Austauschfaehigkeit von Anionenaustauschern
DE863191C (de) Verfahren zur Rueckgewinnung des Alkalis bei gleichzeitiger Gewinnung des Ligninschlammes aus den alkalischen Sulfitablauge-Aufschlusslaugen der Vanillinherstellung
DE186764C (de)
AT69731B (de) Verfahren zur Darstellung von Alkalisulfhydratlösungen.
DE42071C (de) Neuerung in dem Verfahren zur Herstellung eines Fällungsmittels für Kunstdüngerbereitung
DE371601C (de) Verfahren zur Reinigung bzw. Veredelung von Erdalkalikarbonaten und Magnesiumkarbonat
DE968127C (de) Hautschonendes Reinigungsmittel
DE908602C (de) Verfahren zur Schwimmaufbereitung von Erzen
DE673163C (de) Verfahren zum Entkaelken von geaescherten Haeuten und Fellen
DE738358C (de) Verfahren zur Herstellung von hochprozentigen Kaliumhumat-Duengemitteln
AT239638B (de) Verfahren zum Härten künstlicher Wursthüllen
AT60041B (de) Verfahren zur Herstellung eines Gerbextraktes.
DE144398C (de)
CH361709A (de) Verfahren zum Abtrennen von Ligninsulfonsäuren aus sie enthaltenden wässrigen Flüssigkeiten
AT211721B (de) Verfahren zur Verbesserung der Güteeigenschaften von Mörtel und Beton
AT59501B (de) Verfahren zur Herstellung von Mischungen, die beim Zusammentreffen mit Wasser gebrauschsfertige, saponinhaltige Reinigungsmittel liefern.
AT207496B (de) Verfahren zur Herstellung sulfitierter Gerbextrakte
DE332121C (de) Verfahren zum AEschern von Haeuten
AT136993B (de) Verfahren zur Herstellung von harzartigen Kondensationsprodukten.
DE534741C (de) Schnellgerbverfahren fuer Haeute und Felle
DE389549C (de) Verfahren zur Gewinnung eines Gerbmittels aus Sulfitcelluloseablauge
DE1199257B (de) Verfahren zur selektiven Abtrennung von alpha- und beta-Ligninsulfonsaeuren aus Sulfiugen