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Verfahren und Vorrichtungen zum Aufschliessen der bündelartig zusammenhängenden Fasern rohen, vom Muttergestein getrennten Asbestes
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vom Muttergestein getrennten rohen Fasermaterials unter Aufschlämmung desselben in einer Flüssigkeit dadurch, dass das Faser-Flüssigkeits-Gemisch auf einer schraubenlinienförmig oder nach einer spiralförmi- gen Raumkurve gewundenen langen Strecke, die von den Reibflächen gebildet ist und deren Länge ein
Mehrfaches der grössten Faserlänge beträgt, mit hohem, steuerbarem, hydraulischem Druck zwischen den Reibflächen hindurchgepresst wird und dabei die Fasern durch fortlaufendes Hin- und Herbiegen quer zu ihrer Längsausdehnung in ständig wechselnder Richtung gewalkt werden.
Für das Verfahren nach der Erfindung und den damit erzielten Erfolg wesentlich ist, dass das bündel- artig zusammenhängende Fasermaterial einer kräftigen Reibwirkung unterzogen und zugleich viele Male in verschiedenen Richtungen gebogen wird. Die Praxis hat gezeigt, dass es auf diese Weise gelingt, das Volumen einer bestimmten Menge des rohen Asbestmaterials auf etwa das Doppelte dessenzu erhöhenbzw. das Raumgewicht auf etwa die Hälfte dessen zu verringern, wasmitdenbislangüblichenAufschliessver- fahren erzielbar ist.
Das nach dem Verfahren der Erfindung aufgeschlossene Fasermaterial stellt eine vollkommen gleichmässig aufgelockerte Fasermasse dar, die zufolge der ausserordentlich hohen Verfilzungsfähigkeit der Fasern dem Idealzustand des für die Herstellung von Asbestzementerzeugnissen benötigten Fasermaterials ent- spricht, und die darüber hinaus auch zur Herstellung von Asbest-Spinnerei-Erzeugnissen und Asbestpappen vorzüglich geeignet ist.
Bei der Erprobung der nach dem erfindungsgemässen Verfahren aufgeschlossenen Asbestfasern zur Fertigung von Asbestzementerzeugnissen hat sich überraschenderweise gezeigt, dass es nunmehr möglich geworden ist, Asbestzementerzeugnisse, unter Erfüllung und sogar noch mit wesentlicher Überschreitung der durch die internationalen Normen für Asbestzementerzeugnisse vorgeschriebenenFestigkeitswerte ohne Zusatz längerer Asbestfasern aus erfindungsgemäss aufgeschlossenen Asbestfasern herzustellen, die höchstens die Qualität der Faser 6 aufweisen.
Das bedeutet für die Asbestzementindustrie einen ausserordentlich technischenFortschritt insofern, als zufolge Einsparung des kostspieligen langfaserigen Asbestmaterials die Fertigungskosten beträchtlich verringert werden und anderseits die Endprodukte wesentlich homogener beschaffen sind als die Erzeugnisse, die aus einem Gemisch von lang-, mittel- und kurzfaserigen Asbestfasern hergestellt sind..
In der asbestverarbeitenden Industrie ist es allgemein bekannt, dass beim Aufschliessen von Rohasbest auf die Herkunftsstätten des Rohmaterials, die vor allem in Russland, Kanada, Afrika, Australien, Zypern und Italien liegen, Rücksicht genommen werden muss, da die chemische und kristallinische Struktur, die Faserstruktur, die Faserlänge und die Zerreissfestigkeit der Fasern stark unterschiedlich sind. Aus diesem Grunde werden Asbeste verschiedener Provenienzen nach unterschiedlichen Methoden individuell aufgeschlossen.
Diese Erfahrungen haben sich bei der praktischen Durchführung des Aufschliessverfahrens nach der Erfindung als richtig erwiesen, und es ist gefunden worden, dass es für das Biegen und Reiben der Asbestfasern, das für ein vollbefriedigendes Aufschliessen der Faserbündel notwendig ist, bei Rohasbest mit robusten Fasern genügt, das bündelartig zusammenhängende rohe Fasermaterial, in Wasser aufgeschlämmt, mit steuerbaremFörderdruck des Faser-Flüssigkeits-Gemisches unter Reibung und Biegung der Fasern zwischen starren Reibflächen hindurchzupressen, wohingegen es sich bei Rohasbest mit empfindlichen Fasern empfiehlt, das Faser-Flüssigkeits-Gemisch zwischen starren Flächen und elastisch-nachgiebigen Gegenreibflächen unter regulierbarer Reibung und Biegung der Fasern hindurchzufördern.
Diese Behandlungsart bietet eine sichere Gewähr dafür, dass jede einzelne Faser, ohne zerrissen zu werden und ohne Änderung ihrer Struktur und natürlichen Länge, von benachbarten Fasern getrennt wird.
Für die Erzielung einer bestmöglichenAufschliessung der Fasern ist es in vielen Fällen vorteilhaft, das Faser-Flüssigkeits-Gemisch entweder in zwei oder mehrmaligem Durchgang durch die gleiche Aufschliessvorrichtung oder durch hintereinander geschaltete verschiedenartige Aufschliessvorrichtungen hindurchzufördern, wobei auch in diesem Falle bei der einen oder andern Aufschliessvorrichtung ein mehrmaliger Durchlauf stattfinden kann.
Im allgemeinen ist es für die Abkürzung der Dauer des Aufschliessvorganges erwünscht, mit möglichst kräftiger Reibung auf die Asbestfasern einzuwirken. Hiefür ist es in vielen Fällen zweckdienlich, dem Faser-Flüssigkeits-Gemisch einen reibungserhöhenden Stoff, wie z. B. Sand, Quarzmehl, fein zermahlenes Asbest-Muttergestein, Zement od. dgl. oder ein Gemisch aus mehreren dieser Stoffe beizugeben. Der reibungserhöhende Stoff bzw. das reibungserhöhende Stoffgemisch wird dann zusammen mit dem aufgeschlossenen Fasermaterial zu den Asbestzement-Fertigerzeugnissen verarbeitet.
In Weiterausbildung dieses Erfindungsgedankens kann dem Faser-Flüssigkeits-Gemisch schon vor dem Aufschliessen der Fasern die für die Herstellung der Asbestzement-Fertigerzeugnisse benötigte gesamte
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Zementmenge zugesetzt werden. Wird dem Faser-Flüssigkeits-Gemisch zum Aufschliessen des Rohasbestes z. B. Quarzmehl oder fein zermahlenesAsbestzement-Muttergestein beigegeben, so lässtsichhiedurcheine beträchtliche Einsparung an Zement (etwa 10% der ohne diesen Füllstoff benötigten Zementmenge) errei- chen. Das trägt einerseits zu einer Verbilligung der Fertigerzeugnisse bei und bringt anderseits noch den
Erfolg einer wesentlichen'Verbesserung der Elastizität der Fertigerzeugnisse.
Der Erfindungsgedanke, dem Faser-Flüssigkeits-Gemisch von vornherein einen oder mehrere Zusatz- stoffe zuzusetzen, kann vorteilhaft auch durch Beigabe von Farbstoff für das Einfärben des Fasermaterials ausgenutzt werden. Das schon im Aufschliessungsverfahren durchgefärbte Fasermaterial ergibt bei den
Fertigerzeugnissen eine ausserordentlich gleichmässige, einheitliche Färbung.
Zur Durchführung des Aufschliessverfahrens nach der Erfindung können je nach Art des zu behandeln- den Rohasbestes Vorrichtungen verschiedener Art Anwendung finden. Für das Aufschliessen von Rohasbest mit robusten Fasern zwischen starren Wirkflächen kommt beispielsweise eine Vorrichtung in Betracht, bei der in einem kegelförmigen Gehäuse mit starrer Innenmantelfläche ein entsprechend kegelförmiger starrer
Wirkkörper mit spirallinienförmigen Erhebungen auf einer maschinell angetriebenen Welle so angeordnet ist, dass zwischen der Gehäuseinnenwand und der Oberfläche des kegeligen Wirkkörpers ein auf einem Ke- gelstumpfmantel liegender ringförmiger, enger Durchgangsspalt für das unter steuerbarem Druck zugeführte
Faser-Flüssigkeits-Gemisch abgegrenzt ist.
Hiebei ergibt sich ein besonders günstiges Aufschliessen des
Fasermaterials dadurch, dass dasFaser-Flüssigkeits-Gemisch im kegelstumpfförmigenDurchgangsspalt, der vorteilhaft in der Weite einstellbar gemacht wird, zunächst mit kleiner und dann mit immer grösser wer- dender Umlaufgeschwindigkeit zwischen den dicht nebeneinanderliegenden starren Wirkflächen des kegelförmigen Gehäuses und des kegelförmigen Wirkkörpers unter gründlicher Verwirbelung hindurchgefördert und dadurch eine Torsion der Fasern erreicht wird.
Zur schonenden Behandlung von Rohasbest mit empfindlichenFasern zwischen starren Reibflächen und elastisch-nachgiebigen Gegenreibflächen ist eine Vorrichtung geeignet, bei der auf einer mit regelbarer Umlaufzahl maschinell angetriebenen Welle in zumindest an der Oberflächenschicht aus Gummi oder ela- stisch-zusammendrückbarem Kunststoff bestehender kegelförmiger Wirkkörper angeordnet und in einem kegelförmigen Gehäuse so gelagert ist, dass seine Mantelfläche und die starre Innenfläche des Gehäuses einen auf der Mantelfläche eines Kegelstumpfes liegenden engen Durchgangsspalt umschliessen.
Hiebei wird ein ständiges Hin- und Herbiegen und kräftiges Reiben der Faserbündel und der sich nach und nach aus denFaserbündelnlösendenFasern dadurch erreicht, dass das Faser-Flüssigkeits-Gemisch zwischen der starren Innenfläche des kegelförmigen Gehäuses und der elastisch-nachgiebigen Kegelmantelfläche des entsprechend kegelförmigen Wirkkörpers durch den kegelstumpfförmigen Durchgangsspalt mit zunehmend grösser werdender Umfangsgeschwindigkeit hindurchgefördert werden, je weiter das FaserFlüssigkeits-Gemisch an das die grosse Grundfläche aufweisende Ende des kegelförmigen Wirkkörpers herankommt.
Das Faser-Flüssigkeits-Gemisch wird bei dieser Förderbewegung gründlich verwirbelt, dadurch werden die Faserbündel und die Einzelfasern viele Male in verschiedenen Richtungen hin- und hergebogen, und zugleich wird, was das Aufschliessen der Fasern ausserordentlich begünstigt, bei schonender Behandlung des Fasermaterials eine Torsion der Fasern erreicht.
Der elastisch-zusammendrückbare kegelige Wirkkörper kann vorteilhaft aus einem Paket von auf der Welle eingespannten, unmittelbar aneinandergesetztenRingscheiben aus Gummi oder elastischem Wirkstoff zusammengesetzt sein. Für die Bearbeitung von weniger empfindlichen Fasern ist jedoch auch eine Aufschliessvorrichtung geeignet, die einen mit einem aus Gummi oderelastisch-zusammendrückbarem Kunststoff versehenen Metallkörper oder metallischen Hohlkörper aufweist.
Zur Erhöhung der Reibungswirkung kann die Innenfläche des kegelförmigen Gehäuses mit rings umlaufenden Vertiefungen versehen sein.
Zweckmässig ist es, den kegelförmigenwirkkörper zur Veränderung der Weite des kegelstumpfförmigen Durchgangsspaltes auf einer längs der Welle verstell-und feststellbaren Buchse anzuordnen. Um das Verstellen des kegelförmigen Wirkkörpers bei in Betrieb befindlicher Aufschliessvorrichtung durchführen zu können, ist nach einem weiteren Vorschlag der Erfindung ausserhalb des Gehäuses auf einem Gewindeabschnitt ein Handrad aufgeschraubt, durch dessen Betätigung die den kegelförmigen Wirkkörper tragende Buchse an der Welle entlang vor-und zurückstellbar ist.
Zur Sicherstellung eines störungsfreien Arbeitens der Aufschliessvorrichtung ist es zweckdienlich, dem auf der verschiebbarenBuchse befestigten kegelförmigen Wirkkörper eine Druckfeder zuzuordnen, die ihn in der Arbeitsstellung federnd-nachgiebig festhält. Gelangen mit dem Faser-Flüssigkeits-Gemisch Fremdkörper, beispielsweise unzermahlene Klinker, Stücke des Asbestmuttergesteins, Steine, Eisenteile od. dgl. in den kegelstumpfförmigen Durchgangsspalt, dann gibt der kegelförmige Wirkkörper nach, und der
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Durchgangsspalt wird dann kurzzeitig so erweitert, dass der Fremdkörper den Durchgangsspalt passieren kann.
Die Einrichtungen für das Einstellen der Weite des kegelstumpfförmigen Durchgangsspaltes und für das federnde Nachgeben des kegelförmigenwirkkörpers können vorteilhaft durch Anordnung von zwei Buchsen auf der Welle kombiniert sein, von denen die eine Buchse den'kegelförmigen Wirkkörper trägt und die andere Buchse mit dem Hand-Einstellrade in Wirkungsverbindung steht, wobei an derletztgenanntenBuchse ein Flansch als Abstützfläche für die den kegelförmigen Wirkkörper in die Arbeitsstellung vorschiebende
Druckfeder und zur Führung von an einer den kegelförmigen Wirkkörper haltenden, an der verschiebbaren
Buchse angeschweissten Platte befestigten Bolzen dient, deren mit Gewinde versehene freie Enden mit An- schlagmuttern ausgerüstet sind.
Bei einer bevorzugtenAusführungsform ist der die verschiebbare Buchse mit dem kegelförmigen Wirk- körper tragende Endabschnitt der Welle freiliegend angeordnet, und im Bereiche der den kleinsten Durch- messer aufweisenden Stelle des kegelförmigen Gehäuses, an der das Faser-Flüssigkeits-Gemisch in den kegelstumpfförmigen Durchgangsspalt eintritt, ist an der verschiebbaren Buchse ein kegeliges Kopfstück aus gehärtetem Stahl angebracht. Die freiliegende Anordnung des den elastischen Wirkkörper tragenden Endabschnittes der Welle trägt einerseits zu einem störungsfreien Arbeiten der Aufbereitungsvorrichtung dann bei, wenn Fremdkörper in den kegelstumpfförmigen Durchgangsspalt gelangen, und erleichtern an- derseits die Montage und das Reinigen der Aufschliessvorrichtung.
Das kegelige Stahlkopfstück hält allzu grosse Fremdkörper vom Durchgangsspalt fern und schützt so die Aufschliessvorrichtung gegenBeschädigung, ohne selbst der Gefahr einer Beschädigung durch grosse Fremdkörper ausgesetzt zu sein.
Um das Faser-Flüssigkeits-Gemisch in ständig gleichbleibendem Strom dem kegelstumpfförmigen Durchgangsspalt zuzuleiten, kann das Gehäuse in der Form eines mit ihren kleinen Grundflächen zusammengesetzten Doppelkegels ausgeführt sein, dessen einer Kegelteil den kegelförmigen Wirkkörperum- schliesst und dessen anderer Kegelteil eine Kammer für das unter Druck eingeführte Faser-FlüssigkeitsGemisch bildet.
Muss der Asbestrohstoff mit Rücksicht auf die Empfindlichkeit der einzelnen Fasern in besonders schonender Weise behandelt werden, so empfiehlt es sich, eine Vorrichtung zu benutzen, bei der eine innerhalb eines zylindrischen Gehäuses drehbar gelagerte, an einen regelbaren Antrieb angeschlossene Welle von einem mit Druckluft aufblasbaren, elastisch nachgiebigen Futter und/oder mit einem Paket von Ringscheiben umgeben ist, bei dem starre Ringscheiben mit einem Bohrungsdurchmesser, der grösser ist als derwellendurchmesser, undRingscheiben aus elastisch-nachgiebigem Werkstoff, z. B.
Gummi, mit einem Bohrungsdurchmesser, der gleich oder annähernd gleich ist dem Wellendurchmesser, wechselweise aufeinanderfolgend angeordnet sind. die Vorrichtung ist mit Regelorganen ausgerüstet, durch deren Betätigung der Druck des an der einen Stirnseite des Gehäuses zugeführtenFaser-Wasser-Gemisches und der Anpress- druck des elastisch-nachgiebigen Futters so aufeinander abstimmbar sind, dass das Faser-Wasser-Gemisch bei umlaufender Welle zwischenFutter und Welle mit dem erforderlichen Reibungseffekt und der nonendigenBiegeintensität der Fasern hindurchgezwängt wird. Eine weitere Regulierungsmöglichkeit ist dadurch gegeben, dass die Welle der Vorrichtung über einen regelbaren Antrieb angetrieben wird.
Beim Durchgang zwischen der umlaufenden Welle und dem elastisch-nachgiebigen Futter werden die Faserbündel einer kräftigen, in der Intensität regulierbaren Reibwirkung unterzogen, und gleichzeitig werden die Fasern dadurch ständig hin-und hergebogen, da auf sie einerseits der die Förderbewegung erzeugende Flüssigkeitsdruck und anderseits eine Querkraftkomponente der umlaufenden Welle einwirken.
Weist die Vorrichtung zwei hintereinander geschaltete Funktionsteile auf, dann werden die schon durch den ersten Funktionsteil teilweise aufgelockerten Faserbündel im zweiten Funktionsteil der Vorrichtung einer nochmaligen Reibung dadurch ausgesetzt, dass sie zwischen dem inneren Lochrand jeder Gummischeibe und der Welle hindurchgedrückt werden, wobei ein Biegen der Fasern dadurch zustande kommt, dass die Fasern beim Eintreten in die von den Bohrungen der starren Ringscheiben abgegrenzten Ringkammern sich nach oben wenden.
Um dabei das für ein vollkommenes Aufschliessen der Fasern notwendige wiederholte Biegen der Fasern besonders kräftig zu gestalten, kann die Welle an den von den elastisch-nachgiebigen Gegendruckorganen umspannten Abschnitten mit einem oder mehrerenschraubenlinienförmig gewundenen flachen Stegen versehen sein. Diese Stege dienen jedoch nicht dem Zweck, dasFaser-Wasser-Gemisch durch die Vorrichtung hindurchzufördern, die Förderbewegung wird, wie bereits erwähnt, in jedem Falle durch den hydraulischen Druck bewirkt. Die schraubenlinienförmig gewundenen Stege dienen vielmehr dazu, die Fasern beim Durchgang zwischen der Welle und den elastisch-nachgiebigen Gegendruckorganen noch in einer zweiten Ebene zu biegen.
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In der Zeichnung sind mehrere zur Durchführung des Rohasbest-Aufschliessverfahrens nach der Erfin- dung geeignete Vorrichtungen beispielsweise dargestellt. Fig. 1 zeigt eine erste Ausführungsform der Vor- richtung mit zwei verschiedenen Gruppen von starren Wirkorganen und elastischen Gegendruckorganen im
Längsschnitt, die Fig. 2 und 3 lassen Einzelteile der Vorrichtung nach Fig. 1 im kleineren Massstabe erken- nen ; Fig. 4 ist eine schematische Darstellung der Anordnung einer Anlage, bei welcher das Fasermaterial im Kreislauf mehrmals durch die Aufschliessvorrichtung hindurchgeführt wird ;
Fig. 5 veranschaulicht eine zweite Ausführungsform der Vorrichtung mit elastischen Wirkorganen und einem starren Gegendruckorgan im vertikalen Längsschnitt und Fig. 6 eine dritte Ausführungsform der Vorrichtung mit einem nur an der
Oberfläche elastisch-nachgiebigen Wirkorgan und einem starren Gegendruckorgan im vertikalen Längs- schnitt ; Fig. 7 schliesslich zeigt eine Ausführungsform der Vorrichtung mit einem starren Wirkorgan und einem starren Gegendruckorgan im Längsschnitt und die zu der Aufbereitungsvorrichtung gehörenden Aggregate in schematischer Darstellung, wobei die Aggregate ohne Berücksichtigung des richtigen Grössenverhältnisses zur Aufschliessvorrichtung gezeichnet sind.
In allen Figuren sind gleiche oder gleich wirkende Teile mit gleichen Bezugszeichen versehen.
InFig. 1 bezeichnet 1 ein liegend angeordnetes langgestrecktes Gehäuse, das an der linken Seite eine feste Stirnwand Z aufweist und an der rechten Seite durch einen angeschraubten Deckel abgeschlossen ist.
In einer zentralenBohrung 4 der Stirnwand 2 ist die Welle 5 drehbar gelagert, die das Gehäuse 1 der ganzen Länge nach durchsetzt. Das über die Stirnwand 2 vorstehende Ende der Welle 5 ist über ein regelbares
Zwischengetriebe 6 an einen Elektromotor 7 angeschlossen und wird mit regelbarer Drehzahl angetrieben.
Das andere Wellenende durchgreift die zentrale Bohrung 8 des Deckels 3. An der Lagerbohrung 8 sind Längskanäle 9 für den Abfluss des Faser-Wasser-Gemisches aus der Aufschliessvorrichtung gebildet.
Hinter der Stirnwand 2 befindet sich eine zur Welle 5 hin offene Ringkammer 10. Die Ringkammer 10 hat über einen Stutzen 11 und eine an diesen angeschlossene Leitung 12 Verbindung zu einem Behälter 13, in welchem sich mit Wasser vermischt das aufzuschliessende Asbestmaterial befindet. In die Rohrleitung 12 ist eine Pumpe 14 eingeschaltet, die das im Wasser aufgeschlämmte Asbestmaterial mit grossem Druck in die Ringkammer 10 fördert.
Zwischen zwei Trennwänden 15, 16, von denen die in Fig. l linksseitige, zur Welle hin schräg verlaufende Trennwand 15 zu der die Ringkammer 10 umgebenden Wandung gehört, ist ein Raum 17 zur Aufnahme eines mit Druckluft aufblasbaren, im Querschnitt ringförmigen Hohlkörpers 18 aus Gummi oder gummiartigem Werkstoff abgegrenzt. Der ringförmige hohle Gummikörper 18 wird über einen durch die Wandung des Gehäuses 1 hindurchgeführten Stutzen 19, in den ein (nicht gezeichnetes) Rückschlagventil eingebaut ist, so weit aufgeblasen, dass er mit seiner zylindrischen Innenwand eng gegen die Welle 5 anliegt.
Der Aufblasdruck muss so auf den durch die Förderpumpe 14 erzeugten Druck abgestimmt werden, dass der Flüssigkeitsdruck imstande ist, das Wasser-Flüssigkeits-Gemisch unter Zurückdrängen des aus dem aufgeblasenen Gummihohlkörper 18 bestehenden elastisch-nachgiebigen Futters zwischen diesem und der Welle 5 in Richtung zum andern Ende der Welle hin mit langsamer Strömungsgeschwindigkeit hindurchzudrücken.
Da während dieses Vorganges gleichzeitig die Welle 5 umläuft, werden die zwischen Welle 5 und das elastisch-nachgiebige Futter 18 gelangendenFaserbündel durch Reibung in schonender Weise zu einzelnen Fasern aufgelöst, und die voneinander getrennten einzelnen Fasern werden im weiteren Verlauf des Durchganges durch den engen Spalt zwischen dem elastischen Futter und der Welle 5 auf der Wellenoberfläche ständig hin-und hergebogen.
Die Biegebewegung rührt daher, dass das elastische Futter 18 unter dem Einfluss des Flüssigkeits-Förderdruckes nicht ständig an allen Stellen einer zylindrischen Innenmantelfläche gleich weit von der Welle 5 abgehoben ist, sondern an einzelnen Stellen mehr, an andern Stellen weniger stark eingedrückt wird, wobei die verstärkt eingedrücktenstellen ständig wechseln. Demzufolge sind die Fasern abwechselnd dem sie längs der Welle weiter fördernden Flüssigkeitsdruck und der quer zur Wellenlängsrichtung wirkenden Umfangskraft der rotierenden Welle 5 ausgesetzt, so dass die Fasern ihre Fortbewegungsrichtung laufend ändern.
Im gezeichnetenAusführungsbeispiel ist die Vorrichtung zusätzlich zu den vorbeschriebenen Behandlungsorganen mit weiteren Behandlungsorganen ausgerüstet, bei denen die starre Welle 5 ebenfalls mit elastisch-nachgiebigen Gegendruckelementen zusammenarbeitet. Der zweite Funktionsteil ist vom ersten Funktionsteil durch die in das Gehäuse 1 herausnehmbar eingesetzte Wand 16 abgegrenzt, welche die Welle 5 mit freiem Spiel umfasst. Zwischen der Trennwand 10 und dem am Gehäuse 1 festgeschraubten Deckel 3 ist ein Paket von Ringscheiben 20, 21 eingespannt.
Die Ringscheiben bestehen abwechselnd aus Gummischeiben 20, deren Bohrungsdurchmesser so bemessen ist, dass sie die Welle 5 engschliessend
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umfassen bzw. bis auf einen kleinen Spalt an die Welle heranreichen, und aus starren, beispielsweise metallischen Ringscheiben 21 mit einem Bohrungsdurchmesser, der wesentlich grösser ist als der Wellendurchmesser, so dass zwischen diesen Ringscheiben 21 und der Welle 5 Ringkammern 22 vorhanden sind.
Die Ringscheiben 20, 21 sind im Gehäuse 1 durch den angeschraubten Deckel 3 axial unverschiebbar und undrehbar dadurch festgelegt, dass sie mit an ihrem Umfang gebildeten Nasen 20', 21' in eine Längsnut 23 an der Innenmantelfläche des Gehäuses 1 eingeschoben sind.
Das über die zentrale Bohrung der Trennwand 16 in den zweiten Funktionsteil der Aufschlie. ssvorrich- tung eintretendeFaser-Wasser-Gemisch wird zwischen dem innerenLochrand der ersten Gummischeibe 20 unter kräftiger Reibung der Fasern hindurchgedrückt. Bei Eintritt in die der ersten Gummischeibe 20 benachbarte Ringkammer 22 werden die sich nach oben wendenden Fasern gebogen und in der Ringkammer 22 entspannt. Das nachdrückende Faser-Wasser-Gemisch fördert die Fasern mit der sie umgebenden Flüssigkeit an der nächsten Gummischeibe 20 vorbei in die ihr nachgeschaltete Ringkammer 22, wobei die Fasern wieder starke Reibung erfahren und beim Eintritt in die nächste Ringkammer 22 gebogen werden.
Dieser Vorgang wiederholt sich bei allen nachfolgenden Gummischeiben 20 und Ringkammern 22.
Aus der letzten Ringkammer wird das Faser-Wasser-Gemisch über die bereits erwähnten Kanäle 9 an der Lagerbohrung 8 des Deckels 3 in eine Rohrleitung 24 gedrückt und in dieser zu einer weiteren Bearbeitungsstelle, beispielsweise einer Trockenstelle, geleitet oder zu wiederholten Malen über einen in der Rohrleitung 24 angeordneten Zweiwegehahn 25 durch eine Abzweigleitung 26 in die Behälter 13 zurück- geführt, von dem das Faser-Wasser-Gemisch über die Förderpumpe 14 erneut in die Aufschliessvorrichtung gedrückt wird. So kann das Faser-Flüssigkeits-Gemisch in ein-oder mehrmaligem Kreislauf so lange durch
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kommen aufgelöst sind.
Wie in Fig. l mit strichpunktierten Linien angedeutet ist, kann die Welle 5 einen oder mehrere in Schraubenlinienform umlaufende Stege 27 aufweisen, welche die Fasern biegen, wenn letztere bei der Förderbewegung durch den Flüssigkeitsdruck über die Stege hinwegrutschen.
Je nach Art und Qualität des aufzuschliessenden Asbestmaterials kann es gegebenenfalls ausreichend sein, die Aufschliessvorrichtung nur mit dem einen oder andern Funktionsteil der vorbeschriebenen kombinierten Aufschliessvorrichtung auszurüsten.
Für die Wirkungsweise der Aufschliessvorrichtung ist es an sich gleichgültig, ob sie, wie in Fig. l gezeichnet, mit horizontal liegender Welle oder mit stehender Welle angeordnet ist.
In Fig. 5 ist ein stehend angeordnetes trichterförmiges Gehäuse 31 mit seitlichen Stützen 33 an den hochlaufenden Schienen 32 eines Traggestelles befestigt und an der kegeligen Innenfläche mit ringsumlaufenden Vertiefungen 31c versehen. Das einen Flansch 34 aufweisende obere Ende des Gehäuses 31 ist an eine Rohrleitung 12 angeschlossen, über die das von der Förderpumpe aus einem Behälter abgesaugte Faser-Flüssigkeits-Gemisch von oben her in Richtung des inFig. l eingezeichneten Pfeiles mit regelbarem Förderdruck in das kegelförmige Gehäuse 31 hineingepresst wird. Mit dem den grösseren Durchmesser aufweisenden andern Ende des kegelförmigen Gehäuses 31 ist durch Flansche 35, 36 ein zylindrisches Gehäuse 37 verbunden, das einen Sammelraum 38 für das durch die Aufschliessvorrichtung hindurchgeförderte Faser-Flüssigkeits-Gemisch umgrenzt.
Vom Sammelraum 38 wird das Faser-Flüssigkeits-Gemisch durch einen seitlichen Stutzen 39 des Gehäuseteiles 37 über eine an den Stutzen 39 angeschlossene Rohrleitung abgeführt, u. zw. entweder schon nach einmaligem Durchgang oder, wenn die Art des zu bearbeitenden Fasermaterials es erforderlich macht, nach zwei-oder mehrmaligem Durchgang durch die Aufschliessvorrichtung. Zu diesem Zweck ist in der beim Anlageschema der Fig. 4 beschriebenen Weise in die Abflussleitung ein Zweiwegehahn eingebaut, dessen Hahnküken so eingestellt werden kann, dass das FaserFlüssigkeits-Gemisch entweder zu einer Weiterbearbeitungs- bzw. Trockenstelle oder im Kreislauf über den erwähnten Behälter und die Förderpumpe wieder zur Aufschliessvorrichtung geleitet wird.
Durch eine mit einer verschiebbaren Lagerbuchse 40 ausgerüstete zentrale Öffnung der Stirnwand des Gehäuseteiles 37 ragt in das zweiteilige Gehäuse 37,31 der freifliegend obere Endabschnitt einer Welle 41 hinein. Die von einem Elektromotor über ein Regelgetriebe angetriebene Welle 41 ist in zwei Axialdrucklagern 42 drehbar gelagert, die mit Lagerböcken 43 auf den hochlaufenden Schienen 32 eines Traggestelles befestigt sind. Auf den freifliegend angeordneten Abschnitt der Welle 41 ist eine mit der Welle durch eine Feder 44 auf Mitdrehen verbundene, an der Welle längsverschiebbare Buchse 45 aufgeschoben.
An dem über die Welle nach oben vorstehenden Abschnitt der Buchse 45 ist zwischen zwei Platten 46, 47 ein kegelförmiger Wirkkörper 27 befestigt. Der Wirkkörper besteht aus einer Vielzahl von im Durchmesser zunehmend grösser werdenden Ringscheiben 27a aus Gummi oder elastischem Kunststoff, die auf den oberen Teil der Buchse 45 aufgereiht und mit ihren Stirnflächen aneinanderliegend fest eingespannt sind.
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bestmöglichen Aufschliessung des Fasermaterials empfehlenswerte Möglichkeit besteht darin, hinter einer
Aufschliessvorrichtung oder einem Satz von Aufschliessvorrichtungen einer bestimmten Bauart eine oder mehrere Aufschliessvorrichtungen einer andern Bauart arbeiten zu lassen.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Verfahren zum Aufschliessen der bündelartig zusammenhängenden Fasern rohen, von Muttergestein getrennten Asbestes, bei dem die Faserbündel in einer Flüssigkeit aufgeschlämmt unter regelbarem Förderdruck zwischen Reibflächen hindurchgeleitet werden, dadurch gekennzeichnet, dass das Faser-Flüssig- keits-Gemisch auf einer schraubenlinienförmig oder nach einer spiralförmigen Raumkurve gewundenen langen Strecke, die von den Reibflächen gebildet ist und deren Länge ein Mehrfaches der grössten Faserlänge beträgt, mit hohem steuerbarem hydraulischem Druck zwischen den Reibflächen hindurchgepresst wird und dabei die Fasern durch fortlaufendes Hin- und Herbiegen quer zu ihrer Längsausdehnung in ständig wechselnder Richtung gewalkt werden.