AT228484B - Verfahren zum Vernetzen von Äthylenpolymeren - Google Patents

Verfahren zum Vernetzen von Äthylenpolymeren

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   <Desc/Clms Page number 1> 
 



  Verfahren zum Vernetzen von Athylenpolymeren 
Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein neues Verfahren zum Vernetzen von Äthylenpolymeren und auf hiefür verwendbare Massen. Insbesondere betrifft die vorliegende Erfindung das Vernetzen durch Einwirkung einer neuen Klasse von Peroxyden auf Äthylenpolymere bei Temperaturen oberhalb des Erweichungspunktes des Polymers. 



   Polymere des Äthylens, wie sie beispielsweise in den USA-Patentschriften Nr. 2, 153, 553 und Nr. 2, 816, 883 beschrieben werden, sind heutzutage gut bekannt und kennzeichnen sich allgemein durch ihre Löslichkeit in organischen Lösungsmitteln und durch ihre thermoplastischen Eigenschaften. Neuerdings wurden mit wechselndem Erfolg mehrere Methoden vorgeschlagen, um durch Vernetzung des Polymers den thermoplastischen Charakter und die Löslichkeit herabzusetzen. Derartige Methoden betreffen die Bestrahlung des Polymers mit Elektronen sowie das Zumischen von freie Radikale erzeugenden Substanzen zu dem Polymer. Bei der zuletzt erwähnten Methode zum Vernetzen von Polymeren werden hauptsächlich organische Peroxyde vorgeschlagen.

   Obwohl bekanntlich zahlreiche organische Peroxyde beim Zumischen zu Polyäthylen eine Vernetzung hervorrufen, so zeigen doch die meisten dieser Verbindungen Nachteile. So ist beispielsweise Benzoylperoxyd bei der notwendigen Mischungstemperatur äusserst gefährlich, da es zu plötzlicher Zersetzung neigt. Andere Peroxyde besitzen eine Zersetzungstemperatur, die nicht hoch genug ist, um eine Zersetzung bei oder über dem Erweichungstemperaturpunkt des Äthylenpolymers stattfinden zu lassen. Dieses trifft insbesondere bei den in der USA-Patentschrift Nr. 2, 816, 883 beschriebenen Poly- äthylenen mit grosser Dichte zu, deren Schmelzpunkt bei   127 C   oder höher liegt. Andere Peroxyde haben eine Halbwertszeit bei den Temperaturen, bei welchen sie dem erweichten Polyäthylen zugesetzt werden, die zu Erzielung einer gleichmässigen Vernetzung nicht ausreicht. 



   Es wurde nun gefunden, dass Bis-peroxyde der allgemeinen Formel : 
 EMI1.1 
 
 EMI1.2 
 oxyde fördern die Vernetzung bis zu einem hohen Grade,   u. zw.   bei   Temperaturenoberhalb   des Erweichungspunktes des verwendeten Polyäthylens. Das vernetzte Polyäthylen zeigt eine verbesserte Klarheit und bessere Bruch- oder Reissfestigkeit bei äusserer Beanspruchung, wie später in den Beispielen näher gezeigt wird. 



   Die erwähnten Bis-peroxyde können sowohl mit Polyäthylen von grosser Dichte und auch mit solchem von niedriger Dichte, nämlich in einem Dichtebereich von 0, 92 bis 0, 96 verwendet werden. 

 <Desc/Clms Page number 2> 

 



   Bei dem erfindungsgemässen Verfahren wird das Äthylenpolymer mit einem Bis-peroxyd der obigen
Formel gemischt und die Vernetzung durch Erwärmen, vorzugsweise bei einer Temperatur oberhalb des Er- weichungspunktes des Polymers, hervorgebracht. Das Polymer kann zuerst auf die Reaktionstemperatur gebracht und dann können die Bis-peroxyde, vorzugsweise unter Mahlen, zugesetzt werden ; wahlweise kann man auch das Polymer und das Bis-peroxyd unterhalb der Peroxydzersetzungstemperatur miteinander mischen und anschliessend das Gemisch erwärmen. Zur Unterstützung des Mischens können Lösungsmittel für das   Bis-peroxyd, beispielsweise   Benzol oder Äther verwendetwerden.

   Wenn unterhalb der Zersetzung- temperatur des Bis-peroxydes gemischt wird, ist die neuartige und erfindungsgemässe Masse so beschaffen, dass sie beim Erhitzen auf oder über den Erweichungspunkt des Polymers eine Vernetzung erleidet. Gleich- zeitig mit dem Vernetzen kann das Polymer in die gewünschte Form gebracht werden, indem   z. B.   eine
Strangpresse mit einer geeignet geformten   Austrittsöffnung   verwendet und über den Erweichungspunkt des
Polymers erwärmt wird. Im folgenden soll die Erfindung an Hand von Beispielen näher erläutert werden. 



   Bei diesen Beispielen wurde der Schmelzindex unter den Bedingungen gemessen, wie sie in der Vor- schrift nach ASTMD 1238-52 T angegeben sind. Die Dichte der Polymere wurde in einem graduierten
Dichtebestimmungsrohr gemessen, wie es dem ASTM-Vorschlag der Bell Laboratories "Method für the
Measurement of Density of Solid Plastics by the Density Gradient Technique" entspricht. Die Bruch-oder
Reissfestigkeit bei äusserer Beanspruchung (sogenannter ESC-Wert = environmental stress cracking) wurde unter Verwendung eines Alkyl-aryl-polyäthylenglykols   der "General Dyestuff Corp. " C'Igepal CO-630"   oder Antarox A 400) gemäss dem vorgeschlagenen   Normenentwurf"Test   for Environmental Stress-
Cracking of Type 1 Ethylene Plastics (ASTM DOO-59T)"vorgenommen, wie er in dem Vorabdruck des "Report of Committee D-20 on Plastics"auf S. 17-22 des 62.

   Jahrestreffensder ASTM vom 21-26. Juni 1959 beschrieben ist. Die Untersuchung auf Klarheit, welche besonders zur Bestimmung von Klarheitsveränderungen von Polyäthylenen auf Grund von Vernetzung bestimmt ist, bestand in der Betrachtung einer punkt- förmigen Lichtquelle durch die auf Klarheit zu untersuchende Probe durch ein Beobachtungsfenster mit einem Durchmesser von 12, 7 mm, welches zentriert in einem die zu untersuchende Probe enthaltenden
Beobachtungstisch eingelassen war. Als Lichtquelle diente ein Glühfaden einer 2 W Bogenlampe, wobei die oberste Spitze des Fadens 76, 2 mm unterhalb der   Unterfläche der zu   untersuchenden Probe angeordnet war. Die Proben waren unter einem Druck von 4500 kg bei   1770C verformt   und dann an der Luft auf Zimmertemperatur abgekühlt.

   Die Ergebnisse dieser Klarheitsuntersuchung sind als Klarheitszahlen (in 1/1000 Zoll) angegeben, welche als Maximaldicke (in 1/1000 Zoll) der Probe definiert sind, bei welcher der Glühfaden bei einer Betrachtung in einer Entfernung von 0,3 m vom Probentisch von oben gerade noch erkannt werden kann. 



   Bei allen Beispielen   wurde-sofernnicht anders angegeben-ein Brabender Plastograph, Modell   PL V2 mit einer Aufzeichnungsvorrichtung zum Messen der Drehkraftänderungen verwendet, um die Reaktionsteilnehmer zuzumischen und das'Ausmass der Vernetzung zu bestimmen. Die erwähnte Aufzeichnungsvorrichtung hatte einen Bereich von 0 bis 1000 Einheiten, was einer Drehkraft von 0 bis 1 kg/m entsprach. 



  Dieser Bereich kann, wenn notwendig, durch Zusatzgewichte auf 0-5000 Einheiten entsprechend 0-5 kg/m Drehkraft vergrössert   werden. Es können   jedoch auch andere Vorrichtungen, wie   z. B.   ein Banbury-Mischer oder eine Bandstrangpresse ebenfalls zur Durchführung der Erfindung verwendet werden. 



   Das Ausmass der Vernetzung steht in Zusammenhang mit dem Anstieg der Drehkraft (A y), welche mit dem Plastograph-Aufzeichnungsgerät in der Zeit beginnend mit der Zugabe des Bis-peroxyd-Vernetzungsmittels zu dem geschmolzenen Polymer bis zur Unterbrechung der Vernetzungsreaktion gemessen wird. Je grösser die Vernetzung ist, umso grösser ist die Viskosität des Polymers, was seinerseits nun wiederum eine grössere Drehkraft   erfordert, um den Plastograph bei   konstanter Umdrehungszahl je Zeiteinheit zu   halten. Dasmit   der vorliegenden Erfindung erzielte Ausmass an Vernetzung ist nur durch die Leistungsfähigkeit des Mischers begrenzt.

   Wie die durch das Vernetzen verursachte Drehkraft überwunden werden kann, kann also mit der vorliegenden Erfindung das Polyäthylen, sofern gewünscht, vollständig unter geneuen Bedingungen und mit einer genauen und zur Verfügung stehenden Ausrüstung vernetzt werden. 



   Eine weitere Kontrolle für das Ausmass der Vernetzung ist die Abnahme des Schmelzindexes auf Grund der Vernetzung des Polyäthylens, da der Schmelzindex sich umgekehrt mit der Viskosität ändert, welche sich direktmit dem Vernetzungsgrad ändert ; ein niedriger Schmelzindexnach der Vernetzung zeigt also, dass eine Vernetzung stattgefunden hat. Im übrigen sind in den folgenden Beispielen alle Teil- oder Prozentangaben Gewichtsangaben. 



     Beispiel l :   38 g handelsübliches Polyäthylen mit einem Schmelzindex von 0,7 und einer Dichte von 0,96 wurden im Laufe von 2 min in einen Brabender-Plastograph eingebracht, welcher auf einer Temperatur von 1900C gehalten wurde. Nach einer 8 min dauernden Aufbereitungszeit zum Schmelzen des 

 <Desc/Clms Page number 3> 

 
 EMI3.1 
 
0 ml- peroxdes mit der folgenden Formel : 
 EMI3.2 
 in Benzol zu dem geschmolzenen Polymer gegeben, wobei das Zermahlen weitere 2 min fortgesetzt wurde. Der Ay-Wert betrug 3780 Einheiten. Bei Untersuchung des vernetzten Polyäthylens wurde ein Schmelzindex von 0, 07 festgestellt. 



   Beispiel 2: 38 g handelsubliches gekörntes Polyäthylen mit einem Schmelzindex von 0,7 und eine Dichte von 0,96 wurden in einem Zeitraum von 4 min in einen Brabender-Plastographen eingebracht,welcher auf einer Temperatur von 1500C gehalten wurde. Nach 14 min wurden 1, 0 ml einer   gen   Lösung des a,   &alpha;,     &alpha;', &alpha;'-Tetramethyl-isophthalyl-di-cumyl-bis-peroxydes   der folgenden Formel 
 EMI3.3 
 in Benzol zu dem geschmolzenen Polyäthylen zugesetzt, worauf weitere 7 min gemischt wurde. Zu dieser Zeit betrug der   Ay-Wert   520 Einheiten. Das derart vernetzte Polyäthylen hatte einen Schmelzindex von 0, 00. 



   Der erfindungsgemässe Vernetzungsschritt wird bei Temperaturen oberhalb des Erweichungspunktes   durchgeführt. 



  Man kann bei Temperaturen bis zu 200 C und noch höher arbeiten, solange die Wärmezersetzung des   Polymers, welche von der Temperatur und der Erhitzungszeit abhängt, nicht störend wirkt. Bei Polyäthylen mit niedriger Dichte (0,92) liegt der bevorzugte Temperaturbereich für die Vernetzung bei 100-200 C, während bei einem Polyäthylen mit grosser Dichte (nämlich   0, 96)   der bevorzugte Bereich bei   150- 2000C   liegt. 



   Die Menge des zum Vernetzen des Äthylenpolymers notwendigen Bis-peroxydes ist verhältnismässig klein. Mengenbereiche von 0,001 bis   lolo   bezogen auf das Gewicht des Polyäthylens sind möglich. Ein bevorzugter Bereich liegt bei 0,   001-0, 5%   bezogen auf das Gewicht der Polymercharge. Selbstverständlich kann das Bis-peroxyd bei Temperaturen unterhalb   des Erweichungspunktes des   Polymers zu dem Poly- äthylen zugesetzt und mit diesem gemischt werden. Vorzugsweise wird es jedoch zu dem geschmolzenen Polymer zugesetzt, um vor der Zersetzung des Bis-peroxydes eine gleichmässigere Dispersion zu erzielen. 



   Das für die vorliegende Erfindung einsatzfähige Bis-peroxyd kann nach bekannten Verfahren hergestellt werden. Beispielsweise wird das saure Verfahren, wie es in JACS 68   [1946], S. 1938   beschrieben ist, zur Herstellung der di-tertiären Bis-peroxyde der folgenden allgemeinen Formel bevorzugt : 
 EMI3.4 
 in welcher X Phenylen   (-C. H.)   und in welcher    Rl ein Alkyl   und R2 ein Alkyl-oder Phenyl ist. Das Grundverfahren, wie es in der USA-Patentschrift Nr. 2, 403, 709 beschrieben ist, wird vorzugsweise für primäre tertiäre Bis-peroxyde der folgenden Formel 

 <Desc/Clms Page number 4> 

 
 EMI4.1 
 und für sekundäre tertiäre Bis-peroxyde der folgenden Formel verwendet : 
 EMI4.2 
 in welchen beiden X Phenylen (-C6H4-), R1 ein Alkyl und R2 ein Alkyl oder Phenyl darstellt. 



   Die erfindungsgemäss hergestellten vernetzten Polyäthylene können auf zahlreiche Weise überall dort verwendet werden, wo Polyäthylen bislang eingesetzt wurde. Die   erfindungsgemässen   Massen sind besonders dort geeignet, wo ein Polyäthylen mit verbesserter Klarheit gewünscht wird. 



   PATENTANSPRÜCHE : 
1. Verfahren zum Vernetzen von Äthylenpolymeren durch Einwirkung eines Peroxydes, dadurch gekennzeichnet, dass das Polymer vorzugsweise oberhalb seines Erweichungspunktes mit einem Bis-peroxyd der folgenden Formel 
 EMI4.3 
 erhitzt wird, in welcher X Phenylen (-C6H4-) und in   welcher R , Rg, R   und   Hg   Alkylgruppen oder Wasserstoff,   pi.   R4,   R und R   Alkylgruppen und R5 und R10 Aryl- oder Alkylgruppen darstellen. 
 EMI4.4 


Claims (1)

  1. dadurch gekennzeichnet, dassmethyl-isophthalyl-di-t-butyl-bis-peroxyd oder das a, et, &alpha;', &alpha;'-Tetramethyl-isophthalyl-di-cumyl-bis- - peroxyd ist und in einem Anteil von 0,001 bis 10 Gew.-% bezogen auf das Polymer, vorhanden ist.
    3. Verfahren nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Polymer gleichzeitig geformt wird.
AT6561A 1960-01-07 1961-01-04 Verfahren zum Vernetzen von Äthylenpolymeren AT228484B (de)

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