<Desc/Clms Page number 1>
Glasbaustein, insbesondere Glashohlbaustein, mit mindestens einseitig vorhandener lichtlenkender Profilierung
Im Stammpatent ist unter anderem ein Glashohlbaustein beschrieben, der mindestens einseitig eine lichtlenkende Profilierung aufweist, die von einer Vielzahl von nach Länge und Breite Bruchteile der lichtwirksamen Steinfläche einnehmenden Einzelflächen gebildet ist, und wobei von den Einzelflächen die eben oder gekrümmt ausgebildet sein können, ein erheblicher Teil gleiche Neigungsrichtung zu einer
Bezugsebene aufweist.
Im Sinne des Stammpatentes ist es gelegen, dass von den Einzelflächen mindestens ein erheblicher
Teil die gleiche Neigungsrichtung besitzt, wodurch sich die angestrebte Lichtlenkung ergibt. Wenn man unter Verwendung ein und derselben Steinpressform zwei Glassteinhälften presst und diese, wie in der ein- schlägigen Technik üblich, zu einem Hohlstein verschweisst, so kann es geschehen, dass die sich alsdann ergebende Gesamtlichtlenkung als unzureichend befunden wird, weil die Lichtablenkung die von der ersten
Steinhälfte erzeugt wird, der Ablenkung die von den auf der zweiten Steinhälfte befindlichen Einzelflä- chen herrührt sich subtrahieren, was eine Folge des Umstandes ist, dass die beiden Steinhälften von einer und derselben Pressform stammen und die damit hergestellten Steinhälften werden,
wenn sie zu dem im vollständigen Stein gegeneinander gerichtet sind, was zu einer einer starken Lichtlenkung abträglichen Sym- metrierung der in der Lichteintritts- bzw. Austrittsseite des Glashohlsteines auftretenden Strahlenbeugung führt. Um die volle Lichtlenkung zu erhalten müsste man die Steinhälften so ausführen, dass die lichtlenkenden Flächen jeder Steinhälfte im fertigen Stein nicht symmetrisch sondern in beiden Hälften gleichsinnig geneigt sind, wozu aber dann zwei verschiedene Pressformen nötig wären.
Die Anwendung der durch das Stammpatent beschriebenen Erfindung ist durch dieses Verhalten prak- tisch nicht beeinträchtigt, denn im Fabriksbetrieb, der auf die Herstellung grösserer Mengen von Glashohlsteinen gerichtet ist, werden von jeder Steinform eine bestimmte Zahl von Abdrücken hergestellt und wenn man für jeden Stein zwei Formen benötigt, so steigt dann auch die Zahl der damit herstellbaren Steine auf das Doppelte gegenüber einem Stein. der aus gleichen Hälften besteht. Nichtsdestoweniger kann es aber wünschenswert sein, auch unter Verwendung nur einer einzigen Pressform zu Glashohlsteinen zu gelangen, die sich dadurch auszeichnen, dass sie die Erscheinung der teilweise gegenseitigen Aufhebung der in den beiden Steinhälften erzielten Lichtlenkung nicht aufweisen.
Die Erfindung weist nun einen Weg, um dieses Ziel zu erreichen und sie kennzeichnet sich bei einem Glashohlstein der eingangs genannten Art dadurch, dass in jeder Lichtdurchtrittsfläche zwei Gruppen von Einzelflächen gleicher Neigungsrichtung gebildet sind, welche Gruppen sich dadurch unterscheiden, dass die Einzelflächen der einen Gruppe nach einer Seite und jene der andern Gruppe nach einer andern Seite geneigt sind.
Dieses Grundprinzip erlaubt mehrere Varianten auf die nach der folgenden Erläuterung eines in der schematischen Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispieles eingegangen werden soll. Die Zeichnung zeigt schaubildlich die Darstellung eines Ausschnittes der lichtlenkenden Oberfläche einer Glashohlsteinhälfte, u. zw. handelt es sich zweckmässig um die Innenfläche dieser Hälfte und man hat sich vorzustellen, dass dieser Fläche im fertigen Hohlstein die genau gleich beschaffene lichtlenkende Fläche der zweiten Steinhälfte gegenüberliegt.
<Desc/Clms Page number 2>
Die lichtlenkenden Flächen der einen Gruppe sind mit 10, jene der andern Gruppe mit 20 bezeichnet. Die Neigung der Flächen innerhalb jeder Gruppe ist gleich, hinsichtlich beider Gruppen ebenfalls gleich, jedoch positiv und negativ, d. h. die Flächen der einen Gruppe sind nach "links" und jene der an-
EMI2.1
aus beiden Gruppen Symmetrie hinsichtlich einer zur glatten Aussenseite der Steinhälften senkrechten
Symmetrale besteht, doch erkennt man, dass diese Art der Symmetrie nicht unbedingt vorhanden sein muss, in dem die Grösse der Neigung der Einzelflächen für beide Gruppen nicht ein und denselben Wert haben muss.
Die Einzelflächen sind im dargestellten Beispiel in den Zeilen A, B, C usw. angeordnet und diese Zeilen sind so versetzt, dass in jeder zur Zeilenrichtung senkrecht stehenden Kolonne Einzelflächen wechselnder Neigung aufeinanderfolgen, was jedoch ebenfalls nicht zwingende Voraussetzung der Erfin- dung ist.
Grundsätzlich kann gesagt werden, dass die Idee der Erfindung zweckmässig so erfüllt wird, dass man
Einzelflächen der beiden Gruppen in irgendeiner regelmässigen Abwechslung auftreten lässt, wobei die
Ausführungsform nach der Zeichnung eine bevorzugte Verwirklichung der Erfindung vorstellt.
Die Zeichnung lässt auch erkennen, dass jede Einzelf1äche zur glatten Aussenfläche der Steinhälfte, oder, falls eine solche glatte Aussenfläche fehlt, zu einer entsprechenden gedachten Bezugsebene nach zwei Richtungen, ss, ss'geneigt ist, d. h. die Einzelflächen verlaufen, wie schon im Stammpatent empfoh- len, ähnlich wie bestimmte Diagonalflächen eines Prismas.
Schliesslich erkennt man, dass die aus der Zeichnung ersichtliche dachartige paarweise Zusammen- fassung von Einzelflächen verschiedener Gruppen und deren zeilenweise Versetzung zu Schnittkanten führt, welche jeweils in Kolonnenrichtung über- zwei benachbarte Zeilen von Einzelflächen reichen, wozu auf die Kanten 13 verwiesen wird, welche, wie ersichtlich, zwei Zeilen gemeinsam sind.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Glasbaustein, insbesondere Glashohlbaustein, mit mindestens einseitig vorhandener lichtlenkender Profilierung, die von einer Vielzahl von nach Länge und Breite Bruchteile der lichtwirksamen Steinfläche einnehmenden Einzelflächen gebildet ist, wobei von den Einzelflächen, die eben oder gekrümmt ausgeführt sein können, ein erheblicher Teil gleiche Neigungsrichtung zu einer Bezugsebene aufweist, nach Patent Nr. 207538, dadurch gekennzeichnet, dass zwei Gruppen von Einzelflächen gleicher Neigungsrichtung gebildet sind, welche Gruppen sich dadurch unterscheiden, dass die Einzelflächen der einen Gruppe nach einer Seite und jene der andern Gruppe nach einer andern Seite geneigt sind.