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Vorrichtung zum Abbremsen und Auffangen des Webschützens
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Abbremsen und Auffangen des Webschützens in einem
Webstuhl mit einem hydraulischen Puffer.
Bei bekannten Vorrichtungen dieser Art wird der Webschützen zuerst in einem Schützenkasten abge- bremst, prallt dann gegen einen auf der Peitsche befestigten Picker, wobei die Peitsche gegen einen hydraulischen Putfer stösst, so dass der Schützen angehalten wird. Bei diesem Vorgang werden etwa zwei
Drittel der kinetischen Energie des Schützens von den Bremszungen des Schützenkastens aufgenommen, während der Rest, über den Picker und die Peitsche geleitet, vom hydraulischen Puffer vernichtet wird.
Eine genauere Berechnung zeigt, dass die Kräfte, die der Schützen auf den Picker überträgt, noch ziem- lich gross sind. Man hat versucht, diese Kräfte zu verringern, indem man die Wirkung der Bremszungen des Schützenkastens vergrösserte, so dass nur noch ein kleiner Teil der kinetischen Energie des Schützens vom Picker aufgenommen wird. Dabei hat sich gezeigt, dass durch diese Massnahme der Schützen nicht mehr zuverlässig angehalten werden kann, da die Reibung zwischen dem Schützen und den Bremszungen je nach Temperatur derselben variiert, so dass det Schützen nicht sicher in seine Endlage kommt.
Beim Aufnehmen der Energie, die der Schützen auf den Picker und die Peitsche und diese dann durch Anfahren an einen hydraulischen Puffer (den sogenannten"Zarn-Puffer") überträgt, wird die ganze zu vernichtende Energie durch die metallische Schützenspitze geleitet. Dieshat zur Folge, dass die Schützen - spitze sich lockert, was zu Störungen Anlass gibt.
Um nun das Lockern derSchutzenspitze zu vermeiden, wird vorgeschlagen, die restliche Energiedes Schützens, welche nicht durch die Bremszungen des Schützenkastens vernichtet wird, statt auf den Picker direkt auf einen hydraulischen Puffer zu leiten.
Die Erfindung ist im wesentlichen dadurch gekennzeichnet, dass am hydraulischen Puffer eine an sich bekannte, mit ihren gespreizten, nach aussen federnden Schenkeln die Spitze des Webschützens in sich aufnehmende Gabel befestigt ist.
Weitere Merkmale der Erfindung ergeben sich aus der Beschreibung und der Zeichnung, in welcher rein beispielsweise eine solche Vorrichtung dargestellt ist. Es zeigen Fig. 1 die an dem hydraulischen Puffer befestigte Auffanggabel mit dem aufzufangenden Schützen, dem Picker und der Peitsche im Grundriss und Fig. 2 die Einrichtung nach Fig. 1 in Ansicht.
Gemäss der in Fig. 1 dargestellten Ausführung befindet sich auf einer Ladenbahn 10 ein Schützen 11, der mit einer Spitze 12 am Picker 13 der Peitsche 14 anliegt. Am Ende der Lade ist ein an sich bekann - ter, hydraulischer Puffer 15 befestigt.
Dieser Puffer 15 weist ein Gehäuse 16 auf, das ungefähr zur Hälfte mit Öl gefüllt ist und an dem eine Kolbenführung 18 befestigt ist. in welcher ein Kolben 19 verschiebbar geführt ist. Im Gehäuse 16 befindet sich vollständig unter dem Ölspiegel eine Kammer 20, welche zwei Öffnungen 21 und 22 und eine konische Ausbuchtung 28 aufweist. Über die Öffnungen 21 und 22 steht der Innenraum der Kammer 20 mit dem Innenraum des Gehäuses in Verbindung. Der Kolben 19 tritt beim Verschieben in die Kammer 20 ein und bewegt das Öl durch Verdrängen vom Innenraum der Kammer 20 zum Innenraum des Gehäuses 16 bzw. umgekehrt. Die Ausbuchtung 28 ist konisch ausgebildet, damit der ringförmige Querschnitt, durch den das Öl beim Abbremsen des Schützens hindurchgepresst wird, zu Beginn des Abbremsen grösser ist als am Schluss.
Am Kolben 19 ist eine Gabel 23 befestigt, welche zwei mit Bremsbelägen 26 und 27 verse-
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hene Schenkel 24 und 25 aufweist, an die der Schützen 11 zum Anliegen kommt. Der zwischen der Ga- bel 23 auf der Peitsche 14 angeordnete Picker 13, der sich in seiner am Ende der Ladenbahn 10 befindli- chen Endlage seiner Bewegungsbahn befindet, ist so eingestellt, dass er beim Stillstand des Schützens ge- rade an demselben anliegt.
Die Wirkungsweise der beschriebenen Vorrichtung ist wie folgt :
Sobald der Schützen das Webfach verlässt und in einen nicht dargestellten Schützenkasten gelangt, wird ein grosser Teil seiner kinetischen Energie durch nicht dargestellte Bremszungen des Schützenkastens vernichtet. Mit der ihm verbleibenden kinetischen Energie stösst der Schützen 11 gegen die beiden mit
Bremsbelägen 26, 27 versehenen Schenkel 24,25 der Gabel 23. Dabei werden die beiden Schenkel 24, 25 der Gabel 23 etwas auseinandergespreizt, und der Schützen 11 wird in der Gabel 23 festgeklemmt. Der
Schützen 11 bewegt sich dann mitsamt der Gabel 23 weiter und stösst den mit derGabel 23 verbundenen
Kolben 19 in die Ölmenge des hydraulischen Puffers. Der Kolben 19 dringt dabei in dieKammer 20 ein und presst das Öl durch die Öffnungen 21,22 in den Innenraum des Gehäuses 16.
Jenach der Geschwindigkeit und damit der kinetischen Energie des Schützens 11 beim Auftreffen auf die Gabel 23 wird das Öl mehr oder weniger schnell durch die beiden Öffnungen 21,22 hindurchgepresst.
Ist die Geschwindigkeit des Schützens sehr gross, so muss das Öl mit grossem Druck aus der Kammer 20 verdrängt werden, wobei die Reibungsverluste entsprechend gross sind. Ist hingegen die Geschwindig- keit des Schützens geringer, so ist der Druck, mit dem das Öl aus der Kammer 20 verdrängt wird, kleiner, und die Reibungsverluste sind niedriger.
Der Kolben 19 legt also, unabhängig von der Geschwindigkeit des Schützens 11, immer den- selben Weg zurück, so dass der Schützen bei jedem Schuss sicher zum Anliegen am Picker 13 kommt.
Durch die Klemmwirkung der Schenkel 24,25 der Gabel 23 wird ein Zurückprallen des Schützens in
Richtung des Webfaches vermieden.
Die Gabel 23 ist so ausgebildet, dass der Betrag, um den der Schützen 11 in die Gabel eindringt, eingestellt werden kann, indem z. B. der Widerstand der beiden sich spreizenden Schenkel 24,
25 mittels nicht dargestellter, zusätzlicher und, an den Schenkeln anliegender Federpakete verändert wird.