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Riemen- oder Seilgetriebe mit kegelförmigen Scheiben.
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Der Riemenantrieb mittels über kegelförmige Scheiben gelegter Riemen war bisher nur für geringe Kraftübertragungen anwendbar, weil die für die Übertragung grösserer
Kräfte erforderlichen, breiten Riemen auf kegelförmigen Scheiben oder Trommeln wegen der ungleichmässigen Verteilung der Spannung unvorteilhaft arbeiten und durch das Gleiten des Riemens viel Kraft verloren geht. Die Riemen werden auch durch die Reibung an der
Riemengabel stark abgenutzt. Man hat zwar vorgeschlagen, die Riemen einseitig oder in der Mitte zu verstärken, nennenswerte Erfolge damit aber nicht erzielt.
Bei einem breiten Riemen auf kegelförmigen Scheiben kann nur ein schmaler Teil des Riemens, soweit dessen Dehnbarkeit der Breite nach reicht, regelrecht anhaften, während der darüber hinausgehende Teil nicht nur nutzlos ist, sondern in beträchtlichem Grade in- folge der gleitenden Reibung kraftraubend wirkt.
Bei der vorliegenden Erfindung werden nun statt eines breiten Riemens mehrere schmale Riemen verwendet, deren Breite ihrer Dehnbarkeit und der Steigung des Kegels entsprechend zu wählen ist. Diese Anordnung ist an sich bekannt und bildet nicht den
Gegenstand der Erfindung. Dieselbe besteht vielmehr darin, dass sämtliche dieser schmalen
Riemen so aufgelegt werden, dass jeder einzelne Riemen der zu treibenden Scheibe die gleiche Geschwindigkeit erteilt. Die Riemen können geschränkt oder gerade laufen. Man kann die Riemen auch auf den verschiedenen Scheiben mit verschiedenen Seiten laufen lassen.
Auf der Zeichnung ist ein Riemenantrieb gemäss vorliegender Erfindung in verschiedenen
Ausführungsformen dargestellt. Bei dem in Fig. 1 dargestellten Ausführungsbeispiele sind auf die beiden kegelförmigen Scheiben a und b eine Anzahl, etwa drei, schmale Riemen c aufgelegt. Die Riemen sind geschränkt derart aufgelegt, als wenn sie zusammen einen breiten Riemen bilden würden.
Hiebei läuft jener Riemen, welcher auf der höchsten Stelle der Antriebsscheibe liegt-d. h. jener Stelle, die den grössten Durchmesser hat in dem
Bereiche, in welchem die Riemen jeweilig liegen-auch auf der höchsten Stelle der zu treibenden Scheibe und derjenige Riemen, welcher auf der beziehentlich niedrigsten Stelle der Antriebswellenscheibe liegt, befindet sich auch auf der getriebenen Scheibe an der be- ziehentlich niedrigsten Stelle.
Der erstgenannte Riemen hat infolgedessen zwar bei jeder Umdrehung einen längeren Weg zu machen als der letztgenannte Riemen, andererseits aber werden die beiden Riemen ebenso wie die zwischen ihnen liegenden Riemen der getriebenen Scheibe gleiche Ge- schwindigkeit erteilen, so dass keine Reibungsverluste an den Riemenscheiben eintreten.
Wenn die drei oder mehr Riemen, die in der angegebenen Weise nebeneinander liegen und sich mit ungleicher Geschwindigkeit bewegen, der Breite nach als aus einem einzigen entsprechend breiten Riemen bestehend angenommen werden, so ist ohneweiters erkennbar, dass ungleiche Geschwindigkeiten des Riemens, wie sie die Scheibendurchmessor erfordern, nicht entstehen können und dass alle gegenseitigen Bewegungen, welche bei mehreren schmalen Riemen durch geringeres oder stärkeres Abrollen der seitlichen Riemen gegenüber dem mittleren Riemen vorkommen, bei einem breiten Riemen nur in Gestalt
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muss. Nur ein schmaler Teil des gedachten, breiten Riemens wird annähernd richtig ziehen.
Hieraus ergibt sich, wie unzweckmässig die Verwendung eines breiten Riemens bei kegelförmigen Scheiben ist
Statt der geschränkten Riemen kann man auch gerade laufende Riemen verwenden, wie in Fig. 2 dargestellt ist. Die äusseren'Riemen kreuzen in diesem Falle die mittleren auf beiden Riemenlaufseiten derart, dass der auf der höchsten Stelle der Scheiben laufende Riemen der äusserste ist an der Kreuzungsstelle, wogegen jener Riemen, der auf der niedrigsten Stelle beider Scheiben liegt, an der Kreuzungsstelle der innerste wird.
Man kann auch, wie Fig. 3 zeigt, die gerade, d. b. nicht geschränkt laufenden Riemen mit verschiedenen Seiten auf den verschiedenen Scheiben laufen lassen. Der Riemen, der auf der Antriebsscheibe beispielsweise mit seiner inneren Seite läuft, liegt mit seiner äusseren Seite auf der getriebenen Scheibe.
Die Möglichkeit einer derartigen Anordnung, bei welcher die einzelnen Riemen an der Kreuzungsstelle hochkantig übereinander liegen, wird dadurch geschaffen, dass die Riemen alle sehr schmal gewählt werden.
Die beschriebenen Anordnungen mit offenen und mit geschränkten Riemen ermöglichen die Anwendung an sich bekannter, keilförmig oder in anderer Weise verdoppelter Riemen.
Die Riemen sind an beiden Auflaufseiten durch Riemongabeln oder dgl. zu führen.
Da sich der Druck auf mehrere Kanten der schmalen Riemen verteilt und schmale Riemen selbst bei schweren Antrieben leicht gelenkt werden können, ist die Abnutzung der Riemenkanten und die Reibung an den Gabeln verhältnismässig gering.
Die Form der Riemen kann eine beliebige sein. Unter Umständen können auch Schnüre verwendet werden, welche in der angegebenen Weise angeordnet sind.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Riemen- oder Sei1getriebe mit kegelförmigen Riemen-oder Seilscheiben, bei dem din Kraft von einer Scheibe auf die andere mittels mehrerer nebeneinander liegenden, schmalen Riemen oder Seile übertragen wird, dadurch gekennzeichnet, dass diejenigen
Riemen oder Seile, die auf den Stellen des beziehentlich grössten oder kleinsten Durch- messers der Antriebsscheibe liegen, auch auf den Stellen des beziehentlich grössten oder kleinsten Durchmessers der getriebenen Scheibe liegen, während die anderen Riemen oder
Seile entsprechende Zwischenlagen einnehmen, zum Zwecke, durch alle Riemen oder Seile gleiche Geschwindigkeit auf die getriebene Scheibe zu übertragen.