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OSTERREICHISCHES PATENTAMT Motorboot
Die Erfindung betrifft ein Motorboot mit einem über eine Seilwinde ein-und ausziehbaren Halteseil und im Bereich des Wasserspiegels auslaufenden Standflächen für Wasserskiläufer und ist sowohl für Mo- torboote mit Aussenbord-Antrieb als auch solche für Innenbord-Antrieb bestimmt.
Beim Wasserskilauf ist es für den Skiläufer schwierig, sowohl den Start als auch den Landevorgang durchzuführen und es ist hiefür bekannt, den Skiläufer von Teilen aus zu starten, die aussen am Bootsheck befestigt sind und schräg nach unten bis in den Bereich der Heckwelle mit dem Skiläufer abgesenkt und verschwenkt werden müssen, um dann den Startvorgang durchzuführen. Der Wasserskiläufer ist deshalb durch die völlige Verlegung der Startflächen ausserhalb des Bootes, die nur je einen Wasserski aufnehmen, den störenden Einflüssen der Bootsschwankungen und der Heckwelle ausgesetzt.
Die Erfindung vermeidet diese Nachteile dadurch, dass die Standfläche mindestens teilweise unmittelbar in das Bootsheck eingelassen ist. Der Skiläufer kann mit der gleichen Geschwindigkeit des Bootes sowohl gestartet und auch in das Boot selbst eingeholt werden, ohne dass sich bei dem Start- und Landevorgang störende Einflüsse aus der Bootsbewegung und der Wasserströmung, d. h. der Heckwelle, auswirken können.
Vorzugsweise ist in dem Bootsheck zu beiden Seiten des Motors je eine Öffnung im Bootsspiegel vorgesehen, an die sich eine Standfläche anschliesst. Hiebei ist es möglich, den Bootsspiegel in seiner Breite mindestens teilweise im Bereich der Wasserlinie ausklappbar auszubilden und in seiner unteren ausgeklappten Stellung verriegelbar zu machen, und die innere Spiegelfläche ganz oder teilweise als Standfläche heranzuziehen.
Die Seitenteile dieses herausklappbaren Spiegels werden vorzugsweise gegenüber der Schraube mit Hilfe von Seitenwänden, die mit herausklappbar sein können, so abgedeckt, dass auf alle Fälle eine Sicherung gegenüber der Schraube gegeben ist.
Bei einem Motorboot mit Aussenbord-Antrieb empfiehlt es sich, zur Vermeidung von Schraubenkollisionen im Bootsheck eine in Boots-Längsrichtung, vorzugsweise in der Bootslängsachse, verlaufende und in Heckrichtung offene U-förmige Ausnehmung vorzusehen. in die der Motor einhängbar ist, und mindestens einen der benachbarten Räume des Heckteiles, in Heckrichtung offen, als Standfläche zu verwenden.
Die Erfindung betrifft weiters Einzelheiten eines solchen Motorbootes.
Wie sie im einzelnen ausführbar ist, zeigt mit den für sie wesentlichen Teilen das Ausführungsbeispiel in der Zeichnung, u. zw. ist Fig. 1 eine Draufsicht auf ein Aussenbord-Boot, Fig. 2 eine Rückan- sicht und Fig. 3 stellt eine weitere Ausführungsform in der Rückansicht dar.
In dem Ausführungsbeispiel ist der Bootskörper an seiner Heckseite 1 geöffnet und zu beiden Seiten des Motors 2 sind die beiden Standflächen 3 und 4 vorgesehen, welche bis unter die Sitzbank 5 reichen können und dort durch je eine senkrechte Wand 8 gegen das Bootsinnere abgedichtet sind. An den Innenbordseiten befinden sich die mit einem Abdeckgehäuse versehenen Seilwinden 6, welche über eine nicht dargestellte Handkurbel über die Winden-Achse 7 ein Seil 18 ein-und ausziehbar aufweisen. Der Trommeldurchmesser der Windentrommel 9 ist so ausgebildet, dass bei einer Umdrehung mindestens 1 m Seilhub gewährleistet ist, um beim Landevorgang mit entsprechend wenigen Umdrehungen den Läufer einziehen zu können.
In dem Ausführungsbeispiel weist der Bootskörper eine U-förmige Ausnehmung 10 auf, die mindestens teilweise auf ihrer Rück-und Oberseite 11 und 12 abgedeckt sein kann. In der Ausnehmung 10 wird der
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Motor in bekannter Weise einhängbar vorgesehen, um auf diese Weise innerhalb dieser U-förmigen Aus- nehmung 10 den Schraubenantrieb geschützt unterzubringen, um Schraubenkollisionen für den Skiläufer zu vermeiden. Es ist jedoch auch möglich, den Motor 2 in der bisher bekannten Weise im Bereich des
Hecks. d. h. des Heckspiegels l, unterzubringen und diesen Schrauben-Abtrieb dann mit Hilfe einer Ab- deckung zu schützen.
Nach dem Ausführungsbeispiel in Fig. 1 ist der Heckspiegel geöffnet, wobei die Standfläche 3 und 4 oberhalb des Wasserspiegels bis in das Bootsinnere verläuft. Es ist jedoch auch möglich, den Heckspiegel mit Hilfe von Klappen 13, die in lösbarer Form ausgebildet sein können, zu verschliessen. Diese Klappen können auch, wie dies punktiert gezeichnet ist, so ausgebildet sein, dass sie herausschwenkbar sind und mindestens teilweise ihre Innenfläche als Standfläche mit herangezogen wird.
Diese Klappen können dabei mit herausschwenkbare Seitenteile 14 aufweisen, um auf diese Weise den Skiläufer gegen seitliche Einflüsse. insbesondere Einflüsse der Schraube, zu schützen. Diese Klap- pen 13 sind dann in ihrer entsprechenden unteren Stellung verriegelbarund gegebenenfalls einziehbar aus- gebildet.
An der unteren Heckkante 15 bildet sich durch den Wasserabriss in einer bestimmten Entfernung, je nach Bootsgeschwindigkeit, die an sich bekannte Heckwelle 16 und von dieser Heckwelle wird dann der
Skiläufer, wenn er die Standfläche 4 zu verlassen beginnt, bei Berührung der Skienden mit dieser Heck- welle, von dem Wasserwiderstand aus dem Boot herausgezogen. Er hat dabei die genau gleiche Geschwin- digkeit wie das Boot und er ist allen zusätzlichen Beanspruchungen auf diese Weise entzogen und kann einen einwandfreien und zuverlässigen Start durchführen, und darüber hinaus kann der Skiläufer ohne Was- serberührung wieder diese Startfläche bei Einziehung des Seiles 8 über die Winde erreichen, sobald die
Skiende die Heckwelle verlassen.
Es empfiehlt sich, die herausschwenkbaren Klappen 13 am Spiegel 1 eines Bootes so auszubilden, dass diese nicht bis in die Heckwelle 16 selbst mit ihrer freien Kante 17 hin- einragen, um Stösse und zusätzliche Beanspruchungen zu vermeiden.
Wenn in demAusführungsbeispiel ein Boot mit Aussenbordmotor gezeigt ist, so ist die Erfindung selbstverständlich auch für Bootskörper mit festeingebautem Antrieb denkbar.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Motorboot mit einem über eine Seilwinde ein-und ausziehbaren Halteseil und im Bereich des Was- serspiegels auslaufenden Standflächen für Wasserskiläufer, dadurch gekennzeichnet, dass die Standfläche (3, 4) mindestens teilweise unmittelbar in das Bootsheck eingelassen ist.