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Die Erfindung bezieht sich auf photographische Produkte, insbesondere auf photographische mehr- schichtige Filme, die in Diffusions-Übertragungsverfahren Anwendung finden, bei denen ein latentes, in einer belichteten Silberhalogenidemulsion enthaltenes Bild entwickelt wird und ein durch Reaktion des unentwickelten Silberhalogenids der Emulsion mit einem geeigneten Silberhalogenid-Lösungsmittel entstandener löslicher Silberkomplex in der Emulsion auf ein Bildaufnahmeelement übertragen wird, so dass sich darin ein umgekehrtes positives Silberbild des latenten Bildes bildet.
Ein grundlegendes Ziel der vorliegenden Erfindung ist es, Übertragungsverfahren des oben erwähnten Typs und Produkte zur Verwendung in diesen Verfahren zu schaffen, wodurch positive Bilder mit verbesserter Qualität und Stabilität erzeugt werden.
Ein weiteres Ziel der vorliegenden Erfindung liegt in der Schaffung verbesserter Produkte, die besonders bei den oben erwähnten Diffusions-Übertragungsverfahren als Bildaufnahmeelemente brauchbar sind, wobei jedes dieser Produkte einen mehrschichtigen Bildträger enthält, bei dem jede Schicht eine progressiv zunehmende Menge an silberausfällenden Keimen in bezug auf die Menge derjenigen Keime enthält. die sich in anliegenden Schichten befinden und von der Oberfläche des Bildaufnahmeelementes weniger weit entternt angeordnet sind ; der Bildträger befindet sich in Berührung mit einem Silberhalogenid übertragenden Medium, wodurch dichte, positive Silberbilder mit einer ausgezeichneten Bildqualität und verbesserter Stabilität erzeugt werden.
Gemäss einem weiteren Ziel der vorliegenden Erfindung werden Übertragungsverfahren der oben erwähnten Art und Produkte für diese Verfahren vorgesehen, wodurch"Silberflecke"als Folge einer ober- flächlichen Ausscheidung von elementarem Silber aus einem Bildaufnahmeelement vermieden werden.
Für ein besseres Verständnis der vorliegenden Erfindung wird auf die Zeichnung bezug genommen. In dieser stellt Fig. 1 einen schematischen, vergrösserten Querschnitt dar, der die Zuordnung von Elementen während einer Stufe des Übertragungsverfahrens wiedergibt und eine Ausführungsform des erfindungsgemässen Bildaufnahmeelementes zeigt ; die Dicke der verschiedenen Schichten ist übertrieben dargestellt.
Fig. 2 stellt einen schematischen, vergrösserten Querschnitt einer Form der neuen Bildaufnahmeelemente dar, während Fig. 3 einen schematischen, vergrösserten Querschnitt zeigt, der die Zuordnung von Elementen während einer Stufe eines andern Übertragungsverfahrens erläutert.
Die vorliegende Erfindung betrifft verbesserte Produkte für Diffusions- Übertragungsumkehrverfahren, wodurch ein positives Bild in einem einzigen Schritt erhalten wird, u. zw. durch eine geeignete Behandlung einer Silberhalogenidemulsion, die ein latentes Bild enthält, mit einer Behandlungsfltissigkeit. Vorzugsweise befindet sich die Behandlungsflüssigkeit in viskosem Zustand und wird als dünner Film zwischen dem lichtempfindlichen Element mit einer Silberhalogenidemulsion und einem mehrschichtigen Bildaufnahmeelement verteilt, das wechselnde Mengen an Silberausfällungsmitteln enthält. Das Behandlungsmittel entwickelt das latente Bild in der Emulsion und bildet mit unentwickeltem Silberhalogenid einen löslichen Komplex, z. B. einen Thiosulfat- oder Thiocyanatkomplex.
Dieser lösliche Silberkomplex wird wenigstens zum Teil durch Einziehen auf das Bildaufnahmeelement übertragen und in der mehrschichtgen Bildträgerschicht dieses Bildaufnahmeelementes die Silberkomponente des Komplexes ausgefällt, wodurch sich in dem Bildaufnahmeelement ein umgekehrtes positives Silberbild des latenten Bildes ergibt.
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jede Schicht vor dem Auftragen der nächsten Schicht getrocknet.
Ein Beispiel für ein Verfahren zur Herstellung der neuen Bildaufnahmeelemente gemäss der Erfindung
Ist wie folgt :
Eine Überzugsmasse wird hergestellt durch Aufdampfen von 10 Teilen Silber auf 400 Teile eines
Carboxymethylcellulosepulvers der Maschengrösse 20. Von dem so erhaltenen Produkt werden 5 Teile in
100 Teilen einer wässerigen Gelatinezubereitung, die 2% Gelatine und 2% deacetyliertes Chitin enthält, gelöst. Bildaufnahmeschichten, die deacetyliertes Chitin enthalten, sind in der belgischen Patentschrift
Nr. 595954 beschrieben. Ein Träger aus Barytpapier mit einem Polyvinylbu : yralüberzug wird mit diesem
Präparat überzogen.
Nach dem Trocknen des Überzuges wird eine zweite Schicht des erwähnten Präpara- tes, das im Verhältnis von 1 ml zu 9 ml der oben erwähnten, Gelatine und deacetyliertes Chitin enthal- tenden Zubereitung verdünnt war, auf die freie Oberfläche des ursprünglichen Überzuges aufgebracht und getrocknet.
Besonders günstige Ergebnisse werden erzielt, wenn die silberausfällenden Mittel in der Bildaufnah- meschicht in einer Matrix angeordnet sind, welche eine makroskopisch kontinuierliche Schicht enthält, die submakroskopische Agglomerate kleiner Teilchen eines geeigneten wasserunlöslichen, anorganischen
Materials, vorzugsweise auf Siliziumbasis, wie Siliziumdioxydaerogel enthält. Geeignete Matrices dieser
Art sind in der USA-Patentschrift Nr. 2,698, 237 beschrieben.
Natürlich können auch andere Verfahren zum Einarbeiten eines silberausfällenden Mittels, z. B. durch
Auflösen des Mittels in einer Lösung des matrixbildenden Materials angewendet werden.
Es muss darauf hingewiesen werden, dass die silberaufnehmende Schicht gemäss der Erfindung so aufgebaut ist, dass sich eine ungewöhnlich stark elementares Silber ausfällende Umgebung ergibt, die dem darin abgelagerten elementaren Silber im Vergleich mit der Menge des in der lichtempfindlichen Silberhalogenidschicht entwickelten Silbers eine sehr hohe Deckkraft verleiht, d. h. eine starke Trübung pro gegebener Menge an reduziertem Silber.
Als silberausfällende Mittel sind die Metallsulfide und-selenide besonders geeignet ; dabei sind mit diesen Ausdrücken auch die Selenosulfide, die Polysulfide und die Polyselenide gemeint. Bevorzugt in dieser Gruppe werden die Schwermetallsulfide. Zur Erzielung besonders guter Ergebnisse werden bevorzugt solche Sulfide verwendet, deren Löslichkeitsprodukt in einem wässerigen Medium von etwa 200C zwischen 10-23 und 10-30 liegt ; hiezu zählen insbesondere die Salze von Zink, Kadmium und Blei. Als geeignete Ausfällungsmittel sind auch Schwermetalle, wie Silber, Gold, Platin, Palladium und Quecksilber zu nennen ; in dieser Gruppe werden die Edelmetalle bevorzugt ; sie werden in del Matrix insbesondere als kolloide Teilchen vorgesehen.
Die Salze dieser Schwermetalle, vorzugsweise die einfachen anorganischen und leicht reduzierbaren Salze, wie Silbernitrat, Goldchlorid und Goldnitrat, sind ebenfalls als silberausfällende Mittel brauchbar. In manchen Fällen werden die Metalle in die Matrices als Salze eingeführt und dann in situ vor der Verwendung des Aufnahmematerials im Silberübertragungsverfahren reduziert, so dass sich eine Schicht ergibt, deren silberausfällendes Mittel ein kolloidales Metall ist.
Wenn die Salze verhältnismässig licht-oder wärmeempfindlich sind, kann diese Reduktion einfach dadurch erfolgen, dass man die silberausfällende Schicht diffusem Licht oder Wärme aussetzt. Weitere geeignete silberausfällende Mittel sind bestimmte Thioverbindungen, z. B. Dithiooxamide und deren Bleiund Zinkkomplexe, Kaliumdithiooxalat und deren Blei- und Nickelkomplexe sowie Thioacetamid. Die silberausfällenden Mittel befinden sich, wie oben bemerkt, in einem stark dispergierten Zustand, vorzugsweise liegen sie als kolloidale Teilchen vor.
Wenn es sich bei den silberausfällenden Mitteln um eines oder mehrere der Schwermetallsulfide oder - selenide handelt, wird vorzugsweise die Diffusion und das Wandern der Sulfid- oder Selenidionen verhindert, indem auch in den silberausfällenden Schichten oder in getrennten, dicht daran liegenden Schichten wenigstens ein Metallsalz enthalten ist, das in dem Behandlungsmittel besser löslich ist als die als silberausfällende Mittel dienenden Schwermetallsulfide oder-selenide und das in dem Behandlungsmittel nicht reduzierbar ist. Diesem besser löslichen Salz liegt als Kation ein Metall zugrunde, dessen Ion Sulfide oder Selenide bildet, die in dem Behandlungsmittel schwer löslich sind und ihre Sulfid- oder Selenidionen an das Silber durch Verdrängung abgeben.
Infolgedessen haben in Gegenwart von Sulfidoder Selenidionen die Metallionen der besser löslichen Salze die Wirkung, dass sofort die Sulfid- oder Selenidionen aus der Lösung ausgefällt werden. Diese besser löslichen bzw. Ionen einfangenden Salze können lösliche Salze eines der folgenden Metalle darstellen : Kadmium, Cer (zweiwertig), Kobalt (zweiwertig), Eisen, Blei, Nickel, Mangan, Thorium oder Zinn. Genügend lösliche und stabile Salze dieser Gruppe sind z. B. die folgenden : Acetate, Nitrate, Borate, Chloride, Sulfate, Hydroxyde, Formiate, Citrate und Dithionate.
Die Acetate und Nitrate von Zink, Kadmium, Nickel und Blei werden bevorzugt.
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Im allgemeinen wird auch die Verwendung der weissen oder gering gefärbten Salze bevorzugt, obwohl für bestimmte Sonderzwecke die dunkler gefärbten Salze von Nutzen sein können.
Die oben erwähnten Ionen einfangenden Salze können auch zur Verbesserung der Stabilität des positiven Bildes beitragen, vorausgesetzt, dass sie zusätzlich zu den bereits erwähnten Eigenschaften die in der USA-Patentschrift Nr. 2,584, 030 angegebenen Voraussetzungen erfüllen. Wenn es sich beispielsweise bei dem Ionen einfangenden Salz um ein Salz eines Metalles handelt, das nur langsam unlösliche oder schwer lösliche Metallhydroxyde mit den Hydroxylionen in der alkalischen Behandlungsflüssigkeit bildet, wird eine geeignete Kontrolle der Alkalität des Bildaufnahmeelementes grösstenteils oder vollständig die Bildung unerwünschter Entwicklerflecken verhüten.
Die Verwendung der neuen Bildaufnahmeelemente gemäss der Erfindung bei der Durchführung eines Silberhalogenid-Diffusions-Übertragungsumkehrverfahrens wird schematisch durch Fig. 1 erläutert. Dort enthält ein lichtempfindliches Element 12 einen Träger 10 und eine lichtempfindliche SilberhalogenidEmulsionsschicht 11. Eine Schicht 13 enthält ein verhältnismässig viskoses Behandlungsmittel. Das Bildaufnahmeelement 14 stellt eine Ausführungsform des erfindungsgemässen Bildaufnahmeelementes dar. Wie man sieht, enthält das Bildaufnahmeelement 14 einen geeigneten Träger 16 und eine mehrschichtige Bildaufnahmeschicht 15 mit variierenden Mengen an Silberausfällungsmitteln.
Die mehrschichtige Bildaufnahmeschicht 15 wird dadurch hergestellt, dass auf einen geeigneten Träger, z. B. auf Barytpapier, aufeinanderfolgend eine Mehrzahl von Suspensionen oder Solen aufgebracht wird, die progressiv abnehmende Mengen an silberausfällenden Keimen in geeigneten Matrices enthalten.
Jede der aufeinanderfolgenden Schichten lässt man vorzugsweise trocknen, bevor der nachfolgende Überzug aufgebracht wird.
Die flüssige Schicht 13 kann erhalten werden, indem man die Behandlungszubereitung verteilt, z. B. in einer Art, wie dies in der USA-Patentschrift Nr. 2, 647, 0 ! 56 beschrieben ist. Danach kann ein zerreissbarer Behälter zwischen dem lichtempfindlichen Element und dem Bildaufnahmeelement so angeordnet sein, dass bei der Anwendung von Druck, z. B. durch ein Druckwalzenpaar mit entsprechendem Walzenspalt, der Behälter zerreisst und eine flüssige Behandlungszubereitung freigibt und mit den Übertragung- oberflächen dieser Elemente in Berührung bringt. Das Behandlungsmittel kann eine der filmbildenden Behandlungszubereitungen sein, die in der genannten Patentschrift beschrieben sind.
Sie kann beispielsweise einen Entwickler, wie Hydrochinon, ein Alkali, wie Natriumhydroxyd, ein komplexbildendes Mittel für Silberhalogenid, wie Natriumthiosulfat, zwecks Bildung eines löslichen Silherkomplexes mit unentwickeltem Silberhalogenid, sowie ein hochmolekulares, filmbildendes Verdickungsmittel, wie Na- triumcarboxymethy1cellulose enthalten. Alle diese Substanzen liegen vorzugsweise in wässeriger Lösung vor. Vorzugsweise liegen die verschiedenen photographischen Reagenzien in der Behandlungsflüssigkeit vor deren Verteilung als Schicht 13 in Lösung vor.
Es ist jedoch zu bemerken, dass sie auch zur Gänze oder teilweise der Behandlungsflüssigkeit erst zugegeben werden können, wenn diese zwischen den Elementen 12 und 14 verteilt wird, wobei diese Reagenzien so auf oder nahe der Oberfläche des einen oder beider Elemente angeordnet sind, dass sie gelöst werden oder sonstwie mit der wässerigen Zubereitung in Wechselwirkung treten können, wenn dieses Mittel die Elemente benetzt.
Ein Beispiel für ein Verfahren zur Erzeugung eines positiven Bildes, bei dem eine Silberhalogenid- übertragung erfolgt und bei dem eine Ausführungsform der erfindungsgemässen Bildaufnahmeelemente verwendet wird, ist folgendes :
Das Behandlungsmittel kann wie folgt hergestellt werden :
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<tb>
<tb> Wasser <SEP> 1860 <SEP> g
<tb> Natriumcarboxymethylcellulose <SEP> 93 <SEP> g
<tb> Natriumsulfit <SEP> 78 <SEP> g
<tb> Natriumhydroxyd <SEP> 74, <SEP> 6 <SEP> g
<tb> Natriumthiosulfat <SEP> 14, <SEP> 5 <SEP> g <SEP>
<tb> Citronensäure <SEP> 38, <SEP> 5 <SEP> g
<tb> Hydrochinon <SEP> 52, <SEP> 0 <SEP> g <SEP>
<tb>
Dieses Gemisch wird als Schicht 13 zwischen der überzogenen Oberfläche des Elementes 12 und einer selektiv belichteten lichtempfindlichen Silberhalogenidemulsion 11 verteilt.
Das durch Verteilen des Behandlungsmittels als Schicht 13 zwischen den Elementen 12 und 14 entstandene Laminat wird etwa 1/2 bis 1 1/2 Minuten, vorzugsweise 1 Minute, zusammengehalten ; danach wird das Element 14 von Element 12 abgezogen. Das abgezogene Element 14 trägt ein umgekehrtes positives Silberbild des Gegenstandes des in der Emulsion 11 enthaltenen latenten Bildes. Die Schicht 13 des Behandlllngsmittels haftet vorzugsweise an der Emulsion 11 und verfestigt sich daran.
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Die oben genannten Substanzen können auch durch andere ersetzt werden und die Mengen in einem beträchtlichen Ausmass variiert werden. So kann das filmbildende Material in dem Behandlungsmittel. das diesem die gewünschte Viskosität verleiht, irgendein hochmolekulares Polymer sein, das gegen Alkali stabil und in wässerigen alkalischen Lösungen löslich ist. Beispielsweise können auch andere Kunststoffe wie Hydrooxyäthylcellulose, Polyvinylalkohol und die Natriumsalze von Polymethacrylsäure und Polyacrylsäure verwendet werden. Vorzugsweise ist der Kunststoff in dem Behandlungsmittel in einer so ausreichenden Menge vorhanden, welche der Zubereitung eine Viskosität von mehr als 1000 cP bei etwa 200C verleiht.
Vorzugsweise liegt die Viskosität des Behandlungsmittels in der Grössenordnung von 1000 bis 200 000 cP.
Andere Entwickler können ebenfalls verwendet werden, z. B. einer der folgenden : p-Aminophenol-
Hydrochlorid, Bromhydrochinon, Chlorhydrochinon, Diaminopheiiol-Hydrochlorid, Diaminophenol-Di- hydrochlorid, Toluhydrochinon, Monomethyl-p-aminophenol-Sulfat, eine Mischung bestehend aus dem halben Gewichtsanteil Hydrochinon und dem halben Gewichtsanteil an p-Hydroxyphenylaminoessigsäure, eine Mischung bestehend aus 1/4 Gewichtsanteil Hydrochinon und 3/4 Gewichtsanteilen p-Hydroxyphenyl- aminoessigsäure.
Zur Bildung des loslichen Silberkomplexes können auch andere komplexbildend Substanzen, wie Na- triumthiocyanat, Ammoniumthiocyanat oder Ammoniak, verwendet werden.
In Fig. 3 ist schematisch eine andere Ausführungsform der oben erwähnten Diffusions-Übertragungs- verfahren erläutert. Sie stellt die Zuordnung von Elementen dar, wobei die Verteilerschicht 19 in Verbindung mit einem zerreissbaren Behälter, der wenigstens ein flussiges photographisches Behandlungsmit- tel enthält, und mit einer lichtempfindlichen Silberhalogenidemulsionsschicht 11, angeordnet ist, unter der ein Bildaufnahmeelement 15 gemäss der Erfindung und ein Träger 16 liegt.
Beim Zusammendrücken der Verteilerschicht 19 zerreisst der Behälter 20, gibt seinen Inhalt in praktisch gleichmässiger Schicht zwischen der Verteilerschicht 19 und der selektiv belichteten, lichtempfindlichen Silberhalogenid-Emulsionsschicht 11 frei. Das Behandlungsmittel dringt in die Emulsionsschicht 11 ein und entwickelt das darin enthaltene latente Bild. Praktisch gleichzeitig damit bildet das unentwickelte Silberhalogenid mittels eines Silberhalogenid-Lösungsmittels einen Silberkomplex als Folge der Punktfür-Punkt-Entwicklung der lichtempfindlichen Emulsion.
Es entsteht eine bildgemässe Verteilung des löslichen Silberkomplexes in den unbelichteten Flächen der lichtempfindlichen Emulsion, die wenigstens teilweise durch Einsaugen in die Bildaufnahmeschicht 15 übertragen wird und beim Ausscheiden von elementarem Silber in ihr ein umgekehrtes positives Silberbild des latenten Bildes erzeugt. Nach der praktisch volligen Ausfällung des der Bildbildung dienenden elementaren Silbers in der Schicht 15 kann die lichtempfindliche Emulsion 11 von der Bildaufnahmeschicht 15, z. B. durch Abziehen von Hand aus, entfernt werden.
Bei einer andern Ausführungsform des erfindungsgemässen Verfahrens, die in Fig. 2 dargestellt ist, ist es erwünscht, über der silberausfällenden Schicht 15 einen Überzug aus einp. m Material wie Kunststoff vorzusehen, wodurch eine grössere Abriebbeständigkeit erzielt wird, als sie die Matrix der sie silberausfallenden Keime enthaltenden Schichten hat, und wobei die äussere Oberfläche der Bildaufnahmeschicht geschützt wird. Dieser Kunststoffüberzug kann auch als Schicht zur Verhinderung der Adhäsion des filmbildenden Behandlungsmittels dienen, so dass beim Abstreifen des Elementes 17 vorn lichtempfindlichen Element 12 bei beendeter Behandlung die filmbildende Behandlungsmittelschicht 13 am lichtempfindlichen Element 12 zurückbleibt.
Eine derartige Ausführungsform ist in Fig. 2 gezeigt, wobei die Schicht 18 einen geeigneten Träger darstellt ; die Schicht 15 ist eine mehrschichtige Bildaufnahmeschicht, auf der sich über der Schicht 15 ein dünner Überzug eines abriebbeständigen Materials 18 befindet, der z. B. aus Gummi arabicum, Celluloseacetat-hydrogenphthalat, Polyvinylalkohol, Hydroxyäthylcellulose, Methylcellulose, Äthylcellulose, Cellulcsenitrat, Natriumalginat, Pektin oder Polymethacrylsäure bestehen kann. Die Schicht 18 hat vorzugsweise eine Dicke in der Grössenordnung von 1 bis 3 , doch kann sie, wenn sie verhältnismässig wasserdurchlässig ist, auch beträchtlich dicker sein. Die Schicht 18 kann auch ein oder mehrere Neutralisationsmittel enthalten, die der Verbesserung der Stabilität des fertigen Bildes dienen.
Wie oben erwähnt, kann die Schutzschicht 18 ferner als eine die Adhäsion des filmbildenden Materials der Schicht 13 verringernde Schicht dienen, insbesondere wenn es sich bei diesem Material um Carboxymethylcellulose handelt.
Gegebenenfalls kann der von der filmbildenden Behandlungsflüssigkeit 13 erhaltene feste Film zum Haften an dem Bildaufnahmeelement 14 gebracht werden, so dass er dort als Schutzschicht wirkt ; er kann auch dazu gebracht werden, dass er an der lichtempfindlichen Emulsionsschicht 11 besser haftet als am Bildaufnahmeelement, wie dies beispielsweise in der USA-Patentschrift Nr. 2, 647, 056 beschrieben ist.
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Ausser einer Variation der Menge der silberausfällenden Mittel kann man auch die Dicke der einzel- nen Schichten der silberausfällenden Mittel variieren. Es liegt ferner im Bereich der Erfindung, verschie- denartige silberausfällende Mittel in zwei oder mehreren Schichten zu verwenden und bzw. oder eine Mi- schung, die zwei oder mehrere silberausfällende Mittel enthält, in einer oder mehreren der Schichten zu verwenden.
Es gibt mehrere Gründe für die Instabilität des positiven Bildes, z. B. die Oxydation des Entwicklers in den Spitzenlichtern, die Verfärbung von Resten unverbrauchter Chemikalien im positiven Bild bei Ein- wirkung von sichtbarer oder nahezu sichtbarer Strahlung, das partielle Bleichen des Silbers und die Reak- tion des abgelagerten Silbers mit dem in seiner Nähe befindlichen Schwefel oder den Sulfiden unter Be- dingungen, dass die Struktur des ausgefällten Silbers gewöhnlich in Richtung zu einem gelben bis braunen
Ton verändert wird. Dadurch wird die Dichte vermindert und der Ton des positiven Übertragungsbildes verändert.
Diffusions-Übertragungsverfahren unter Verwendung der bekannten einschichtigen Bildträger- strukturen führen nahezu zwangsläufig zur Ablagerung einer beachtlichen Menge an ausgefälltem, ele- mentarem Silber auf oder nahe bei einer belichteten Oberfläche des Bildaufnahmeelementes, mit der
Folge, dass sich ein wesentlicher Teil des positiven Bildes verschlechtert. Ferner ergibt die Abscheidung von elementarem Silber auf oder in der Oberfläche der entsprechenden Bildaufnahmeelemente uner- wünschte Silberflecken. Die erfindungsgemässen Bildaufnahmeelemente vermeiden diese unerwünschten
Eigenschaften, da es sich um Aufnahmeelemente handelt, in denen die Neigung des Silberhalogenid- komplexes, an der Oberfläche einen Niederschlag an elementarem Silber zu bilden, beseitigt ist.
Neben der oben erwähnten Verbesserung der Stabilität ergeben die erfindungsgemässen Bildaufnahme- elemente Bilder mit geringerem Korn und Graufaktor. Das Auftreten des Graufaktors bei Übertragungs- bildern ist offensichtlich nicht durch die Annahme einzelner submakroskopischer Körner des ausgefällten elementaren Silbers zu erklären, sondern vielmehr durch den optischen Eindruck einer Ungleichmässig- keit, hervorgerufen als Folge von Mustereffekten, die ihrerseits von der unregelmässigen Verteilung der elementaren Silberkörner herrühren dürften. Wenn als Folge der unregelmässigen Ablagerung der Silber- körner eine wesentliche Anzahl der entsprechenden Körner dicht beieinander abgelagert werden, besteht der optische Eindruck der Anhäufung bzw.
Zusammenballung und-als Folge davon ein Mangel in der Ver- teilung der abgelagerten Körner pro Flächeneinheit, was eine unvollständige Bildbildung erscheinen lässt.
Da die Bildaufnahmeelemente gemäss der Erfindung eine wesentlich bessere Steuerung sowohl der Aus- fällung an elementarem Silber als auch der Verteilung des Niederschlages in der Bildaufnahmeschicht ermöglicht, werden die oben erwähnten Wikrungen offensichtlich wegen der wenigstens zum Teil willkürlichen Verteilung des Silberniederschlages bei bekannten Ausführungsformen vermieden.
Die erfindungsgemässen Bildaufnahmeelemente zeigen ferner ein verbessertes Auflösungsvermögen, bessere Schärfe, Dichte, Kontrast, Deckkraft und Steigerung anderer Eigenschaften, die von der verbesseren dreidimensionalen Anordnung der Ausfällung von elementarem Silber pro Einheit der betrachteten Oberfläche herrühren.
Die erfindungsgemässen Bildaufnahmeelemente bringen noch weitere Vorteile mit sich. Sie sind wZhrend der Lagerung vor ihrer Verwendung stabiler. Die darin entstandenen Bilder lassen sich nicht abreiben, was der Fall sein kann, wenn das Bildsilber auf oder dicht an der Oberfläche des Bildaufnahmeelementes ausgefällt wird. Ausserdem ermöglicht die Verwendung von Schichten mit variierenden Mengen an Silberausfällungsmitteln, die Eigenschaften der Endteile der Empfindlichkeitskurve des Bildes selektiv zu verbessern. Dies erlaubt anderseits wieder die Herstellung von Bildern, deren Empfindlichkeitskurven Eigenschaften aufweisen, die glatten, langen, geradlinigen Kurven entsprechen und dadurch ein wirklichkeitgetreues Kopieren der entstandenen Silberübertragungsbilder und anderer Bilder erleichtern.