<Desc/Clms Page number 1>
In der Längsrichtung bruchfeste, gewölbte Decke aus armiertem Beton.
Die Herstellung von Decken und Zwischenböden aus armiertem Beton geschieht bis jetzt in drei Hauptformen, und zwar werden verwendet :
1. Massive Platten, die entweder in ihrer ganzen Ausdehnung gleich dick, wenn sie nur über zwei Auflager reichen, oder auch mit veränderlicher Stärke gemacht werden, wenn sie als kontinuierliche Platten über mehr Stützen hinweglaufen, so dass, entsprechend der Theorie eingespannter Träger, am Auflager eine grössere Festigkeit gegen Bruch erreicht wird. Da bei solchen Platten immer eine Materialpartie auf Zug beansprucht ist, so werden die Zugspannungen hauptsächlich durch besondere Eisoneinlagen aufgenommen.
2. Gewölbe, welche entweder auf gemauerten Widerlagern aufrnhen oder durch Träger getragen werden. Bei Gewölben treten bei gleichförmig verteilter Belastung hauptsächlich Druckspannungen auf, weshalb Eisenoinlagen nicht immer notwendig sind.
3. Eine Kombination von ebenen Platten mit Betonbalken, welche infolge ihrer starren Verbindung als einheitliches T-Protil zur Wirkung gelangen, so dass die vertikal am unteren
Balkenrande eingebetteten Mison hauptsächlich die Zugspannungen, die über diesen Zug- eisen liegende Matorialpartie die Druckspannungen aufzunehmen haben. Bei dieser Kon- struktion muss sowohl die Platte wie auch der Balken Eiseneinlagen bekommen, wenn der
Beton nicht auf Zug beansprucht werden soll.
Da die Platte des Eigengewichtes und der geringen Steitigkeit der ganzen Decke wegen in ihrer Stärke möglichst gering dimensioniert wird, so ist für die Einlagen viel Eisenmaterial erforderlich.
EMI1.1
ausgehöhlten Balken bestehen, welche bald hoch-, bald flachkalltig verlegt werden, und deren statische Wirkung jener der Verbindung von Platten mit Balken gleichkommt.
Bei allen diesen Konstruktionen mit Ausschluss der unter 2 angeführten Gewölbe (die aber bis jetzt immer eigener Träger bedurften) ist die oben befindliche Platte quer
EMI1.2
Don Gegenstand der vorliegenden Erfindung bilden der Längsrichtung nach bruchfeste Gewölbe aus armiertem Beton, die im allgemeinen mit Tonnengewölben vergleichbar sind. jedoch durch ihre Anordnung diesen gegenüber eine solche Festigkeit aufweisen, dass
EMI1.3
EMI1.4
nach einer Richtung, und zwar in der Richtung der Gewö) helaibung auf Druck beansprucht. Bei dem Gegenstande der vorliegenden Ertindung sind jedoch am Fusse des Gewölbes in dem Beton Eiseneinlagen eingebettet, welche auf Zug beansprucht werden.
Infolgedessen sind bei dem Tonnengewölbe nach vorliegender Erfindung besondere Träger nicht notwendig, da bei einer Belastung einer aus solchem Gewölbe hergestellten Decke all (' Zugspannungen in den Fuss des Geweihes verlegt werden, wo sie durch die eingebetteten Eiseneinlagen aufgenommen werden, wogegen das Material im Gewölbescheitel nur auf Druck beansprucht wird. Diese Beanspruchung des Materials am Scheitel,. einesteils als
EMI1.5
<Desc/Clms Page number 2>
EMI2.1
oberen Begrenzung dieser Docken über dem Zugeisenmaterial Aussparungen vorgenommen werden können.
Durch diese Form wird die anderen Konstruktionen eigentümliche Starrheit und Steifigkeit vermieden, so dass die schädlichen Einflüsse von Volumänderungen des Materiales und geringer Stützensenkungen keine Rissbildungen hervorrufen können. Es ist aus den Veröffentlichungen Considères hinlänglich bekannt, dass der Zementleton sowohl während des Abbindens wie auch während des jahrelangen Erlärtens sein Volumen vorringer, weshalb Bauteile aus Beton, der bekanntlich namentlich während des Abbindens eine sehr geringe Zugfestigkeit besitzt, obwohl in diesem Stadium das Schwinden am grössten ist, rissig werden.
Diesem Mangel, der die Verwendung von Betoneisendecken sehr einschränkte, wurde bis jetzt nur unvollkommen durch Einbettung von Eisenstäben begegnet oder es wurden künstliche Dlatationsfugen angeordnet, welche Massnahmen teils teuer waren, teils störend wirkten. Werden die Decken, wie hier beschrieben, ausgeführt, so können die Längen- änderungen durch elastisches Heben und Senken der Gewölbescheitel ausgeglichen werden und führen geringe Stützensenkungen infolge der geringeren Steifigkeit auch keine Risse herbei.
In der Zeichnung sind mehrere Gewölbe nach vorliegender Erfindung durch die Fig. 1--6 in Querschnitten dargestellt.
In jedes der Betongewölbe A sind an den Gewötbefüsscn C Eisen B eingebettet, welche die durch die Trägerwirkung entstehenden Zugspannungen aufzunehmen haben. Bei Fig. 1 ist in der linken Bogenhälfte durch eine punktierte Linie eine nach der Bogenlaibung verlaufende Eiseneinlage E angedeutet. Dieselbe dient zur Aufnahme der horizontalen Schubkräfte, welche parallel zur Gewölbeachse entstehen.
Bei den Ausführungsformen der Fig. 1-3 und 6 ist der Gewölbescheitel durch einen Rist verstärkt, durch welchen die Druckspannungen im Scheitel aufgenommen werden. Der Ilorizontalschub des Gewölbes wird durch den gleich grossen und entgegengesetzten Schul) des nebenliegenden und beim letzten am Rande liegenden Gewölbes durch Schliessen u. dgl. aufgenommen.
Die angenäherte Lage des Querschnittsschwerpnnktes ist mit 8 bezeichnet.
In den Fig. 2 und 3 sind Beispiele von bruchfesten Gewölben mit vollem und überhöhtem Bogen, ferner in Fig. 1 das zur statischen Berechnung dienliche ideelle Profil zur Darstellung gebracht. Diese Formen eignen sich dann, wenn Deckenkonstruktionen nicht an Ort und Stelle erzeugt werden, sondern durch Einbauen schon fertiger Träger hergestellt werden sollen.
In den Fig. 4 und 5 sind aneinander gereihte Gewölbe dargestellt, um zu zeigen, wie dieselben durch gegenseitige Verspannung wirken. Da sich die Gewölbe unten nicht öffnen können (die horizontalen Schübe sich also gegenseitig aufheben), wird auch bei dünnen Gewölben in der Querrichtung eine weit grössere Tragfestigkeit als bei anders geformten, auf Bruch beanspruchten Konstruktionsteilen (Platten) erzielt.
Die Fig. 1-5 sind für eine Zwischendecke vervollständigt. Über dem Gewölbe be- findet sich die Beschüttung, die in dieselbe eingelagerten Polsterhölzer P und die Holz- dielung D. In der linken Hälfte der Fig. 1 ist weiter zur Darstellung gebracht, wie durch
Anordnung von Ilolzträgern H und daran befestigter Stukkaturung K eine ebene Unter- fläche hergestellt werden kann.
In den Fig. 4 und 5 sind solche Träger gezeichnet, bei welchen die die Laibungs- fläche bildenden Gewölbeteile durch Einbau von fertig an die Baustelle gebrachten, die
Schalung ersetzenden Bogenteilen aus Beton hergestellt wurden, auf welchen der Ge- wölberücken aufbetoniert ist. Dies Bogenteile bilden, wenn für die Verbindung derselben mit dem. den Gewölberücken bildenden Beton Vorsorge getroffen wird, einen integrierenden Hestaadteil des Gewölbes und sind besonders vorteilhaft, wenn gleichzeitig mit dem Gewölbe
EMI2.2
müssen.
Bei der Ausführung muss sodann erst der Guss bis zur Dicke der unteren Platte geschehen, die GewWbeteile eingestellt werden und vor dem Erhärten der unteren Schichte der Guss des Gewölberuckens vervollständigt werden.
<Desc/Clms Page number 3>
In Fig. 6 ist eine Anwendung für ein Brückentragwerk dargestellt, bei welchem der Gewölbeschub durch oben1iegondo, mit Beton umhüllte Schliessen S2 aufgenommen wird. Die Gewölbezwickel können dabei ganz mit Beschüttungsmaterial ausgefüllt oder, wie rechts gezeigt, mit einem Gewölbe und Platten etc. überdeckt sein.
Für Plafonds erscheint es zweckmässig, wie es im zweitvorstehenden Absatz bereits allgomei" ausgeführt erscheint, die gegenständlichen längsbruchfesten Gewölbe nach dem durch die amerikanische Patentschrift Nr. 668319 zur Herstellung von in der ganzen Kämpferausdehnung auf Traversen oder Mauorn u. dgl. aufliegenden Gewölben bekannt gewordenen Verfahren herzustellen, so dass ein, die Bogenlaibung bildender Gewölbeteil fertig erzeugt, auf eine untere ebene Betonplatte aufgestellt und der den Gewö1berückon bildende Bogenteil an Ort und Stelle auf den Laibungsteil aufbetoniert wird, zum Zwecke, eine besondere Gewölbeschalung entbehrlich zu machen, Bei geringen Dimensionen empfiehlt os sich, auch die Oberfläche des Ganzen mit Beton auszugleichen.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. In der Längsrichtung bruchfeste, gewölbte Decke aus armiertem Beton, dadurch gekennzeichnet, dass sowohl die Laibung als auch der Rücken der einzelnen die Deckenfelder bildenden Gewölbe der Gewölbelinie entsprechend gekrümmt und zunächst des nur an den Enden unterstützten, sonst jedoch freiliegenden Gewölbefl1sses an sich nicht trag- fähigen die Zugkräfte aufnehmende Rundeisen eingebettet sind, so dass Zug- und Druckgurt schräg übereinander zu liegen kommen und die Deckenoberfläche eine den Gewölbelaibungen entsprechende Wellenform besitzt, damit eine geringere Steifigkeit der Platte erreicht wird, um Voiumänderungen und Stützonsenkungen ohne Rissbildungen auszugleichen.