AT221119B - Lichtempfindliches Material für den Siebdruck - Google Patents

Lichtempfindliches Material für den Siebdruck

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AT221119B
AT221119B AT747460A AT747460A AT221119B AT 221119 B AT221119 B AT 221119B AT 747460 A AT747460 A AT 747460A AT 747460 A AT747460 A AT 747460A AT 221119 B AT221119 B AT 221119B
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Kalle Ag
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  • Polyamides (AREA)
  • Photosensitive Polymer And Photoresist Processing (AREA)

Description


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  Lichtempfindliches Material für den Siebdruck   Die Erfindung bezieht sich auf Kopierschichten für   den Siebdruck. Diese bestehen im wesentlichen aus einem N-alkoxy-methylierten Polyamid vom Nylontyp, das durch Polykondensation aus einem   w.   w'-Di- amin und einer   (. w'-Dicarbonsäure   erhalten wird und das durch Bichromat, bestimmte aromatische
Azide oder auch bestimmte Diazoniumsalze lichtempfindlich gemacht wird. 



   Beim Siebdruck-Verfahren werden Schablonen benutzt, die üblicherweise aus einem porösen Träger bestehen, auf dem sich an den Stellen, die nicht drucken sollen, eine Schicht befindet, so dass beim Auflegen der Schablone auf das zu bedruckende Gut und Einfärben mit Farbe nur die Bildstellen durch den po- rösen Träger hindurch bedruckt werden. 



   Zur Herstellung der   Siebdruckschablonen beschichtet man den porösen Träger   mit einer lichtempfind- lichen Schicht. Beim Belichten werden die vom Licht getroffenen Stellen gegerbt und damit unlöslich, während die vom Licht nicht getroffenen Stellen durch Waschen mit einem Lösungsmittel, wie Wasser, leicht wieder entfernt werden können. 



   Als Träger für die Schablonen benutzt man poröse Stoffe, wie Papier, Japanfaserpapier, Gewebe aus
Glasfasern oder natürlichen oder synthetischen Textilfasern und Metallfäden. 



   Als lichtempfindliche Schicht hat man wasserlösliche, natürliche Kolloide, z. B. Gelatine, Fisch- leim, Kasein, oder synthetische wasserlösliche Polymere, wie Polyvinylalkohol, Polyvinylpyrrolidon, Poly- acrylsäure, Polyacrylsäureamide, verwendet, denen man Bichromat oder aromatische Azidoverbindungen zugesetzt hat, um sie lichtempfindlich zu machen. Diese Schichten haben nur eine geringe mechanische Festigkeit und bedürfen einer Nachbehandlung, um für die technische Verwendung brauchbar zu sein. 



   Man hat auch versucht, mechanische stabilere Siebdruckschablonen dadurch herzustellen, dass man synthetische Polyamid-Mischkondensate verwendete, die durch gemeinsame Polykondensation mehrerer monomerer Reaktionskomponenten entstehen,   z. B.   aus mindestens einer   u. w'-Dicarbonsäure,   einer äquivalenten Menge mindestens eines w.   f < '-Diamins   und mindestens einer w-Aminocarbonsäure, wobei zudem der Anteil an   w-Aminocarbonsäure   im Polykondensat   20 - 50%,   vorzugsweise   20 - 40%,   beträgt. 



  Diese Mischkondcnsate haben sich jedoch nicht in der Praxis eingeführt, da sie sich nur in mindestens   55 - 650C   heissem   Alkohol lösen. Es entstehen   beim Arbeiten mit einem so heissen flüchtigen Lösungsmittel beim Entwickeln der Siebdruckschablonen nach dem Belichten solche Mengen gesundheitsschädlicher und feuergefährlicher Dämpfe, dass ein gefahrloses Arbeiten nicht möglich ist. Ausserdem können die nicht vom Licht getroffenen Anteile der Schicht in der Praxis nur schwer vollständig entfernt werden. Die Verwendung von reinen Polyamiden, wie Poly-e-caprolactam und polyadipinsaurem Hexamethylendiamin, kommt wegen der Unlöslichkeit nicht in Frage. 



   Es wurden nun lichtempfindliche, mindestens ein Polyamid enthaltende Schichten für den Siebdruck gefunden, die dadurch gekennzeichnet sind, dass sie als Polyamide in der Kälte lösliche N-Alkoxymethylierungsprodukte von teilweise abgebauten Polykondensaten von   t. w'-Diaminen   mit    < . w'-Dicarbon-   säuren enthalten. 



   Zur Herstellung des   erfindungsgemässen N-alkoxymethylierten Polykondensates aus einem #.#'-Di-   amin und einer   M. w'-Dicarbonsäure   verwendet man ein   handelsübliches   Polyamid des Nylontyps mit einem K-Wert von etwa   70 - 72   (K-Wert nach Fikentscher, s.   W.

   Schäfer, Einführung   in das Kunststoffgebiet, Akademische Verlagsgesellschaft Leipzig [1951],   S. 104)   und der grundmolaren Viskositätszahl   [ ?)]   = 0,   80 - 0,   90, vorzugsweise 0,   84 - 0,   89. 

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   [1/]   = 0, 43-0, 62 besitzen und die zu   20-35%,   vorzugsweise   25     andenSäureamidgruppen   i N-alkoxymethyliert sind. 



   Die N-Alkoxymethylierung des Polyamidsvom Nylontyp führt man   vorteilhaftz. B. in folgender Weise   aus : Man löst 30   Gew.-Teile polyadiplnsaures Hexamethylendiamin   (K-Wert   =71, 3,   grundmolekulare
Viskositätszahl   M   = 0, 88) in einem Gemisch von 150   Vol. -Teilen 900/0ige Ameisensäure   und 25 Vol. -
Teilen konzentrierter Salzsäure (oder 10 Vol.-Teilen konzentrierter Schwefelsäure) auf einem Dampfbad innerhalb von drei Stunden. Die Lösung wird auf etwa 50 - 600C abgekühlt und unter Rühren in   3 I   Wasser von   200C   eingetropft, wobei das teilweise depolymerisierte Polyamid als zähe Masse ausfällt.

   Man rührt bei Zimmertemperatur noch etwa eine Stunde, dekantiert die überstehende saure Lösung ab und wäscht das ausgefallene Reaktionsprodukt mehrfach mit kaltem Wasser. Dann wird durch Zugabe einer   gen   wässerigen Ammoniaklösung das Reaktionsprodukt alkalisch gemacht, mit Wasser gewaschen, bis das ablaufende Wasser neutral ist, und unter milden Bedingungen getrocknet. Das so erhaltene abgebaute Poly- amid besitzt den K-Wert 58,5 und die grundmolekulare Viskositätszahl   M   = 0, 59. Die Ausbeute bezo- gen auf das Ausgangsmaterial ist nahezu quantitativ. 



   Die für das erfindungsgemässe lichtempfindliche Polyamid erforderlichen teilweise alkoxymethylier- ten Produkte erhält man aus den abgebauten Produkten, beispielsweise dem abgebauten polyadipinsauren
Hexamethylendiamin, auf folgende-Weise :
Man löst 100   Gew.-Teile   eines durch   Säure abgebauten adipinsaurenHexamethylendiaminsvomK-  
Wert = 58, 1 und der grundmolekularen Viskositätszahl   M   = 0, 58 in 380   Vol.-Teilen 90% iger   Ameisen- säure (oder   90% figer   Essigsäure) auf dem Dampfbad.

   Anschliessend bringt man die Lösung auf 60-65 C, tropft unter Rühren eine heiss filtrierte Lösung von 300 Gew.-Teilen Paraformaldehyd in 600   Vol.-Teilen  
Methanol hinzu. [Die Paraformaldehyd-Lösung wurde vorher mit einer katalytischen Menge (einige Mil- ligramm) festem Natriumhydroxyd versetzt, um die Depolymerisation zu beschleunigen J Man rührt das
Reaktionsgemisch noch etwa vier Stunden, kühlt auf 50 - 600C ab und lässt dann in einen Überschuss von
5Tiger Ammoniaklösung   einlaufen, wobei das N-methoxymethylierte,   teilweise abgebaute Polyamid nach kurzer Zeit flockig ausfällt.

   Man lässt absitzen, dekantiert von der überstehenden Flüssigkeit ab, wieder- holt den Vorgang mehrmals mit kaltem Wasser, saugt ab, wäscht, bis das ablaufende Wasser neutral ist, 
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    8, dieÄthanol   bei Raumtemperatur gut löslich. An Stelle von Methanol kann zur N-Alkoxymethylierung mit gleichartigem Ergebnis auch Äthyl-, Allyl- oder Propylalkohol verwendet werden. Bei gleich hohem N-Alkoxymethylierungsgrad entsprechen die physikalischen und chemischen Eigenschaften bei Verwendung dieser Alkohole weitgehend den mit Methanol erhaltenen Produkten. 



   Ferner können an Stelle des polyadipinsauren Hexamethylendiamins auch andere abgebaute Polyamide des Nylontyps, wie polysebacinsaures Hexamethylendiamin oder   poly-y-keto-pimelinsaures   Hexamethylendiamin verwendet werden. 



   Die vorstehenden   N-Alkoxymethylierungsprodukte   sind in Wasser/Alkohol-Gemischen löslich, dabei ist das Aussmass der Löslichkeit eine Funktion des N-Alkoxymethylierungsgrades. Dieser seinerseits ist abhängig vom Verhältnis der angewendeten Menge Paraformaldehyd zur angewendeten Menge Polyamid. Bis zu einem Mengenverhältnis von 1 Gew.-Teil Polyamid zu 1,2   Gew.-TeilenParaformaldehydlöst   sich das entstehende Reaktionsprodukt in   60% gem   wässerigem Alkohol bei   55 - 650C   noch nicht restlos. Wendet manauf l Gew.-Teil des Polyamids etwa 2,5   Gew.-Teile   Paraformaldehyd an, so erhält man in   60%obigem   Äthylenalkohol bei   50-650C vollständig   lösliche Produkte.

   Man erhält bei Raumtemperatur in   60% gem   Alkohol lösliche N-Alkoxymethylierungsprodukte, wenn man bei der Reaktion je Gew.-Teil Polyamid etwa 3-4, 5   Gew.-Teile Paraformaldehyd   anwendet. 



   Zur Herstellung der lichtempfindlichen Schichten für den Siebdruck wird je nach Porengrösse des benutzten porösen Schichtträgers eine etwa 7, 5 bis etwa   10'. ge Lösung   an N-alkoxymethyliertem Polyamid verwendet. Die Lösungen besitzen bei Verwendung von   80- bis 960/0igem   Äthylalkohol bei   230C   eine Viskosität von 35 bis 75 cP bei Messung nach Ubbelohde-Holde. 



   Man beschichtet den porösen Träger in bekannter Weise mit der Lösung und verdampft das Lösungsmittel. Um dem N-alkoxymethylierten abgebauten Polyamid die Eigenschaft zu verleihen, beim Belichten unlöslich zu werden, setzt man ihm entweder Bichromate, wie Ammoniumbichromat oder p-Azi- 

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   dostyrylbenzol-Verbindungen,   p-Azidostyryl-ketone oder in organischen Lösungsmitteln lösliche, lichtempfindliche Diazoniumsalze, z. B. Diazoniumborfluoride, hinzu. Man kann auch Mischungen der voranstehenden Verbindungen anwenden, soweit sie miteinander verträglich sind. Solche sensibilisierenden Substanzen werden dem Polyamid, berechnet auf das Trockengewicht des substituierten Polyamids, im Mengenverhältnis von etwa 1 : 4 bis etwa 1 : 10 zugesetzt.

   Die mit der lichtempfindlichen Schicht versehenen und unter einer Vorlage belichteten Siebdruckschablonen werden mit wässerigem Alkohol, z. B. 



  60-bis 80% igem Äthylalkohol, bei Zimmertemperatur behandelt, um die unbelichteten Schichtanteile zu entfernen. Alkoholgemische mit Wasser, die weniger als 40% Alkohol enthalten, eignen sich weniger gut. 



  An Stelle von Äthylalkohol, es kann auch vergällter Alkohol sein, können auch andere niedere aliphatische Alkohole,   z. B. Methyl-, Propyl-,   Isopropylalkohol verwendet werden, u. zw. im gleichen Mischungsverhältnis mit Wasser. Als Schichtträger können die beim Siebdruck und Filmdruck üblichen, bereits in der Einleitung beschriebenen porösen Trägermaterialien Verwendung finden. 



   Zur Sensibilisierung geeignete aromatische Azidoverbindungen werden in den deutschen PatentschriftenNr. 752852   bzw. Nr. 954308 beschrieben. Es sind Produkte,   die in ihrem Molekül wenigstens eine Azidogruppe und in p-Stellung zu dieser eine Vinylgruppe bzw. eine substituierte Vinylgruppe enthalten. Diese Produkte besitzen die allgemeine Formel 
 EMI3.1 
 In dieser allgemeinen Formel bedeuten : 
 EMI3.2 
 
 EMI3.3 
 
 EMI3.4 
 
 EMI3.5 
 

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   Im folgenden werden einige Verbindungen angeführt, die unter die oben genannte allgemeine Formel fallen und die zur Härtung von teilweise   abgebautem, N-alkoxymethyliertem   Polyamid des Nylontyps geeignet sind : 
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 und schliesslich Umsetzung mit Natriumazid ;   4-azido-1-Cú-phenyl-styryl-2-sulfonsaures   Natrium entsprechend Formel 2, hergestellt nach der in ) Journal für praktische Chemie, Band 152 [1939], S. 237-266 angegebenen Arbeitsweise.

   An Stelle von Cro- tonsäure wird Zimtsäure verwendet ;
4, 4'-diazidostilben-2, 2'-disulfonsaures Natrium entsprechend Formel   3 ;  
4,   4'-diazidostilben-2, 2'-dicarbonsaures   Natrium entsprechend Formel 4 ; 
 EMI4.2 
 bindung zur Diaminoverbindung, Tetrazotierung der Diaminoverbindung und Umsetzung der Tetrazoverbindung mit Natriumazid ; 
 EMI4.3 
 der deutschen Patentschrift   N. 752852   beschriebenen Arbeitsweise ;

     4-     (4'-azido-8-methyl-styryl)-pyridin   entsprechend Formel 13, hergestellt durch Kondensation von
4-Nitrobenzaldehyd mit Äthylpyridin nach der Arbeitsweise, die beschrieben ist in The Journal of the
American Chemical Society, Vol. 76 [1952], S. 3986-3987, katalytische Reduktion der Nitroverbindung zum Aminoderivat, Diazotierung des letzteren und Umsetzung mit Natriumazid ;
4-azidostilben-2,   2'-disulfonsaures   Natrium entsprechend Formel 14, hergestellt aus 4-Nitro-4'-   - aminostilben-2, 2'-disulfonsäure   durch Diazotieren, Kochen der Diazoverbindung mit absolutem Alkohol,
Reduktion der Nitrostyrylverbindung, Diazotieren der Aminogruppe und Umsetzen mit Natriumazid ;

   
 EMI4.4 
 dung zur Diaminoverbindung und Tetrazotierung, schliesslich Umsetzung der Tetrazoverbindung mit Natriumazid ;
5-   (4'-Azidophenyl)-2- (4"-azidostyryl)-furan   entsprechend Formel 16, hergestellt analog zu der in Beispiel 1 genannten Arbeitsweise durch Kondensation von Furylacrylsäure mit 2 Mol diazotiertem   p -   - Nitranilin, katalytische Reduktion der Dinitroverbindung zur Diaminoverbindung, Tetrazotierung und Umsetzung der Tetrazoverbindung mit Natriumazid ;

   
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 hergestelltTetrazotierung und Umsetzen mit Natriumazid ;
4,   4'- Diazidostilben - 2, 2'-bis -sulfanilid   entsprechend Formel 18, hergestellt durch Kondensation von   4,     4' -Dinitrostilben-2, 2'-disulfonylchlorid   mit Anilin, katalytische Reduktion der Dinitroverbindung, Tetrazotierung und Umsetzen mit Natriumazid ;

     4-azidobenzal-methylvinylketon-2-sulfonsaures   Natrium entsprechend Formel 19, hergestellt analog dem Verfahren der deutschen Patentschrift Nr. 752852 durch Kondensation von 4-azido-2-benzaldehyd-sulfonsaurem Natrium mit Methylvinylketon ;
4,4'-diazido-5,5'-dichlorstilben-2,2'-disulfonsaures Natrium entsprechend Formel 20, hergestellt aus 4,   4'-dinitro-5, 5'-dichlorstilben-2, 2'-disulfonsaurem   Natrium durch katalytische Reduktion, Tetrazotierung und Umsetzen mit Natriumazid ;
4, 4'-Diazidostilben-2,2'-bis-(sulfonamido-4"-phenyloxyäther) entsprechend Formel 21, hergestellt durch Kondensation von 1 Mol 4,   4' -Diazidostilben-2, 2'-disulfonylchlorid   mit 2 Mol ss-Oxy-p- - phenetidin. 

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   Die nach der Erfindung erhaltenen, auch gegen siedendes Wasser beständigen Siebdruckschablonen mit gehärteten Polyamidschichten können zur besseren Sichtbarkeit mit Farbstoffen bis zu Mengen von   0, 1,   bis 0,5% eingefärbt werden. Man verwendet hiezu vor allem Farbstoffe, die ultraviolettes Licht nur schwach absorbieren,   wieMethylviolettBB (Schultz, Farbstofftabellen, P. Auflage,   I. Band [1931],   S.   327,   Nr. 783),   Patentblau V   (a. a. O., S. 349, Nr. 826),   Rosanilin-Hydrochlorid   (a. a. O., S. 324, Nr. 780)   oder
Neufuchsin   (a. a.

   O., S. 326, Nr. 782).   Die Siebdruckschablonen werden von hochprozentigen ätzalkali-   schen   Farbpasten nicht angegriffen, so dass sie die Anwendung von Naphthol-AS-Farbstoffen im Sieb-und
Filmdruck ermöglichen. Ferner sind sie beständig gegen   diegebräuchlichstenlösungsmittet   wie Aceton, Äther, Essigester, Butylacetat, Glykole, Benzol und seine Homologe, ferner chlorierte Kohlenwasserstof- fe. Damit ist die Verwendung von Farbstoffklassen und Färbeverfahren möglich, die bei Schablonen mit gehärteten Schichten wasserlöslicher Produkte, wie Gelatine, Polyvinylalkohol usw., nicht benutzt werden können.

   Ferner haben die erfindungsgemässen Schichten, bei Sensibilisierung durch aromatische Azidover- bindungen, gegenüber den bekannten Schichten den Vorteil, dass sie auf Vorrat sensibilisiert werden kön- nen, da sie eine grosse Lagerfähigkeit besitzen. Ferner ist die Haftung der gegerbten Schicht auf dem po- rösen Schichtträger auch ohne Vorpräparation ganz hervorragend. Infolge der grossen Haltbarkeit und me- chanischen sowie chemischen Widerstandsfähigkeit der erfindungsgemässen Schichten ist es möglich, Mas- senauflagen, insbesondere im maschinellen Filmdruck, auch bei Verwendung von wässerigätzalkalischen
Farbpasten,   z. B. Naphthol-AS-Farbstoffen, undim Keram- und   Glasdruck, bei dem Glyzerin, Öl, Wasser und Ätzpasten verwendet werden, durchzuführen.

   Die Schichten sind, obwohl hauchdünn, ungemein be- ständig und erlauben einen ganz feinen Farbauftrag, der den Verbrauch an Druckfarbe stark herabsetzt. Da- durch ist es möglich, auch die feinsten Einzelheiten der Schablone im Direktdruck ohne Verzerrung zu kopieren, ein Umstand, der sich besonders günstig beim Mehrfarben-Sieb-und-Filmdruck, vor allem bei
Verwendung von Goldpasten in der Keram- und Glasindustrie auswirkt. Die erfindungsgemässen Schichten sind für den Film- und den Siebdruck, aber auch für Bürovervielfältigungszwecke geeignet. 



    Beispiel l : Zu90 Vol.-Teilen der 10%igen, mit 80% igem Äthylalkohol hergestelltenLösungeines      N-methoxymethylierten,   teilweise abgebauten Polykondensates aus polyadipinsaurem Hexamethylendiamin mit dem K-Wert = 57,8, der grundmolekularen Viskositätszahl [17] = 0,58 und einem Methoxylgehalt von 6 bis 8% wird die Lösung von 2,5 Gew.-Teilen 4,   4' -diazidostilben-2, 2'-disulfonsaurem Nauium   in
10   Vol. - Teilen 50%igem wässerigem Äthylenglykolmonomethyläther   unter Rühren zugesetzt. Die auf Raumtemperatur abgekühlte lichtempfindliche Lösung wird entweder durch einfaches Tränken und Ablaufenlassen oder mittels einer Spritzpistole auf eine für Siebdruckschablonen geeignete als Schichtträger dienende poröse Unterlage aufgebracht,   z.

   B.   auf Japanfaserpapier, ein Textilgewebe aus synthetischem Polyamid oder synthetischem Polyester, Naturseide oder Kunstseide, Glasfasergewebe,   Metallgaze,   die beispielsweise aus Kupferbronze oder rostfreiem Stahl hergestellt sein kann, und bei 90-100 C getrocknet. Dieses im lichtempfindlichen Zustand für praktische Zwecke nahezu unbegrenzt lagerfähige und gegen Luft-   feuchtigkeits-und   Temperaturschwankungen unempfindliche Material wird unter einer transparenten Vorlage belichtet. Die Belichtungsdauer richtet sich nach der Art der Vorlage und der benutzten Lichtquelle. 



  Wenn sehr feine Einzelheiten in der Vorlage enthalten sind, kann es zur Vermeidung von Lichtstreueffekten vorteilhaft sein, Punktlicht-Kopier-Bogenlampen zu verwenden. Bei Anwendung einer geschlossenen Kohlebogenlampe von 18 amp in einem Abstand von 50 bis 70 cm als Lichtquelle entsteht in etwa   1 - 2   Minuten ein Gerbbild. Jedoch kann es vorteilhaft sein, länger zu belichten, z. B. bis gelbbraune oder rotbraune Färbung des belichteten Materials auftritt, was nach etwa 2,5 bis 5 Minuten der Fall ist. Zur Lösung der nicht vom Licht getroffenen Anteile der Schicht wird das belichtete Material in   60- bis 8 gen wässe-   rigen Äthylalkohol von etwa 200C gebracht.

   Es ist zu empfehlen, die bei Raumtemperatur durchgeführte Behandlung mit 60- bis 80%igem Äthylalkohol einmal bis zweimal zu wiederholen, um alles nicht gehärtete Polyamid, das dem Schichtträger noch anhaftet, wegzulösen. 



   Zur Entfernung der nicht vom Licht getroffenen und daher ungegerbt gebliebenen Anteile der Polyamidschicht verwendet man mit gleich gutem Erfolg an Stelle von Äthylalkohol andere niedere Alkohole, wie Methylalkohol oder Propylalkohol unter Einhaltung der gleichen Mischungsverhältnisse mit Wasser. Alkoholische Gemische mit weniger als 40% Alkohol eignen sich zur Herstellung der Gerbbilder für Schablonen weniger gut. 



   Die so hergestellten Schablonen eignen sich für sehr lang dauernden Gebrauch, wobei der Sieb-und Filmdruck maschinell ausgeführt werden kann, da die Schablone eine grosse mechanische Beständigkeit und grosse Elastizität hat. 



   An Stelle der   N-methoxymethylierten, teilweise   abgebauten Polykondensate aus adipinsaurem Hexaethylendiamin können mit gleich gutem   Ergebnis N-alkoxyalkylierte teilweise abgebaute Polykondensate   

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 aus adipinsaurem Hexamethylendiamin verwendet werden, bei welchen zur Einführung der Alkoxyalkylgruppen Formaldehyd im Gemisch mit Allylalkoholoder mit Äthylalkohol oder mit n-Propylalkohol zur Anwendung gelangt. Die   N-propenoxymethyl   oder N- thoxymethyl oder N-propoxymethyl substituierten Polykondensate aus adipinsaurem Hexamethylendiamin besitzen ähnliche   K-Werte   und grundmolekulare   Viskositätszahlen, wie das in   diesem Beispiel verwendete Polykondensat, und haben auch ähnliche chemische und physikalische Eigenschaften. 



   Beispiel 2 : Man führt die Beschichtung der porösen Unterlage nach den in Beispiel 1 gemachten Angaben durch mit dem Unterschied, dass. man an Stelle der Lösung von 2,5 Gew.-Teilen 4,   4'-diazido-     stilben-2, 2'-disulfonsaurem   Natrium die Lösung von 2,5   Gew. -Teilen Ammoniumbichromat   in 10   Vol.-   Teilen destilliertem Wasser verwendet und die aufgetragene lichtempfindliche Lösung bei Temperaturen nicht über 400C trocknet. Man erhält ebenfalls eine für den Siebdruck und Filmdruck sowie für   Bürover-   vielfältigungszwecke sehr gut geeignete Schablone. 



     Bei s pie 1 3 : N ach der in Beispiel 1 angegebenen Methode   wird eine Siebdruckschablone hergestellt, aber an Stelle des dort beschriebenen Polyamids wird zur Beschichtung des porösen Schichtträgers ein Polykondensat aus sebacinsaurem Hexamethylendiamin verwendet, welches durch teilweisen Abbau mit konzentrierter Salzsäure in alkoholischer Lösung und anschliessende teilweise   N-Methoxymethylierung   herge-   stelltwurdeunddenK-Wert = 57,   6,   die grundmolekulare Viskositätszahl [1J] = 0, 57 und einen Methoxyl-   gruppengehalt von 6 bis   8%   besitzt. Nach der Belichtung unter einer photographischen Vorlage werden die 
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 temperatur entfernt. 



   Beispiel 4 : Man gibt zu 80   Vol.-Teilen   einer   100/eigen,   mit   80'igem   Äthylalkohol hergestellten Lösung eines   N-methoxymethylierten   Polykondensates aus poly-adipinsaurem Hexamethylendiamin mit 
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 Abstreichen,   z. B.   mit einem Kartenblatt aus Astralonfolie, auf die als Schichtträger dienende Unterlage, z. B. Textilgewebe aus synthetischem Polyamid, Polyester,   z. B.   aus   Polyäthylenglykoltherephthalsäure-   ester, aufgebracht, bei Raumtemperatur getrocknet und unter einem geeigneten Diapositiv belichtet.

   Bei Anwendung einer geschlossenen Kohlebogenlampe von. 18 amp in einem Abstand von 50 bis 70 cm als Lichtquelle wird nach einer Belichtungszeit von etwa 8 bis 10 Minuten Borfluorwasserstoffsäure frei infolge der unter   Lichteinwirkung stattfindenden Zersetzung des Diazoborfluorids. Die durch die   freie Borfluorwasserstoffsäure bedingte Abspaltung der Methoxylgruppe führt zur Bildung eines veränderten, vernetzten Polyamids,   das sich gegenüber dem N-methoxymethylierten poly-adipinsaurem   Hexamethylendiamin durch eine sehr ausgeprägte Widerstandsfähigkeit gegenüber verdünnten MinerÅals uren, z. B. Salzsäure, auszeichnet. Zur Entfernung der vom Licht nicht getroffenen Schichtfläche wird diese mit   60- bis 80U ; oigem     Äthylalkohol bei Raumtemperatur behandelt.

   Vorteilhafterweise wird diese Behandlung mit 60-bis 80' igem   Äthylalkohol ein bis zweimal wiederholt, um noch auf dem Schichtträger anhaftendes Polyamid zu entfemen. An Stelle von Äthylalkohol können auch andere aliphatische Alkohole, wie   Methyl-oder Isopro-   pylalkohol, verwendet werden,   u. zw.   unter Einhaltung der gleichen Mischungsverhältnisse mit Wasser. Die nach dieser Arbeitsweise erhaltenen Schablonen eignen sich sehr gut für hohe Auflagen im Sieb- und Filmdruck, besonders aber für den Direktdruck mittels   flusssäurehaltigen   Pasten für das Ätzen von Glas. 



  An Stelle des   Tetrazoborfluorids   aus   4, 4'-Diaminostilben   können mit gleich gutem Ergebnis 2 Gew.Teile des Diazoborfluorids aus p-Aminodiphenylamin, gelöst in 20   Vol . - Teilen Äthylenglykolmonomethyl-   äther, verwendet werden. 



     Beispiel 5 :   Bei den in den Beispielen 1-3 beschriebenen   erfindungsgemässen   lichtempfindlichen Polyamid-Beschichtungslösungen werden die angegebenen   Gew.-Teile   lichtempfindlicher Substanzen ersetzt durch eine der folgenden aromatischen Azidoverbindungen in den angegebenen Mengen :

  
2,5 Gew.-Teile 4-azido-benzalaceton-2-sulfonsaures Kalium entsprechend der Formel 6
1, 0 Gew.-Teil 4,   4' -Diazidostilben   entsprechend der Formel 8 
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2,5 Gew.-Teile 4-azidostilben-2,   2'-disuIfonsaures   Natrium entsprechend der Formel 14
2,5 Gew.-Teile 4-azido-4'-hydroxystilben-2,   2'-disuIfonsaures   Natrium
2,   5 Gew.-Teile 4, 4'-diazido-5, 5'-dichlorstilben-2, 2'-disulfonsauresNatriumentsprechendder For-   mel 20
2,0   Gew. -Teile 4-azidobenzal-methylvinylketon-2-su1fonsaures   Natrium entsprechend der Formel 19 

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 der Formel 21. 



   Das lichtempfindliche Material, das man bei Verwendung dieser Beschichtungslösungen nach der in Beispiel 1 angegebenen Arbeitsvorschrift erhält, ergibt nach Belichtung unter einem Diapositiv und Ent- fernung der vom Licht nicht getroffenen Anteile der Schicht durch Behandlung mit   60-bis 80% igem   Äthylalkohol bei Raumtemperatur gleichfalls sehr widerstandsfähige Schablonen. 



   PATENTANSPRÜCHE : 
1. Lichtempfindliches Material für den Siebdruck, dessen lichtempfindliche Schicht ein Polyamid enthält, dadurch gekennzeichnet, dass die lichtempfindliche Schicht als Polyamid mindestens ein in der Kälte lösliches   N-Alkoxymethylierungsprodukt   von Polykondensaten von   t. w'-Diamin   mit   w   w'-Dicarbonsäure enthält, deren K - Wert, insbesondere durch Einwirkung von starken Säuren, gegenüber dem Ausgangsmaterial merklich herabgesetzt ist.

Claims (1)

  1. 2. Lichtempfindliches Material nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass N-alkoxymethylierte teilweise abgebaute Polykondensate von einem w. h'-Diamin mit einer fj. w'-Dicarbonsäure mit dem K-Wert von etwa 30 bis 60, der grundmolekularen Viskositätszahl [ ?)] = 0, 43 - 0, 62 und einem Alkoxymethylierungsgrad von 20 bis 35%, vorzugsweise 25-30%, verwendet werden.
    3. Lichtempfindliches Material nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass es N-alkoxymethylierte teilweise abgebaute Polykondensate von einem w. w'-Diamin mit einer (j. w'-Dicarbon- säure mit Bichromaten als sensibilisierende Substanz enthält.
    4. Lichtempfindliches Material nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass es N-alkoxymethylierte teilweise abgebaute Polykondensate von einem M. w'-Diamin mit einer w. w'-Dicarbonsäure mit in organischen Lösungsmitteln löslichen, lichtempfindlichen Diazoniumsalzen als sensibilisierende Substanz enthält.
    5. Lichtempfindliches Material nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass es N-alkoxy- EMI7.2 EMI7.3 w'-Diaminenthält, in der R einen aliphatischen, aromatischen oder heterocyclischen Rest, und x Wasserstoff, eine Gruppe, die ein wasserlösliches Alkalisalz bilden kann, oder eine Sulfonamidgruppe der Konstitution - SO*'NH"Aryl, dessen Arylrest substituiert sein kann, bedeuten.
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