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Anstrichmittel und Verfahren zu ihrer Herstellung
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lanflüssigkeit im freien Fall in die unterhalb des Silanaustrittes erzeugte Nebelschicht des versprühten Wassers eintreten, wonach dann das auf den Boden des Reaktionsgefässes fallende Produkt abgezogen wird.
Vorzugsweise als Silanflüssigkeit verwendet wird eine Verbindung der allgemeinen Formel RSiX oder ein Gemisch dieser Verbindung mit einer oder mehreren Verbindungen der allgemeinen Formeln RSiX, RSiX, SiX, worin X eine hydrolytisch leicht abspaltbare Gruppe, vorzugsweise Chlor, und jedes Reinen Alkylrest bedeuten, mit der Bedingung, dass die Verbindungen RSiX und R SiX nur in untergeordneter Menge beigemischt sind, so dass ein festes und in wässerigen und organischen Lösungsmitteln unlösliches Hydrolyseprodukt erhalten wird.
Ein solches Produkt ist ein Gemisch von nicht genau zu definierenden Hochpolymeren, die sich im wesentlichen durch ihre über ein grösseres Spektrum verteiltenPolymerisationsgrade unterscheiden. Es ergibt nach dem Trocknen ein vollkommen inertes Pulver, das in jedes beliebige Anstrichmittel ohne weiteres eingemengt werden kann ; günstig ist es, wenn auch nicht notwendig, das Alkylpolysiloxan-Pul- ver mit andern für das Anstrichmittel zu verwendenden Pulvern, also Pigmenten oder Verschnittmitteln, vor deren Zugabe trocken zu vermischen. Neben der bereits erwähnten Verbesserung der Wetterbeständigkeit, die sich in einem länger haltbaren Glanz und erhöhter Abriebfestigkeit bemerkbar macht, wird die
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Wischfestigkeit der Anstriche besonders im Frühstadium deutlich verbessert.
Diese Eigenschaft dürfte besonders bei Emulsionsanstrichen in bewohnten Räumen wertvoll sein.
Die günstigen Wirkungen der erfindungsgemässen Zusätze von Alkylpolysiloxan-Pulver beschränken sich nicht nur auf wässerig dispergierte Anstrichmittel, sondern gelten vielfach auch für in organischen Lösungsmitteln angewendete Anstrichstoffe. Dass in solchen Kombinationen die Mitverwendung von löslichen Organopolysiloxanharzen Vorteile bringt, ist schon länger bekannt ; da jedoch im allgemeinen solche Harze nur in sehr geringem Masse mit organischen Bindemitteln verträglich sind, entstehen bei derartigen Kombinationen oft matte Anstrichfilme. Auch dieser Nachteil tritt bei Verwendung des erfindungsgemässen Zusatzes von Alkylpolysiloxan-Pulver nicht auf.
Darüber hinaus wurde bei vielen ungesättigte Fettsäuren enthaltenden Alkydharzen neben der Verbesserung der Wetterbeständigkeit auch eine deutliche Beschleunigung der Antrocknung durch den erfindungsgemässen Zusatz beobachtet.
Für die Zusatzmengen an Alkylpolysiloxan-Pulver ist in der Regel ein Anteil zwischen 0,5 und 5 Gew.-% des festen Bindemittels zu wählen ; er ist von der Höhe des Pigmentanteiles insofern abhängig, als stärker pigmentierte Filme höhere Zusätze erfordern.
In den folgenden Beispielen soll die Wirksamkeit der erfindungsgemässen Zusätze. aufgezeigt werden ; die darin angegebenen Teile bezeichnen Gew. -Teile. Das hiezu verwendete Alkylpolysiloxan-Pulver war ein in der vorangehend beschriebenen Weise hergestelltes Hydrolyseprodukt von Methyltrichlorsilan.
Beispiel 1 : 50 Teile eines Pigmentgemisches aus 25 Gewei-% Titandioxyd von Rutilstruktur, 55 Gew.-% Dolomit, 15 Gew.-" Bariumsulfat, 5 Gew. -0/0 Zinkoxyd wurden mit 2 Teilen des Alkylpolysiloxan-Pulvers auf einem Kollergang intensiv vermischt. Mit diesem Gemisch wurden 100 Teile einer handelsüblichen, Kasein als Emulgator enthaltenden Emulsion eines Leinölalkydharzes in Wasser von 50 Gew.-% Festkörpergehalt pigmentiert, mit Wasser auf Streichviskosität verdünnt und in mehreren Schichten auf Asbestzementtafeln gestrichen. Nach Trocknen über Nacht konnten die so hergestellten Anstrichfilme auch nach Anfeuchten mit Wasser und längerem Reiben nicht zerstört werden.
In einem Vergleichsversuch ohne Zusatz des Alkylpolysiloxan-Pulvers in sonst gleicher Weise hergestellte Aufstriche liessen sich nach Trocknen über Nacht und erneutem Anfeuchten mit Wasser noch leicht abreiben.
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entsprechend 0 ; 2 ; 4 und 5 Gew. -% des Bindemittels, von dem vorangehend bezeichneten Alkylpolysiloxan-Pulver versetzt und auf Glastafeln gespritzt. Die folgende Tabelle zeigt deutlich, dass die Alkylpo- lysiloxan-Zusätze die Antrocknung der Farbfilme merklich beschleunigen. Die angegebenen Zeiten wurden nach der Besandungsprobe gemäss DIN-Vorschrift 53150 gemessen.
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<tb>
<tb>
Höhe <SEP> des <SEP> Zusatzes <SEP> Zeit <SEP> bis <SEP> zur <SEP> Erreichung
<tb> des <SEP> Trockengrades <SEP> 1
<tb> 0 <SEP> 90 <SEP> Minuten
<tb> 2 <SEP> Gel.-% <SEP> 85 <SEP> Minuten
<tb> 4 <SEP> Gew. <SEP> -% <SEP> 81 <SEP> Minuten
<tb> 5 <SEP> Gew.-% <SEP> 75 <SEP> Minuten
<tb>
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Zum Vergleich ohne Alkylpolysiloxan-Pulver, aber sonst mit der gleichen Lackkombination hergestellte Aufstriche hatten nach zwei Monaten ihren Glanz bereits vollständig verloren und kreideten stark.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Anstrichmittel, insbesondere auf Basis von Alkydharz, Chlorkautschuk, Cyclokautschuk, Polyurethan oder Epoxydharz, gelöst in organischen Lösungsmitteln bzw. wässeriges Anstrichmittel, insbesondere auf Basis von Kasein, Chlorkautschuk, Styrol-Butadien-Polymerisat, Polyvinylacetat oder Alkydharz, dadurch gekennzeichnet, dass es 0, 5 - 5 Gew. -%, bezogen auf das Gewicht des festen Bindemittels eines in organischen Lösungsmitteln und Wasser unlöslichen Alkylpolysiloxan-Pulvers von weniger als 1 Mikron Korngrösse enthält.