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Elektromotor für Kleinkältemaschinen
Die Erfindung bezieht sich auf einen für zwei Leistungsstufen verwendbaren Kurzschlussläufer-Elektromotor für einphasigen Wechselstrom zum Antrieb von insbesondere zwei verschieden grossen Kleinkältemaschinen, die eine ständig offene Drosselvorrichtung im Kältekreislauf aufweisen, mit einem Relais und einer als Anlasswiderstand dienenden Hilfswicklung. Kleinkältemaschinen mit einer ständig offenen Drosselvorrichtung im Kältemittelkreislauf benötigen nach dem Druckausgleich zwischen Hoch- und Niederdruckseite, der bei Haushaltkleinkältemaschinen nach wenigen Minuten Stillstandszeit eintritt, beim Anlaufen nur ein geringes Drehmoment.
Zum Ingangsetzen des Verdichters der Kältemaschine durch den Antriebselektromotor genügt daher ein kleiner Anlasswiderstand für den Motor.
Bekannte Elektromotorendieser Art können die Hilfswicklung nur beim Anlauf ausnutzen. Eine solche meist aus Tombakdraht bestehende Hilfswicklung hat einen so grossen Widerstand, dass er beim Betrieb störenwürde und die Hilfswicklung daher beim Betriebslauf ausgeschaltet werden muss. Ausserdem können die bekannten Elektromotoren nur für eine innerhalb eines engen Bereiches begrenzte Leistung verwendet werden. Andere bekannte Einphasenmotoren, die auch zum Anlaufen einen Kondensator verwenden, benötigen einen verhältnismässig grossen Anlaufkondensator, der teuer ist und viel Platz benötigt.
Die Erfindung vermeidet die vorgenannten Nachteile und vereinfacht die Schaltung dadurch, dass der Anlaufwiderstand während des Betriebslaufes nicht abgeschaltet zu werden braucht. Die Erfindung besteht darin, dass die aus Kupferdraht bestehende Hilfswicklung infolge ihres geringen Widerstandes nicht nur zum Anfahren benutzt wird, sondern auch während des Betriebs eingeschaltet bleibt und für die grössere Leistungsstufe ein zur Vergrösserung der Leistung nur während des Betriebslaufes zuschaltbarer Kondensator vorgesehen ist, der durch das beim Anlaufvorgang eingeschaltete Relais zunächst überbrückt ist.
In der Zeichnung sind Schaltbilder dargestellt. Es zeigen : Fig. 1 ein Schaltbild eines Elektromotors zum Antrieb einer Kühlmaschine mit rund 475 dm3jh theoretischer Förderleistung ; Fig. 2 ein Schaltbild eines Elektromotors zum Antrieb einer Kühlmaschine mit etwa 660 dm3jh theoretischer Förderleistung : Fig. 3 ein Schaltbild eines Elektromotors nach Fig. 2 mit einem Dämpfungswiderstand.
In den Schaltbildern ist mit 1 der Schaltkreis des Elektromotors und mit 2 der Schaltkreis des zugehörigen Anlassrelais bezeichnet. Der Motor, dem an den Klemmen 3 und 4 einphasiger Wechselstrom zugeführt wird, hat einen Kurzschlussläufer 5, eine Hauptständerwicklung 6 und eine Hilfswicklung 7. die zum Anlassen benötigt und auch während des Betriebes ausgenutzt wird. Die Hilfswicklung besteht aus Kupfer, weil sie während des Betriebes nur einen Widerstand von unbeachtlicher, nicht störender Grösse haben darf. Dieser Widerstand muss aber anderseits gross genug sein, damit der Motor das Anlaufdrehmoment überwinden kann. Früher verwendete Tombak-Wicklungen konnten nicht den gewünschten Erfolg bringen, weil ihr Widerstand beim Betrieb zu gross war.
Das Relais besteht aus der Relaisspule 8 mit dem Anker 9 sowie den Kontakten 10 und 11 und der Kontaktbrücke 12.
Der für den Antrieb einer Kühlmaschine mit etwa 475 dm3jh theoretischer Förderleistung bestimmte Motor mit den Teilen und der Schaltung nach Fig. l lässt sich auch zum Antrieb einer etwas grösseren Kühlmaschine bis etwa 660 dm3jh ohne Änderung der genannten Teile verwenden, indem lediglich entsprechend Fig. 2 ein Kondensator 13 zugeschaltet wird. Die Belegungen dieses Kondensators dürfen aber nicht unmittelbar an die Kontakte 10 und 11 angelegt werden, weil das Magnetrelais beim Anlaufvorgang leicht flattert und dabei durch Entladungen des Kondensators starke Funken an den Kontaktstellen entste-
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hen würden.
Deshalb ist der die Leistungssteigerung herbeiführende Kondensator 13 zwischen den Endpunk- ten der beiden Motorwicklungen 6 und 7 an den beiden Anschlussstellen 14 und 15 angelegt. Lediglich eine Belegung des Kondensators liegt unmittelbar am Kontakt 11.
Diese Schaltung kann unter Umständen Nachteile eines Schwingkreises aufweisen. Wenn sich die Resonanzfrequenz eines solchen Schwingkreises im praktischen Schaltbetrieb störend, z. B. durch verstärktes Flattern, stärkere Kontaktabnützung oder Rundfunkstörungen bemerkbar macht, so wird dieser Schwingkreis zweckmässig durch Einbau eines Zusatzwiderstandes im Anlassrelais gedämpft. Fig. 3 zeigt einen derartigen Zusatzwiderstand 16 und seine Schaltung, bei der die eine in der Nähe einer Kontaktstelle des Relais angelegte Belegung nicht mehr unmittelbar am Kontakt 11 anliegt.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Für zwei Leistungsstufen verwendbarer Kurzschlussläufer-Elektromotor für einphasigen Wechselstrom zum Antrieb voninsbesondere zwei verschieden grossen Kleinkältemaschinen, die eine ständig offene Drosselvorrichtung im Kältekreislauf aufweisen, mit einem Relais und einer als Anlasswiderstand dienenden Hilfswicklung, dadurch gekennzeichnet, dass die aus Kupferdraht bestehende Hilfswicklung infolge ihres geringen Widerstandes nicht nur zum Anfahren benutzt wird, sondern auch während des Betriebes eingeschaltet bleibt und für die grössere Leistungsstufe ein zur Vergrösserung der Leistung nur während des Betriebslaufes zuschaltbarer Kondensator vorgesehen ist, der durch das beim Anlaufvorgang eingeschaltete Relais zunächst überbrückt ist.