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Vorrichtung zum Verreiben von Putz und Estrich
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Verreiben des auf Wände oder Decken angeworfenen oder angespritzten Putzes oder des auf Fussbodenflächen grob aufgetragenen Estrichs.
Derartige Arbeiten werden noch überwiegend durch Verreiben mit Handreibebrettern durchgeführt, die je nach der zu behandelnden Fläche verschiedene Grösse besitzen. Es ist ferner bekannt, das Verreiben mittels durch Elektroantrieb betätigter umlaufender Scheiben vorzunehmen. Dabei wird bei der Bearbeitung von Fussbodenflächen die Scheibe entweder direkt über einen Elektromotor und ein Getriebe angetrieben, oder bei Geräten zur Bearbeitung von Wänden und Decken über Motor, Getriebe und Spiralwelle.
Während das Verreiben mit Handreibebrettern eine schwere körperliche Arbeit ist und viel Zeit in Anspruch nimmt, haben die elektrisch angetriebenen Geräte den Nachteil, dass zu den hohen Gestehungskosten für Motor, Getriebe und Spiralwelle im rauhen Baubetrieb eine starke Reparaturanfälligkeit, vor allem der Spiralwelle, kommt.
Ferner müssen die Geräte bei der Arbeit laufend bewegt werden, da die Spiralwellen nur eine begrenzte Länge zulassen. Als weitere Nachteile kommen noch die Notwendigkeit der Erdung der Geräte, die erforderliche Niederspannung von 42 V und die darüber hinaus zu beachtenden Arbeitsschutzvorschriften hinzu.
Es sind für den gleichen Zweck bereits mit Pressluft angetriebene Geräte bekannt, die nach dem Prinzip derPressluftwinkelbohrmaschine arbeiten. Diese Geräte benötigen auf Grund des kleinen Läuferdurchmessers einen Pressluftdruck von 5 bis 6 atü, der jedoch wegen anderer auf dem Bau eingesetzter Pressluftgeräte, z. B. für den Mörteltransport und für das Putzauftragen, meist nicht vorhanden ist. Weiterhin ist es bei dieser Konstruktion mit der einseitigen Last des Antriebes nicht möglich, das mehrere Kilogramm schwere Gerät im Schwerpunkt zu fassen und zu führen.
Es sind weiterhin druckluft- und druckwassergetriebene Motoren bekannt, bei denen der Turboläufer ein Ritzel trägt, das mit einem Zahnrad in Eingriff steht. Diese Motoren besitzen jedoch stets mehrere Getriebeachsen. Infolge der dadurch bedingten Trägheitsmomente sind derartige Motoren als Antrieb in Vorrichtungen zum Verreiben von Putz und Estrich aber nicht geeignet.
Es wurde nun gefunden, dass alle oben geschilderten Nachteile vermieden werden, wenn man ein Gerät verwendet, das aus einem Gehäuse mit Luftmotor und einer von diesem angetriebenen Reibscheibe besteht. Zur Führung des Gerätes ist am Gehäuse ein Handgriff angebracht. Der zum Antrieb der Reibscheibe dienende Luftmotor ist mit einem Turboläufer ausgerüstet, der auf seiner Welle ein Ritzel trägt, das in zwei Zahnräder eingreift. Erfindungsgemäss ist die Welle des Ritzels in Kugellagern gelagert, von denen das eine in der Innenseite des Gehäuses und das andere in der Trägerwelle für die Reibscheibe eingelassen ist. Die in bekannter Weise an der Scheibe dieser Trägerwelle angeordneten Zahnräder laufen in der Innenverzahnung des Gehäusedeckels ab. Zur Führung der Trägerwelle ist im Gehäusedeckel ein Drucklager angeordnet.
Zweckmässigerweise sind im Deckel des Gehäuses Luftaustrittsöffnungen versetzt angeordnet, die mit Sieben versehen sind, wodurch ein geräuscharmer Luftaustritt erreicht wird. Der Gehäusedeckel und das Getriebe werden vorteilhafterweise durch einen Ring aus Polyamid im Gehäuse gehalten.
Der Turboläufer des Luftmotors besitzt einen verhältnismässig grossen Durchmesser, so dass das Gerät bereits bei Drücken von 1 bis 2 at Überdruck die notwendige Reibleistung aufbringt. Die Pressluft ist durch ein Schlauchventil regulierbar und wird dem Turboläufer tangential zugeführt.
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Infolge der Verwendung des beschriebenen Getriebes werden die bei den bekannten Antriebsmotoren auftretenden Trägheitsmomente vermieden. Ferner wird dadurch eine flache Form der Reibvorrichtung erzielt, die eine sichere Handhabung des Gerätes gewährleistet. Der Luftmotor und das Getriebe bestehen vorzugsweise aus Polyamidspritzteilen, so dass das Gerät maximal nur 2 kg wiegt.
Der Schlauch für die Luftzuführung kann am Gürtel Jes Arbeitenden befestigt werden, so dass er keine Behinderung beim Arbeiten oder eine zusätzliche Gewichtsvergrösserung der Vorrichtung darstellt. Das gesamte Gerät, Antriebsteil mit Schlauchanschluss und Reibscheibe, ist mit einer Hand zu führen, wobei der Griffteil den jeweiligen Anforderungen angepasst werden kann.
In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes dargestellt. Fig. 1 ist eine Ansicht des Gerätes, Fig. 2 ein Schnitt durch das Gerät und Fig. 3 ein Schnitt nach der Linie A-B der Fig. 2. Die Vorrichtung besteht aus einem Gehäuse 1 mit Luftanschluss und Schlauchventil sowie Griffstück, in welchem der Turboläufer 2, der auf seiner Welle ein Ritzel 3 trägt, umläuft ; die Welle mit Ritzel ist mit Kugellagern 4 in der Innenseite des Gehäuses und in einer Trägerwelle 5 für die Reibscheibe gelagert. Das Ritzel 3 treibt zwei Zahnräder 6 an, die in der Innenverzahnung des Deckels 7 ablaufen.
Die Trägerwelle 5 selbst ist zur Aufnahme des Axialdruckes mit einem im Deckel 7 eingelassenen Drucklager 8 versehen und trägt die Reibscheibe. Die durch das Schlauchventil regulierbare Luft trifft tangential auf den Turboläufer 2 auf und tritt durch am Deckel 7 befindliche Luftaustrittsöffnungen 9 aus. Zur Dämpfung der austretenden Luft sind diese Öffnungen mit Sieben abgedeckt. Um einen Luftpolster hinter dem Turboläufer 2 zu vermeiden, ist dieser durchbrochen. Die Halterung des Deckels 7 mit Getriebe im Gehäuse 1 erfolgt durch einen Ring 10, vorzugsweise aus Polyamid, wodurch Montage und Demontage ohne besondere Werkzeuge möglich sind.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Vorrichtung zum Verreiben von Putz und Estrich, bestehend aus einem Gehäuse mit Luftmotor, der mit einem Turboläufer ausgerüstet ist, einer Reibscheibe und einem am Gehäuse angebrachten Handgriff, wobei der Turboläufer auf seiner Welle ein Ritzel trägt, das in zwei Zahnräder eingreift, dadurch gegekennzeichnet, dass die Welle des Ritzels (3) in Kugellagern (4) gelagert ist, von denen das eine in der Innenseite des Gehäuses (1) und das andere in einer Trägerwelle (5) eingelassen ist, und dass die Zahnräder (6), die in bekannter Weise an der Scheibe der Trägerwelle (5) angeordnet sind, in der Innenverzahnung des Gehäusedeckels (7) ablaufen, wobei zur Führung der Trägerwelle (5) im Deckel (7) ein Drucklager (8) angeordnet ist.