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Leichtbauträger
Das Stammpatent betrifft einen Leichtbauträger, der aus einem Längsstab als Druckgurt, einem aus zumindest einem Längsstabpaar mit eingeschweissten Querverbindern gebildeten Zuggurt an der Träger- unterseite und einem dazwischen angeordneten, zickzack- oder wellenförmigen Verbindungsstück zu- sammengesetzt, vorzugsweise zusammengeschweisst ist.
Nach der Erfindung im Stammpatent ist bei einem solchen Leichtbauträger auch das zickzack- oder wellenförmige Verbindungsstück aus einem
Längsstabpaar mit eingeschweissten Querverbindern gebildet und die Längsstäbe sowohl des Zuggurtes als auch des Verbindungsstückes bestehen aus einem Stahl hoher Streckgrenze, vorzugsweise von 4000 kg/cm2 oder mehr, wogegen die zwischen diesen Längsstäben eingeschweissten Querverbinder aus einem Stahl mit einem niedrigeren Anteil an die Streckgrenze erhöhenden Legierungskomponenten hergestellt sind.
Der Leichtbauträger nach dem Stammpatent, bei dem die unter der Marke"bi-Stahl"vertriebenen, in den österr. Patentschriften Nr. 178716 und 181066 beschriebenen Bewehrungselemente in Form von
Stabpaaren mit eingeschweissten Querverbindern Anwendung finden, zeichnet sich durch einfache Herstellbarkeit, geringes Gewicht, hohe Tragfestigkeit und grosse Verdrehungssteifigkeit aus.
Im Stammpatent ist auch schon vorgeschlagen worden, die beiden zickzack- oder wellenförmig gebogenen Längsstäbe des Verbindungsstückes im Bereich ihrer oberen Scheitelpunkte, wo sie mit dem z. B. durch einen Rundstab gebildeten Druckgurt verbunden werden sollen, bis zur Berührung mit diesem Druckgurt gegeneinander zu biegen, um sodann eine Verschweissung mit dem Druckgurt vornehmen zu können.
Ferner wurde im Stammpatent auch vorgeschlagen, die erwähnten Längsstäbe im Bereich ihrer unteren Scheitelpunkte, wo sie mit dem Zuggurt verbunden werden, nach aussen zu biegen, um durch diese Spreizung eine weitere Erhöhung der Verdrehungssteifigkeit zu erreichen.
Die vorliegende Zusatzerfindung stellt vor allem eine Weiterentwicklung dieser Massnahmen dar und geht von folgenden Überlegungen aus.
Wenn die beiden Längsstäbe des zickzack- oder wellenförmigen Verbindungsstückes gemäss der Annahme im Stammpatent in jeder Halbwelle durch zwei oder mehr Querverbinder miteinander verbunden sind, so wirkt sich das Zusammenbiegen der beiden Längsstäbe an ihren oberen Scheitelpunkten bzw. das Auseinanderbiegen dieser Längsstäbe an ihren unteren Scheitelpunkten jeweils nur bis zu dem nächstgelegenen Querverbinder aus, wogegen in den übrigen Teilen des Verbindungsstückes, also zwischen aufeinanderfolgenden, in der betreffenden Halbwelle vorgesehenen Querverbindern die Längsstäbe ihre parallele Lage beibehalten. Das erwähnte Gegeneinander- bzw.
Auseinanderbiegen von Teilen der Längsstäbe des das Verbindungsstück bildenden Stabpaares erfordert somit getrennte Biegevorgänge, in deren Verlauf die Längsstäbe tatsächlich bezüglich ihrer Achse gebogen werden, wozu ein erheblicher Kraftund Zeitaufwand benötigt wird.
Diese Nachteile werden gemäss der vorliegenden Erfindung dadurch vermieden, dass die zickzackoder wellenförmigen Längsstäbe des Verbindungsstückes zwischen aufeinanderfolgenden oberen und unteren Scheitelpunkten jeweils nur durch einen Querverbinder miteinander verbunden und um diese Verbindungsstellen aus der zueinander parallelen Lage gegensinnig herausgedreht sind.
Erfindungsgemäss werden also mit andern Worten die zwischen den Längsstäben des zickzack- oder wellenförmig gebogenen Verbindungsstückes eingeschweissten Querverbinder in solchem Abstand von einander angeordnet, dass sie bei der Herstellung des Leichtbauträgers jeweils etwa in der Mitte des Abstandes zwischen Druck- und Zuggurt zu liegen kommen. Beim Einwärtsbiegen der oberen, auf der Sei-
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te des Druckgurtes liegenden Kuppen des Verbindungsstückes bewegen sich dann die unteren, auf der Sei- te des Zuggurtes liegenden Kuppen nach beiden Seiten auswärts und können in dieser Spreizlage mit dem
Zuggurt verschweisst werden. Diese Art der Verformung des Verbindungsstückes ist in zweierlei Hinsicht vorteilhaft.
Einerseits erfordert das Einwärtsbiegen der oberen Kuppen der Längsstäbe des Verbindungs- stückes um die Verbindungsstellen mit dem Querverbinder, bei dem die Längsstäbe selbst nicht oder nur unwesentlich gebogen werden, einen wesentlich geringeren Kraftaufwand als die beim Ausführungsbei- spiel nach dem Stammpatent erforderliche tatsächliche Biegeverformung dieser Stäbe ; anderseits ent- fernen sich beim Einwärtsbiegen der oberen Kuppen des Verbindungsstückes zugleich die auf der Seite des Zuggurtes liegenden unteren Kuppen ganz von selbst, so dass die beiden beim Ausführungsbeispiel nach dem Stammpatent erforderlichen Biegevorgänge durch einen einzigen Biegevorgang ersetzt werden.
Die unteren Kuppen der. Längsstäbe gelangen auf diese Weise in einen grösseren gegenseitigen Abstand als der Länge der Querverbinder entspricht, wobei die beiden Längsstäbe zwischen aufeinanderfolgenden
Scheitelpunkten zusammen mit dem Querverbinder, in Trägerrichtung gesehen, die Form eines "A" bil- den. Infolge des vergrösserten Abstandes der Längsstäbe des Verbindungsstückes an ihren Verbindungs- stellen mit dem Zuggurt erhält der Träger eine bessere räumliche Seitenversteifung bzw. Verdrehungs- steifigkeit, die sich im nichteinbetonierten Montagezustand, in dem durch die am Zuggurt aufliegenden
Deckensteine auf den Träger eine einseitige Belastung übertragen wird, ganz besonders günstig auswirkt.
Ausführungsbeispiele der Erfindung, an denen noch weitere zweckmässige Massnahmen im Rahmen der vorliegenden Erfindung sowie im Rahmen der Erfindung nach dem Stammpatent erläutert werdensol- len, sind in den Zeichnungen dargestellt. Fig. l zeigt einen Teil eines erfindungsgemässen Leichtbauträgers in perspektivischer Ansicht. Fig. 2 ist ein Querschnitt längs der Linie II - II in Fig. 1. Die Fig. 3 und 4 stellen die Verwendung verschiedener. Profileisen als Druckgurte dar. Die Fig. 5 und 6 zeigen im Querschnitt bzw. im Längsschnitt eine nicht geschweisste Verbindung zwischen Zuggurt und Verbindungsstück. Die Fig. 7und 8 stellen schliesslich im Aufriss bzw. im Grundriss und teilweise geschnitten eine Endauflagerung eines erfindungsgemässen Leichtbauträgers dar.
Der in den Fig. l und 2 dargestellte Leichtbauträger besteht im wesentlichen aus einem den Zuggurt bildenden Längsstab 1, ferner aus zwei nebeneinander liegenden, durch Stabpaare mit eingeschweiss- ten Querverbindern gebildeten Zuggurtelementen 2, 3 gemäss den österr. Patentschriften Nr. 178716 und 181066 und aus einem als Steg wirkenden Verbindungsstück 5, das ebenfalls durch Längsstäbe 5a, 5b mit eingeschweissten Querverbindern 5c gebildet wird. Die Längsstäbe aller Stabpaare bestehen aus einem Stahl hoher Streckgrenze, wogegen die Querverbinder dieser Stabpaare vorzugsweise aus einem weichen, nicht härtbaren Stahl hergestellt sind.
Die Wellung der Längsstäbe des Verbindungsstückes 5 ist so gewählt, dass die unteren Wellenscheitel Su jeweils über einen Querverbinder der Zuggurtelemente 2 bzw. 3 zu liegen kommen, so dass an der Berührungsstelle dieser Teile eine Schweissverbindung vorgenommen werden kann. Die Querverbinder 5c des Verbindungsstückes 5 sind gemäss der Erfindung in solchen Abständen angeordnet, dass sie im Zuge der Wellung des Verbindungsstückes jeweils zwischen dem Druck- gurt 1 und dem Zuggurt 2, 3 vorzugsweise in der Mitte zwischen diesen Gurten zu liegen kommen.
Bei der Herstellung des Leichtbauträgers werden die Längsstäbe des Verbindungsstückes nach deren Wellung aus der ursprünglich parallelen, in Fig. l durch die gestrichelte Linie 5'angedeuteten Lage um die Verbindungspunkte mit den Querstegen 5c so gebogen, dass die oberen Scheitelpunkte So zur Anlage an den Längsstab des. Druckgurtes kommen. Dabei werden die unteren Scheitelpunkte Sa auseinandergespreizt, so dass das Trägerbild im Querschnitt gemäss Fig. 2 die Form eines "A" annimmt. Die gespreizten unteren Scheitelpunkte Su dieser Längsstäbe werden mit Querverbindern der Zuggurtelemente 2, 3 verschweisst.
Der Druckgurt hat vorzugsweise die Form eines Rundstabes, doch kann hiefür gemäss den Fig. 3 und 4 auch ein anders geformter Längsstab, z. B. mit U- bzw. T-förmigem Querschnitt, verwendet werden.
Anstatt das zickzack- oder wellenförmige Verbindungsstück mit den Traggurten zu verschweissen, ist es auch möglich, die Verbindung gemäss den Fig. 5 und 6 zumindest bei einem Traggurt (im dargestellten Beispiel beim Zuggurt 2) durch Querstecker 6 zu bewirken, welche zwischen dem Gurt und der Schlaufe des Verbindungsstückes 5 eingeschoben werden. Die Fixierung der Verbindung erfolgt dann durch das Erhärten des umgebenden Betons.
Die beschriebenen Leichtbauträger lassen sich auch in gekrümmter Form herstellen, indem nämlich nach Verschweissen des einen Traggurtes mit dem Verbindungsstück der Träger gekrümmt wird und das Anschweissen des zweiten Gurtes an den so vorgebogenen Trägerteil erfolgt.
Müssen Leichtbauträger der beschriebenen oder anderer Art mit ihrem Ende nahe einem Kamin-
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schlauch verlegt werden, so können infolge der durch die Erwärmung bedingten Bewegungen der Betonleiste im Kaminmauerwerk Fugen entstehen, welche den Kamin undicht machen. Um diesem Übelstand zu begegnen, wird eine Sonderlösung in der Weise geschaffen, dass die Betonleiste des Trägers bündig mit der Kaminwand aufhört und das in die Kaminwand ragende Ende des Trägers gleichzeitig mit dem übrigen Kaminteil in einem Stück betoniert wird. Es ergibt sich daraus die Notwendigkeit, die letzte Strebe des Verbindungsstückes besonders gut abzustützen, weil diese allein nicht ausreicht, den Auflagerdruck in den Träger einzuleiten.
Eine solche Abstützung kann gemäss den Fig. 7 und 8'beispielsweise in der Art ausgeführt sein, dass zwischen den Enden der Längsstäbe der beiden Zuggurtelemente 2, 3 zur Verstärkung jeweils eine Platte 7 eingeschweisst wird, gegen die sich das Verbindungsstück 5 mit seiner letzten Diagonalstrebe 5a abstützt.
Zweckmässig haben diese Stützplatten auch noch einen freien, unverschweissten Teil 7a, der derart haken- oder bügelförmig geformt ist, dass dadurch eine gute Auflage des Trägerende am Kaminmauerwerk 9 gewährleistet wird. In Fig. 7 ist mit 8 die schon erwähnte betonierte Sockelleiste des Leichtbauträgers bezeichnet.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Leichtbauträger nach Patent Nr. 208566,. der aus einem Längsstab als Druckgurt, einem aus zumindest einem Längsstabpaar mit eingeschweissten Querverbindern gebildeten Zuggurt an der Trägerunterseite und einem dazwischen angeordneten, zickzack- oder wellenförmig gebogenen Verbindungstück zusammengesetzt, vorzugsweise zusammengeschweisst, ist, dadurch gekennzeichnet, dass die zick- zack-oder wellenförmigen Längsstäbe (5a, 5b) des Verbindungsstückes (5) zwischen ihren oberen und unteren Scheitelpunkten (SO bzw. Su) jeweils nur durch einen Querverbinder (5c) verbunden und um diese Verbindungsstellen aus der zueinander parallelen Lage (5') gegensinnig herausgedreht sind.