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HEINRICH ROSNER UND ARTHUR SLAPA, BEIDE IN LEMBERG.
Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung von Kanälen aus Gips oder dgl. für elektrische
Leitungen.
Vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren, sowie eine Vorrichtung zur Herstellung von Kanälen aus Gips oder ähnlichem Materiale zur Verlegung von Kabeln u. dgl. Das Wesen der Erfindung besteht darin, in an entsprechenden Stellen der Mauer vorgesehenen bezw. bei bereits verputzten Wänden, in besonders hergestellten Aussparungen, mit Hilfe geeignet gestalteter Formstücke zur Aufnahme von Kabeln und Leitungsdrähten bestimmte und entsprechend geformte Kanäle, vorteilhaft aus Gips herzustellen, wobei die Formstücke derart ausgebildet sind, dass ein leichtes Herausziehen derselben aus dem bereits fertig gestellten Kanale in den anschliessenden, noch zu verfertigenden Teil der Maueraussparung ermöglicht ist.
Für die Herstellung der zur Aufnahme von Abzweigstelle u. dgl. bestimmten freien Querschnitte ist die Verwendung eines besonderen, geeignet geformten Kernstückes erforderlich. Um jede Kabelleitung isoliert zu lagern, ist das mehrteilige Formstück mit Uandleisten versehen, durch welche im Vereine mit dem zwischen den Hälften des Formstückes eingefügten Metallbande in der Längsrichtung des Kana ! es verlaufende Nuten gebildet werden, welche zur Aufnahme bezw. als Stützflächen eines aus entsprechend imprägnierten bezw. aus Isolationsmaterial bestehendem Trennungsbande bestimmt sind. Durch dieses Trennungsband ist eine vollständige, jeglichen Kurzschluss ausschliessende Scheidung der einzelnen Kabel bezw. Leitungsdrähte bewirkt.
Die Art und Weise der Herstellung der Kanäle, sowie die hiezu erforderlichen Vorrichtungen sind auf beiliegender Zeichnung veranschaulicht, und zwar zeigt : Fig. 1 in Draufsicht einen offenen Kanal mit in der. Anfangslage eingelegtem Formstücke und einen bereits teilweise ausgegipsten Kabelkanal ; Fig. 2 einen Schnitt nach der Linie A-B der Fig. l ; Fig. 3 einen mit Handgriff versehenen Kern zwecks Herstellung der Öffnungen für die Anschlussstellen : Fig. 4 eine mit Hilfe eines solchen Kernes hergestellte Öffnung ; Fig. 5 einen abnehmbaren Verschlussdeckel für die in Fig. 4 dargestellte Öffnung ; Fig. 6 die Vorderansicht des Formstückes mit den zwecks bequemeren Herausschieben derselben vorgesehenen Handgriffen ; Fig. 7 eine Seitenansicht hievon ;
Fig. 8 das Schaubild einer besonderen Ausführungsform des Formstückes mit, zwecks leichteren Herausschiebens derselben. in entsprechend vorgesehene Nuten eingefügter Handhabe. Fig. 9 einen Kabelkanal mit oberhalb desselben eingegipstem Metallstreifen ; Fig. 10 einen fertiggestellten Kanal mit bereits eingelegten und voneinander isolierten Kabeln bezw. Leitungsdrähten.
Nach dem vorliegenden Verfahren werden an den entsprechenden Stellen der Mauer vertikale, horizontale oder schräg liegende Kanäle 1 freigelassen oder bei bereits verputzten Wunden ausgespart, in welche die aus zwei Teilen 2 und.3 bestehenden Formstücke mit Hilfe von federnden Klammern 4 eingesetzt und festgehalten werden. Jede der beiden hälften des Formstückes erhält zweckmässig rechteckigen Querschnitt. Zwischen diesen beiden Teilen 2 und 3 des Formstückes wird durch die Klammer 4 gleichzeitig ein Streifen 5 aus widerstandsfähigem Materiale, zweckmässig aus Metall festgeklemmt.
Das eine Ende jeder Formstückhälfte ist mit einem beliebig gestalteten Handgriff 6 bezw. 7 versehen, um das Herausziehen des Formstückes aus der Form zu ermöglichen. Zu dem nämlichen Zwecke besitzt auch das Metallband 5 an dem einen freien Ende eine Handhabe 8.
Da nach vollführtem Um gipsen des Formstückes zweckmässigerweise vorerst das Herausziehen des Metallbandes 5 erfolgen muss, ist das Metallband durch einen in der Handhabe 7 vorgesehenen Schlitz 9 hindurchgeführt, wie dies aus Fig. 6 ersichtlich ist.
Die Formstückhälften, welche aus Stahl oder gegebenenfalls aus Magnalium hergestellt worden können, besitzen entweder vollen Querschnitt oder sind, wie in Fig. 8 ersichtlich, zur Verringerung des Gewichtes hohl ausgebildet. Zwecks Herausschiebens des Formstückes ist es jedoch besonders bei den hohl ausgebildeten Formstücken vorteilhaft, an dem einen
Ende einen entsprechenden Toil des Hohlraumes des Formstückes mit einem harten Material ; M, zweckmässig mit verzinntem Eisen oder dgl. auszufüllen und sowohl in dem
Material des Formstückes, wie auch in dem eingefügten Körper einen vertikalen durch- gehenden Scb ! it/ j ! anzubringen.
Eine in diesen Schlitz 11 eingeführte Handhabe 12 er- möglicht beim Zielten an derselben ein leichtes und richtiges Herausschieben der Teile des Formstückes aus dem bereits geformten Kanäle.
Die beiden Hälften 2 und 3 des Formstückes sind an den einander zugekehrton
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des zur Aufnahme des Trennungsbandes 14 bestimmten Schlitzes beim Herausziehen des Zwischenbandes 5 zu vermeiden. Bei Beginn der Gipsarbeit wird das erste Formstück mittels zweier Klammern 4 eingeführt, welch letztere ein Zusammenhalten der einzelnen Teile des Formstückes zur Erzielung eines gleichförmigen Kanalquerschnittes bewirken und gleichzeitig den untersten Teil des Formstückes von der Wandfläche in ganz bestimmter Entfernung halten. Mit fortschreitender Eingipsung wird die eine Klammer 4 immer mehr gegen das noch freie Ende des Formstückes verschoben.
Sobald letzteres fast vollständig eingegipst ist, lässt man das Flillmiiterial verhärten, zieht zuerst das zwischen den beiden Hälften des Formstückes benndliche Band 5 heraus, so dass dasselbe innerhalb des Kanales durch den entstehenden Zwischenraum leicht gelockert werden kann und schiebt hierauf das Formstück selbst durch Zug an den Handgriffen 6 und 7 bezw. an der in den Schlitz 11 eingeführten Handhabe 12 in den noch nicht gefüllten Mauerkanal 1 so weit, dass das eine Ende des Formstückes gedade noch von der Gipsfüllung festgehalten wird. Dadurch wird im weiteren Verlaufe des Verfahrens für das Zusammenhalten der Formstückhälften 2 und 3 nur mehr eine Klammer 4 benötigt.
Es erscheint zweckmässig, die beiden Hälften des Formstückes, wie auch das dazwischen befindliche Stahlband 5 vor dem Gebrauche auzufetten, um ein leichtes Herausziehen der einzelnen Teile aus der Form ohne Ab- bröckelung der Kanalwände zu ermöglichen. Nach Herausnahme des Formstückes wird der freigelassene Kanal durch Einschieben eines Streifens 14 auf paraffiniertem oder asphaltiertem Pappdeckel oder einer anderen gut isolierenden Masse in die von den Leisten 13 und dem Metall bande 5 gebildeten Nuten 15 in zwei Teile getrennt, deren jeder zur Aufnahme einer Kabelleitung 16, 17 Verwendung findet.
Zur Herstellung von Öffnungen 20, welche zur Aufnahme von Abzweigdosen oder dgl. dienen, benützt man zweckmässig einen zylindrischen Kern 21 mit Handgriff 22. Der am oberen Teile des Kernes vorstehende Rand 23 bildet in der Gip & masse einen zur Aufnahme eines Verschlussdeckels 24 geeigneten Ansatz 25.
Das Kernstück21 wird ebenso wie das Formstück eingegipst und erst nach dem Erhärten des Füllmaterials wieder herausgenommen, so dass hiedurch der zur Aufnahme der Ab- zweigdose dienende freie Raum 20 gebildet wird. Das Kernstück 21 kann Aussparungen 26 von dem Qnerschnittprofil des Formstückes 2 und 3 erhalten, welch letztere bei Beginn der Arbeit in diese Aussparungen eingeführt werden, wodurch ein reines Ausarbeiten der
Abzweigstelle ermöglicht wird. Um die fertiggestellten Kanäle gegen mechanische äussere Uescbädiguug zu schützen, kann iu bekannter Weise oberhalb des Kanales ein Metall- streifen 27 (Blech oder dünnes Walzeisen) eingegipst werden (Fig. 9).
In manchen Fällen ist es vorteilhafter, diese Kabelkanäle ausserbalb der zu ihrer
Aufnahme bestimmten Maueraussparung fertigzustellen und sie dann in die Mauer zu ver-
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dadurch gekennzeichnet, dass zwischen den beiden Hälften (2 und 3) eines zweiteiligen Forlllstlichs ein aus widerstandsfähigem Material bestehendes Band (5) eingelegt wird, welches eine grössere Breite besitzt als der fertigzustellende Kanal, so dass nach dem Entfernen des Bandes (5) nach erfolgtem Erhärten der Füllmasse ein Spielraum entsteht, der es ermöglicht, auch die beiden Hälften (2 und 3) des Formstückes leicht zu entfernen und überdies in den fertiggestellten kanälen Längsnuten (15) geschaffen werden,
in welche zwecks Bildung eines Doppelkanales ein Streifen (14) aus Isoliermaterial eingeführt wird.