AT210571B - Verfahren zur Herstellung eines Mittels zur dauernden Haarverformung - Google Patents

Verfahren zur Herstellung eines Mittels zur dauernden Haarverformung

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Description


   <Desc/Clms Page number 1> 
 



  Verfahren zur Herstellung eines Mittels zur dauernden
Haarverformung 
Die Erfindung betrifft die Herstellung und Verwendung eines Mittels zur dauernden Formveränderung von insbesondere lebenden Haaren und ähnlichen Fasern, welches organische Siliciumverbindungen enthält. 



   Viele organische Siliciumverbindungen werden durch verschiedene Einflüsse, wie Wärme, ultraviolette Strahlen, Hydrolyse, Katalysatoren u. dgl. polymerisiert. Auf diese Weise entstehen Öle und mehr oder minder harte bzw. mehr oder minder glänzende Harze, die man allgemein Silikone nennt. 



   Die meisten der auf diese Weise erhaltenen Harze sind vollkommen unschädlich. Diese Tatsache gab, im Verein mit andern besonderen   Vorzügen   der Silikonharze, Veranlassung zu einer Verwertung dieser Produkte in der Kosmetik. Man hat daher bereits bekannte Silikone für verschiedene Verwendungszwecke vorgeschlagen, beispielsweise für Brillantine, Hautschutzcremes, Dauerwellpräparate   u. dgl.   



   Es sind auch bereits Verfahren zur Erzielung einer dauerhaften Formveränderung des Haares bekannt, bei denen man das Haar in geeigneter Weise mit einer elastischen, aber doch ziemlich starren dünnen Hülle polymerisierte organischer   Siliciumverbindungen überzieht ;   das Keratin des Haares muss jedoch vorher in geeigneter Weise erweicht werden. Eine derartige Vorbehandlung führt zwar zu einem Dauererfolg, aber diese Art der Dauerwellung erfordert wenigstens zwei ganz unterschiedliche Behandlungen. 



   Die Erfindung betrifft nun ein neuartiges Dauerwellenpräparat, bei dessen Anwendung esnichtnotwendig ist, das Keratin vorher zu erweichen und welches eine organische Siliciumverbindung der allgemeinen Formel 
 EMI1.1 
 enthält, worin n eine Zahl von 1 bis einschliesslich 3 bedeutet. Unter diese Formel fallen die folgenden Produkte :
1.   Trimethylsilyl-mono-thioglykolat   der Formel 
 EMI1.2 
 2. Dimethylsilyl-di-thioglykolat der Formel 
 EMI1.3 
 

 <Desc/Clms Page number 2> 

 3.   Monomethylsilyl-tri-thioglykolat   der Formel 
 EMI2.1 
 
 EMI2.2 
 
 EMI2.3 
 
 EMI2.4 
 
 EMI2.5 
 

 <Desc/Clms Page number 3> 

 



   Löst man beispielsweise 6g Dimethylsilyl-di-thioglykolat in 50   cm*   eines 50% Äthylalkohol enthaltenden Alkohol-Wasser-Gemisches und stellt man mit Ammoniak den pH-Wert auf   9, 5 ein, so   erfolgt die Hydrolyse sofort. Überdies kann man, da diese Reaktion exothermisch ist, auch ohne Wärmezufuhr von aussen die Wirksamkeit der in Freiheit gesetzten Thioglykolsäure erhöhen. 



   Schliesslich sind die bei   dieser Hydrolyse entstehenden Silanolpolymere wertvolle Mittel   zum Schutze des Haares, das sie durch Steigerung von Glanz und Geschmeidigkeit verschönern und dessen Kämmen sie erleichtern. 



   Anschliessend werden beispielsweise, jedoch ohne Einschränkung,   einige Ausführungsmöglichkeiten   des erfindungsgemässen Verfahrens für Dauerwellen beschrieben. 
 EMI3.1 
    Alkohol enthaltendenAlkohol-Wasser-Mischung10, 4g Dimethylsilyl-di-thloglykolat   auf und füllt mit dem   gleichen Alkohol-Wasser-Gemisch auf100 cms   auf. Man erhält eine Flüssigkeit vom pH-Wert 9, 5, die man in der für Kaltwelle mit Thioglykolaten üblichen Weise verwendet. Diese Behandlung verleiht aber dem Haar grössere Geschmeidigkeit und höheren Glanz, als man mit einer wässerigen Lösung von 8% Ammoniumthioglykolat erzielt, deren pH-Wert mit Ammoniak auf 9, 5 eingestellt worden ist. 



   2. Lauwarme Welle. 



   Man gibt 11 cm3   20% igues   Ammoniak zu 50 crn3 eines 50% Alkohol enthaltenden Alkohol-WasserGemisches zu. Kurz vor der Anwendung löst man in dem Gemisch 3, 9g Dimethylsilyl-di-thioglykolat auf. 



  Man erhält eine Lösung vom PH-Wert 9, 5, die man in der für lauwarme Welle mit Thioglykolaten üblichen Weise, jedoch unmittelbar nach ihrer Herstellung, verwendet. Die erzielten Ergebnisse sind mindestens so befriedigend als mit einer 3%igen Lösung von Alkalithioglykolat, die man mit Ammoniak auf PH = 9, 5 eingestellt hat. 



   3. Ein anderes Beispiel der lauwarmen Welle. 



   Man stellt kurz vor Gebrauch eine Dispersion folgender Zusammensetzung her :
Dimethylsilyl-di-thioglykolat 3, 9 g
Kondensationsprodukt aus Ölsäure und Äthylenoxyd   (sogenanntes"Cemulsol   A") 3 g
Polyoxyäthylenderivat des Sorbitanmonooleates   (sogenanntes"Tween   80") 1, 5 g
Ammoniak bis zum PH = 9, 5
Wasser zum Auffüllen auf 100 cm3
Die angeführten Beispiele betreffen die Verwendung von   Dimethylsilyl-di-thioglykolat,   aber es können selbstverständlich erfindungsgemäss auch Trimethylsilyl-mono-thioglykolat oder Monomethylsilyl-   - tri-thioglykolat oder Mischungen   zweier oder dreier dieser Komponenten, je nach gewünschtem Ergebnis, verwendet werden. Jede dieser drei Verbindungen kann überdies ohne grösseren Nachteil auch im rohen Zustand verwendet werden. 



   Das erfindungsgemäss hergestellte Präparat kann nicht nur für lebendes Haar (zum Dauerwellen oder Glätten desselben), sondern auch für ähnliche, insbesondere tierische Fasern wie Wolle verwendet werden, wobei diese Fasern entweder im rohen Zustand oder als ungefärbtes oder bereits gefärbtes textiles Flächengebilde vorliegen können. Die angeführten Beispiele sollen jedoch die Anwendung der Erfindung in keiner Weise einschränken. 

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Claims (1)

  1. PATENTANSPRÜCHE : 1. Verfahren zur Herstellung eines Mittels zur dauernden Haarverformung mit einem Gehalt an organischen, SH-Gruppen enthaltenden Verbindungen, dadurch gekennzeichnet, dass man unmittelbar vcr der Anwendung eine Verbindung der allgemeinen Formel EMI3.2 in der n eine Zahl von 1 bis einschliesslich 3 bedeutet, mit einer ein fällungsverhinderndes Mittel enthaltenden wässerigen Lösung vermischt, wobei die zugesetzte Menge dieser Verbindung einer Thioglykolsäu - remenge von höchstens 81a des gesamten Mittels entspricht. <Desc/Clms Page number 4>
    2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der wässerigen Lösung ein alkalisierendes Mittel in einer solchen Menge zugesetzt wird, die zur Neutralisation der durch Hydrolyse freisetzbaren Thioglykolsäure genügt.
    3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass als fällungsverhindemdes Mittel ein niedriger aliphatischer Alkohol verwendet wird.
    4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass gleiche Anteile an Wasser und Äthylalkohol verwendet werden.
    5. Verfahren nach Anspruch l, dadurch gekennzeichnet, dass als fällungsverhinderndes Mittel ein Emulgier- und bzw. oder Dispergiermittel verwendet wird.
    6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass ein wässeriges Medium mit einem Gehalt an einem nicht. ionogenen, kapillaraktiven Mittel verwendet wird.
AT107958A 1956-08-04 1957-08-03 Verfahren zur Herstellung eines Mittels zur dauernden Haarverformung AT210571B (de)

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