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Verfahren zur Herstellung hohler Glasgegenstände
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Herstellung hohler Glasgegenstände durch Aus- schleudern einer Glasmenge in einer sich drehenden, wenigstens im wesentlichen konischen und vorzug- weise unrunden Hohlform, wobei gleichzeitig durch einen sich ebenfalls drehenden Stempel ein Druck auf die Glasmenge ausgeübt wird.
Bekanntlich können solche hohlen Glasgegenstände mir einer wenigstens im wesentlichen konischen Form, z. B. Konusse für Elektronenstrahlröhren, dadurch hergestellt werden, dass eine Menge flüssigen Glases einer Matrize zugeführt wird, welche darauf gedreht wird, wodurch das Glas sich über die Wand der Matrize ausbreitet. Dieses Verfahren hat u. a. den Nachteil, dass die Einrichtung, durch welche das Verfahren ausgeübt wird, grossen Zentrifugalkräften unterworfen ist, so dass es notwendig ist, umständliche Sicherheitsmassnahmen vorzusehen.
Bei diesen bekannten Verfahren kann man die Innenseite des Halses des Gegenstandes dadurch ge- staten, dass man ein fingerartige Organ gegen diesen Halsteil drückt und dieses fingerartige Organ unter Heranziehung der Reibungskräfte zwischen seiner Oberfläche und der Oberfläche des Glases auf Grund der Rotation des Glases in Umdrehung versetzt.
Es ist auch bekannt, die vorstehend geschilderten Gegenstände durch Pressen herzustellen. Bei diesem Verfahren wird eine Menge Glas in eine stillstehende Matrize eingeführt und darauf durch einen Stempel in die erwünschte Form gepresst. Dieses Verfahren wirkt zufriedenstellend für die Herstellung kleiner Glasgegenstände, aber die zum Pressen erforderliche Kraft bei der Herstellung grosser Gegenstände, z. B. mit einem Durchmesser des grössten Querschnittes von 50cm oder mehr, ist sehr gross.
Auch ist ein Verfahren zur Herstellung hohler Glasgegenstände durch Ausschleudern einer Glaanenge in einer sich drehenden, wenigstens im wesentlichen konischen Hohlform bekannt, wobei gleichzeitig durch einen Stempel, der infolge der Reibungskräfte zwischen der Glasmasse und diesem Stempel von der durch die rotierende Hohlform in Umdrehung versetzten Glasmasse mitgenommen wird, einikuckwf die Gasmenge ausgeübt wird. Die Erfindung bezweckt die Herstellung von hohlen Glasgegenständen, die wenigstens im wesentlichen eine konische und vorzugsweise unrunde Gestalt haben durch ein Verfahren, bei welchem die geschilderten Nachteile beseitigt werden.
In der Patentschrift Nr. 1535 der Deutschen Demokratischen Republik ist eine Glasschleudermaschine beschrieben, bei der die Formbildung des Glaskörpers durch Schleuderwirkung der Glasmasse in einer rotierenden Glasform erfolgt, wobei die innere Formbildung derselben durch einen entgegengesetzt drehenden Auftreibdorn oder durch Vakuum erzielt wird. Diese Glasschleudermaschine hat den Nachteil, dass sie nur für die Herstellung von Glaskörpern geeignet ist, die einen kreisrunden Querschnitt aufweisen, da Glaskörper mit etwa rechteckigem oder ovalem Querschnitt eine entgegengesetzte Rotation der Glasform gegenüber dem Auftreibdorn nicht zulassen.
Ausserdem bringt die gegensinnige Drehung der Form und des Auftreibdornes den Nachteil mit sich, dass innerhalb der noch verformbaren Glasmasse eine starke innere Reibung auftritt, welche mit einem erheblichen Energieaufwand verbunden ist. Überdies lassen sich mit dieser Maschine nur glatte kreisrunde Gegenstände herstellen, da auf den Profilflächen der Glasform und des Auftreibdornes vorhandene Profilierungen infolge der Bewegung der Glasmasse sich auf der Oberfläche der hergestellten Gegenstände nicht ausbilden könnten.
Bei dem Verfahren nach der Erfindung werden die Hohlform und der Stempel, dessen Aussenform der
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des Glasgegenstandesinfolge der Drehung etwas über die Wand verbreitert ist und der sich drehende Stempel die weitere Formgebung besorgt.
Ein wichtiger Vorteil des Verfahrens nach der Erfindung ist der, dass der Stempel dem Gegenstand seine Form erteilt. Die Wand des Gegenstandes kann dadurch eine Form erhalten, die ohne besondere
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werden, dessen Querschnitt unrundstimmten Stellen anhäuft.Bei dem Verfahren nach der Erfindung braucht die Matrize ausser dem erforderlichen, unrunden Querschnitt keine besondere Gestalt zu haben, so dass eine einfachere Matrize genügen kann.
Die gleichsinnige Rotation mit gleicher Winkelgeschwindigkeit von Stempel und Form bringt ferner den Vorteil mit sich, dass keine unnötige innere Reibung in der verformbaren Glasmasse auftritt, welche Tatsache zu einem minimalen. Energieaufwand der Antriebsmittel führt.
Besonders bei Fernsehröhren kann es erforderlich sein, die Konuswand örtlich dünner zu machen, da an dieser Stelle ein Stück Metall eingeschmolzen werden soll, das mit einer Schicht in Berührung kommt, die auf der Innenseite der Röhre angebracht wird. Da jedoch bei dem üblichen Zentrifugalverfahren die Wand überall eine im wesentlichen gleiche Stärke hat und es also- keine Stelle mit der erforderlichen gerinen Glasstäke gibt, kann die Einschmelzung des Stückes Metall Schwierigkeiten bereiten. Bei dem Verfahren nach der Erfindung kann die Wand auf einfache Weise örtlich. etwas dünner gepresst werden.
Die Erfindung wird an Hand eines Ausführungsbeispiels naher erläutert. Fig. 1 zeigt schematisch und teilweise in einem Schnitt eineEinrichtung zur Durchführung des erfindungsgemässen Verfahrens und Fig. 2 eine Draufsicht der Matrize nach Fig. 1
Die Einrichtung hat ein Gestell 1 mit einem drehbaren Tisch 2, auf den eine Matrize 3 gestellt werden kann. Wie aus Fig. 2 ersichtlich ist, hat die Matrize eine im wesentlichen konische Höhle mit einem grösseren Querschnitt 4, der unrund ist. Auf der oberen Seite der Matrize sind ein Ring 5 und ausserdem zwei Stifte ss mit einem konischen Ende vorgesehen.
Am Gestell 1 ist weiter ein Oberstempel 7 angebracht, dessen Form der der Matrizenhohle entspricht.
Der Oberstempel'7 hat zwei Öffnungen 8, die den Stiften ss der Matrize 3 entsprechen und durch die der Stempel gegenüber der Matrize zentriert werden kann. Der Oberstempel 7 kann um die Hohlwelle 9 im
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Kolben befestigt Ist,sorgt, jedoch dafür, dass das Glas gleichmässig über die Wand verteilt wird. Für die Wahl der Umdrehungszahl ist nicht allein der Durchmesser des Gegenstandes massgebend, sondern vor allen auch die (ungefähre)
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