AT209004B - Diagnosticum - Google Patents

Diagnosticum

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AT209004B
AT209004B AT764758A AT764758A AT209004B AT 209004 B AT209004 B AT 209004B AT 764758 A AT764758 A AT 764758A AT 764758 A AT764758 A AT 764758A AT 209004 B AT209004 B AT 209004B
Authority
AT
Austria
Prior art keywords
phenylazo
pyridine
diamino
urine
azo dye
Prior art date
Application number
AT764758A
Other languages
English (en)
Inventor
Walter Dr Sigg
Emil Kuelling
Niklaus Schaffluetzel
Original Assignee
Cilag Ag
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  • Investigating Or Analysing Biological Materials (AREA)

Description


   <Desc/Clms Page number 1> 
 



  Diagnosticum 
Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein Diagnosticum zum peroralen Nachweis des Vorhan- denseins von Magensäure. 



   Das Diagnosticum enthält als magensäureanzeigenden Farbstoff ein Azoderivat aus der Klasse des
3-Phenylazo-2,6-diamino-pyridin. Dieser Farbstoff wird mit einer amphoter reagierenden Substanz, die in Wasser und verdünnten Mineralsäuren wenig löslich ist und deren isoelektrischer Punkt unter 7 liegt, zusammen granuliert, das so erhaltene Granulat gepresst und der erhaltene Pressling In   ttbliciter Weise   dragiert. 



   Segal, Miller und Morton beschreiben eine sondenlose Methode zum Nachweis von   Mageaazididtt   in Proc. Soc. Exptl. Biol. & Med. [1950] 74, S. 218 uff. Danach wird ein Kationenaustauscher mit Chinin beladen. Dieser Harz-Chinin-Komplex wird peroral verabreicht. Im Magen wird durch   verhandel   Salzsäure das Chinin herausgelöst und im Urin ausgeschieden. Das Chinin muss aus dem Urin mit Äther amgezogen und dessen Quantität fluorophotometrisch bestimmt werden. 



   Es ist auch schon vorgeschlagen worden, 3-Phenylazo-2,6-diamino-pyridin als Magensänrediagnosticum zu verwenden, indem man diesen Stoff auf einen Anionenaustauscher aufzieht (vgl. franz. Patentschrift   Nr. 1. 122. 988   bzw.   brit. Patentschrift Nr. 779, 303).   Versuche mit einem   solchen Präparat haben   aber gezeigt, dass es verschiedene Nachteile besitzt, z. B.

   Schwierigkeit bei der praktischen   Verwendung,   weil infolge des geringen Bindungsvermögens des Austauschers gegenüber   3-Phenylazo-2,     6-di. amfB-   - pyridin viel zu grosse Mengen eingenommen werden müssen, weiter zu unsichere bzw.   langzame   und sehr verzögerte Abgabe des Farbstoffes an den Magensaft, wodurch man Werte erhält, die keine eindeutige Differenzierung der vorliegenden Verhältnisse erlauben. 



   Überraschenderweise wurde nun gefunden, dass bei Kombination des 3-Phenylazo-2,   6-dlamin ! y-   ridin mit einer amphoteren Substanz, die die eingangs aufgestellten Bedingungen   erftllt,   die   vmerwahn-   ten Nachteile nicht auftreten. Es wird im Gegenteil möglich, bereits 1 1/2 Stunden nach Einaahme des erfindungsgemässen Diagnosticums die Magensalzsä ure durch die Färbung im Urin   nachzttweieBs. Dte In-   tensität der Urinfärbung gestattet die   Differenzierung : Anazidität/Subazidität/Normaziditat.   



   Als Farbstoff wird, wie schon   erwähnt,     ein Azoderivat   aus der Klasse des 3-Phenylazo-2,6-diamino-pyridin verwendet. Man kann das 3-Phenylazo-2,6-diamino-pyridin selbst, aber auch ein Derivat, das 
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B.-2,6-diamino-pyridin, verwenden. 



   Als amphotere Substanzen, welche in verdünnten Mineralsäuren unlöslich sind und einem   itaeleCci-     schen   Punkt unter 7 besitzen, eignen sich vorzugsweise bestimmte Proteine. Diese sollen selbstverständlich für den Menschen vollständig ungiftig sein. Man kann z.B. verwenden: Zein, Glycistin (Seja-Dohnen-Protein), Legumin, Reisgliadin, Kafirin usw. proteine, deren isoelektrischer Punkt unter 7 liegt, sind von F. A. Caonka et al untersacht worden (Journ.AmChem.Soc.48 [1926] S. 763-766). 



   Es soll im folgenden beschrieben werden, in welcher Weise das Diagnosticum hergestellt and wie der Test durchgeführt wird. 

 <Desc/Clms Page number 2> 

 



   1. Herstellung des Diagnosticums. 



   50 Teile 3-Phenylazo-2,   6-diamino-pyridin, 50   Teile   Zein, 2,   5 Teile Tragant und 2, 5 Teile Gummi Arabicum werden in üblicher Weise granuliert. Das erhaltene Granulat wird mit Hilfe von Magnesiumstearat und Talk zu Tabletten verpresst und die Tabletten in üblicher Weise dragiert. Ein Dragee enthält nun 50 mg Farbstoff, 50 mg Zein und je 2,5 Teile Traganth und Gummi Arabicum. 



   Das Gewichtsverhältnis Farbstoff zu Trägersubstanz kann in gewissen Grenzen variiert werden. Ein Dragee, das 50 mg 3-Phenylazo-2,6-diamino-pyridin und 40 mg Zein enthält, ergibt ebenfalls befriedigende Resultate. Es hat sich als vorteilhaft erwiesen, gleiche Gewichtsmengen an Farbstoff und Trägersubstanz zu verwenden. Die Erhöhung des Verhältnisses Trägersubstanz zu Farbstoff ist selbstverständlich nur durch praktische Erwägungen begrenzt. Nimmt man beispielsweise 300 Teile Zein auf 50 Teile Farbstoff, so wird ein Dragée bereits etwas voluminös und von den Personen nicht mehr gerne geschluckt. 



   2. Durchführung des Tests. 



   Der Test wird am zweckmässigsten am frühen Morgen in völlig nüchternem Zustand durchgeführt, wobei insbesondere jede Zufuhr von Alkohol absolut zu verbieten ist. In den vorausgegangenen 8 Stunden darf nicht gegessen oder getrunken werden. Auf amidopyrinhaltige schmerzstillende Mittel, bestimmte   Abführmittel,   verschiedene urinfärbende Medikamente oder Nahrungsmittel soll am Vortag verzichtet werden. Körperanstrengungen sind während der Testdauer zu vermeiden. Bei Bettlägerigen ist es empfehlenswert, während der Testdauer nicht ständig dieselbe Lage zu behalten. a) Zu Beginn des Tests werden zwei Tabletten mit Coffein mit einem halben Glas Wasser (zirka 50   cm*)   eingenommen. Vorgängig soll die Entleerung der Harnblase erfolgen. Dieser Urin wird nicht zu diagnostischen Zwecken benötigt. 



   Dank der durch Coffein angeregten Diurese wird der im normaziden Magen freigesetzte Farbstoff innerhalb   11/2   Stunden in ausreichender Konzentration ausgeschieden. 



   Der Magensaft kann auch bei Abwesenheit von Salzsäure sauer reagieren, falls er Milchsäure enthält. 



  Milchsäure wird durch Coffein innerhalb kurzer Frist gebunden. Coffein regt bekanntlich die Magensaftsekretion an. b) 1 Stunde nach der Einnahme der Coffein-Tabletten wird die Blase entleert, dieser Urin dient zur   Kontrolluntersuchung.   Nun werden 3 der erfindungsgemässen Test-Dragées ganz, nicht zerkaut eingenommen. 



   Der dank besonderer Dragée-Zubereitung bei tiefen   Pa-Werten   schnell, bei höheren immer langsamer freigesetzte Farbstoff wird relativ schnell resorbiert und ausgeschieden. Die Beschaffenheit der Testdragees ist derart auf die   PH-Verhältnisse   im Magen abgestimmt, dass die bei verschiedenen PH-Werten abgegebenen Mengen Farbstoff stark voneinander abweichen. Die im normaziden Magen freigesetzte 
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Einnahmecharakteristischen Verfärbungsgrad nachweisen. Bei Subaziden und Anaziden erfolgt die Farbstoffabgabe aus den Dragées im Magen in so geringem Ausmass, dass im 11/2-Stunden-Urin kein Farbstoff oder nur geringe Mengen davon nachweisbar sind. 



   Der   1 1J2   Stunden nach der Einnahme der erfindungsgemässen Test-Dragées entleerte Urin wird mit Wasser auf 200   cms   aufgefüllt und zur Untersuchung verwendet. Die Untersuchung ist baldmöglich vorzunehmen. Dazu sind erforderlich :
Reagensröhrchen mit 11 mm Innendurchmesser (PhHV-Konform), da die Farbenskala auf diese Schichtdicke abgestimmt ist   zigue   Salzsäure, mit welcher Konzentration die Farbenskala standardisiert wurde. 



   Durch Zusatz von   2iger Salzs ure   zu gleicher Menge derart verdünntem Urin (z.   B.   je 5   cm')   werden die genuinen Hamfarbstoffe grösstenteils zerstört, wie ein Versuch mit Kontrollurin nach analoger Verdünnung beweist. Die nun intensivere Rotfärbung zeichnet sich daher durch einen reinen, leicht mit einer Standardfarbenskala zu vergleichenden Farbton aus. Die Färbung wird durch die Bildung der salzsauren Salze von 3-Phenylazo-2, 6-diamino-pyridin und seiner Metaboliten hervorgerufen. 

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Claims (1)

  1. Sowohl der Kontroll- als auch der 11/2-Stunden-Urin sollen sofort nach der Versetzung mit Salzsäure mit der Farbenskala verglichen werden, da beim Stehen der Kontrollurin nachdunkeln, der 11/2-Stunden-Urin heller werden kann. EMI2.2 PATENTANSPRÜCHE : 1. Diagnosticum zur peroralen Bestimmung der Magensäure, insbesondere in Form eines Dragées, mit einem Azofarbstoff als Farbindikator, dadurch gekennzeichnet, dass es als Azofarbstoff einen solchen aus <Desc/Clms Page number 3> der Klasse des 3-Phenylazo-2,6-diamino-pyridins zusammen mit einer amphoteren Substanz, die in verdünnten Mineralsäuren unlöslich Ist und einen isoelektrischen Punkt unter 7 aufweist, enthält.
    2. Diagnosticum nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass es als Azofarbstoff 3-Phenylazo- 2,6-diamino-pyridin und als amphotere Substanz ein Protein enthält.
    3. Diagnosticum nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass es als Azofarbstoff 3-Phenylazo- 2, 6-diamino-pyridin und als amphotere Substanz Zein, vorzugsweise in gleichen Gewichtsmengen, enthält.
AT764758A 1957-11-05 1958-11-03 Diagnosticum AT209004B (de)

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