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Glasbaustein, insbesondere Glashohlbaustein, mit mindestens einseitig vorhandener lichtlenkender Profilierung
Es sind Glashohlbausteire bekannt, welche glatte äussere und in zahlreiche parallele Prismen unterteilte innere Lichtdurchtrittsflächen aufweisen. Es ist auch schon vorgeschlagen worden, bei Glashohlbausteinen mit dieser eben genannten Innenprismierung auf den äusseren Lichtdurchtrittsflächen ein System von die Innenprismen unter einem rechten Winkel kreuzenden Teilzylinderf1 chen vorzusehen.
Schliesslich sind auch Glasbausteine bekannt, die mindestens einseitig eine lichtlenkende Profilierung aufweisen, die von einer Vielzahl von nach Länge und Breite Bruchteile der lichtwirksamen Steinfläche einnehmenden Einzelflächen gebildet ist. Diese kleinen Einzelflächen bilden z. B. niedrige vierseitige Pyramiden, deren Seiten somit, ihrer unterschiedlichen Neigung wegen, das Licht verschieden lenken, was insgesamt zu einer Zerteilung des Lichtes führt.
Demgegenüber soll die vorliegende Erfindung einen Glasbaustein, insbesondere Glashohlbaustein, schaffen, dem jede beliebige, aber einheitliche lichtlenkende Funktion erteilt werden kann u. zw. unabhängig von einem gewünschtenfalls vorhandenen Zweckdekor, der auf bekannte Weise erzielt werden könnte, z. B. durch Prismen. Es sollen also nicht die optisch wirksamen Flächenwinkelungen das Dessin abgeben, sondern es soll jedes beliebige Dessin dadurch, dass es in seinen einzelnen Teilen zur Gegenfläche in einen bestimmten Winkel gebracht wird, optisch im Sinne einer einheitlichen Lichtlenkung wirksam gemacht werden. Es ist dabei völlig beliebig, ob es sich um geometrische, ornamentale, figurale oder sogenannte abstrakte Flächengliederungen handelt.
Ausgehend von einem Glasbaustein mit mindestens einseitig vorhandener lichtlenkender Profilierung, die von einer Vielzahl von nach Länge und Breite Bruchteile der lichtwirksamen Steinfläche einnehmenden Einzelflächen gebildet ist, kennzeichnet sich die Erfindung dadurch, dass von den Einzelflächen, die eben oder gekrümmt ausgeführt sind, mindestens ein erheblicher Teil, zweckmässig alle, gleiche Neigungsrichtung zu einer Bezugsebene aufweisen, die beispielsweise die plane, dem einfallenden Licht zugekehrte d. h. lichtwirksame Steinfläche sein kann.
Man kann nun so vorgehen, dass die gesamte lichtwirksame Steinfläche in kleine Teilflächen gleicher Neigungsrichtung aufgelöst wird oder man kann irgendeine Figur in eine Vielzahl von Einzelflächen zerlegen ; da diese eine bestimmte Neigung haben, ergibt sich eine der Neigung entsprechende Lichtlenkung, doch bleibt die Figur wahrnehmbar. Eine Vereinheitlichung der Gesamtwirkung erhält man, wenn sämtliche Einzelflächen geometrisch gleiche Form und auch grössenmässig und nicht bloss dem Sinne nach gleiche Neigung zur Bezugsebene besitzen und wenn man die Einzelflächen nach einem regelmässigen System von sich kreuzenden Zeilen und Kolonnen anordnet. Die Einzelflächen können Ebenen sein oder, unter Wahrung der Neigung der Basisflächen, eine konkave oder konvexe Krümmung erhalten.
In den sdhematischen Zeichnungen zeigen Fig. l die Erfindung schaubildlich in Anwendung auf einen Glashohlbaustein, der aufgebrochen dargestellt ist, mit regelmässig, untereinander gleichgeformten, planen Einzelflächen von zu einer Bezugsebene durchwegs gleicher Neigung ; Fig. 2 zeigt eine Einzelheit zu Fig. 1 an Hand eines Teilausschnittes aus einer Wand des Glashohlbausteines nach Fig. l und Fig. 3 eine etwas andere Ausführungsform, ebenfalls an Hand eines Teilausschnittes.
In Fig. 1 erkennt man die Steinhälften 1, 2, die aussen glatt sind, was jedoch nicht erfindungswesentlich ist. Die Einzelflächen 3 ergeben die lichtlenkende Profilierung in Form eines einfachen Karomusters, wobei jedoch die Einzelflächen, hier Quadrate, nicht mehr Pyramiden bilden, sondern in einer Schar von parallelen Ebenen liegen ; sie sind, anders gesagt, zu irgendeiner Bezugsebene im gleichen Winkel geneigt. Nach Fig. 2 bilden die Einzelflächen ein Rautenmuster, wobei die jeweils in einer Geraden liegen-
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den Rautenecken 4 vorspringen, während die diesen gegenüberliegenden RauteJ1ecken 5 dagegen zurückspringen. In beiden Fällen'entstehen infolge der einzelnen Quadrat-bzw.
Rhombusflächenin Verbindung mit der mehr oder minder planen oder ebenfalls in Teilflächen aufgelösten Gegenfläche des Glasbausteines Prismenwirkungen.
Es ist natürlich möglich, jegliche Einzelfläche, gleichviel ob regelmässig oder unregelmässig, abweichend von andern Einzelflächen zu neigen, um Lenkungseffekte bei durchfallendem Licht zu erhalten es können diese gleich oder verschieden stark (aber gleichsinnig) geneigten Teilflächen auch verschieden gross sein, um ein lebhaftes Formen-und Lichtspiel zu erzielen. Um eine deutliche Lichtlenkungswirkung zu erzielen, muss ein sehr erheblicher Teil dieser Einzelflächen das Licht nach derselben Richtung lenken, d. h. die gleiche Neigungsrichtung zu einer Bezugsebene und ungefähr gleiches Neigungmass aufweisen.
Es ist schon jetzt üblich, Glasbausteine mit lichtlenkender Funktion mit einem Lagekennzeichen zu versehen, z. B. ausgedrückt durch das an einer Kante eingeprägte Wort"oben"oder"lichtwarts" ; bei Glasbausteinen mit lichtlenkender Funktion ist die Einhaltung der richtigen Einbaulage wichtig. Es war bisher schwierig, quadratische oder rechteckige Glasbausteine herzustellen, die nach Drehung um 900 die Richtung ihrer Lichtlenkung, bezogen auf den Raum behielten. Das ist besonders bei prismierten rechteckigen Glasbausteinen nachteilig ; sie könnten, um ihre lichtlenkende Funktion zu bewahren, stets nur in einer Lage eingebaut werden, die durch die Lage der optisch wirksamen Prismen bestimmt war, woraus Verwendungsbeschränkungen resultieren können.
Die erfindungsgemässe Ausführung erlaubt es, ein und denselben rechteckigen Glasbaustein wahlweise in Hochformat oder in Querformat unter Beibehaltung seiner optischen, lichtlenkenden Funktion zu verlegen, sofeme die, wie dies Fig. 3 zeigt, Einzelflächen ähnlich wie Diagonalflächeneines Prismas ge- neigt sind. Auch dieser Gedanke ist von der konkreten Form der Einzelfläche unabhängig.
Bei einem so beschaffenen Glasbaustein kann die Markierung"lichtwarts"in die betreffende Bausteinecke verlegt werden, denn ein Glasbaustein, dessen lichtlenkende Einzelflächen nach Art von räumlichen Diagonalflächen geneigt sind, wird sowohl in der Quer-wie in der Hochstellung lichtlenkend wirksam sein, wobei die Richtung des in den umbauten Raum durch diesen Stein fallenden Lichts von den Stellungen des Steines nicht oder nur wenig beeinflusst ist. Natürlich ist diese Steinausbildung auch für quadratische Steine von Wert.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Glasbaustein, insbesondere Glashohlbaustein, mit mindestens einseitig vorhandener lichtlenkender Profilierung, die von einer Vielzahl von nach Länge und Breite Bruchteile der lichtwirksamen Stein- fläche einnehmenden Einzelflachen gebildet ist, dadurch gekennzeichnet, dass von den Einzelflächen, die eben oder gekrümmt ausgeführt sind, mindestens ein erheblicher Teil, zweckmässig alle, gleiche Neigungsrichtung zu einer Bezugsebene aufweisen.