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Einrichtung zur Regelung der Schallwiedergabe bei
Hörhilfegeräten
Bei den meisten gebräuchlichen elektroakustischen Hörhilfen erfolgt die Regelung der Lautstärke gegenwärtig auf rein elektrischem Wege, wozu in die zur Schallwiedergabevorrichtung führende Leitung ein Potentiometer eingeschaltet ist, welches nach den Erfordernissen des Einzelfalles eingestellt wird. Diese Art der Schallregelung befriedigt zwar in akustischer Hinsicht durchaus, aber das Potentiometer stellt einen ziemlich teuren Bestandteil vor, dessen Abmessungen auch trotz aller Fortschritte, welche die einschlägige Technik in Richtung der Verkleinerung solcher Teile und damit des gesamten Gerätes erzielt hat, noch relativ gross sind.
Nach einem in der Patentschrift Nr. 199237 behandelten Vorschlag. der sichauf Hörhilfegeräte bezieht, bei denen die von der Schallwiedergabevorrichtung hervorgebrachte Schallwirkung aber ein luftgefüll- tes Röhrchen in den Gehörgang übertragen wird, erfolgt die Regelung der Schallwiedergabe in der Weise, dass in diesem Röhrchen eine Drosseleinrichtung mit einstellbarem und zweckmässig auch nachregelbarem Durchlassquerschnitt eingefügt wird. Es hat sich dabei gezeigt, dass diese Drosseleinrichtung mit akustisch wirksamen zusätzlichen Hohlräumen versehen werden muss, durch deren Vorhandensein die Übertragungseigenschaften der Drosseleinrichtung eine Korrektur erfahren.
Die letztgenannte Regelungsart stellt gegenüber der mit Potentiometer erfolgenden rein elektrischen Regelung auch dann eine erheblich einfachere, billigere und akustisch voll befriedigende Regelungseinrichtung vor, wenn die vorhin genannten Hohlräume vorhanden sind, aber sie ist eben nur bei Hörhilfen mit Schlauchverbindung zwischen der Schallwiedergabevorrichtung und dem Gehörgang und nicht bei solchen Geräten brauchbar, bei denen zwischen dem Verstärker und der im Ohr sitzenden Schallwiedergabevorrichtung eine elektrische Verbindung besteht.
Wohl haben die Geräte der erstgenannten Art auf Kosten der zweitgenannte Bauweise eine grosse Verbreitung gewonnen, doch geht die Verkleinerung der Bauteile und damit der Gesamtabmessungen der Hörhilfegeräte immer weiter, so dass das Hörhilfegerät, welches schon als Ganzes innerhalb der Ohrmuschel sitzt und somit auch das vorhin genannte Röhrchen nicht mehr benötigt, bereits grössere Bedeutung anzunehmen beginnt. Für solche Geräte müsste man somit wieder auf die weiter oben angeführte rein elektrische Regelung zurückgreifen, die jedoch mit den gegenwärtig bekannten Einrichtungen deshalb kaum durchführbar sein wird, weil der zur Unterbringung des Gerätes vorhandene Raum an sich schon äusserst beschränkt ist.
Die vorliegende Erfindung weist einen einfachen Weg zur rein akustischen Regelung der Schallwiedergahe, der gegenüber dem Vorschlage gemäss Patentschrift Nr. 199237 den Vorteil grösserer Einfachheit bei universellerer Anwendbarkeit besitzt. Die Erfindung besteht darin, dass die rein akustisch vor sich gehende Regelung eingangseitig erfolgt und zwar durch Drosselung des Einsprechquerschnittes des Aufnahmemikrophons. Zweckmässig kann zur Drosselung dss Einsprechquerschnittes ein relativ zu diesem verschiebbares Drosselorgan dienen. Eine praktisch bewährte Bauweise eines Schallreglers nach der Erfindung besteht darin, dass als Drosselorgan ein auf der Mikrophonoberseite verschiebbares Plättchen dient, dessen eine Kon-
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der Stellung des Plättchens, freigibt oder in einem stetig zunehmenden Ausmasse verdeckt.
Der grosse Vor- teil einer solchen eingangseitigen Regelung besteht darin, dass sich, überraschenderweise, zusätzliche Massnahmen zur Korrektur des Frequenzganges, seien sie rein akustischer oder elektrischer Natur, er - übrigen was insbesondereauch gegenüber dem Regler, wie er in der Patentschrift Nr. 199237 beschrieben ist, einen unerwarteten, wesentlichen Vorteil vorstellt.
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Mit der deutschen Patentschrift Nr. 721670 ist vorgeschlagen, das Mikrophon eines Hörgerätes für Schwerhörige für zweiseitige Schallempfindlichkeit auszuführen und die eine Seite des Mikrophons durch einen drehbaren Schieber abdeckbar auszuführen, damit mar dadurch einen gerichteten Empfang erzielen kann. Gemäss diesem Vorschlag bleibt aber die eine Seite des Mikrophons jedenfalls unbedeckt, d. h. der iltere Vorschlag zielt nicht auf eine Regelung der Lautstärke des Empfanges ab, die mit der dort gezeigten Einrichtung auch weder beabsichtigt noch möglich ist. Es geht nur darum, die Beeinflussung der einen Seite der Membran des Kondensatormikrophons auszuschalten, wozu sie schalldicht abgedeckt wird.
In der schematischen Zeichnung sind drei Ausführungsarten der Erfindung als Beispiel für viele be-
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Abmessungen der Mikrophone (zirka 15 x 10 x 5 mm) einen Durchmesser von etwa 0, 3 - 0, 5 mm besitzt.
Gemäss Fig. l, 2 ist um ein mit dem Mikrophongehäuse 1 fest verbundenes Drehlager 3 ein Plättchen 4 drehbar, das mit seiner Steuerkante 5 die Öffnung 2 mehr oder weniger abdeckt. Die Wirkungsweise dieses Plättchens beruht darauf, dass die Steuerkante 5 zwischen zwei mit dem Mittelpunkt 3 konzentrischen Kreisbogen 6 verläuft, so dass, je nach der Winkelstellung des Plättchens 4, ein mehr oder minder grosser Teil der Einsprechöffnung 1 verdeckt ist. In der (strichliert gezeichneten) Endlage 4'des Plättchens 4 sei das Loch 2 gänzlich abgedeckt.
Im Beispiel nach den Fig. 3 und 4 ist das Plättchen 8, das dem Plättchen 4 der Fig. 1, 2 entspricht, nicht drehbar, sondern längs des Mikrophongehäuses l verschiebbar ; die Steuerkante ist mit 5 bezeichnet und muss natürlich nicht geradlinig sein.
Im Beispiel nach Fig. 5 ist das Mikrophongehäuse 1 im teilweisen Schnitt dargestellt. Die Einsprech- öffnung 2 wird durch einen konischen bis kugeligen Körper 9 mehr oder veniger verschlossen, der an einer Haltefeder 10 sitzt und durch Einschieben eines Keilorganes 11 zwischen Gehause und Feder, oder durch Verdrehen eines Exzenters in Richtung zur Öffnung 2 hin oder von dieser weg bewegt wird. Es ist aber leicht einzusehen, dass die Erfindungsidee sehr viele konstruktive Lösungen dem Fachmann offen lässt.
Der grosse Vorteil der erfindungsgemässen Regelung besteht darin, dass Massnahmen zur Korrektur des Frequenzganges nicht erforderlich sind. Wenn in Fig. 6 die Kurve a die Übertragungscharakteristik des Hör-
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eines Verschlusskörpers 9, Fig. 5. Der Unterschied der Dämpfung zwischen gänzlich offener und gänzlich abgedeckter Einsprechöffnung beträgt 40 - 45 Decibel, was einen für die Bedürfnisse der Praxis vollkommen ausreichenden Regelbereich vorstellt. Es ist somit ersichtlich, dass der erfindungsgemässe Regler nicht nur mechanisch besonders einfach ist, sondern auch in akustischer Hinsicht ausserordentlich zufriedenstellend arbeitet.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Einrichtung zur Regelung der Schallwiedergabe bei Hörhilfegeräten, dadurch gekennzeichnet, dass die rein akustisch vor sich gehende Regelung eingangseitig erfolgt und zwar durch Drosselung des Einsprechquerschnittes des Aufnahmemikrophons.