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Kohlechleifbügel mit geklebtem Träger
Es ist bekannt, Kohleschleifbügel mit einem meist metallischen Träger durch Klebemittel zu verbinden.
Da die meist auf Kunstharz- od. ähnl. Basis aufgebauten Klebstoffe elektrisch nicht leitend sind, ist schon vorgeschlagen worden, diese zur Erzielung eines elektrischen Kontaktes zwischen den Kohle- und Trägerkontaktflächen mit-einem. metallischen Pulver zu vermengen.
Die, Kchleschleifstücke werden beim Brennvorgang meist mehr oder weniger verworfen. Auch weisen sie nicht immer glatteFlächen auf. Eine zweckentsprechend einwandfreie Bearbeitung ist ausserordentlich schwierig und unwirtschaftlich. Durch die mit Metallpulver vermengte Klebepaste werden wohl diese Ungleichheiten in der Kohlekoniaktfläche ausgefüllt. Bei den verhältnismässig grossen Kontaktflächen ist aber die Klebeschicht verschieden stark. Damit ist aber auch die elektrische Leitfähigkeit an den ver- schiede en Kontaktstellen verschieden gross. Ausserdem wird die mechanische Festigkeit des Klebemittels durch die Metallpulverbeimischung weitgehend herabgesetzt.
Umgekehrt wird die Leitfähigkeit des Me- tallpulvers durch die Verengung der Metallpulverkörnchen mit dem Klebestoff weitgehend vermindert, da die Metallpulverkörnchen von der isolierenden Klebeschicht umgeben werden.
Bei den-im elektrischen Betrieb fallweise auftretenden-hohen Stromstärken, speziell bei den verhältnismässig häufigen Kurzschlüssen, werden, sowohl das Metallpulver als auch die Klebeschicht erhitzt und damit zerstört. Bei den fallweise unvermeidlichen Anschlägen der Schleifstück an die Fahrleitung entstehen speziell bei höheren Fahrgeschwindigkeiten hohe mechanische Beanspruchungen, durch welche dann. bei der mangelnden oder zumindest verminderten Haftfähigkeit des Klebestoffes die Kohle vom Träger abgerissen wird.
Um vorstehende Nachteile zu vermeiden ist von der Anmelderin schon vorgeschlagen worden, nur Teile derVerbindungsflächen zwischen Kohle und Träger miteinander durch Klebung zu verbinden und an ändern Teilstücken der Verbindungsflächen einen elektrisch leitenden Kontakt herzustellen.
Es ist gemäss der deutschen Patentschrift Nr. 684799 (Conradty) bereits bekannt, Metallpolster u. dgl.
'bei im Umgussverfahren hergestellten Fassungen vorzusehen, um die Schrumpfspannungen während und nach dem Umgiessen aufzunehmen.,
Bei diesem Verfahren muss das Metallpolster so enge Maschen aufweisen, dass kein Umgussmaterial zwischen denselben durchfliessen kann, da ansonsten der Zweck des Polsters nicht erreicht würde.
Bei der erfindungsgemässen mechanischen Verbindung der Kohle mit dem Träger durch Klebung werden die Träger nicht im Umgussverfahren hergestellt. Es ist daher auch der Zweck des Metallpolsters nach der deutschen Patentschrift Nr. 684799 nicht gegeben.
Es muss vielmehr im Gegensatz zu dem-genannten Patent das Metallgitter bzw. Metallgewebe oder ein zweckentsprechend siebförmig gestaltetes Metall, speziell dann, wenn dasselbe über die gesamte
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Klebestoff zwischen Kohle und Träger vorhandene sind.
Im Hinblick auf die vorstehend geschilderten, vorzugsweise bei Kohleschleifbügeln vorhandenen Unebenheiten der Kontaktflächen, wird erfindungsgemäss vorgeschlagen, zwischen Kohlekontaktfläche und Trägerkontaktflache ein zweckentsprechend gestaltetes Metallgitter bzw. Metallgewebe anzuordnen.
Damit wird in technisch einwandfreier und besonders wirtschaftlicher Weise nicht nur ein metallischer Kontakt zwischen Kohlekontakt- und Trägerfläche, sondern auch eine einwandfreie Stromweiterleitung von den jeweiligenKontaktstellen der Kohle mit dem Fahrdraht einerseits und deakontakrstellen mit dem
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Stromabnehmer anderseits hergestellt.
Bei entsprechenderMaschenweite desGítters werden genügend grosse Haftflächen zwischen Kohle und Träger geschaffen, an welchen die nicht durch Metallpulver verminderte, optimale Klebefähigkeit des Klebemittels wirksam ist.
Es liegt im Rahmen der Erfindung, das Metallgitter bzw. Metallgewebe sowohl über den gesamten oder auch nur auf einen Teil der Kontaktflächen anzuordnen. H ebei können erfindungsgemäe diemaschen des Metallgitters bzw. Metallgewebes mit dem Klebemittel ausgefüllt sein. Das Metallgewebe kann aber auch erfindungsgemäss derart angeordnet sein, dass kein Klebestoff im Kontaktbereich desselben vorhanden ist.
Es kann ferner der Träger erfindungsgemäss aus einem nicht metallischen Werkstoff ausgeführt werden und das Gitter über die Auflagefläche an der Kohle hinaus verlängert werden, damit über die hinausgeführten Gitterenden in einer beliebigen Art eine elektrische Verbindung zur Stromweiterleitung an die elektrische Einrichtung des Triebfahrzeuges geschaffen wird.
Es liegt ferner im Rahmen der Erfindung, den Träger mit seitlichen Ansätzen derart auszubilden, dass die Oberkanten derselben gleich hoch oder etwas höher liegen, als die obere Begrenzungsfläche des Gitters bzw. Gewebes zwischen Kohle und Träger.
Dadurch wird. eine Lichtbogenbildung zwischen Fahrdraht und Metallgewebe und damit auch eine Erhitzung einzelner Stellen des Klebestoffs vermieden. Weiters wird durch die dann vom Fahrdraht abgeschliffenen blanken Stellen der oberen Ansatzfläche dem Wartungspersonal in leicht sichtbarer Weise angezeigt, dass das Kohleschleifstück genügend abgeschliffen und zu ersetzen ist. Ausserdem wird ein Ausfliessen des Klebemittels beim Auftragen desselben vermieden und eine zusätzliche Erhöhung der mechanischen Festigkeit erzielt.
Die Figuren der Zeichnung zeigen Ausführungsbeispiele der Erfindung.
Mit 1 ist jeweils das Kohleschleifstück, mit 2 der Träger, mit 3 das Metallgitter-bzw. Gewebe und mit 4 der Klebestoff bezeichnet.
DieFig. 1-3 zeigenSchnitte desSchleifbügels gemässLinieC-D in Fig. 4. Bei Fig. l und 2 ist beispielsweise das Gitter über die ganze Kohlebreite, bei Fig. 3 nur über einen beliebigen Teil der Kohlebreite angeordnet. Bei Fig. 2 und 3 sind beim Träger 2 die seitlichen Ansätze dargestellt. Bei Fig. 1 und 2 ist zu ersehen, dass die Maschen des Gitters mit Klebestoff ausgefüllt sind, aus Fig. 3, dass beispiels weise innerhalb der Maschen sich kein Klebestoff befindet.
Fig. 4 zeigt eine Ansicht von oben, wobei im Bereich der Schnittlinie C - D einerseits und E-F an- derseits ein Schnitt A - B dargestellt ist. aus welchem besonders deutlich ersichtlich ist, dass der unvermischte Klebestoff genügend grosse Haftflächen zwischen Kohle l und Träger 2 besitzt. An der rechten Seite der Draufsicht Fig. 4 ist eine Verlängerung des Gitters über die Kohlekontaktfläche hinaus zwecks Herstellung einer elektrischen Verbindung zur Stromweiterleitung ersichtlich.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Kohlesch1eifbügel mit Träger, bei dem die Kohle mit dem Träger durch Klebung mechanisch verbunden ist, dadurch gekennzeichnet, dass die elektrische Verbindung zwischen Kohle und Träger durch ein zweckentsprechendes Metallgitter bzw. -Gewebe oder siebförmig gestaltetes Material hergestellt ist.