AT206396B - Verfahren zum Schrumpf- und Filzfestmachen von Wolle - Google Patents

Verfahren zum Schrumpf- und Filzfestmachen von Wolle

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AT206396B
AT206396B AT699558A AT699558A AT206396B AT 206396 B AT206396 B AT 206396B AT 699558 A AT699558 A AT 699558A AT 699558 A AT699558 A AT 699558A AT 206396 B AT206396 B AT 206396B
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  Verfahren zum   Schrumpf- und Filzfestmachen   von Wolle 
Das Chloren der Wolle, d. h. die Behandlung derselben mit Chlor, Lösungen von Chlor   odsr   
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 sche Reaktionsfähigkeit des Chlors auf die Wolle störend, indem sie leicht örtliche Unregelmä- ssigkeiten der Chloreinwirkung zur Folge hat. 



   Um diesen Nachteil zu beheben, wurde bereits, z. B. in der brit. Patentschrift No. 631, 141, vorgeschlagen, zum Chloren von Wolle Chloramine oder Chloramide als chlorabgebende Verbindungen zu verwenden. Hiedurch wird zwar eine gleichmässige Chloreinwirkung erreicht, indessen ist bei diesen Verfahren die erzielte   Schrumpf-und Filzfestigkeit für   viele Fälle ungenügend. 



   Es wurde nun überraschend gefunden, dass man eine höchsten Ansprüchen genügende Schrumpfund Filzfestigkeit bei gleichzeitiger optimaler Schonung der Wollfasern erzielen kann, wenn man Wolle mit Chloraminen oder Chloratniden in Gegenwart   von wässeriger Bromwasserstoff-   säure behandelt. 



   Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist somit ein Verfahren zum   Schrumpf-und Filzfest-   machen von Wolle mit Chloraminen   bzw. -ami-   den, welches dadurch gekennzeichnet ist, dass man die WoLle mit einer sauren, wässerigen Lösung behandelt, welche ausser einer Verbindung mit der Atomgruppierung    > N-Cl,   ferner Bromidionen enthält. 



   Als Verbindungen mit der Atomgruppierung > N-Cl kommen Choramine und Chloramide in Frage. Unter den Chloraminen seien die Chlorierungprodukte von Ammoniak und Aminen, wie Methylamin, Dimethylamin, Glycin und 
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   : N-Monochlorharnstoff, N-Chloracetamid,Dichlor-5-metihyl-5-phenyl-hydantoin, N-chlor-   riertes Trimethylolmelamin. 



   Als Bromidionen liefernde Verbindungen kommen Bromwasserstoffsäure und deren Salze in Frage. Vorteilhaft verwendet man wasserlösliche Bromide,   insbesondere Alkalibromide   wie Natriumbromid und Kaliumbromid. 



   Die wässerige   Behandlungslösung, welche   das Chloramin oder amid und ferner Bromidionen enthält, soll ein saures pH   (z.   B. pH2) besitzen. 



  Wenn man als Bromidionen liefernde Verbindungen ein   Metal1bromid   verwendet, so setzt man der Lösung ferner eine Säure zu. 



   Als solche kommen übliche organische Säuren, 
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 weise starke Mineralsäuren, wie Salzsäure, Salpe-   tersäure   und insbesonders Schwefelsäure in Frage.
Die Behandlung der Wolle erfolgt beispielsweise bei 10-40  C, vorzugsweise bei 20  C, in einem wässerigen Bad der   obgenannten   Zusammensetzung. Die einzelnen Komponenten, d. h. das Chloramin oder-amid, das Bromid und die Säure können dem Behandlungsbad direkt oder 
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 den. Man kann derart zuerst das Chloramin oder   - amid in   Wasser lösen bzw. in Wasser aufschlemmen und mit Alkali in   Lösung bringen,   die so erhaltene Lösung mit der gewünschten Menge Wasser verdünnen und dem Bad schliesslich das Bromid und die Säure zusetzen.

   Man kann ferner das Chloramin oder-amid in situ erzeugen, indem man dem Bad zuerst ein chlorierbares Amin oder Amid, wie z. B. ein Formaldehydkondensationsprodukt des Melamins sowie aktives Chlor (z. B. in Form einer angesäuerten Natriumhypochloritlösung) und erst nachträglich ein Bromid zusetzt. 



   Die Behandlung der Wolle kann ferner in   einer ! ersten Stufe.   allein in Anwesenheit des gegebenenfalls in situ hergestellten Chloramins oder - amids er. folgen ; man führt alsdann die Behandlung in einer zweiten Stufe in Gegenwart von 
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 Ende. 



   In den nachfolgenden Beispielen bedeuten Teile Gewichtsteile, Prozente Gewichtsprozente, das 

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 Verhältnis von Gewichts-zu Volumteilen ist dasselbe wie beim Kilogramm zum Liter, und die Temperaturen sind in Celsiusgraden angegeben.   Beispiel l :   100 Teile Wollgarn werden bei 200 C während 20 Minuten in einem Bad behandelt, welches 4000 Vol.-Teile Wasser,   7, 8   Teile 
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 enthält. Man entfernt anschliessend nicht verbrauchtes Halogen durch Zusatz von 2 Teilen wässeriger Natriumbisulfitlösung   (40/oig).   Nach dem Spülen und Trocknen zeigt das so behandelte Garn eine gute Filz- und Schrumpffestigkeit bei der Wäsche, während eine in gleicher Weise durchgeführte Behandlung, aber ohne Zusatz von Kaliumbromid, eine absolut ungenügende Filzfestigkeit ergibt. 



    Beispiel 2 :   Man bereitet ein Bad, indem man zu 4000 Vol. -Teilen Wasser von 200 zuerst 9 Teile Schwefelsäure   (96/oig),   dann 2 Teile eine. nichtionogenen und chlorbeständigen Dispergiermittels, z. B. das Kondensationsprodukt aus einem Fettalkohol und äthylenoxyd, weiter 3 Teile eines beschränkt wasserlöslichen, in Gegenwart von Säure unbeschränkt wasserlöslichen Methylolmelamins (hergestellt durch Reaktion von 3-4 Mol Formaldehyd und 1 Mol Melamin in alkalischem Medium), und schliesslich 2 Teile aktives Chlor in Form wässeriger Natriumhypochloritlösung zusetzt. In diesem Bad werden 100 Teile Wolle bei   200 während   15 Minuten behandelt. 



  Anschliessend werden dem Behandlungsbad 2   Tei-   le Kaliumbromid zugesetzt und die Behandlung der Wolle wird innerhalb weiterer 20 Minuten bei 200 zu Ende geführt. 



   Durch Zusatz von 2 Teilen   40"/eiger   wässeri-   ger NaHS03 Lösung   wird in üblicher Weise nicht verbrauchtes Halogen entfernt. Das Garn zeigt nach dem Spülen und Trocknen gute Filzund Schrumpffestigkeit bei der Wäsche. Eine in sonst gleicher Weise, aber ohne Anwesenheit von 
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    :200 während   einer Viertelstunde in einem Bade behandelt, welches 4000   Vol.-Teile   Wasser, 12 Teile Schwefelsäure, 4, 6 Teile 1, 3-Dichlor-5, 5-dimethyl-hydantoin und 3, 5 Teile Kaliumbromid enthält. Bei einem pH-Wert des Behandlungsbades von 2 wird nun die Temperatur innerhalb einer Viertelstunde auf 40G gesteigert und die Behandlung während 2 Stunden bei gleicher Temperatur zu Ende geführt.

   Man entfernt anschlie- ssend nicht verbrauchtes Halogen durch Zusatz von 2 Teilen wässeriger Natriumbisulfitlösung   (400/oig).   Nach dem Spülen und Trocknen zeigt das so behandelte Garn wiederum gute Filz und Schrumpffestigkeit bei der Wäsche. Die in   glui-   cher Weise durchgeführte Behandlung, aber ohne Zusatz von Kaliumbromid, erzeugt eine deutlich schlechtere Filzfestigkeit. 



   PATENTANSPRÜCHE :
1. Verfahren zum Schrumpf- und Filzfestmachen von Wolle mit Chloraminen bzw. Chloramiden, dadurch gekennzeichnet, dass man die Wolle mit einer sauren, wässerigen Lösung behandelt, welche ausser einer Verbindung mit der Atomgruppierung > N-CI, ferner Bromidionen enthält.

Claims (1)

  1. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass man die Verbindung mit der Atomgruppierung > N-Cl in situ durch Einwirkung von freiem Chlor auf ein Amin oder Amid erzeugt.
    3. Verfahren nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass man als Bromidionen liefernde Verbindung ein Alkalibromid verwendet.
    4. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass man die saure Reaktion der wässerigen Lösung durch Zusatz einer starken Mineralsäure, insbesondere Schwefelsäure, erzeugt.
AT699558A 1957-10-07 1958-10-06 Verfahren zum Schrumpf- und Filzfestmachen von Wolle AT206396B (de)

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Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE1224262B (de) * 1961-03-27 1966-09-08 Ciba Geigy Verfahren zum kontinuierlichen Filz- und Schrumpffestmachen von Wolle

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* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE1224262B (de) * 1961-03-27 1966-09-08 Ciba Geigy Verfahren zum kontinuierlichen Filz- und Schrumpffestmachen von Wolle

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