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Ring- oder scheibenförmige Flachdichtung für Steuerorgane an Eisenbahndruckluft- bremsen
Die Erfindung betrifft eine ring- oder scheiben- förmige, als Ventilsitz oder Ventilteller aus- gebildete Flachdichtung für Steuerorgane an
Eisenbahndruckluftbremsen, die aus synthetischem
Gummi besteht, mit einer metallischen topf- oder nutringförmigen Fassung verbunden ist und einen eingegossenen, metallischen Stützring aufweist.
Es sind bereits derartige Dichtungen bekannt, jedoch haftet diesen infolge der Art der Befesti- gung ihrer Gummiteile an den Metallfassungen - Einrollen, Einkleben oder Einvulkanisieren- der Nachteil an, dass sie nicht auswechselbar sind, es sei denn, der Versuch würde unternom- men, die Dichtungen mittels in den meisten Fällen ungeeigneter Werkzeuge gewaltsam aus ihren Fassungen herauszutrennen, wobei wichtige Konstruktionsteile beschädigt oder gar unbrauchbar gemacht werden können.
Es sind auch bereits Stopfbuchsen für rotierende Wellen oder Kolbenstangen bekannt geworden, die mittels Presssitz mit ihren Gehäusen verbunden werden können und die in den durch hohe Spannungen gefährdeten Querschnitten metallische Verstärkungseinlagen aufweisen. Jedoch treten bei diesen infolge ihrer gegenüber Flachdichtungen differierender Zweckbestimmung andere Probleme als bei diesen auf.
Die Aufgabe der Erfindung besteht in der Beseitigung der dargestellten Nachteile und der Schaffung einer billig zu erstellenden, keinerlei Nacharbeiten erfordernden und auswechselbaren Flachdichtung.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäss dadurch gelöst, dass der Stützring einen ringförmigen, einerseits mit dem Gummi der Flachdichtung verbundenen, anderseits am Boden der Fassung anliegenden Stützteil sowie einen an dessen Umfang rechtwinkelig zu seiner Ringfläche angeordneten Kragen aufweist, konzentrisch zum Kragen von einem Gummimantel von etwa gleicher Wandstärke wie der Kragen umschlossen und bezüglich der der Mantelfläche zugeordneten inneren Umfangsfläche der Fassung derart angeordnet und bemessen ist, dass er die Verbindung der Flachdichtung mit der Fassung mittels Presssitzes aufrecht erhält.
Die Dichtung findet ihre Anwendung als Ventilsitz oder Ventilteller. Der Stützring ist in der Dichtscheibe so angeordnet, dass dieselbe mit einfachen Mitteln an jeder Stelle ohne besondere Werkzeuge in eine Fassung eingepresst werden kann. Die Erwärmung des der Aufnahme der Dichtung dienenden Teiles des Absperrorganes auf zirka 200 C bewirkt, dass die Kunststoffdichtung verkohlt und deren Reste leicht aus der Fassung gelöst werden können, sofern die Dichtungsscheibe nicht schon infolge starker Wärmeausdehnung aus der Fassung herausspringt, bevor sie anfängt, zu verkohlen.
Ferner wird durch die Art des Stützringeinbaues der verhältnismässig weiche Gummi am Wegfliessen bei Druckbeanspruchung verhindert sowie eine vollkommen
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die Aufnahme der Dichtscheiben vorgesehenen Hohlräumen für das Entweichen der Luft beim Einpressen der Dichtscheiben vorgesehen waren, entfällt nunmehr ebenfalls. Die beim Einpressen hinter der Dichtscheibe stehende Luft kann über den nachgebenden Gummi an der inneren Bohrung der Dichtscheibe entweichen. Eine Nacharbeit der Dichtfläche ist nicht mehr erforderlich, da beim Einpressen sich die Scheibe vollkommen plan in die vorgesehene Vertiefung hineinlegt und dort unter Einwirkung des zwischen Stützring und Vertiefung eingepressten Gummimantels völlig dicht und unverrückbar ruht.
In der Zeichnung sind zwei Ausführungsbeispiele der Erfindung schematisch dargestellt :
Die Ausführung der Dichtung nach Fig. 1 zeigt einen als Ventilsitz angeordneten Dichtungsring 1 aus Kunststoff, insbesondere synthetischem Gummi, in welchen ein metallischer Stützring 2 derart eingebettet ist, dass konzentrisch zu dem Kragen 3 des Stützringes 2 ein Gummimantel 4 etwa gleicher Wandstärke gelegt ist. Beim Einbringen des Dichtungsringes in die Ringnut des metallischen Ventilsitzkörpers 5 entweicht die hinter dem Ring stehende Luft an den Innenwänden der Ringnut, ohne dass Luftreste zurückbleiben, so dass auf die bisher erforderlichen Entlüftungsbohrungen der Ringnut verzichtet werden kann.
Die in Fig. 2 dargestellte Dichtungsscheibe 7 weist ebenfalls einen Stützring 8 auf, in dessen
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Zentrum eine kleinere Ausnehmung 9 vorgesehen ist zur Aufnahme etwaiger beim Einpressen der Scheibe 7 in der Vertiefung des Ventilkörpers vorhandener Luftrückstände. Hier erfolgt das Lösen der Dichtungsscheibe wiederum durch Erwärmung des Ventilkörpers, wobei sich die in der Ausnehmung 9 der Dichtungsscheibe 7 befindliche Restluft zusätzlich zu den im ersten Ausführungsbeispiel beschriebenen gleichartigen Vorgängen so stark ausdehnt, dass die Scheibe nach kurzer Zeit aus ihrer Fassung herausspringt.