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Mikrophonanordnung mit veränderbarer Richtcharakteristik
Gegenstand der Erfindung ist eine Mikrophonanordnung mit veränderbarer Richtcharakteristik, die sich sowohl für Einkanal- als auch für stereoakustische Übertragungen eignet.
Es sind Mikrophonanordnungen bekannt, bei denen für stereophonische Aufnahmen nach dem Intensitätsverfahren zwei Richtmikrophone mit einseitiger Richtcharakteristik nahe beieinander angeordnet sind, wobei die Achsen der grössten Empfindlichkeit miteinander einen Winkel einschliessen. Die beiden Einzelmikrophone sind in einem gemeinsamen Gehäuse eingebaut, dessen äussere Ansicht die Achse für den Schalleinfall erkennen lässt.
Eine derartige Mikrophonanordnung kann ausser für stereoakustische Aufnahmen auch für Einkanalaufnahmen verwendet werden, wobei entweder nur ein Einzelmikrophon der Anordnung benützt wird, dessen Achse grösster Empfindlichkeit auf das Schallereignis gerichtet wird, oder ohne mechanische Drehung der Anordnung die Mikrophonausgänge im gleichen Sinne zusammengeschaltet werden, so dass sich eine einseitige Richtwirkung in der Achse des Stereomikrophons ergibt.
Bei der erfindungsgemässen Anordnung sind ebenfalls zwei Richtrnikrophone sehr nahe beieinander angeordnet und können in einem gemeinsamen Gehäuse untergebracht sein. Die Anordnung ist nun im wesentlichen dadurch gekennzeichnet, dass die Mikrophone übereinander in einer vertikalen Achse angeordnet sind und eines derselben oder beide gegeneinander mittels Drehknopf, der mit einer Gradskala zusammenwirken kann, verdrehbar sind, wobei ein elektrischer Umschalter vorgesehen ist, an dessen Kontakten die Mikrophonausgänge derart angeschlossen sind, dass diese entweder gleichsinnig oder gegensinnig geschaltet werden können, oder für stereoakustische Übertragungen voneinander herausgeführt sind.
In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung dargestellt, u. zw. zeigt Fig. 1 einen Schnitt durch die erfindungsgemässe Mikrophonanordnung in der Längsachse, Fig. 2 - 5 zeigen die verschiedenen Möglichkeiten der Zusammenschaltung der Mikrophonausgänge.
Wie Fig. 1 zu entnehmen ist, befinden sich in einem schalldurchlässigen vorzugsweise zylindrischen Gehäuse 8, das mit einem schalldurchlassigen Material 4 verkleidet ist, die beiden in einer Achse übereinander angeordneten Einzelmikrophone 12 und 16. Das Gehäuse sitzt auf einem Sockel 6, welcher eine Luftkammer enthält, an die mittels flexibler Röhrchen die Mikrophonkapseln 12,16 angeschlossen sind.
Zweckmässigerweise ist der Sockel 6 an seinem unteren Ende mit einem Stativgewinde versehen. An der Oberseite des beiden Mikrophonen gemeinsamen Gehäuses ist ein Drehknopf 2 mit Pfeil angeordnet, der bei diesem Ausführungsbeispiel nur mit der oberen Mikrophonkapsel verbunden ist, so dass diese Kapsel gegenüber der unteren. feststehenden. Kapsel verdreht werden kann. D er Winkel, den beide Mikrophone mitein- ander einschliessen, kann an einer den Drehknopf ringförmig umgebenden Skala an der Oberseite des Mikro- phongehäuses abgelesen werden.
Der elektrische Umschalter, mit welchem die Ausgänge der Mikrophone entsprechend der gewünschten Betriebsart geschaltet werden, kann an einer geeigneten Stelle am Mikrophon oder in einem eigenen Kästchen untergebracht sein, weshalb er in der Zeichnung nicht dargestellt ist.
Mit Hilfe des Drehknopfes, welcher gemäss einem weiteren Merkmal der Erfindung bei den bevorzugten Winkelstellungen von 900 und 1800 einrastet und mit Hilfe des elektrischen Umschalters für die Mikrophonausgänge ergeben sich die in den Fig. 2-5 angedeuteten Möglichkeiten.
Schliessen die Mikrophone bzw. deren Achsen grösster Empfindlichkeiten einen Winkel von 90"ein, so ist die Mikrophonanordnung für stereoakustische Übertragungen verwendbar, wenn jeder Mikrophonausgang für sich an einen Übertragungskanal angeschlossen wird (Fig. 2). Werden hingegen gemäss Fig. 3 bei
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gleicher Stellung der Mikrophone die Ausgänge derselben im gleichen Sinne elektrisch zusammengeschal- Mt, so erhält die Anordnung eine cardioidförmige Charakteristik, deren Achse in der Winkelhalbierenden der beiden Charakteristiken der Einzelmikrophone liegt. Verdreht man nun die beiden Mikrophone um 1800 zueinander und schaltet sie in der Art nach Fig. 4, so erhält man als resultierende Charakteristik einen Achter.
Bei gleicher Mikrophonlage und Zusammenschalten der beiden Mikrophone nach Fig. 5 erhält man eine Kugelcharakteristik.
Bei der vorstehend beschriebenen Ausführung steht eine Mikrophonkapsel fest und nur die obere Kapsel ist drehbar. Diese Ausführung hat unter Umständen den Nachteil, dass die Mikrophonanordnung als Ganzes etwas verdreht werden muss, wenn eine Einkanal-Richt-Charakteristik nach einer Stereoübertragung eingestellt bzw. benützt werden soll. Um diesen Nachteil zu vermeiden, wird gemäss einem weiteren Merkmal der Erfindung vorgeschlagen, die vertikalen Achsen der Mikrophonkapseln über Zahnräder od. dgl. zu kuppeln, derart, dass sich bei Betätigung des Drehknopfes das eine Mikrophon im Uhrzeigersinn das andere entgegengesetzt dem Uhrzeigersinn verdreht, so dass die Symmetrieebene feststeht und stets durch den Ort des Schallereignisses durchgeht. Bei dieser Anordnung fällt überhaupt jede mechanische Umstellung der Mikrophonanordnung weg.
Auf Grund des Vorhergesagtcn ist zu erkennen, dass sich aus der Kombination relativ einfacher Massnahmen eine aussergewöhnlich vielseitig verwendbare Mikrophonanordnung ergibt, die praktisch alle erforderlichen Richtcharakteristiken lierert und ausserdem noch zur stereophonischenAufnahme von Schallereignisse, 1 geeignet ist.
Das erfindungsgemässe Kombinationsmikrophon unterscheidet sich daher sehr vorteilhaft von den bereits bekannten Anordnungen dadurch, dass sowohl stereophonische Aufnahmen als auch Einkanal-Aufnahmen mit verschiedenen Richtcharakteristiken gemacht werden können.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Mikrophonanordnung mit veränderbarer Richtcharakteristik für Einkanal- als auch für stereoakustische Übertragungen, bei welcher die Einzelmikrophone möglichst nahe beieinander angeordnet sind, dadurch gekennzeichnet, dass die Mikrophone übereinander in einer vertikalen Achse angeordnet sind und eines derselben oder beide gegeneinander mittels Drehknopf, der mit einer Gradskala zusammenwirken kann, verdrehbar sind, wobei ein elektrischer Umschalter vorgesehen ist, an dessen Kontakten die Mikrophonausgänge derart angeschlossen sind, dass diese entweder gleichsinnig oder gegensinnig geschaltet werden können oder für stereoakustische Übertragungen unabhängig voneinander herausgeführt sind.