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Aufzeichnungs- und Vervielfältigungsmaterial
Die üblichen Kohlen- und Durchschreibpapiere auf Wachsbasis weisen, wie bekannt, immer noch den Mangel auf, dass sie nicht genügend griffrein sind. Beschmutzungen der Hände und Formulare lassen sich auch bei peinlicher Sauberkeit und Sorgfalt nie ganz vermeiden. Es wäre daher ein grosser Fortschritt, wenn es gelänge, auf einfache Weise ein absolut griffreines Papier herzustellen, bei dem die Beschmutzungsgefahr völlig beseitigt ist.
Es sind zahlreiche Vorschläge gemacht worden, um dieses Ziel zu erreichen, jedoch hat es bisher an geeigneten Farbreaktionen zur Durchführung dieser Vorschläge gefehlt. Die bisher vorgeschlagenen Farbreaktionen zeigen alle den Nachteil, dass sie unter den Anwendungsbedingungen der Praxis entweder nicht farbintensiv genug sind, oder unter den Bedingungen der Praxis nicht in ausreichendem Masse eintreten. Jedenfalls gibt es bis heute noch kein Aufzeichnungs-oder Vervielfältigungsmaterial auf der Basis einer Farbreaktion auf dem Markt, das den Anforderungen der Praxis in jeder Hinsicht entspricht, was zur Genüge beweist, dass das Problem, objektiv gesehen, noch nicht in einwandfreier Weise gelöst ist.
In den österr. Patentschriften Nr. 167869 und Nr. 167870 hat man z. B. vorgeschlagen, durch eine Adsorptionsreaktion einen Farbstoff in blauer Farbe zu erzeugen. Dieser Farbstoff ist aber nicht nur unbeständig, sondern auch sehr wasserempfindlich. Der Farbstoff verschwindet nach und nach an der Luft und kann durch Wasser vorübergehend gelöscht werden. Um das zu vermeiden, wird eine zweite Farbreaktion ver- wendet, die nicht sofort, sondern erst allmählich eintritt und einen grünen Farbstoff ergibt in dem
Masse, wie der blaue nach und nach verschwindet.
Die üblicherweise noch im behördlichen wie ge- schäftlichen Verkehr verwendete blaue bis blau- schwarze Schrift kann damit also noch nicht hergestellt werden.
Die Erfindung hat zur Aufgabe, eine blau bis schwarze Schrift zu erzeugen, die in jedem Falle beständig ist und weder durch Wasser noch durch
Spiritus auch nur vorübergehend beseitigt werden kann. Es wurde nun gefunden, dass die bei der
Einwirkung von Säuren oder sauren Verbindungen
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<tb>
<tb> undMontanwachs, <SEP> hell.................. <SEP> 5 <SEP> Teile,
<tb> Wachs <SEP> OP <SEP> 5", <SEP>
<tb> Chlor-Diphenyl..................... <SEP> 4, <SEP>
<tb> Spiro-di-naphthopyran............... <SEP> 2. <SEP>
<tb>
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<tb>
<tb> :
Chlor-Diphenyl <SEP> 10 <SEP> Teile,
<tb> Spiro-di-naphthopyran <SEP> .................. <SEP> 0,1 <SEP> # <SEP> ,
<tb> Polyvinylalkohol, <SEP> mittlerer <SEP> Viskosität
<tb> 20% <SEP> wässerige <SEP> Lösung......... <SEP> 20, <SEP>
<tb> Wasser.......................... <SEP> 10. <SEP>
<tb>
Beispiel 5 :
Das saure Rohpapier kann wie folgt hergestellt sein :
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<tb>
<tb> Mit <SEP> Salszsäure <SEP> behandelter <SEP> Ton.... <SEP> 70 <SEP> Teile,
<tb> Methylcellulose, <SEP> 2% <SEP> wässerige <SEP> Lösung <SEP> 120 <SEP> ", <SEP>
<tb> Glycerin......................... <SEP> 10, <SEP>
<tb> Wasser........................... <SEP> 40, <SEP>
<tb> Methanol........................ <SEP> 20. <SEP>
<tb>
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gemässen Farbreaktion zur Herstellung eines griffreinen Aufzeichnung- und Vervielfältigungsmaterials besteht darin, dass die eine Komponente der Farbreaktion in Form ihrer Lösung in einem nicht oder schwer flüchtigen Lösungsmittel in eine poröse Kunststoffbeschichtung des neutralen Papieres eingelagert ist, aus der sie bei entsprechendem Schreibdruck auf ein untergelegte saures Papier übertragen wird.
Es besteht auch die Möglichkeit, die eine Komponente der genannten Farbreaktion in einer aus Wachsen und Weichmachern zusammengesetzten Beschichtung unterzubringen und diese wie bei den üblichen Durchschreibpapieren durch Schreibdruck auf ein zur Auslösung der Farbreaktion geeignetes saures Papier zu übertragen.
Man kann auch die eine Komponente der erfindungsgemässen Farbreaktion in einer nicht oder schwer flüchtigen Flüssigkeit gelöst zum Tränken eines Bandes verwenden und erhält auf diese Weise ein nicht schmutzendes griffsauberes Schreibband. Benutzt man dieses Farbband mit einem sauren Papier, dann entsteht durch den Typenschlag die Farbreaktion auf dem Papier. Die genannten Beispiele zeigen, dass die erfindungsgemässe Farbreaktion in der mannigfaltigsten Weise zur Anwendung gelangen kann.
Auf der Zeichnung sind Ausführungsbeispiele eines Durchschreibpapieres nach der Erfindung dargestellt.
Fig. 1 zeigt ein mit beiden Farbkomponenten versehenes Schreibpapier. Auf einem sauer reagierenden Papierblatt 1 ist eine Schicht 2 gemäss dem bereits beschriebenen Beispiel 1 aufgetragen. Eine beliebige Anzahl derartiger Blätter können in einer Schreibmaschine beschriftet werden, wobei durch den Typendruck die beiden Farbkomponenten miteinander in Reaktion treten, so dass das farbige Schriftbild entsteht.
Fig. 2 zeigt ein Stück 3 eines sauer reagierenden Papieres und ein Stück 4 eines neutralen Papieres, das mit. einer Schicht 5 überzogen ist. Die Schicht 5 kann nach einem der bereits beschriebenen Beispiele 2-4 gewonnen sein. Das saure Rohpapier 3 kann nach dem Beispiel 5 hergestellt sein. Es handelt sich also bei diesem Ausführungsbeispiel um zwei getrennte Papierblätter, die aufeinandergelegt und in bekannter Weise beschrieben werden. Durch den Typenschlag tritt die Farbreaktion auf, so dass der Schriftzug auf dem sauren Papierblatt sichtbar wird.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Aufzeichnungs- und Vervielfältigungsmaterial mit einer Schicht, die farblose oder nur schwachgefärbte zu einer Farbreaktion führende Komponenten enthält, dadurch gekennzeichnet, dass als Komponenten der Farbreaktion Spiro- dipyrane und Säuren oder sauer reagierende Stoffe verwendet werden.