AT200587B - Verfahren zur Entfernung von Alkalichloriden aus Alkalilaugen - Google Patents

Verfahren zur Entfernung von Alkalichloriden aus Alkalilaugen

Info

Publication number
AT200587B
AT200587B AT200587DA AT200587B AT 200587 B AT200587 B AT 200587B AT 200587D A AT200587D A AT 200587DA AT 200587 B AT200587 B AT 200587B
Authority
AT
Austria
Prior art keywords
sep
alkali
solutions
membranes
naoh
Prior art date
Application number
Other languages
English (en)
Inventor
Hans Niehuus
Rudolf Dr Stephan
Friedrich Dr Wolf
Franz Traenkel
Original Assignee
Wolfen Filmfab Veb
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Wolfen Filmfab Veb filed Critical Wolfen Filmfab Veb
Application granted granted Critical
Publication of AT200587B publication Critical patent/AT200587B/de

Links

Landscapes

  • Separation Using Semi-Permeable Membranes (AREA)
  • Manufacture Of Macromolecular Shaped Articles (AREA)

Description


   <Desc/Clms Page number 1> 
 



  Verfahren zur Entfernung von Alkalichloriden aus Alkalilaugen 
Die nach dem Billiterverfahren mittels Diaphragmen hergestellte Alkalilauge enthält je nach ihrem Gehalt an Ätznatron noch Natriumchlorid in geringen Mengen von etwa 2 bis 4 g auf 100 g NaOH. Die Verwendung der Alkalilauge beispielsweise in der Kunstseidenindustrie setzt aber eine viel reinere Lauge voraus, deren Höchstgehalt an Chloriden 0, 8 g pro 100 g NaOH nicht übersteigen darf. 



   Zur Entfernung der Chloridverunreinigung bediente man sich bisher in der Technik des Tiefkühlverfahrens, des Triple-Salzverfahrens und des Liquid-Liquid-Verfahrens von Shreve. Das Osmoseverfahren ist zwar allgemein bekannt und wird in verschiedenen Zweigen der chemischen Industrie angewendet, so beispielsweise bei der Entfernung organischer Substanzen aus den natronlaugehaltigen Ablaugen der Zellstoffgewinnung, aber es ist noch keine brauchbare Methode bekannt geworden, die es gestattet, auf osmotischem Wege die Reste der in Alkalilaugen befindlichen Alkalichloride zu entfernen.

   Mit Hilfe der dabei bisher angewendeten Membranen aus Pergament oder besonders präparierten Baumwolltüchern erreichte man zwar einen genügenden Reinigungseffekt in konzentrierteren Ätzalkalilaugen, die Haltbarkeit dieser Membranen-nur einige   Tage-muss   jedoch durch besondere Massnahmen, wie Abführung der bei der Osmose von konzentrierten Alkalilaugen auftretenden erheblichen Verdünnungswärmen durch besondere Kühlverfahren oder durch Behandlung mit konzentrierten Alkalilösungen, Lösungen organischer oder anorganischer Metallsalze oder alkoholischen Kolophoniumlösungen, um die Membranen widerstandsfähiger gegen den Angriff konzentrierter Alkalilaugen zu machen, erhöht werden. 



   Es wurde nun gefunden, dass Alkalichloride aus Alkalilaugen ausreichend entfernt werden, wenn man als Membran gelförmige, in wässerigen bzw. alkalischen Medien quellfähige aber unlösliche, polare Gruppen enthaltende Ionenaustauscherharze auf Basis von PhenolsulfosäureFormaldehyd-Kondensaten verwendet, deren Anteil an   Phenolsulfosäure   bis zu etwa 30   Mol-%   durch Phenol ersetzt wurde. Man verfährt, um das Verfahren kontinuierlich zu gestalten, dabei so, dass man auf der einen Seite die chloridhaltige konzentrierte Alkalilauge, auf der andern Seite Wasser oder eine verdünntere reine Alkalilauge an der Membran   vorbeifliessen   lässt, wobei die Lauge in das Wasser bzw. in die verdünntere Alkalilauge diffundiert.

   Zweckmässigerweise verwendet man eine grössere Anzahl von Membranen in Form einer Batterie und lässt die beiden Flüssigkeiten im Gleich- oder Gegenstrom durch die Apparatur fliessen. 



   Als polare Gruppierungen der verwendeten 
 EMI1.1 
 Kondensationsharze aus Phenolen   und/oder   Phe-   nolsulfosäure   mit Aldehydgruppen enthaltenden oder diese abgebenden Verbindungen. Man kondensiert beispielsweise 1 Mol Phenolsulfosäure im sauren Milieu mit etwa 1, 5-2 Mol Formaldehyd. Der erfindungsgemässe Effekt kann noch gesteigert werden, wenn man ein Kunstharz aus Phenol, Phenolsulfosäure und Formaldehyd verwendet, das aus etwa 0, 2-0, 3 Mol Phenol, 0, 7-0, 8 Mol Phenolsulfosäure und etwa 1, 5 bis 2 Mol Formaldehyd erhalten wurde. Die Kondensation wird bei erhöhter Temperatur, vorzugsweise bei   80-90   C,   in Gegenwart   einer gesättigten     Wasserdampf atmosphäre   durchgeführt. 



   Da Membranen, die aus den polaren Gruppen besitzenden Kunstharzen bestehen, durch ihre Quellfähigkeit gegebenenfalls keine genügende mechanische Stabilität besitzen, werden sie mit indifferenten Kunststoffen oder Folien, Geweben od. dgl. aus indifferenten Kunststoffen oder andern Stoffen, wie Asbest, Glas usw., verstärkt. Als indifferenter Kunststoff eignet sich beispielsweise Polyvinylchlorid. Das erfindunggemässe Verfahren bringt den Vorteil, auf einfachem Wege aus technischen chloridhaltigen Alkalilaugen chloridarme Laugen von der Güte der nach dem Quecksilberverfahren gewonnenen Alkalilaugen ohne wesentlichen Energieaufwand zu erhalten. 



   Weiterhin besitzen derartige auf Kunstharzbasis aufgebaute Membranen eine wesentlich höhere Haltbarkeit (etwa bis zu   t   Jahr) als die 

 <Desc/Clms Page number 2> 

 beim oben beschriebenen Osmoseverfahren verwendeten Membranen aus Pergament der Baumwolle. Man erreicht mit den erfindungsgemässen Membranen, ohne sie vorher besonders zu präparieren, eine genügende Entchloridung von konzentrierten Alkalilaugen, wobei die bei der Osmose auftretende Verdünnungswärme den Trenneffekt nicht stört. Der vorteilhaftere Trenneffekt und die bessere Haltbarkeit unserer Membranen gegenüber den bisher verwendeten ist aus Beispiel 3 klar zu ersehen. 



   Beispiel 1 : a) Herstellung der Membran : Man löst 174   Gew.-Teile Phenolsulfbsäure,   die noch aus der Phenolsulfierung einen Anteil von 20 Gew.Teilen freier Schwefelsäure enthält, unter Kühlung in 166 Gew.-Teilen 30% igem Formalin. 



  Mit dieser Lösung wird ein Polyvinylchloridgewebe durchtränkt, das anschliessend in einer gesättigten Wasserdampfatmosphäre zur Kondensation 2 Stunden lang einer Temperatur von   850 C ausgesetzt. wird.   Die Kondensation kann auch auf kontinuierlichem Wege über dampfbeheizte Walzen erfolgen. b) Reinigung der Natronlauge : Die konzentrierte technische Natronlauge und destilliertes Wasser werden unter Zwischenschaltung der vorher beschriebenen Membranen in einer filterpressenähnlichen Anordnung im Gegenstrom aneinander vorbeibewegt. Das NaOH tritt aus der konzentrierten Lauge durch die Membran in die wässerige Phase unter Bildung einer verdünnten,   NaCl-armen   Natronlauge über.

   An dem einen Ende der Anordnung (Eintrittsseite der konzentrierten zu entchloridenden Natronlauge) tritt die   NaCl-arme   verdünnte Natronlauge aus, während an dem andern Ende der Apparatur (Eintrittsseite des destillierten Wassers) die verdünnte Natronlauge austritt. 



   Auf diese Weise wurden mit den oben beschriebenen Phenolsulfosäuremembranen und einer chloridhaltigen Natronlauge der Konzentration 750 g/l NaOH und 15   g/l   NaCl=2, 0 g NaCl/lOOg NaOH und destilliertem Wasser die aus der nachfolgenden Tabelle zu ersehenden Ergebnisse erzielt : Es bedeuten : 
 EMI2.1 
 Spalte 3 : Leistung der Membran in g reines NaOH/m2/Stdn. 



  Spalte 4 : Analyse der reinen Lauge a)   g/l   NaOH b)   g/l   NaCl Spalte 5 : Analyse der NaCl-reichen, verdünnten Natronlauge 
 EMI2.2 
   g/l NaOHArbeitstemperatur : 45- 500 C   
Tabelle 
 EMI2.3 
 
<tb> 
<tb> 1 <SEP> 1 <SEP> 2 <SEP> 1 <SEP> 3 <SEP> 4 <SEP> 5 <SEP> 
<tb> 1 <SEP> I <SEP> 3 <SEP> I <SEP> 5 <SEP> 
<tb> 0, <SEP> 435 <SEP> 0, <SEP> 33 <SEP> 187 <SEP> 320 <SEP> 0, <SEP> 2 <SEP> 614
<tb> 0, <SEP> 521 <SEP> 0, <SEP> 49 <SEP> 186 <SEP> 322 <SEP> 0, <SEP> 2 <SEP> 608
<tb> 0, <SEP> 572 <SEP> 0, <SEP> 53 <SEP> 236 <SEP> 180 <SEP> 0, <SEP> 1 <SEP> 520 <SEP> 13 <SEP> Mittel-
<tb> 1, <SEP> 570 <SEP> 1, <SEP> 02 <SEP> 267 <SEP> 160 <SEP> 0, <SEP> 08 <SEP> 471 <SEP> wert
<tb> 3, <SEP> 480 <SEP> 3, <SEP> 53 <SEP> 270 <SEP> 113 <SEP> 0, <SEP> 08 <SEP> 400
<tb> 6, <SEP> 460 <SEP> 6, <SEP> 18 <SEP> 273 <SEP> 85 <SEP> 0,

   <SEP> 10 <SEP> 230
<tb> 
 
Beispiel 2 : Die allgemeine Arbeitsweise . zur Herstellung der Kunstharzmembran ist gleich der im Beispiel 1 beschriebenen. 
 EMI2.4 
 enthält, mit 20 Gew.-Teilen Phenol und 166   Gew. - Teilen 30% iger   Formalinlösung. 



   Mit der auf diesem Wege hergestellten Membran konnte bei gleicher Zusammensetzung der technischen Ausgangsnatronlauge wie im Bei- 

 <Desc/Clms Page number 3> 

 
 EMI3.1 
 einer Membran a) aus Pergament (12 Stunden in NaOH geweicht), b) aus Baumwollgewebe (2 Stunden mit NaOH und   l   Stunde mit   8%iger MgCl2-Lösung   vorbehandelt), c) aus einem Ionenaustauscher auf Basis von Phenolsulfonsäure-Formaldehyd gefahren. Bei allen drei Versuchen wurde eine chloridhaltige Natronlauge der Konzentration 759   g/l   NaOH und 15 g/l NaCl verwendet. Das 
 EMI3.2 
 
 EMI3.3 
 
 EMI3.4 
 ein starkes Absinken zu beobachten, wonach die Folie undicht wurde. Bei der Membran aus Baumwolle belief sich V im Mittel nur auf etwa 180. Auch diese Membran war nach 12 Tagen völlig unbrauchbar geworden. 



   Demgegenüber arbeitete unsere Membran aus einem Ionenaustauscherharz unverändert über Monate hinaus mit einem mittleren V von etwa 1700. 



    PATENTANSPRÜCHE :    
1. Verwendung von gelförmigen, in wässerigen bzw. alkalischen Medien quellfähigen, aber unlöslichen polaren Gruppen enthaltenden Ionenaustauscherharzen, auf Basis von Phenolsulfosäure-Formaldehyd-Kondensaten, deren Anteil an Phenolsulfosäure bis zu etwa 30   Mol-%   durch Phenol ersetzt ist, als Membranen zur Entfernung von Alkalichloriden aus Alkalilaugen auf osmotischem Wege.

Claims (1)

  1. 2. Verwendung von Ionenaustauscherharzen gemäss Anspruch 1, welche mit indifferenten Kunststoffen oder Folien, Geweben od. dgl. aus indifferenten Kunst- oder andern Stoffen, wie Asbest, Glas usw., verstärkt sind.
AT200587D 1956-06-05 1956-12-06 Verfahren zur Entfernung von Alkalichloriden aus Alkalilaugen AT200587B (de)

Applications Claiming Priority (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
DE200587X 1956-06-05

Publications (1)

Publication Number Publication Date
AT200587B true AT200587B (de) 1958-11-10

Family

ID=5761813

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
AT200587D AT200587B (de) 1956-06-05 1956-12-06 Verfahren zur Entfernung von Alkalichloriden aus Alkalilaugen

Country Status (1)

Country Link
AT (1) AT200587B (de)

Similar Documents

Publication Publication Date Title
DE649233C (de) Verfahren zur Gewinnung von Halogenen aus ihren Loesungen
DE102015213801A1 (de) Komplexe Nanofiltrationsmembran und Herstellung davon
DE2129734C3 (de) Trennverfahren
DE112009000188T5 (de) Polyimid-Gastrennungs-Membran und Gastrennungs-Verfahren
DE2943753A1 (de) Verfahren zur herstellung von hohlfasermembranen
AT200587B (de) Verfahren zur Entfernung von Alkalichloriden aus Alkalilaugen
DE69804970T2 (de) Ionenaustauschermembran
DE3402471A1 (de) Kationanaustauschermembran und herstellungsverfahren
DE2423593C2 (de) Phosphorylierte Celluloseacetatmembranen, Verfahren zu ihrer Herstellung und ihre Verwendung
DE2646655A1 (de) Schwefelhaltige, fuer membranen geeignete, polymere
DE3410520C2 (de)
CH351259A (de) Verfahren zur Herstellung einer praktisch alkalichloridfreien Alkalilauge
AT203023B (de) Verfahren zur Entfernung von Alkalichloriden aus Alkalilaugen
DE1041486B (de) Dialysiervorrichtung zum Entfernen von Alkalichloriden aus Alkalihydroxydlaugen
DE2350567A1 (de) Wiedergewinnung von glykol aus salzhaltigem abwasser
DE2139563A1 (de)
DE1056103B (de) Dialysiervorrichtung zum Entfernen von Alkalichloriden aus Alkalihydroxydlaugen
DE1055941B (de) Verfahren zur Herstellung von selektiv permeablen Membranen aus Pergamentpapier
DE571702C (de) Herstellung von osmotischen Membranen zur dialytischen Reinigung von unreinen Alkalilaugen
DE581956C (de) Verfahren zur Herstellung von Kondensationsprodukten aus Phenolen und Naturharzen
DE2901943C3 (de) Verfahren zur Herstellung von Holzschliff
DE3645263C2 (de) Membran für die Trennung von Flüssigkeiten durch Verdampfen
AT208339B (de) Dialysiervorrichtung zur Reinigung von Alkalilaugen
AT220602B (de)
DE1051263B (de) Dialysiervorrichtung zur Reinigung von Alkalilaugen