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Österreichische PATENTSCHRIFT Nr. 19757.
DEUTSCHE GRAMMOPHON-AKTIENGESELLSCHAFT IN BERLIN.
Einrichtung für die Zurückführung des Schalldosenarmes bei Sprechmaschinen.
Die vorliegende Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Anheben der Schalldose und zum Zurückführen des die Schalldose tragenden Armes für Vorrichtungen zum Aufzeichnen
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den Nachteil, dass infolge von Reibung, Luftwiderstand u. dgl. das Zurückbringen des Schalldosonarmes langsam und unvollkommen erfolgt, bisweilen auch der Arm auf halbem Wege stehen bleibt. Ein weiterer Nachteil dieser Einrichtung besteht darin, dass sie nur bei Apparaten mit lotrecht und wagerecht verstellbarem Schalldosenarm verwendbar ist, nicht aber hei Apparaten, bei welchen der Schalldosenarm oder ein Teil desselben lediglich in wagorechter Richtung drehbar ist.
Demgegenüber kommt es bei der vorliegenden Erfindung darauf an, dass die Rück- führung des Schalldosenarmes unt litwirkung einer Feder oder einer sonstigen Spann-
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wird. Diese Spannvorrichtung erzeugt eine künstliche Pressung zwischen einer Gleitbahn und dem SchaIIdosonarm. Die Einwirkung jener Spannvorrichtung auf die Gleitbahn bezw. auf den Schalldosenarm kann in vertikaler Richtung erfolgen, weil infolge der Wirkung der schrägen Gleitbahn din durch jene Spannvorrichtung ausgeübte Kraft immer nach zwei Richtungen zerlegt wird und zur Geltung kommt.
Es hat sich gezeigt, dass diese
Einrichtung dazu geeignet ist, um solche Schalldosenarme nach dem Spielvorgang zurück- zuführen, welche nur in wagerechter Richtung drehbar sind, indem die schräge Gleitbahn oder ein an dem Arm beweglicher Teil unter dem Einflusse von Gewichts-oder Federdruck beweglich angeordnet ist, so dass entweder die schräge Gleitbahn während der seitlichen Zurückdrohung des Armes gehoben oder verschoben wird, oder jener an dem Arm be- wegliche Teil sich gegen die Gleitbahn bewegen kann. Es müssen also die Gleitbahn und die auf ihr sich bewegenden Stützen der Schalldosenarme gegeneinander beweglich sein.
Die Anordnung eines an dem Schalldosenarm beweglichen Stützteiles, der bei dem Ab- gleiten über die schräge Gleitbahn verstellt wird, bietet ferner den Vorteil, dass diese
Bewegung auch für das Heben und Senken der in beliebiger Weise an dem Schalldosenarm beweglichen Schalldose benutzt werden kann. Sowohl bei hohlem Schalldosenarm, an welchem die Schalldose in Führungen senkrecht zum Schallwellenträger beweglich ist, als auch bei
Schalldosenarmen, deren vorderer Teil gelenkig mit dem Tragarm verbunden ist, kann vor oder während der Rückbewegung des Schalldosenarmes das Anheben der Schalldose vom Schallwellenträger selbsttätig entweder durch den am Schalldosenarm beweglichen Stützteil
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eine filr diesen Zweck vorgesehene besondere Stellvorrichtung erfolgen.
Die neue Umstell- vorrichtung ist insbesondere auch für durch Münzeneinwurf auszulösende Vorrichtungen zum Wiedererzeugen von Lauten und Tönen geeignet ; in jedem Fall muss eine Spann-
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Spannvorrichtung erfolgt zweckmässig bei dem Aufziehen des Spielwerkes. Dieser Vorgang kann aber auch durch eine besondere Aufzug-oder Einstellvorrichtung durchgeführt werden.
In der folgenden, näheren Beschreibung und in der Zeichnung ist die Anwendung der Erfindung auf einen Apparat dargestellt, dessen Schalldosenarm an einer lotrechten
Achse gelagert ist und sich daher nur in einer wagerechten Ebene bewegen kann. In der
Zeichnung veranschaulicht Fig. 1 den mit der neuen Umstellvorrichtung verbundenen
Schalldosenarm in der Betriebsstellung ; Fig. 2 zeigt die Stellung der Teile während der Rückführung des Schalldosenarmes bei von dem Schallwellenträger abgehobener Schalldose ;
Fig. 3 zeigt den Schallarm mit der Umstellvorrichtung im Grundriss ;'Fig. 4 ist ein Schnitt nach der Linie B, B der Fig. 3 ; Fig. 5 und 6 veranschaulichen abgeänderte Ausführung- formen der UmsteHvorrichtung.
Der Schalldosenarm 1 ist in bekannter Weise in dem den Übergang zum Schall- trichter bildenden Gelenk 2 in einer wagerechten Ebene drehbar. An seinem vorderen
Ende trägt der Schalldosenarm a um einen seitlichen Drehzapfen 3 drehbar die Schall- dose 5 mittels des Hebels 4. Der Hebel 4 lässt sich in die in Fig. 1 punktiert gezeichnete
Lage umlegen. Das kürzere Ende 6 des Hebels 4 greift mit einem Anschlagstift unter das kürzere Ende 7 eines um den Zapfen 8 drehbaren, doppelarmigen Hebels 7,9, der mit seinem längeren Arm 9 als Stütze für den Schalldosenarm 1 dient und zweckmässig mit einer Laufrolle 10 versehen ist.
Quer unter diesem Stützteil 9 befindet sich die von
Stützen 11 getragene Gleitbahn 12, welche vorteilhaft zwei aufeinander folgende Lauf- flächen von verschiedener Steigung aufweisen kann und durch eine auf jene Stützen 11 wirkende Exzentervorrichtung, Hebelübersetzung oder dgl. gehoben oder gesenkt werden kann.
Zu Beginn eines Tonstückes befindet sich der um das Gelenk 2 drehbare Schall- dosenarm 1 in der in Fig. 3 punktiert dargestellten Grenzlage, in welcher, wie in Fig. 4 mit punktierten Linien angedeutet ist, der Teil 13 einen seitlichen Anschlag für die Lauf- rolle 10 bildet. Dabei nehmen der Schalldosenhebel 4,6 und der Stützhebel 7,9 durch ihr Gewicht die in Fig. 1 dargestellte Lage ein. Im Verlauf des Tonstückes dreht sich der Schalldosenarm 1 um das Gelenk 2 und bewegt sich dabei in die in Fig. 4 in vollen
Linien gezeichnete Stel ! ung. Am Schluss des Spielvorganges, wenn der Schalldosenarm 1 gegen den stark abgeschrägten Teil der Gleitbahn 12 trifft, wird hiedurch oder auch durch einen besonderen Mechanismus, z.
B. ein zu der Hauptantriebsfeder parallel geschaltetes Nebekraftwerk, die Exzentervorrichtung oder dgl. in Tätigkeit gesetzt, welche die Gleit- bahn 12 anzuheben strebt. Sobald sich die Gleitbahn 12 zu heben beginnt, hebt sie die Laufrolle ; M und dreht dadurch den Stützhebel 9 um den Drehpunkt 8 nach oben. Der Stlitzliebel 9 wieder legt mittels des Armes 7 den Hebel 4, 6 um, so dass beide Teile die in Fig. 2 dargestellte Lage erhalten, bei welcher der Spielstift von der Schallplatte ab- gehoben ist.
Der bei diesem Vorgange durch die gehobeno Gleitfläche 12 auf die Druck- rolle 10 ausgeübte Druck kommt nun in doppelter Wirkung zur Geltung, einmal zum
Heben des Stützhebels 9 und anderseits zur Seitlichbewegung des Schalldosenarmes 1 in die in Fig. 3 punktiert gezeichnete Stellung. Diese Doppelwirkung hat ihre Ursache darin, dass die Druckwirkung der Spannvorrichtung und die des durch die Schalldose gebildeten
Gegengewichtes nach zwei Richtungen zerlegt wird. Es kann also zweckmässig gleichzeitig das Abheben der Schalldose und auch die Zurückführung des Schalldosenarmes durch dieselbe Spannvorrichtung bewirkt werden, auch wenn der Schalldosenarm nur in wage- rechter Richtung drehbar ist.
Die Schalldose 5 bleibt in der von dem Tonwellenträger abgehobenen Stellung, solange die Gleitbahn 12 in der oberen Stellung gehalten wird.
Selbstverständlich kann die Bewegung der Gleitbahn 12 unter der Einwirkung der
Spannvorrichtung such lediglich zum Seitlichverschieben des Schalldosenarmes 1 benutzt werden, in welchem Falle für das Anheben der Schalldose 5 eine besondere, beliebig wirkende Einrichtung vorgesehen sein kann. Beispielsweise ist bei der in Fig. 5 dargestellten, abgeänderten Ausführung angenommen, dass die Gleitbahn 12, welche unter dem Drucke der Federn 14 angehoben werden kann, mittels eines beweglichen Armes 20 den Schall- dosenarm trägt.
Die in Fig. 6 dargestellte, abgeänderte Ausführungsform zeigt eine Einrichtung, bei welcher die Gleitbahn 12 feststehen kann, bei welcher aber an dem Schalldosenarm ein beweglicher Stützteil 17 angeordnet ist, der die Laufrolle 10 trägt. Dieser Stützteil 17 steht unter der Einwirkung einer Feder 16 ; die Wirkung-ergibt sich ohneweiters aus
Fig. 6. Infolge der Druckwirkung wird auch hier der Schalldosenarm 1 seitlich bewegt.
Es wird also nur darauf ankommen, bei Beendigung des Spielvorganges durch eine beliebig
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Bei allen beschriebenen Ausführungen kann die Rückführung des Armes dadurch unterstützt werden, dass an der Gleitbahn noch ein Ansatz 18 angeordnet sein kann, der eine besondere, steile Abgleitungsfläche hat und dazu dient, die Einleitung der Rückführung des Schalldosenarmos 1 zu beschleunigen. Diese Wirkung lässt sich noch insbesonders dadurch verstärken, dass die Stützgestänge 11 bei'Beendigung des Spielvorganges plötzlich emporgeführt werden, etwa durch eine Spannvorrichtung, die innerhalb des Gehäuses angeordnet ist und durch das innere Spielwerk bei Beendigung des Spielvorganges selbsttätig ausgelöst wird.
Wird die letztere Einrichtung mit der vorher beschriebenen Einrichtung zum Anheben der Schalldose verbunden, so ist auch für ein schnelles Abheben der letzteren gesorgt.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Einrichtung für die Zurückführung des nur in horizontaler Ebene um eine vertikale Achse drehbaren Schalldosenarmos bei Vorrichtungen zum Aufzeichnen oder Wiedergeben von Lauten und Tönen, dadurch gekennzeichnet, dass die Zurückführung des Schalldosenarmes (1) in die Anfangslage mittels einer mit einer schrägen Rückführungsgleitbahn zusammenwirkenden, eine künstliche Pressung zwischen Gleitbahn und Schalldosenarm durch Gewichts-oder Federdruck erzeugenden besonderen Spannvorrichtung erfolgt.