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LOUIS ANTOINE GARCHEY m PARIS.
Verfahren zur Herstellung von Formstücken aus entgastem Gla8e.
Bekanntlich werden Formstücke aus entgastem Glase durch Erhitzen von Glaspulvor oder Schmelze in feuerfesten Formen und in der Weise hergestellt, dass die Formen zuvor mit einem die unmittelbare Berührung des Glases mit den Wandungen der Formen vorhindernden isolierenden Stoffe ausgekleidet worden. A ! s isolierender Stoff sind bisher Sand, Formorde, Kalk, Asche, Speckstein u. dgl. verwendet worden.
Den Gegenstand vorliegender Erfindung bildet ein handliches Verfahren zur Auskleidung der Formen, darin bestehend, dass in die zuvor erhitzte Form eine Aufschlämmung des das Anhaften verhindernden Stoffes unter Zerstäubung eingespritzt wird. Nach dem Verdunsten des Wassers überzieht das aufgeschlämmt gewesene Pulver die Innenwand der Form in einer sehr dünnen und gleichmässigen Schicht. Das Verfahren hat ausserdem den Vorzug, ein rasches und ununterbrochenes Arbeiten und die Verwendung einer Art endlosen Form (in sich geschlossene Rinne u. dgl. ) in noch näher zu erläuternder Weise zu ermöglichen. Von den als isolierende Mittel in Betracht kommenden feuerfesten Stoffen müssen natürlich solche gewählt werden, welche möglichst foinpulverig zu erhalten sind, um haltbare Aufschlämmungen zu liefern.
Besonders gut eignet sich hiezu die gebrannte Magnesia. Dieselbe hat ausserdem noch den Vorzug, dass sie nicht nur das Anhaften des Glases an den Wandungen der Formen verhindert, sondern auch ihrerseits nicht an den Glasblöcken festklebt und damit ihrem Aussehen nicht schaden kann. Die anderen, bisher üblichen Mittel kleben auf der ganzen Oberfläche des Blockes fest. Infolgedessen war ein Ausschneiden des herzustellenden Gegenstandes aus dem Blocks durch die Presse zur Erzielung der genauen Umrisse des Gegenstandes nötig, wodurch einerseits bedeutende Verluste an Material und andererseits eine sehr grosse Abnützung der Presse herbeigeführt wurde.
Weiters besteht noch die Erfindung in einem zur ununterbrochenen Entglasungsarheit unter Verwendung der Aufschlämmung geeigneten Ofen, wodurch es ermöglicht wird, als
Schauseite des Glasblocks diejenige Oberfläche desselben anzuwenden, welche mit den
Formwänden in Berührung gestanden hat, also am besten zur Entgasung gelangt ist.
Als Entglasungsofon wird ein Kanalofen mit in sich zurücklaufende beweglicher
Sohle von beliebiger, bekannter Art verwendet. Die Sohle ist nicht eben, sondern mit in sich zurücklaufenden Rinnen von rechteckigem Querschnitt versehen. Der Ofenkanal ist wie gewöhnlich auf einen bestimmten Teil des Umfanges unterbrochen, um die Sohle frei- zulegen. In der Mitte dieses Teiles befindet sich dann ein Zerstäuber, welcher ununter- brochen die oben bezeichnete Flüssigkeit in der Vertiefung der Sohle verbreitet. An der
Seite, nach welcher hin der Boden vorrückt, ist ferner ein Trichter angeordnet, welcher das Glas in die mit dem Isoliermittel ausgekleidete Rinne ablaufen lässt, während am
Ausgange des Ofenkanals, wo das Glasband in entgastem Zustande austritt, eine selbst- tätige Abschneidevorrichtung angeordnet ist.
Das in dem Kanal enthaltene Glas bildet ein langes Band, welches unter der
Wirkung der Wärme zur Entgasung gelangt, wobei es in sich bindet und welches heim
Austreten aus dem Ofen in regelmässigen Zwischenräumen in Stücke zerschnitten wird.
Der zur Ausführung des Verfahrens benutzte Entglasungsofen ist in dorn Teile, welcher der Unterbrechung des Arbeitsraumes entspricht, in der Zeichnung dargestellt, u. zw. zeigt Fig. 1 einen senkrechten Längsschnitt durch den mittleren Umkreis dieses
Teiles, Fig. 2 ist ein Grundriss und Fig. 3 ein radialer Schnitt.
Die in den Figuren dargestellte Sohle a wird durch eine Schiene b getragen, welche
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sind, nichtsdestoweniger die gleiche Gasmenge empfangen.
Man kann in dem Trichter m und in jedem der, Anschlüsse n eine mechanische Rührvorrichtung anordnen, um zu verhindern, dass das Glas sich im Trichter staut.
Am Austritt aus dem Arbeitsraum und nach dem Innern desselben hin abfallend, ist eine
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welcher ihn mitnimmt, zu verlassen, um auf die untere Platte l'des selbsttätigen Abschneiders hinaufzusteigen. Jedes Band wird seitlich weitergeleitet mit Hilfe senkrechter Abschlusswände s, die durch den Teil q getragen werden und den feuerfesten Teilen 9 entsprechen.
Auf der Platte,. befindet sich beständig eine Platte t, auf welche sich die Glas- bäuder hinaufscbieben. Diese Platte trägt an ihrem einen Ende einen Einschnitt und am anderen Ende einen Zapfen, um ihre schnelle Verbindung mit einer ähnlichen Platte t'zu ermöglichen. Ein Richtscheit u, welches beliebig mehr oder weniger vorgerückt werden kann, gestattet die Länge der Stücke, in welche die Bänder zu zerschneiden sind, zu regeln. Zu diesem Zwecke trägt es einen Anschlag v, welcher gegenüber einem der Bänder nach unten geht.
Sobald dieses Band den unteren Teil des Anschlages v berührt, dreht sich dieser um seine Achse und sein oberes Ende trifft gegen einen festen Kontakt iv, wodurch ein elektrischer Strom geschlossen wird, welcher den Abschneiden in Bewegung setzt, und zwar in einer beliebigen geeigneten Weise. Auf der Zeichnung ist angenommen worden, dass dieser elektrische Strom den Steuerungszylinder einer Wasserkraftmaschine betätigt, dessen Kolben mit dem Hebel x verbunden ist, wodurch das Hochheben des Rahmens y herbeigeführt wird, mit welchem die untere Platte r des Abschneiders durch in geeigneter Weise angeordnete Stangen verbunden ist. Die Glasbänder werden dann gleichzeitig zwischen den Schneiden z, welche leicht durch andere ersetzt werden können, in Stücke zerschnitten.
Sobald das Zerschneiden erfolgt ist, wird an der Platte t in seitlicher Richtung gezogen, wodurch an die Stelle der Platte t die Platte t'gebracht wird.
Die von den Rändern abgeschnittenen Kuchen worden dann nach der hydraulischen Presse getragen, welche ihnen durch Pressen ihre ondgiltige Gestalt, gibt.
Anstatt des Glases in Körnern könnte man auch in die Kanäle i ftussiges Glas ein- Hicsspn lassen, wenn der Schmelzofen in geeigneter Weise angeordnet wird. Die Anschlüsse n wiirden dann durch besondere Einrichtungen ersetzt werden, um die Stärke der Glasschicht
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bei der Verwendung von Glaspulver.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur Herstellung von Formstücken aus entgastem Glase in feuerfesten Formen, welche mit einem das Anhaften des Glases verhindernden Stoffe ausgekleidet sind, dadurch gekennzeichnet, dass das auskleiden der Form mit dem isolierenden Stoffe in der Weise vorgenommen wird, dass in die vorher erhitzte Form eine Aufschlämmung des Stoffes
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des lsoliermittels an der Glasmasse zu verhindern und den so hergestellten Werkstücken die endgiitige Gestalt durch blosses Zusammenpressen ohne besonderes Ausschneiden zu erteilen.