AT17615B - Verfahren zur Erhöhung des thermischen Wirkungsgrades der Dampfmaschinen. - Google Patents

Verfahren zur Erhöhung des thermischen Wirkungsgrades der Dampfmaschinen.

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Jacob Heinrich Missong
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Jacob Heinrich Missong
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Description


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   Österreichische PATENTSCHRIFT   Nr. 17615.   



   JACOB HEINRICH MISSONG IN HÖCHST A. MAIN. 



  Verfahren zur Erhöhung des thermischen Wirkungsgrades der Dampfmaschinen. 



   Durch die deutsche Patentschrift Nr. 99352 ist ein Verfahren zur Erhöhung des   thermischen Wirkungsgrades bekannt geworden, weiches   darin besteht, den Abdampf ohne Anwendung eines besonderen Kondensators durch den Dampfkolben selbst in den Kessel   zurückzudrücken.   Wenn man nun das Volumen des bis auf die Anfangsspannung komprimierten Abdampfes nach der Kompression durch   Überhitzung vergrössert und während   der   Kode-   pression durch Einspritzung in den Zylinder so stark   abgekühlt. hat.

   dass derselbe am Ende   derselben trocken oder sehr schwach gesättigt ist, so würde die gewonnene Arbeit gleich sein jener, welche bei den heutigen Dampfmaschinen durch die Volumenvergrösserung des Dampfes hei Überhitzung gewonnen wird, wenn davon abgesehen wird, dass durch die Einspritzung das während der Kompression im Zylinder eingeschlossene Dampfgewicht vermehrt wird. 



   Da jedoch die eingespritzte flüssigkeit bei der Kompression des Dampfes vor dem 
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    Durch Offenhalten der Auslassorgane beim Kolbenrückgang, u. zw. nur so lange, bis   so viel Dampf entwichen ist, als durch die Einspritzung entsteht, kannman die Kompressionsarbeit vermindern bezw. die mittlere indizierte Spannung und damit auch den thermischenWirkungsgraderhöhen. 
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   Die Fig. 1, 2 und 8 der Zeichnung zeigen beispielsweise eine Ausführungsform der neuen Maschine mit einem Zylinder in liegender Anordnung. a sind die Dampfeinlassventile, welche wie bei den Ventilmaschinen gesteuert werden. 



  Die Ventile al (Fig. 2) sind selbsttätige Ventilo, durch welche der komprimierte Abdampf mittels des   Kolbens   durch einen   Dampfsammler   mit kräftig wirkendem Dephlegmator (Ölabscheider) in den Überhitzer   gedrückt   wird. Die Ventile   a2   sind gesteuerte Ventile, durch welche so viel Abdampf vor der Kompression desselben hinausgelassen wird, als durch die Flüssigkeitseinspritzung gebildet wird. b ist eine   Zerstäubungsvorrichtung   (Körtingsche Streudüso, Fig. 2) mit Schraubengang, durch welche die durch die   kupferne   Rohrleitung c unter Überdruck zugeführte Flüssigkeit während der Kompression (vom Beginn des   Kolbenrückganges bis   etwa zum halben Hube) in den Zylinder eingespritzt wird.

   Statt einer   Streudüsn können   auch zwei (an jedem Zylinderende eine) verwendet werden, so dass während des ganzes Kolbenhubes Flüssigkeit eingespritzt werden kann. 



   Der Arbeitsprozess der neuen Maschine ist   folgender : Hochgespannter und hoch-   überhitzter Dampf, welcher in dem Überhitzer bezw. in einem mit demselben verbundenen kleinen Dampfkessel erzeugt wird, tritt durch die Ventile a in den Arbeitszylinder d und treibt den   Kolben a3   bis an das andere Zylinderende. Beim Kolbenrückgange wird der Dampf vor dem Kolben durch Einspritzung abgekühlt, bis auf die Anfangsspannung kom-   primiert   und dann durch Ventil al durch einen mit einem Ölabscheider versehenen Dampfsammler in den Überhitzer gedrückt ; nach der   Überhitzung   gelangt derselbe wieder zn erneuter Arbeitsleistung in der vorstehend beschriebenen Weise in den Arbeitszylinder d. 



  Heim Kolbenrückgange werden die Auslassventile a2 so lange geöffnet, bis die durch die Flüssigkeitseinspritzung entstehende Dampfmenge entwichen ist. 
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 die aufgewendete Arbeit beim Kolbenrückgange dar, wenn durch die Ventile a2 so viel Dampf vor der Kompression entweicht, als durch die gesamte Flüssigkeitseinspritzung (in den Zylinder und Dampfsammler) gebildet wird. Durch die senkrecht schraffierte Fläche der Fig. 4 wird daher die Arbeit dargestellt, welche gewonnen wird, wenn so viel Dampf weniger komprimiert wird, als durch die Einspritzung in die Dampfsammler und den Überhitzer gebildet wird, also vor der Kompression durch die Ventile   a2 hinausgelassen   wird. 



   Mit der beschriebenen Arbeitsweise   ! ässt sich   eine hohe mittlere indizierte Spannung und eine sehr grosse Kolbengeschwindigkeit erreichen. Da ferner infolge der   Abkühlung   des Dampfes vor dem Kolben durch Flüssigkeitseinspritzung auch bei sehr hohen Überhitzer-   temperaturen   die Verwendung doppeltwirkender Zylinder zulässig ist, so ergeben sich ausserordentlich kleine Zylinderdimensionen.

   Dadurch sowie infolge der Kompression bis zur Anfangsspannung vor beendetem Kolbenhub verringern sich die   Abkühlungsverluste   bedeutend, wozu insbesonders noch folgender Umstand beiträgt :
Da die Kompression kurz nach Beginn des Kolbenhubes eingeleitet wird, so braucht der   schädliche   Raum nur so gross zu sein, dass der Kolben nicht an die Zylinderdeckel stösst, und die   Wärmemenge,   welche der Frischdampf auf den bis auf die Anfangsspannung komprimierten trockenen Dampf im schädlichen Raum abgibt, ist daher sehr klein ;

   da   auch bis zum Beginn   der Kompression nur ganz minimale Mengen Dampf aus dem Raume vor dem   Kolben hinausgelassen   werden, so ist die Temperatur des Dampfes vor dem Kolben   erhcDich   höher, wie bei den gewöhnlichen Dampfmaschinen und mithin das Temperatur-   grfällp     der Zylinderwände entsprechend niedriger.

   Da   der Dampf vor beendetem Kolbenhube bis auf die Anfangsspannung und bis zum trockengesättigten Zustande komprimiert wird, so trifft der frisch eingelassene Dampf trockene Zylinderwände an und die Initialkondensatinn fällt daher weg ; die Wärme, welche von den Zylinderwänden der gewöhnlichen   Dampfmaschinen   an den Auspuffdampf abgegeben und so verloren wird, wird erspart, weil der Dampf vor dem Kolben durch Kompression desselben bis auf die Anfangsspannung wieder gewonnen wird ; auch der von der Dampflässigkeit des Kolbens herrüllrende Verlust fällt weg. 



   Durch die höhere Temperatur des Dampfes vor dem Kolben und das dadurch sich ergebende geringe   Gefälle   zwischen den Temperaturen der Zylinderwände und des Dampfes wird der   Kooffizient (der Expausionskurve kleiner   und dadurch die mittlere indizierte Spannung grösser. Diese wird erhöht   durch   grössere Füllungen. höhere Dampfspannungen, höhere Uberhitzertemperaturen, stärkerer Abkühlung des Dampfes vor und während der Kompressin und vor allem durch das Hinauslassen von Abdampf vor dessen Kompression aus dem Zylinder. 

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 spritzwassermenge und die Auslassorgane, welche soviel Abdampf vor der Kompression desselben hinauslassen, als durch die Einspritzung gebildet wird und die   Überhitzertemperatur   bewirkt. 



   Selbst wenn auch der Überdruck der gepressten Einspritzflüssigkeit auf gleicher Höhe gehalten wird (Akkumulatorenbetrieb), so wird es bei wechselnder Expansionsendspannung doch zweckmässig sein, die Einspritzwassermenge durch einen besonderen Regulator zu regeln. Für die Einspritzung darf nur vollständig reine Flüssigkeit verwendet werden. 



   Bei der vorliegenden neuen Dampfmaschine treten alle   Übelstände,   welche sich sonst bei hohen Temperaturen und   Faltungen   ergeben, nicht auf, wenn der Dampf bei Beginn und während der Kompression so stark abgekühlt wird, dass fUr die   Kompressionskurve   
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   Wenn der Dampf während der Kompression über den ganzen Hub gesättigt ist, so können selbst bei sehr hohen   Überl1itzertemperaturen   und grossen   Füllungen   doppeltwirkende Zylinder verwendet werden. Fahrt man die Maschine beispielsweise als Zweifachexpansionsmaschine aus, so geschieht dies in der Weise, dass man den Dampf bei einmaligem Durchgang durch die Maschine ein-oder zweimal überhitzt, den Niederdruck- zylinder mit fixer oder veränderlicher Füllung arbeiten und entweder den Hochdruckzylinder oder den Niederdruckzylinder den Dampf bis auf die Anfangsspannung loomprimieren lässt. Wenn der Hochdruckzylinder den Dampf bis auf die Anfangsspannung komprimiert, so arbeitet der Niederdruckzylinder mit dem durch die Einspritzung entstehenden, durch die Ventile   a2   entweichenden Dampf.

   Lässt man den Niederdruckzylinder, wenn er den Dampf bis auf die Anfangsspannung komprimiert, mit vom Regulator ver- änderlicher Füllung arbeiten, so ist es zweckmässig, die Steuerung und Reguliervorrichtung so auszuführen, dass das Verhältnis der Füllungen des Hoch- und Niederdruckzylidners stets gleich ist. 



   Um ein regelmässiges Arbeiten einer   Zweifaèhexpansionsmasclline   mit Zwischenüberhitzung zu ermöglichen, ist es von Vorteil, den Niederdruckzylinder, wenn er den Dampf bis auf die Anfangsspannung   komprimiert, bei einem Hube   die gleiche Gewichtsmenge Dampf ansaugen zu lassen, welche dem Hochdruckzylinder zuströmt bezw. aus demselben 
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 kann der Prozess in einer Zweifachexpansionsmaschine, bei welcher der Niederdruckzylinder den Kompressionszylinder bildet, auch in der Weise   durchgeführt   werden, dass der Dampf nur vor dem Eintritt in den Hochdruckzylinder überhitzt wird und die Einspritzung in den Niederdruckzylinder bezw.

   in einen im geeigneten Moment mit demselben in Verbindung gesetzten Kondensator erfolgt und der Dampf bei dem   Kolbenrückgange   des Niederdruckzylinders bis auf die Anfangsspannung komprimiert wird. Diese Art des Prozesses kann mit Vorteil dann durchgeführt werden, wenn man bei einem direkt geheizten Überhitzer möglichst stark gesättigten Dampf überhitzen will. 



   Die Regulierung der der jeweiligen Belastung der Maschine entsprechend einzuspritzenden Flüssigkeitsmenge in den Zylinder erfolgt durch das Ventil o (Fig. 2) mit konischem oder geradem, gegen Zerstörung geschützten Sitz (Heylandt-Ventil), welches durch die runde Stange p, den um den festen   Drehzapfen t'sich drehenden   Hebel s mit Friktionsrolle t, Feder it und verstellbarem Gewicht   v   geschlossen und durch die auf der   parallei   zur Maschinenachse liegenden Steuerwelle w sitzende unrunde Scheibe x bei Beginn des Kolbenrückganges (Kompression) geöffnet und so lange offen gehalten wird, bis die erforderliche   Flüssigkeitsmengo   eingespritzt ist.

   Die Steuerscheibe   x   ist mittelst Nut und Feder gegen Verdrehung auf der Welle   w gesichert und in achsialer   Richtung auf derselben verschiebbar. Der Daumen y der Steuorscheibe   x   ist, wie aus dem Grundriss (Fig. 3) derselben ersichtlich, in der Längsrichtung der Steuerwelle   tp   keilartig gestaltet, und zwar derart, dass die linke Längsseite desselben zur Wellenachse parallel ist, wodurch das Ventil o stets bei gleicher Kolbenstellung bei Beginn des Hubes geöffnet wird, während die rechte Längsseite des keilartigen Daumens gegen die   Zylinder-bezw. Steuerwellenachse   geneigt ist, wodurch das Ventil je nach der   Längsstellung     von a : früher   oder später ge- 

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Claims (1)

  1. PATENT-ANSPRUCH : Verfahren zur Erhöhung des thermischen Wirkungsgrades der Dampfmaschinen durch unter Wärmeentziehl1ng erfolgende Kompression des bei der vorausgegangenen Expansion abgekühlten Abdampfes bis auf die Anfangsspannung und Überhitzung desselben zu erneuter Arbeitsleistung, dadurch gekennzeichnet, dass vor und während der Kompression durch Auslassorgane aus den Zylindern so viel Dampf hinausgelassen wird, als sich bei der Verdampfung der in die Zylinder, Dampfsammler und Überhitzer eingespritzten bezw. in letzterem befindlichen Kühlflüssigkeit neu bildet.
AT17615D 1899-11-30 1903-11-24 Verfahren zur Erhöhung des thermischen Wirkungsgrades der Dampfmaschinen. AT17615B (de)

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