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Österreichische PATENTSCHRIFT Ni. 17461. CHARLES WILLIAM BECK IN NEW YORK (V. ST. A.).
Azetylenlampe.
Die vorliegende Erfindung betrifft eine Verbesserung an solchen Azetylenentwicklern, bei welchen ein gegen eine elastische Dichtung spielender Kolben die Zuführung des Karbides zum Wasser in Abhängigkeit vom Gasdruck regelt. Insbesondere ist die Erfindung für tragbare Azetylenentwickler (z. Il. Tischlampen) bestimmt. Diese Entwickler sind mehr wie andere der Gefahr ausgesetzt, umgestossen zu werden, also ihre normale Lage zu ändern.
Solche Zwischenfälle würden ohne Folgen bleiben, wenn nicht das Wasser in den Karbidbehälter gelangen und dort eine ungewünschte und ungewöhnlich grosse Gasentwicklung hervorrufen würde. Bei den bisherigen Entwicklern wurde nämlich der Zutritt des Wassers zu dem Karbidbehälter beim Umfallen der Lampe geradezu erst geschaffen, da zwischen dem Entwicklungs- bezw. Wasserraum und dem Gassammel- bezw. Karbidraum für die Zuführung des Gases zur Verbrennungsstelle eine besondere Verbindung bestand, durch welche das Wasser hei der Normalstellung der Lampe nie. hindurchtroton konnte.
Um diese Nachteile zu beseitigen, worden gemäss vorliegender Erfindung der Entwicklungs-bezw. Wasserraum und der Gassammel-bezw. Karhidraum nur durch die Karbidzufuhrungsöffnung miteinander verbunden, welche also dem Durchtritt des Gases zwischen dem Kolben und seiner elastischen Dichtung dient ;
jede andere Verbindung zwischen dem Wasserraum und dem Karbidraum ist ausgeschlossen. Infolgedessen kann dor Druckausgleich zwischen den beiden Raumes nur zwischen dem Karbidzuführungskolben und seiner elastischen Dichtung hindurch bezw. durch die Öffnung der Dichtung hindurch, wenn der Kolben spielt, erfolgen.
Da der Karbidzuführungskolben in seiner Arbeitsbewegung vom Gasdruck abhängig ist, da ferner die Karbidzuführungsöffnung allein zum Durchtritt des Gases zur Verbrennungsstelle dient, und da schliesslich das Wasser beim Umfallen der Lampe keinen anderen Zutritt zu dem Karbidraum fände, als durch die Karbidzuführungs- öffnung, so ist durch diese Vereinfachung der Beziehungen zwischen dem Karbid-und Wasserraum eine weitere Sicherheit gegen Explosion gegeben. Wenn man nämlich den Kolben in seiner Arbeitsbewegung dann sperrt, sobald die Lampe jede andere als ihre Normalstellung einnimmt, so kann kein weiteres Karbid in den Wasserraum fallen und jede Gas- entwicklung ist ausgeschlossen.
Ist durch die vorstehende Verbesserung schon eine grosse Sicherheit gegen Explosion gegeben, so kann sie noch erhöht werden, wenn die Öffnung, die gleichzeitig zum Durchtritt des Gases zur Vorbrennllngsstelo und zur Einführung des Karbides in den Wasserraum dient, dazu benutzt wird, um frisches Karbid nachzufüllen. Die Lampe besitzt alsdann keine andere Öffnung mehr, welche willkürlich von aussen geöffnet werden könnte, als die einzig notwendige, welche zum Nachfüllen von Karbid und Wasser dient. Hiedurch werden die Dichtungsnähte der miteinander verbundenen Teile auf eine einzige, die unumgänglich notwendige beschränkt, welche zum Ersatz des Karbides und des Wassers bestehen bleiben muss.
Um die Karbidzuführungsöffnung zum Nachfüllen des Karbides benutzen zu können, wird zweckmässig diese Öffnung durch einen Einsatz verschlossen, welcher die Dichtung fUr den Karbidzuführungskolben trägt. Hiemit ist der weitere Vorteil verbunden, dass der Kolben beim Herausziehen des Einsatzes von etwaigem Kalkansatz gereinigt wird, indem
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Dichtungsringes in dem herausnehmbaren Einsatz leicht eine Nachprüfung und ein Ersatz des Ringes erfolgen. Schliesslich erleichtert die erweiterte trichterförmige EinfuhrungöCnung das Einschütten des Karbides und erspart gegenüber den bisherigen engen Einwürfen einen besonderen Trichter.
Als Ausführungsform des in der Zeichnung dargestellten Entwicklers ist eine Tischlampe gewählt.
Fig. 1 zeigt einen Längsschnitt, Fig. 2 zeigt einen Längsschnitt des herausnehmbaren Einsatzes nebst dem dazugehörigen Teil des Kurbidbehälters, Fig. 3 zeigt eine Einzelheit.
Der LampeDfuss ist als Wasserbehälter 1 ausgebildet, welcher den Verbindungsring 2 trägt. Der Oberteil der Lampe enthält den Karbidbehälter 3, an welchen sich der trichterförmige Mittelteil 4 anschliesst ; dieser trägt an seinem unteren Ende einen dem Ring 2 entsprechenden Verbindungsring 5 ; zwischen beiden Ringen 2 und 5 liegt ein Dichtungring innerhalb entsprechender Nuten. Zur Vereinigung beider Lampenteile und zum Zusammenpressen des Dichtungsringes trägt der Ring 2 eine Öse 7, in welche ein Lappen 6 des Ringes 5 eingesetzt wird ; an dem diametral gegenüberliegenden Punkte trägt der Ring 5 einen Ansatz 8, über welchen ein an dem Ring 2 drehbarer Bügel 9 geklappt wird ; eine Druckschraube 10 presst beim Niederschrauben auf den Lappen 8 den Dichtungring fest zusammen.
Der Mittelteil 4 ist mit einem konischen Teil 11, daran schliessendem zylindrischen Teil 12 und eines Flansches 13 ausgestattet.
Das untere Ende des Mittelteiles 4 wird durch einen Einsatz 14 verschlossen, welcher an seinem unteren zylindrischen Ende 15 zwei einander diametral gegenüberliegende Stifte 1 (j trägt. Die Stifte 16 werden durch Ausschnitte 17 des Ringes 5 eingeführt und nach Art des Bajonettverschlusses über die Keilflächen hinweggedreht. Hiedurch wird der in der Ringnut 19 des oberen Teiles des Einsatzes 14 liegende Dichtungsring 20 gegen den Flansch 13 des Mittelteiles 4 gepresst. Gerade über dem Dichtungsringe 20 ist der Rand des Einsatzes 14 zur Bildung eines Flansches 21 und zur Aufnahme einer Muffe 22 eingezogen, welche den Dichtungsring 23 des Karbidzuführungskolbens 26, 27, 28 trägt. Zur Feststellung und zum Anpressen des Dichtungsringes 23 dient die Kappe 24, deren Flansch 2. 5 Über den Dichtungsring 23 greift.
Der Zuführungskolben besteht aus der Stange 26, den beiden zylindrischen Teilen 27, 29 und dem dazwischen liegenden abgesetzten Teil ; M. Der Kolben ist in bekannter Weise mit dem vom Gasdruck ausgedehnten Balge 32 verbunden, welcher in einem schalenförmigen, an dem oberen Rande des Karbidbehälters 3 befestigten Gefäss 30 spielt. Das Gefäss 30, sowie der Balg 32 besitzen in ihrem Boden mittlere Öffnungen, durch welche die Stange des Zuführungskolbens 26 hindurchtreten kann, um an dem oberen Teil des Balges 32 befestigt zu worden. Gleichzeitig wird hiemit eine Platte 37 mit Ansätzen 38 befestigt, unter welche die unteren Arme 51 eines Winkelhebels greifen (Fig. 3) ; der obere Arm 51 dieses Winkelhebels wird von einer Schraube 50 beeinflusst.
Wird die Schraube nach einwärts gedreht, so wird der Balg mit dem Kolben gehoben und die Karbidzuführung und der Gaszutritt zum Brenner abgesperrt.
Um den Kolben in seinen Arbeitsbewegungen selbsttätig zu sperren, wenn der Entwickler seine normale Stellung verlässt und um diese Sperrung selbsttätig wieder aufzuheben, wenn der Entwickler in die richtige Stellung zurückkehrt, ist folgende Einrichtung getroffen.
Der obere Gewindeteil der Kolbenstange 26 trägt eine Mutter 35, welche eine röhrenförmige Hülse 36, die zur Aufnahme der Feder 40 dient, trägt ; die Feder 40 wirkt in bekannter Weise den Bewegungen des Balges 32 entgegen und stützt sich oben gegen die Mutter 35, unten gegen Einsatzring 41, 42. Die Hülse 36 trägt ferner einen Ring 43, in deren Nut 44 eine Kugel 45 freibeweglich liegt. Die Hülse 36 und der Ring 43 mit Kugel 45 folgen demnach den Bewegungen des Balges bezw. des Kolbens innerhalb eines Gehäuses 31, das eine Erweiterung 46 trägt, in welche die Kugel 45 bei geneigter Lage des Entwicklers fällt, um den Kolben mit dem festen Gehäuse 31 zu kuppeln ; verlässt der Entwickler die geneigte Lage, so rollt die Kugel in die Nut 44 zurück.
Die Erweiterung 46 und der Teil 27 des Kolbens stehen in solcher Beziehung, dass der Kolben dann gesperrt wird, wenn der Teil 27 innerhalb seines Dichtungsringes 23 liegt.
Das Gehäuse 31 trägt eine Mutter 33 mit innerem Gewinde, durch welche es durch Flansche 34 mit dem Balg verschraubt wird. Zwischen der Hülse 36 und der Flansche 34 w'rd Raum zum Gasdurchtritt freigelassen. Das Gehäuse 31 ist von Filtermaterial umgeben und durchlöchert und gestattet den Durchtritt des Gases. Ein Dreifuss 47 trägt eine Filterkammer 48 nebst Druckminderventil 49. Um den Einsatz 14 beim Herausziehen erfassen zu kennen, sind an dein unteren Ende Griffe 52 befestigt.
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Das im Behaltet entwickelte Gas geht zwischen dem Karbidzuführungskolben und seiner Dichtung 28 hindurch in den Karbidraum, strömt durch das, das Gehäuse 81 umgebende Filter hindurch in den Zwischenraum zwischen der Hulse 36 und dem Flansche 84 in den Balg M und von hier durch die Filterkammer 48, Druckminderventil 49 zum Brenner.
PATENT. ANSPRÜCHE :
1. Azetylenentwickler mit vom Gasdruck abhängigem und gegen eine elastische Dichtung spielendem Karbidzuführungskolben, dadurch gekennzeichnet, dass der Entwicklungsbezw. Wasserraum und der Gassammel-bezw. Karbidraum nur durch die Karbidzuführungs- öffnung verbunden sind, welche gleichzeitig zum Durchtritt des Gases dient und dass der Kolben, sobald der Entwickler eine geneigte Lage einnimmt, durch eine Sperrvorrichtung selbsttätig in seiner Arbeitsbewegung in der Stellung aufgehalten wird, in welcher er die Verbindung zwischen dem Karbid-und Wasserraum abschliesst, so dass also bei etwaigem Umfallen der Lampe der Zutritt von Wasser in den Karbidraum verhindert wird.