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Österreichische PATENTSCHRIFT Nu-17077.
JOHANN STUMPF IN BERLIN. Rückkehrschaufel für Turbinen mit U-Taschen.
Die Erfindung betrifft die Konstruktion einer Gegenschaufel in Verbindung mit einem Dampfturbinenrad mit offenen U-Taschen, wobei durch den Einbau von Führungswänden und die allenfallige weitere Hinzufügung einer inneren Begrenzungswand der aus den U-Taschen des Rades austretende Dampf in geordneter Weise behufs wiederholter Ausnutzung wieder in Taschen des Laufrades zurückgeführt wird.
Versuche haben nämlich ergeben, dass infolge der gewundenen Form der Gegenschaufeln der Dampf an der einen
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die betreffende Laufschaufel, welche er gerade trifft, weit überfüllt, während die be- na'härten Laufschaufeln ganz oder teilweise leer ausgehen ; infolge dieses Umstandes ('f'geben Gegenschaufeln dieser Konstruktion einen sehr schlechten Nutzeffekt.
Die Gegen- schaufeln können nun dadurch wesentlich verbessert werden, dass eine Unterteilung der- sell) en durch Führungsrippen vorgenommen wird, wodurch die anfängliche Verteilung des Dampfes nach dem Austritt aus dem Rade während des Durchströmens der Gegenschaufeln voll und ganz aufrecht erhalten wird, so dass nunmehr eine regelrechte Verteilung des Dampfes beim zweiten Arbeiten im Schaufelkranz des Rades sichergestellt ist. Die eingebauten Führungsrippen folgen natürlich der gewundenen Form der Gegenschaufeln und sind eine Wie (lorgal) e der seitlichen Begrenzungswand derselben.
Die offene Gegenschaufol in Verbindung mit der offenen U-Tasche hat in sich schon dou grossen Vorteil der Abbiegung des Dampfstrahles im eindeutigen Sinne, d. h. der
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stromes. Hiedurch wird die Spannungsverteilung im Dampfstrome während des Durch- strömen durch die Lauf-und Leitschaufeln im Gegensatz zu denjenigen Einrichtungen, bei welchen der Ablenkungssinn vom Positiven ins Negative und umgekehrt verändert wird, mehr oder weniger aufrecht erhaltene wenn man zu dieser günstigen Fundamentalwirkung der offenen Gegenschaufel in Verbindung mit der offenen U-Tasche die günstige
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Gesamtwirkung.
Um Spritzverluste zu vermeiden und die Dampfführung vollkommen und exakt sicherzustellen, kann man nun noch weitergehen und eine innere Abschlusswand hinzufügen, so dass in der Gegenschaufel nebeneinander gelagerte Leitkanäle von quadratischem oder rechteckigem Querschnitt entstehen.
Ein Ausführungsbeispiel der Einrichtung ist auf der Zeichnung dargestellt. Fig. 1 zeigt eine Seitenansicht mit teilweisem Schnitt, Fig. 2 einen Grundriss. Die Figuren zeigen < ineu Teil eines mit sogenannten U-Taschen versehenen Laufrades und eine Einströmungsdüse mit einer Gegenschaufel. Der Dampf tritt zunächst durch die Düse b in die Schaufeln a des Rades ein. Die strichpunktierte Linie c verdeutlicht die Achse der Düse.
Die Düse & führt, wie aus der Grundrissngur zu ersehen, den Dampf auf die obere Seite (illl Sinne der Fig. 2) der Schaufeln a. Die Gegenschaufeln sollen den aus der unteren Seite der Schaufeln austretenden Dampf aufnehmen und ihn wieder zur oberen Seite der Schaufeln a zurückleiten. Die Gegenschaufel d ist in ihrer Gestalt aus der Fig. 1 am besten zu erkennen.
Innerhalb der nach innen ebenso wie die Schaufeln a offenen Schaufel d
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sind längs verlaufende Rippen e angedeutet, welche dazu dienen sollen, dem Dampfstrahl innerhalb der Schaufel d noch eine weitere, Führung zu geben und zu bewirken, dass der ganze Strömungsquerschnitt der Gegcnschaufel d möglichst von Dampf ausgefüllt wird.
In dem Schenkel dl der Gegenschaufel tritt der Dampf aus den Laufschaufeln a ein,
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kommend, den in Fig. 2 durch die Pfeile 1, 2, 3, 4, 5 und 6 angedeuteten Weg durch das Schaufelsystem aus. Der Dampf tritt mit einer bestimmten Geschwindigkeit durch die
Düse b zum Laufrad. Dieser Geschwindigkeit und der Umfangsgeschwindigkeit des Lauf- rades entsprechend sind die Neigungswinkel der Düse und der Laufradschaufel zu wählen.
Infolge der ersten Ausnutzung im Rade und der Dampfreibung tritt der Dampf mit bereits verkleinerter Geschwindigkeit in die Gegenschaufel ein, wodurch sich naturgemäss für den
Eintrittsschenkel d1 der Gegenschaufel ein anderer Neigungswinkel als für die Düse b ergibt.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Rückkehrschaufel für Turbinen mit U-Tasehen, gekennzeichnet durch eine oder mehrere Leitwände zu dem Zwecke, eine Verteilung des Dampfes auf die ganze Breite der Rückkehrschaufel sicherzustellen.