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Österreichische
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FIRMA LECARME FRERES & MICHEL IN PARIS.
Planetengetriebe mit zwei verschiedenen Geschwindigkeiten, inbesondere für Fahrräder.
Gegenstand vorliegender Erfindung ist ein Tretkurbelantrieb mit zwei Geschwindigkeiten, welcher sich für alle Arten von Fahrrädern und Motorfahrrädern anwenden lässt.
Dieser Tretkurbelantrieb, welcher dem Fahrer gestattet, während der Fahrt von der einen Geschwindigkeit auf die andere überzugehen, ohne das Treten zu unterbrechen, bietet in Verbindung mit einem freilaufenden Rade (Free- Wheel) am Hinterrade den Vorteil, dass, wenn derselbe auf die grosse Geschwindigkeit geschaltet ist, die Tretkurbeln sich nicht zurückdrehen können und einen festen Stützpunkt, gleichsam einen Auftritt ergeben, welcher
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Die Zeichnung zeigt eine Ausführungsform eines solchen Tretkurbelantriebcs, welcher speziell für Fahrräder mit freitaufendem Hinterrad bestimmt ist und veranschaulicht Fig. 1 einen Längsschnitt durch denselben, bei welchem die grössere Geschwindigkeit eingeschaltet ist.
Fig. 2 zeigt einen Teil desselben nach derselben Linie geschnitten, wobei jedoch die Teile sich in jener Stellung befinden, bei welcher die kleinere Geschwindigkeit eingeschaltet ist. Fig. 3 ist ein Querschnitt nach 1-2 und Fig. 4 ein solcher nach 3-4 der Fig. 1.
Das Kettenrad a, welches die Kette antreibt, ist unter Zwischenschaltung einer Unterlage r1 mit Hilfe der Schrauben r mit der Ringscheibe b fest verbunden und kann
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scheibe b ist durch Bolzen mit einer zweiten, parallel angeordneten Ringscheibe bu verhunden und trägt auf Achsen d eine bestimmte Anzahl Planetenräder c, welche einerseits in die lunenvrrzahnung einer als Deckel dienenden, auf der Tretkurbelachse h aufgekeilten Büchse e, andererseits in die Aussenverzahnung eines Ringes i eingreifen. Der Ring i wird von Kugellagern 1 ;'. z getragen, von denen das eine Kugellager z sich auf die Nabe der Büchse e, das andere y sich auf einen festen Teil des Gestelles stützt.
Der Ring i trägt einen Ansatz j. welcher mit dem gezahnten, mit Rollen oder
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laufenden Rädern verwendet wird, zusammenwirkt.
Das gezahnte Rad p ist feststehend und bildet ein Ganzes mit einer in der Büchse t der Tretkurbel eingesetzten Lagerbuchse o, welche auch die Kugeln y trägt. Es kann daher der Ring i j sich nur in der Richtung des Pfeiles 14 (Fig. 3) drehen und wird festgehalten,
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Die Ringscheiben b, b1, welche die Planetenräder c tragen, können mit der Büchse e mit Hilfe der Bolzen d, welche bei der dargestellten Ausführungsform zugleich die Achsen der Planetenränder sind, derart verbunden werden, dass diese Verbindung bei beiden Drehungsrichtungen der Büchse e aufrecht erhalten bleibt. Diese Bolzen d sind an einem Ring/ !' befestigt, weicher parallel zur Drehungsachse des Systems verschoben werden kann.
Durch diese Bewegung werden die Bolzen mit in der Büchse e vorgesehenen Ausnehmungen in oder ausser Eingriff gebracht. Die Bewegung des Ringes k kann in verschiedener Weise herbeigeführt werden. Bei der in der Zeichnung dargestellten Ausführungsform erfolgt dieselbe durch einen schraubenförmigen Ansatz 1, welcher in eine Mutter m eingreift, welche sich bei ihrer Drehung senkrecht auf ihre Ebene verschiebt und den Ring A mit den Bolzen d mitnimmt.
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mit dem Pedale f aus einem Stück hergestellt ist, eingreifen, wird das ganze System, dank dem Rade p (Fig. 4 welches eine Drehung des Ringes ij im Sinne der Vorwärtsbewegung der Pedale gestattet, durch diese Bewegung mitgenommen.
Das Kettenrad folgt der Be- wegung der Pedale und die Antriebsvorrichtung rollt auf den Kugeln a ? und y, wänrend sich die Kugeln des Kugellagers nicht drehen. Bei dieser Stellung kann das Pedal, nach rückwärts getreten, das Fahrrad nicht antreiben, da die Klemmkugeln s ein Rückwärts- drehen des Ringes i verhindern, was dem Tretkurbelantriebe, vom Standpunkt der Stabilität des Fahrers, einen neuen Vorteil verleiht, da der Fahrer beim Absteigen in den Pedalen einen Stützpunkt findet, wenn das Hinterrad ein, freilaufendes ist, bezw. der ihm ermöglicht, z. B. beim Bergabfahren den Füssen einen festen Ruhepunkt zu bieten.
Zur Einschaltung der kleineren Geschwindigkeit (Fig. 2) zieht der Fahrer durch eine geeignete Übertragungsvorrichtung die Bolzen d zurück. Das frei gewordene Pedal f (Fig. 3) nimmt den Zahnkranz 9 mit, der die Planetenräder c im Sinne der Pfeile v zu drehen sucht. Die auf dem Ring i rollenden Planetenräder übertragen ihre Bewegung auf das die
Kette tragende Kettenrad a und durch ihre Einwirkung auf den Ring i wird derselbe durch die Kugeln o in Verbindung mit dem gezahnten Rade p festgehalten. Das Ketten- rad a dreht sich nun in demselben Sinne wie das Pedal, jedoch mit geringerer Ge- schwindigkeit.
Um die Anwendung der Vorrichtung an allen bestehenden Fahrrädern ohne Änderung des Rahmens derselben zu ermöglichen, sind alle feststehenden Bestandteile an einer in dem TretkurbeUager einzusetzenden Büchse o angeordnet, während die beweglichen Teile von der Tretkurbelachse h getragen werden.
Der beschriebene Tretkurbelantrieb ist auch für Tandemfahrräder anwendbar, indem zur Linken des Rades a das zweite Kettenrad angeordnet wird. Bei Motorzwei-oder Drei- rädern wird die Ringscheibe, an Stelle der Pedale durch einen Riemen, eine Kette oder ein Zahnradgetriebe angetrieben. Die für die Anwendung für Dreiräder, Gepäcksdreiräder etc. erforderlichen Abänderungen sind wohl ohneweiters leicht den jeweiligen Verhältnissen entsprechend anzubringen.