<Desc/Clms Page number 1>
HÄNDEL & REIBISCH IN DRESDEN.
EMI1.1
Bei der maschinellen Herstellung von Zigarettenhülsen mit gerollte Papiermundstück (die später durch Einschieben des Tabakswickels zu Mundstückzigaretten verarbeitet werden) bestand von jeher die Schwierigkeit, das Mundstück so in die Papierhülse einzuführen, dass die aussen liegende Papierkante der gerollten Papierspirale genau mit der Längsnaht der Hülse zusammenfällt. Eine andere Lage des Mundstückes zur Hülse bedeutet zwar eigentlich nur einen Schönheitsfehler, macht aber die Ware marktunfähig. Es sind vielfache Versuche unternommen worden, die übereinstimmende Lage von Papierkante und Hülsennaht sicher herbeizuführen, aber die meisten dieser Versuche mussten daran scheitern, dass das Einführen der Mundstücke in die einzelnen, d. h. vom Hülsenstrang getrennten Hülsen erfolgt.
Die Mundstückerzeugungs- und Einführungsvorrichtung lässt zwar. die Papierkante stets an derselben Stelle entstehen, aber die Zuführung der einzelnen Hülsen, die wegen ihrer zylindrischen Form keine feste Lage haben, lässt die Innehaltung einer bestimmten Lage der Hülse bei der Einführung des Mundstückes nicht mit Sicherheit erreichen. Aber selbst wenn man auch die Hülsen gemäss neueren Vorschlägen beim Transport in bestimmter Lage festhält, ist der Transport selbst vom Übel, weil ungenaue Arbeit, Abnutzung, toter Gang der bewegten Teile die Quelle von Ungenauigkeiten bilden können.
In einfachster und sicherster Weise überwindet die vorliegende Erfindung die gedachte Schwierigkeit dadurch, dass der Transport einzelner Hülsen von der Strangerzeugungsvorrichtung zur Mundstückerzeugungsvorrichtung überhaupt entfällt, indem die Mundstücke in den Hülsenstrang vor dem Zerschneiden desselben eingeführt werden. Da die Strangcrzeugungsvorrichtung die Naht eben so sicher an stets gleicher Stelle entstehen lässt, wie die Mundstückerzeugungsvorrichtung die Papierkante, so müssen, wenn einmal beide Vorrichtungen gehörig eingestellt sind, Papierkante und Naht stets genau zusammenfallen.
Das neue Verfahren setzt eine Maschine voraus, welche eine Vorrichtung zur Erzeugung eines Hülsenstranges nebst Abtrennvorrichtung und eine Vorrichtung zur Erzeugung und Einführung gerollter Papiermundstücke enthält. Gleichgiltig ist für die Erfindung die besondere Art und Ausführung der Vorrichtungen. Neu aber ist die Maschine insofern, als die Mundstiickerzeugungs- und Einführungsvorrichtung in der Verlängerung der Strangcrzeugungsvorrichtung und unmittelbar vor derselben angeordnet ist, so dass das fertige Mundstück direkt in das jeweilige Ende des Stranges eingeführt werden kann.
Auf der Zeichnung ist eine geeignete Maschine nur insoweit, als sie für das Versttindnis der Erfindung in Betracht kommt, dargestellt. Fig. 1 ist eine Seitenansicht mit teilweise' Schnitt durch die Muudstückerzeugungsvorrichtung, Fig. 2 ein Grundriss. Beide Figuren entsprechen der Stellung der Teile beim Beginn des Wickelns der Mundstückspirale.
Fig. 3 zeigt eine Kopfansicht der Mundstückvorrichtung mit dem Finger zum relativen Festhalten des Mundstückes beim Zurückgehen der Wickelvorrichtung. Fig. 4 ist eine Kopfansicht der Schere mit dem Bewegungsmechanismus für den Finger. Fig. 5 ist ein Grundriss wie Fig. 2, zeigt aber die Stellung der Teile nach vollendeter Einführung der Mundstückspirale unmittelbar vor dem Abtrennen der Hülse.
Der Hülsoustracg ist in Fig. 1 unau 2 als bereits geschlossen von rechts kommend gezeichnet und von der Hülsenerzcugungsvorrichtung nur der Schlitten 2 mit Führungsbett 3 und Schere 4 als letztes Glied dargestellt. Die Schere geht in bekannter Weise mit der Geschwindigkeit des Hülsenstranges vor, um nach dem Abschneiden der fertigen Hülse schnell zurückzugehen und dann zeitweise stehen zu bleiben. Während das Ende des Hülsenstranges von neuem vorgeht, vollzieht sich die Bildung einer Mundstückspirale und bis diese fertig ist, hat sich das Ende des Stranges über die Spirale geschoben. Darauf erfolgt das Abtrennen der Hülse.
Die Einführung des Mundstückes in die Hülse geschieht also beim angenommenen Ausführungsbeispiel durch Bewegung des Hülsenstranges gegen das ruhende Mundstück, doch sei schon hier bemerkt, dass natürlich auch das fertige Mundstück in den ruhenden Strang eingeschoben oder dem vorgehenden Strangende entgegengeführt werden kann.
In der verlängerten Achse des Hülsenstranges 1 liegt der geschlitzte Wickeldorn 5, umgeben von der beim Wickeln ruhenden, geschlitzten, vorn einseitig als Schnabel abgeschrägten Hülse 6. In den vorderen Längsschlitz der Wickelhülse 6 greift der Finger 7 eines Plättchens < 9 ein, welches auf dem Stift 9 geführt und mit dem Stift 10 im Böckchen 11 gegen Federdruck verschiebbar ist.
<Desc/Clms Page number 2>
EMI2.1
dornes 5 und der Hülse 6 hinein, worauf das Wickeln in bekannter Weise vor sich geht.
Hiebei liegt die linke Kante der entstehenden Mundstückspirale dem Finger 7 an.
Inzwischen schiebt sich der ununterbrochen entstehende und vorgehende Hülsenstrang 1 über den Schnabel 6, in den jetzt schon das Mundstück-Werkstück völlig hineingezogen ist. Ist der Hülsonstrang bis zum Finger 7 gelangt und inzwischen auch das Mundstück fertig geworden, so zieht Stange 13 durch Querstück 14 die Hülse 6 und die verschiebbare Welle 15 den Wickeldorn schnell nach links zurück. Damit ist die Stellung nach Fig. 5 eingetreten. Der Finger 7 hielt hiebei die Mundstückspirale 16 relativ, d. h. gegen die zurückgehenden Teile 5 und 6 zurück. Da aber der Strang beständig vorgeht, so muss auch vom Moment des Auftreffens der Hülse auf den Finger 7 dieser, und zwar mit der Stranggeschwindigkeit, nach links gehen.
Dies bewirkt die sichelartige Platte 17, welche mit dem die Schneidbewegung der Schere steuernden Querstück 18 (Fig. 4) auf der entsprechend gesteuerten Welle 19 des Scherenschlittens 2 sitzt. Sobald sich beim Vorgang des Scherenschlittens die Scherenschenkel zu schliessen beginnen, dreht sich auch der sichelförmige Mitnehmer 17 (in der Pfeilrichtung, Fig. 4) so, dass dem Stift 10 statt des halbrunden Ausschnittes 20 der bogenförmige Teil des Mitnehmers 17 gegenübertritt. Beim weiteren Vorgang des Scherenschlittens drückt dann der Mitnehmer auf den Stift 10.
Unmittelbar nach geschehener Einführung des Mundstückes erfolgt die Abtrennung der fertigen Hülse, die alsbald von einer nicht gezeichneten Transportvorrichtung aufgenommen wird und insbesondere sofort aus dem Bereich des Fingers 7 gelangt. Dieser schnellt beim Öffnen des Scherenmaules, durch den Ausschnitt 20 des Mitnehmers 17 frei- gegeben, in die Anfangsstellung zurück, um beim Wickeln des nächsten Mundstückes recht- zeitig am Platze zu sein, während die schon im Bereich der Transportvorrichtung befind- liche Papierhülse durch den Lappen 21 des einen Scherenblattes (Fig. 4) noch etwas nach links befördert wird. Diese Weiterförderung der Hülse, welche ihrerseits die Steuerung des : Mitnehmers 17 erforderlich macht, hat aber mit dem Wesen der Erfindung nichts zu tun.
Entfällt sie und geht der Scherenschlitten sofort nach dem Schnitt zurück, so kann der gesteuerte Mitnehmer 17 durch einen festen Mitnehmer ersetzt werden.
PATENT-ANSPRÜCHE :
EMI2.2
1. Verfahren zur Herstellung von Zigarettenhülsen mit gerollte Mundstück mittels einer den Hülsenstrang bildenden und die Mundstücke rollenden und einführenden Maschine, dadurch gekennzeichnet, dass das Einführen der Mundstückspirale in den Hülsenstrang vor dem Zerschneiden desselben behufs Abtrennens der fertigen Hülse erfolgt, um die Über- einstimmung der Lage der äusseren Papierkante des Mundstückes mit der Naht der Papierhülse zu sichern.