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Einsatzrohr für Härtebrenner
Bei Härtebrennern unterscheidet man in der Regel drei Hauptteile, nämlich das Griffrohr mit den Ventilen für Gas und Sauerstoff, das Einsatzrohr und den eigentlichen Brenner. Griffrohre und Einsatzrohre bestehen aus Messing, die Brenner selbst aus Kupfer. In Fig. 1 der Zeichnung sind diese Hauptteile mit den Buch-
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Die Einsatzrohre besitzen an einem Ende ein Anschlussstück 1 (Fig. 1) mit einem Bolzengewinde 2 zum Einschrauben in das Griffrohr, am anderen Ende eine Mutter 3 zum Aufschrauben auf den Gewindestutzen 4 des Brenners. Sie werden entsprechend ihrem vielseitigen Verwendungszweck in den verschiedensten Formen ausgeführt. Grundsätzlich unterscheidet man je nach der Anzahl der anzuschliessenden Brenner einteilige und mehrteilige Einsatzrohre. Die einteiligen Einsatzrohre besitzen üblicherweise eine gerade Form (Fig. 2 a) oder eine rechtwinkelig abgebogene (Fig. 1), seltener eine stumpfwinkelig abgebogene Form (Fig. 2 b). Fig 3 zeigt ein zweiteiliges Einsatzrohr für die Härtung prismatischer Führungen, Fig. 4 ein dreiteiliges Einsatzrohr für die Härtung von Kreuzkopfbahnen.
Die Einsatzrohre müssen folgende Zwecke erfüllen :
1. Das Griffrohr vom Brenner abzurücken, um eine Schädigung der empfindlichen Gas-und Sauerstoffventile durch die Brennerflamme zu vermeiden, eine gefahrlose Bedienung dieser Ventile durch die Härter zu gewährleisten und ein Verbrennen der zum Griffrohr führenden Gasund Sauerstoffschläuche hintanzuhalten.
2. Dem obengenannten Zweck suchte man früher in der Weise gerecht zu werden, dass man vom Brenner ein längeres Rohr abzweigen liess, an dessen freiem Ende das Griffrohr unmittelbar angeschlossen worden ist (vgl. die beispielsweise Ausführung nach Fig. 5). Der zweite Zweck der Einsatzrohre besteht nun darin, durch Wegfall der unmittelbar an die Brenner angeschweissten Rohre einerseits eine Verbilligung der Brenner zu erzielen und dieselben anderseits in jeder beliebigen Härtemaschine verwenden zu können.
3. Die Notwendigkeit der Verwendung teurer Formbrenner einzuschränken. Es ist klar, dass zum Härten des Werkstückes der Fig. 4 ein Formbrenner nach Fig. 6 erforderlich wäre, wenn kein dreiteiliges Griffrohr zur Verfügung steht, in das man drei allgemein brauchbare Flach- brenner einsetzen kann.
4. Das im Griffrohr mittels Ventilen ein- geregelte Gas-Sauerstoffgemisch dem Brenner zu- zuführen und gleichzeitig als Brennerträger zu dienen.
Zum Unterschied von den Brennern nach Fig. 5 bezieht sich die Erfindung auf selbständige Ein- satzrohre, die am einen Ende unmittelbar an das
Griffrohr, am anderen Ende unmittelbar an den
Brenner anschliessen, diesen tragen und ihm das im Griffrohr eingeregelte Gasgemisch zuführen.
Die bisher verwendeten Einsatzrohre aus Messing haben sich bewährt, doch haften ihnen folgende Mängel an :
1. Man kann beispielsweise einteilige Einsatzrohre von bestimmter Länge L und/oder bestimmtem Winkel x (vgl. Fig. 2 a und 2 b) nicht in jeder beliebigen Härtemaschine einspannen.
Ferner kann man die in Fig. 3 und 4 dargestellten Einsatzrohre nur für die dort gezeichneten Werkstücke verwenden. So ist z. B. das Einsatzrohr gemäss Fig. 3 nur für ein bestimmtes prismatisches Führungslineal mit dem Spitzenwinkel ss brauchbar. Mit Rücksicht auf die verschiedenen Bauarten der Härtemaschinen und noch mehr wegen der Vielgestaltigkeit der zu härtenden Werkstücke muss daher eine grosse Zahl von Einsatzrohren auf Lager gehalten werden.
2. Bei der Mannigfaltigkeit der zu härtenden Werkstücke nimmt das oft erforderliche Auswechseln dieser vielen Formen von Einsatzrohren viel Zeit in Anspruch.
3. Um den Brennern die richtige Stellung zum Werkstück zu geben, sind eine Reihe von Bewegungen auszuführen. Ausser der maschinellen Höhen-, Seiten-und Kippverstellung müssen die Brenner noch von Hand aus so eingestellt werden, dass sie senkrecht zur Vorschubrichtung und senkrecht zur Werkstückoberfläche stehen, was oft sehr zeitraubend ist. Dem Praktiker ist es wohl bekannt, dass die starre Bauweise der Einsatzstücke mit einer merkbaren Verlängerung der meist ohnedies langen Rüstzeit verbunden ist.
4. Entwurf und Ausführung mehrteiliger Einsatzrohre erfordern viel Genauigkeit und Erfahrung. Es ist leicht verständlich, dass beispielsweise das dreiteilige Einsatzrohr nach Fig. 4 un-
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brauchbar ist, wenn die Entfernung der beiden
Seitenbrenner und/oder der Abstand des Ober- brenners von diesen um mehr als etwa 3 mm das richtige Mass über-oder unterschreitet.
5. Während der Härtung ist die gegenseitige
Stellung der Brenner bei mehrseitigen Einsatz- rohren unverrückbar, dies kann zu einer schäd- lichen Beeinflussung der Härteergebnisse, ja sogar zum Ausschusswerden von Werkstücken führen, wenn sich eine Kante oder Fläche aus irgend- einem Grunde mehr erhitzt als die andere.
Zur Überwindung dieser Nachteile der starren
Einsatzrohre ist vorgeschlagen worden, sie gelenkig auszubilden. Sie bestehen dann aus einem teleskopartig ausziehbaren Rohr und zwei einfachen Rohren mittels drei Kugelgelenken, was verwickelt, teuer und schwer gasdicht ausführbar ist.
Die vorliegende Erfindung bezweckt, die erwähnten Nachteile starrer Einsatzrohre auszuschalten und besteht im wesentlichen darin, dass die Einsatzrohre plastisch biegsam ausgebildet und zum Tragen des Brenners in der gewünschten Einstellung befähigt sind.
Die Fig. 7 und 8 zeigen in Ansicht mit teilweisem Schnitt zwei beispielsweise Ausführungsformen solcher Einsatzrohre, wobei 1 das eine Anschlussstück mit Bolzengewinde 2 zum Einschrauben in das Griffrohr, 3 das zweite Anschlussstück mit der Mutter 4 zum Aufschrauben auf den Gewindestutzen des Brenners ist. Die einander zugekehrten Enden der Anschlussstücke sind schlauchdüllenartig abgedreht und durch einen Gummischlauch miteinander verbunden. 6 ist ein Draht, mit dem der Schlauch in einer oder zwei Lagen umwickelt ist. Statt des Drahtes kann auch eine Bandwicklung gewählt werden. 7 sind plastisch biegsame Metallstäbe, welche zur Erhöhung der Tragfähigkeit zwischen Gummischlauch und Wicklung eingelegt sind.
Bei der Ausführungsform nach Fig. 8 entfällt die düllenartige Ausbildung der Anschlussstücke. In ihre dem Einsatzrohr zugekehrten ausgedrehten Mündungen sind die Enden eines plastisch biegsamen Bleirohres eingelötet. Durch Wahl der Wandstärke des Bleirohres wird dessen Tragfähigkeit dem Brennergewicht angepasst. Fig. 9 zeigt die sinngemässe Ausführung für ein zwei- teiliges Einsatzrohr.
Die erfindungsgemässen Einsatzrohre weisen folgende Vorteile auf :
Man kann ihnen abwechselnd jede gewünschte
Form geben, mithin den Härtebrenner in jede beliebige Lage bringen. Statt vieler Einsatzrohre braucht man nur noch wenige vorrätig zu halten, wodurch die Lagerhaltung vereinfacht und an
Anschaffungskosten gespart wird.
Die Rüstzeiten für die Oberflächenhärtung werden wesentlich abgekürzt, da das oftmalige
Auswechseln der Einsatzrohre wegfällt und der
Brenner durch kurze Handgriffe in die richtige
Lage zum Werkstück gebracht werden kann.
Die Bauweise von Härtemaschinen kann fallweise vereinfacht werden, da auf den Mechanismus für die Drehbewegung des Brenners in einer zur Vorschubrichtung senkrechten Ebene verzichtet werden und statt dessen die Einstellung rasch und mühelos von Hand aus erfolgen kann.
BrennerversteUungen können auch während der Härtearbeit vorgenommen werden, wenn die wechselnde Form des Werkstückes, ein auftretender Verzug oder geänderte Härtebedingungen es erforderlich machen, was insbesondere bei mehrteiligen Einsatzrohren von Bedeutung ist.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Einsatzrohr für Härtebrenner, dadurch gekennzeichnet, dass es plastisch biegsam ausgebildet und zum Tragen des Brenners in der gewünschten Einstellung befähigt ist.