AT165118B - - Google Patents
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Description
<Desc/Clms Page number 1> Verfahren zur Herstellung von Rohren nach dem Stopfenwalzverfahren Beim Walzen von Rohren nach dem Stopfenwalz- (Schweden) Verfahren werden die Walzstopfen oft ausserordentlich stark auf Verschleiss beansprucht, was einen bedeutenden Verbrauch an Walzstopfen verursacht. Besonders beim Auswalzen von Rohren aus legiertem, vor allem von solchen aus austenitischen korrosions-und hitzebeständigen Stählen, bilden sich je nach Abnahme der Wandstärke des Rohres in den Walzstopfen oft schon nach wenigen Stichen starke Riefen, die sich in die Innenwand des Rohres eindrücken und nur mit hohem Arbeitsaufwand entfernt werden können. Die Erfindung bezweckt diese Mängel zu beheben und beruht auf der neuen Erkenntnis, dass sie nicht so sehr mit der höheren Warmfestigkeit des Rohrwerkstoffes zusammenhängen, sondern hauptsächlich durch die bei der Walztemperatur noch beträchtliche Härte und Sprödigkeit der festhaftenden Zunderschichte verursacht werden. Das auf dieser Erkenntnis beruhende erfindungsgemässe Verfahren besteht nun darin, dass der Zunder an der Innenwand des hohlen Werkstückes, z. B. der Rohrluppe oder des Rohres, vor der weiteren Warmverarbeitung in einen bei der Walztemperatur weicheren Zustand versetzt wird. Dies kann beispielsweise dadurch erfolgen, dass der Zunder aus seinem oxydischen Charakter in ein Silikat übergeführt wird. Hiezu wird z. B. auf der Innenwand des hohlen Werkstückes ein Überzug aus einem oder mehreren Silikaten, deren Erweichungspunkt niedriger als die Walztemperatur liegt, aufgetragen und durch Erhitzung mit dem darunterliegenden Zunder unter Bildung einer Metallsilikatschichte zur Reaktion gebracht. Diese Silikatverbindung bildet also zunächst z. B. bei der zur Weiterverarbeitung des hohlen Werkstückes erfolgenden Erhitzung, eine gegen weitere Verzunderung schützende Deckschichte und führt dann den bereits vor- handenen Zunder in eine dichte und gut haftende Metallsilikatschichte über, die wesentlich weicher ist als der Zunder. Dabei ist es vorteilhaft, dass die Metallsilikatschichte bei der Walztemperatur. EMI1.1 damit sie während der Erhitzung oder Beförderung de hohlen Werkstückes nicht ab- fliesst. Eine diesen Anforderungen entsprechende Silikatverbindung zur Durchführung des Verfahrens besteht beispielsweise aus ungefähr 14 Teilen einer handelsüblichen Grundglasur, 6 Teilen Kieselgur und 12 Teilen Wasser. Das Auftragen der Silikatschichte auf die Innenwand des hohlen Werkstückes kann auf an sich bekannte Art erfolgen, z. B. indem das Silikat oder dessen Gemisch aufgespritzt, aufgestrichen oder das Rohr in das Silikat getaucht wird, worauf jedoch nötigenfalls die Aussenwand nachträglich von der anhaftenden Masse gereinigt werden muss. Die Dicke der aufzutragenden Silikatschichte kann in weiten Grenzen schwanken und durch Verdünnung der Silikatverbindung mittels Wasser oder einer sonstigen indifferenten Flüssigkeit reguliert werden ; sie beträgt beispielsweise bei der vorstehend angegebenen Silikatverbindung 4. 1 g trockene Masse pro dm2 Innenwand. Die mit der Silikatschichte versehenen Werkstücke werden getrocknet und dann auf übliche Art weiterverwalzt. Dabei wird die Metallsilikatschichte bereits bei den ersten Walzstichen vollständig aus dem Rohr entfernt, so dass die weiteren Stiche mit einer praktisch zunderfreien Rohrinnenwand erfolgen. Dadurch wird insbesondere eine bedeutend längere, das vier-bis Fünffache betragende Haltbarkeit der Walzstopfen erreicht und überdies auch eine leichtere Walzbarkeit und glattere Innenfläche der Rohre erzielt. Die Wirkungsweise des erfindungsgemässen Verfahrens besteht somit nicht etwa in der Bildung eines Gleitmittels zwischen dem Walzstopfen und dem Zunder der Rohrinnenwand, sondern darin, dass die weitere Zunderbildung an der Innenwand des hohlen Werkstückes bei der Wiedererwärmung verhindert, dagegen der be- reits vorhandene Zunder vor der weiteren Warm- verarbeitung in einen bei der Walztemperatur weicheren Zustand versetzt und hierauf bei den ersten Walzstichen aus dem Rohr praktisch vollständig entfernt wird.
Claims (1)
- PATENTANSPRÜCHE : 1. Verfahren zur Herstellung von Rohren, insbesondere aus austenitischen Stählen und Legierungen, nach dem Stopfenwalz- (Schweden)- Verfahren, dadurch gekennzeichnet, dass der Zunder an der Innenwand des hohlen Werkstückes vor der weiteren Warmverarbeitung in einen bei der Walztemperatur weicheren Zustand versetzt wird.2. Verfahren nach Anspruch l, dadurch gekennzeichnet, dass der Zunder zwecks Versetzung in einen weicheren Zustand aus seinem oxydischen Charakter in ein Silikat übergeführt wird.3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass zur Überführung des Zunders in ein Silikat auf der Innenwand des hohlen Werkstückes ein Überzug aus einem oder mehreren Silikaten, deren Erweichungspunkt niedriger als die Walztemperatur liegt, aufgetragen und durch Erhitzung mit dem darunter liegenden Zunder unter Bildung einer Metallsilikatschichte zur Reaktion gebracht wird.4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Metallsilikatschichte bei der Walztemperatur einen genügend hohen Erweichungspunkt besitzt, damit sie vom hohlen Werkstück nicht abfliesst.5. Silikatverbindung zur Durchführung des Verfahrens nach den Ansprüchen 2 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass sie als ungefähr 14 Teilen einer handelsüblichen Grundglasur, 6 Teilen Kieselgur und 12 ! Teilen Wasser besteht.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
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| AT165118B true AT165118B (de) |
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