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Österreichische PATENTSCHRIFT N 16491.
VALENTIN LÄPP IN LEIPZIG. Verfahren zum Mälzen von Getreide unter Druck.
Bei der Keimung von Getreide hat man bereits eine Beschleunigung des Verfahrens sowohl durch ozonhaltige Druckluft (Deutsche Patentschrift Nr. 47662) als auch durch flüssige Luft (#Allgemeine Brauer- und Hopfenzeitung" 1899, S. 2738) zu erreichen versil-ht ; jedoch ist in beiden Fällen nur ein Misserfolg erzielt worden, weil sich einerseits Ozon überhaupt nicht als geeignet für die Keimung erwiesen hat und weil man andererseits bei der flüssigen Luft nicht erkannt hat, dass und in welcher besonderen Weise dieselbe benutzt werden muss.
Ausser diesem letzteren Punkt, der bei diesem neuen Verfahren eine wesentliche Rolle spielt, handelt es sich im übrigen nicht um gewöhnliche flüssige Luft, sondern um solche, die sauerstoffreich und stickstoffarm ist. Diese besondere flÜssige Luft ist zur Aufnahme von Feuchtigkeit besoners geeignet und sie wird dem Getreide, welches leimen soll, möglichst feucht von unten her zugeführt, wobei sie durch ein Wasserbad hindurchgeleitet wird, das sich zweckmässig ziemlich dicht unter dem auf einem Siebboden lagernden Getreide befindet. Mit Feuchtigkeit beladene gewöhnliche Luft ist zwar auch schon dem auf einem Siebboden lagernden Getreide zugeführt worden (Deutsche Patentschrift Nr. 7798),
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denen der Erfolg des Verfahrens abhängig ist.
Eine Art von Wasserbad endet sich in der englischen Patentschrift Nr. 1838 vom Jahre 1891, abrr daselbst findet eine Hindurch-
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Wasser befindlichen Siebboden, sondern ist in eine in das Wasser eingetauchte Trommel eingeschossen, die, indem sie drehbar ist, gleichzeitig eine Wendevorrichtung bildet. Bei dem neuen Verfahren ist der Siebboden in an und für sich bekannter Weise unbeweglich gelagert und über ihm befinden sich besondere Wendevorrichtungen, die das Getreide nach beendeter Keimung auch zu einer Anzahl von Entleerungsöffnungen hin bewegen, die sich in dem Siebboden befinden und während des Keimens verschlossen sind.
Auch am unteren Ende des das Wasser des Wasserbades enthaltenden Behälters ist eine entsprechend grosse Entleerungsöffnung vorhanden, die aber natürlich so lange geschlossen bleibt, als das Wasserbad noch in Wirkung ist. Erst wenn die Keimung beendet ist, wird dieses Wasser abgelassen und es findet dann die Entfernung des gekeimten Getreides nach unten hin statt, wobei also der Wasserbadraum nun einen Durchgangsraum für das Getreide bildet. Die Bewegung des Getreides geht nur in der Richtung von oben nach unten vor sich ; denn das ungekeimte Getreide wird in den Raum oberhalb des Siebbodens eingefüllt und das gekeimte Getreide geht aus dem Raum unterhalb des Siebbodens fort.
Die zur Ausführung des Verfahrens dienende Einrichtung ist in der Zeichnung in beispielsweiser Ausführungsform dargestellt. Es ist hier i der eigentliche Keimbehälter, in dem das Getreide von oben her durch Rohr Il zugeführt wird und der'eine Wendevorrichtung t von beliebiger Beschaffenheit besitzt.
Nach unten hin ist. der Behälter i durch einen Siebboden b abgeschlossen, in dem sich verschliessbare Öffnungen z befinden, die natürlich eine den praktischen Anforderungen entsprechende Grösse haben. Über der Wendevorrichtung ist ein Sprührohr s angeordnet, dem durch ein Rohr o hindurch Wasser
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förmigen Unterteiles c Rohre m gelagert, die sowohl zur Erwärmung als auch zur Kühlung dienen können, je nachdem es die fortschreitende Keimung erforderlich macht.
Die unteren Rohre m sind mit dachförmigen Aufsätzen n versehen, die ein besseres Ableiten des aus
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des Behälters befinden sich die Rohre J1, die zur Einführung des Wassers in den Raum l sowie zur Abführung des Wassers aus diesem Raum dienen, und ausserdem mündet an dieser Stelle eine Leitung a, durch welche die flüssige, sauerstoffreiche und stickstoffarme Luft in das Wasserbad eingeführt wird, um sich in diesem mit Feuchtigkeit zu beladen und sich dann unter dem Siebboden b zu verteilen, durch dessen zahlreiche Durchbrechungen die Luft in das auf dem Siebboden b in hoher Schicht lagernde Getreide eindringt.
Das Beschickungsrohr M dient gewöhnlich gleich zur Verbindung des Keimbehälters mit einem Weichbehälter, von dem aus das gewichte Getreide nach dem Ablassen des Weichwassers unmittelbar in nassem Zustande in den Keimbehälter übertritt. In diesem wird das Getreide dann in den ersten zwei Tagen auf einer Temperatur von 150 C erhalten, die in den nächsten zwei Tagen auf 1 öD C und am letzten bezw. letzten halben Tage auf etwa 18 bis 200 C erhöht wird.
Sobald die gewünschte Wärmegrenze erreicht ist, kann diese eine gewisse Zeit aufrecht erhalten oder bald wieder vermindert werden, um die weitere Kornauflösung einzuschränken, wie denn das Getreide in dem geschlossenen Behälter überhaupt au'f jede gewünschte Temperatur gebracht und auf ihr erhalten werden kann.
Während der Keimperiode wird die flüssige, sauerstoffreiche und stickstoffarme Luft zugeführt, die, wie erklärt, ihren Weg durch das Wasserbad hindurch nehmen muss. Durch die Zufuhr dieser so behandelten Luft wird das Getreide rascher und besser aufgelöst, indem die Oxydation im Korn leichter vor sich geht und der Sauerstoff sowie der Druck, den die flüssige Luft bei ihrer Expansion ausübt, die Wirkung der Cytase und Diastase im Korn in ihrer Auflösungsarbeit wesentlich unterstützt. Die Auflösung geht ausserordentlich rasch und vollkommen vor sich.
Überdies kann sauerstoffreiche Luft dem Getreide auch von oben her zugeleitet werden, beispielsweise durch ein durch den Deckel e in den Behälter tretendes Rohr d, welchem flüssige, sauerstoffreiche und stickstoffarme Luft zugeführt wird.
Die Keimung kann nach Belieben und Bedarf unter Zuführung von mehr oder weniger Feuchtigkeit vor sich gehen. Erscheint die erneute Zufuhr von Wasser erforderlich, so wird dieses in fein verteiltem Zustande (in Sprühregen-oder Wasserstaubform) von oben her zugeführt und so das Keimgut je nach Bedarf (stetig oder periodisch) durchfeuchtet.
Etwa überflüssige Wasser wird unten abgeleitet.
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dem bereits geweichten Getreide Sauerstoff zweckmässig mittels an Sauerstoff angereicherter, stickstoffarmer, flüssiger Luft durch ein, vorzugsweise unmittelbar unter dem Getreide hefindliches Wasserbad hindurch zugeführt und dadurch das Getreide mit der für die Keimung erforderlichen Feuchtigkeit beladen wird.
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