<Desc/Clms Page number 1>
Österreichische PATENTSCHRIFT Nr. 1641 O. JOSEF HÖHL iN NEUSTADT A. M.
Immerwährender Kalender.
Der den Gegenstand vorliegender Erfindung bildende immerwährende Kalender besteht aus drei konzentrischen inneren festen und zwei äusseren beweglichen Kreisen. Der erste innere feste Kreis a (Fig, 1) ist in zwölf Teile geteilt, welche mit den Namen der einzelnen Monate bezeichnet sind. Der zweite Kreis b ist in 366 Teile geteilt, und trägt die Namen der Heiligen, sowie die festen Feiertage. Der dritte feste Kreis c ist endlich mit den zugehörigen Tageszahlen 1- 31 fortlaufend versehen. Der erste bewegliche Kreis d ist ebenfalls in 366 Teile geteilt, welche in der Reihenfolge mit den Namen der Tage (Wochentage) sowie mit den an bestimmte Tage der Woche gebundenen Feiertagen bezeichnet sind. Der äussere bewegliche Kreis e enthält die Mondesphasen nebst einer Einteilung, welche dio Epakten angibt.
Einzelne Feiertage, welche nur auf Sonntage gebunden sind, können weder in den festen Kreis b, noch in den beweglichen Kreis d eingenommen werden.
Deswegen wird ihnen ein besonderer Platz in der Mitte der Kreise angewiesen und jeder Feiortag mit einem drehbaren Zeiger y versehen. In dem inneren Raum befinden sich Tabelletl, welche im nachstehenden erläutert werden. Die mittlere Tabelle g (Fig. 3) ent- hält < c Namen der Monate und darunter zu jedem Monate die zugehöngen Ziffern von
1-31 fortlaufend in je 7 untereinander gereiht Felder. Zu beiden Seiten dieser Tabelle g sind Tabellen mit Wochentagen, welche in einem Quadrate derart eingeschrieben sind, dass die in der ersten Reihe eingetragenen Tagesbezeichnl1ngen als erster Tag einer Woche gelten, deren weitere Tage in horizontaler oder vertikaler Reihe fortlaufen.
Oberhalb dieser
Tabellen sind vier andere Tabellen i mit Jahreszahlen angebracht, u. zw. ist die linke obere
Tabelle für Jahrhunderte 17, 21, 25, , die rechte Tabelle four 18, 22, 26, 30, die linke
EMI1.1
Unterhalb jeder Zahl, welche ein Dezennium des betreffenden Jahrhundertes angibt, sind zwei andere Ziffern, von welchen die in der linken Ecke das Datum des Ostersonntages angibt. Ist diese Zahl unterstrichen, so sind Ostertage im März, sonst aber im April. Die kleine Ziffer in der rechten Ecke bedeutet, wieviel Tage von dem letzten Neumond bis zum Neujahr fehlen. Ein Schaltjahr ist in den Tabellen i stets zweimal (seine Dezennien) angeführt. Jeder von den beweglichen Kreisen d, e ist oben in zwei Streifen geteilt. Der innere Streifen gilt für den Anfang des Jahres, während der äussere für das Ende des Jahres bestimmt ist.
Diese Teilung der Streifen erfolgt aus folgendem Grunde : Der ganze Kreis d ist in 366 Teile geteilt. Bezeichnet man den einen Teil als Sonntag, den nächsten Montag u. s. w., so wird der letzte Teil als Montag bezeichnet. Das ist aus dem Grunde, weil ein Jahr nicht gerade 52 Wochen hat, sondern um ein oder zwei Tage mehr. Würde es nicht nötig sein, mit dem Kreise zu drehen und würde endlich das Jahr mit dem Sonntag anfangen und dem Samstag enden, wäre es nicht notwendig den Kreis in zwei Teile zu teilen. Nachdem sich jedoch die Drehung des Kreises nach den Ostertagen richtet, welche auf den Zeitintervall vom 22. März bis zum 25. April gebunden sind, so ist nötig, dass diese 35 Tage die innere Bezeichnung der Wochentage vom Anfang des Jahres und die äussere Bezeichnung bis ? um Ende des Jahres erhalten.
Aus demselben Grunde ist auch der Kreis e geteilt, um die Epakten zu berücksichtigen. Nachdem das gewöhnliche Jahr nur 365 Tage hat, ist der für die Monate Jänner und Februar entfallende Teil der festen
Kreise b, c mit einem abnehmbaren Streifen überdeckt, in welchem der Monat Februar
<Desc/Clms Page number 2>
EMI2.1
folge der Wochentage.
Das Einstellen des Kalenders geschieht in folgender Weise : !
Man richtet z. B. den Kalender für das Jahr 1904. In der linken unteren Tabelle i findet man das Jahrhundert 19 und das Dezennium 04. Wie aus Fig. 3 hervorgeht, ist letzteres zweimal angeführt. Infolgedessen ist also 1904 ein Schaltjahr. Der Streifen für Jänner und Februar wird abgenommen.
Unter dem Dezennium 04 steht in der linken Ecke die Zahl 3. Diese Zahl ist nicht unterstrichen, infolgedessen sind Ostertage im April, u. zw. fällt der Ostorsonntag auf den 3. April. Der bewegliche Kreis d wird also so gedreht, dass der Ostersonntag mit dem 3. April übereinstimmt. In der rechten Ecke unter dem Dezennium 04 steht die Zahl 13, welche die Epakte angibt. Von dem Neumond bis zum Neujahr fehlen also 13 Tage. Infolgedessen wird der äussere bewegliche Kreis e soweit gedreht, bis der dreizehnte Strich desselben mit der Neujahrs-Grenzlinie übereinstimmt. Endlich werden auch die Zeiger f gegen die entsprechenden Sonntage gedreht und der Kalender für das Jahr 1904 ist zusammengestellt. Diesem Jahre entspricht auch der in Fig. 2 gezeichnete Teil der Kreise.
Aus den inneren Tabellen kann man auch leicht jeden Tag bestimmen, welcher einem angegebenen Datum entspricht. Man will zum Beispiel wissen, was für ein Wochentag war
EMI2.2
das Jahr 1789. In der Tabelle h findet man dann, dass dieser Tag ein Dienstag war.