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Handgerät zur Erzielung einer örtlichen Anästhesie, insbesondere für die Zahnbehandlung
Zur Erzielung einer örtlichen Anästhesie für die Zahnbehandlung hat man bereits Handgeräte vorgeschlagen, bei denen an einem die Zu-und Ableitungen für ein Kältemittel enthaltenden Handgriff eine in den Mund einführbare Gefrierzelle sitzt. Es ist aber schwierig, eine ganz bestimmte, schmerzlos zu machende Stelle damit zu unterkühlen, weil man zu diesem Zwecke die
Gefrierzelle in einem möglichst kleinen Abstand davon längere Zeit halten muss, ohne die Stelle selbst zu berühren, da sonst Kälteschädigungen auftreten würden.
Durch die Erfindung wird ein Handgerät dieser Art geschaffen, das diese Schwierigkeit in einfacher und zweckmässiger Weise beseitigt. Er- findungsgemäss wird dies dadurch erreicht, dass die Gefrierzelle einen konkaven Wandteil aufweist, dessen vorspringender Rand mit einer schlecht wärmeleitenden Auflage versehen ist, so dass die Zelle mit diesem Rand an die zu anästhesierende Stelle angelegt werden kann. Da es sich bei dieser Lokalanästhesie meistenteils um das Schmerzlosmachen von Injektionen handelt, ist ferner vorzugsweise dafür in der Weise vorgesorgt, dass in dem konkaven Wandteil mindestens ein zum Einführen einer Injektionsnadel geeigneter, die Gefrierzelle durchquerender Kanal mündet.
In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes im Längsschnitt in starker Vergrösserung dargestellt.
Das Gerät besitzt ein Gehäuse 1, das in einen Handgriff 2 übergeht und eine Kammer 3 aufweist, die vorne durch einen konkav gestalteten Wandteil 4 abgeschlossen ist. In die durch den Wandteil 4 gebildete Mulde mündet ein die Kammer 3 durchquerendes Röhrchen 5, das das Einführen der Injektionsnadel ermöglicht. Der die Haut berührende Rand des Wandteiles 4 ist mit einem Gummiring 6 versehen. Die Kammer 3 ist gegen den Handgriff 2 durch eine Wand 7 abgeschlossen, welche Öffnungen zum Durchtritt der im Handgriff 6 untergebrachten Zuleitung 8 und Ableitung 9 des Kältemittels besitzt. Die Zuleitung 8 steht mit einer in der Zeichnung nicht dargestellten Kohlensäureflasche über ein Reduzierventil in Verbindung. Die Strömungsrichtung der Kohlensäure ist aus den Pfeilen in der Zeichnung ersichtlich.
Die Ableitung 9 lässt das entspannte Gas an geeigneter
Stelle des Handgriffes durch eine Öffnung 10 ins Freie entweichen.
Die Darstellung des Erfindungsgegenstandes in der Zeichnung soll dem Verständnis der Wirkungs- weise dienen, ohne auf konstruktive Einzelheiten genauer einzugehen. So wird z. B. die Gefrier- kammer aus gut wärmeleitendem Material, also
Metall, bestehen, während am Handgriff die
Kälte nicht so stark fühlbar werden darf. Gefrier- kammer und Handgriff werden daher zweckmässig durch eine wärmeisolierende Zwischenlage getrennt. Es kann jedoch auch das Gehäuse 1 samt Handgriff 2 zur Gänze aus schlechtwärmeleitendem und nur der Wandteil 4 aus gut wärmeleitendem Material, z. B. Silber, bestehen.
Die Wirkungsweise der Einrichtung ist folgende :
Durch die in der Kammer 3 expandierende Kohlensäure entsteht darin und insbesondere am Wandteil 4 ein Temperaturabfall auf-50 bis - 60 C. Beim Andrücken des Randes 6 an den Umfang der zu behandelnden Stelle, z. B. an das Zahnfleisch des Patienten, wird die Schleimhaut in 20-40 Sekunden bis zu einer Tiefe von 2 mm durch die Kälte unempfindlich. Die Injektionsnadel kann nun durch den Kanal 5 eingeführt werden, um einige Tropfen der Injektionsflüssigkeit in die vereiste Schleimhaut einzuspritzen, was eine länger andauernde Anästhesierung der behandelten Stelle auch nach Aufhören der Vereisung zu Folge hat.
Da der Raum zwischen Schleimhaut und Wandfläche 4 des Gerätes durch den Kanal 5 mit der Aussenluft in Verbindung steht, kann durch die Vereisung kein Unterdruck entstehen und wird ein Haftenbleiben des Gerätes an der Haut bei der Abnahme desselben sicher vermieden. Die Durchführung der eigentlichen Lokalanästhesie geht nun ohne Schmerzen bei nochmaligem Einstechen der Injektionsnadel vor sich. Der Gummiring 6 am Rande des Wandteiles 4 bewirkt beim Andrücken überdies eine Druckanästhesie durch Unterbindung der kleinen Blutgefässe am Rande des Operationsfeldes. Überdies verhindert er, dass Stellen des Gerätes, an denen sich Kohlensäureschnee angesetzt hat, mit der Haut in Berührung kommen, was zu Verbrennungen der Schleimhaut durch Kälteeinwirkung führen würde.
Anstatt in die Kammer ein gasförmiges, durch Expansion Kälte erzeugendes Mittel einzuführen, kann man die Kammer auch mit einer kleinen
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Menge eines festen Kältemittels, z. B. Kohlensäureschnee, versehen, wobei wieder ein nahe der zu behandelnden Stelle befindlicher, aber diese nicht unmittelbar berührender Wandteil die Vereisung bewirkt. In diesem Falle wird die Kammer vor jedem Gebrauche durch Anschluss an das Expansionsventil einer Kohlensäureflasche gefüllt.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Handgerät zur Erzielung einer örtlichen Anästhesie, insbesondere für die Zahnbehandlung, bei dem an einem die Zu-und Ableitung für das Kältemittel enthaltenden Handgriff eine z. B. in den Mund einführbare Gefrierzelle sitzt, dadurch gekennzeichnet, dass die Gefrierzelle einen konkaven Wandteil (4) aufweist, dessen vorspringender Rand mit einer schlecht wärmeleitenden Auflage versehen ist.