<Desc/Clms Page number 1>
Betonmaste bzw.-mastfüsse
Trotz der grossen anerkannten Vorzüge der
Betonmaste und-mastfüsse sind bei den bisher be- kannten Ausführungen die Material-, Herstellungs-,
Transport-und Montagekosten noch immer viel zu hoch, um eine allgemeine Anwendung zu ge- statten. Die vorliegende Erfindung ermöglicht eine wesentliche Verbilligung durch geringsten
Materialverbrauch von Beton und insbesondere von Stahl infolge zweckmässiger Querschnittsausbildung, wodurch nicht nur die Materialkosten, sondern durch die sich daraus ergebende
Gewichtsverminderung auch die erheblichen Transport-und Montagekosten beträchtlich vermindert werden.
Eine weitere Verbilligung tritt infolge Verwendung der an sich bekannten offenen Querschnittsformen ein, die jedoch so ausgebildet werden, dass die Anwendung des Rüttelverfahrens leicht möglich wird, so dass die Maste und Mastfüsse nicht nur billig, sondern auch im Baugebiet selbst hergestellt werden können, wodurch die Kosten der Bahntransporte gänzlich entfallen.
Die Maste bzw. Mastfüsse von elektrischen Leitungen haben in den meisten Fällen vorwiegend nur Biegungsmomente aufzunehmen, u. zw. treten diese normal und parallel zu den verlegten Leitungen auf. Es handelt sich darum, zwei aufeinander normal stehende Biegungsmomente aufzunehmen, wobei die Momente normal zu den Leitungen stets wesentlich grösser als die anderen sind. Um die Momente in beiden Richtungen aufnehmen zu können, sind mindestens drei Bewehrungen a vorzusehen, die so anzuordnen sind, dass sie in beiden Fällen möglichst gleich hoch beansprucht werden. Dies ist besonders bei V-und U-förmigen Querschnitten durchzuführen, da die Abstände der Bewehrungen voneinander in beiden Richtungen leicht den Momenten angepasst werden können.
Ausschlaggebend für die Verbilligung ist die Herabsetzung des Stahlbedarfes, da der Preis für den Stahl ausschlaggebend ist und ausserdem auf Grund der Freileitungsvorschriften die kleinste zulässige Betonfläche mindestens gleich der 62.5 fachen Stahlfläche sein muss, so dass sich durch die Verminderung der Stahlfläche auch die Betonfläche proportional verkleinert. Damit nun die Bewehrungen so klein als möglich gehalten werden können, müssen sie möglichst weit voneinander entfernt angeordnet werden, da dann die auf- zunehmenden Zugkräfte bei den auftretenden
Biegungsmomenten abnehmen, was gleichzeitig auch für die vom Betonquerschnitt aufzuneh- menden Druckkräfte gilt.
Damit jedoch trotz kleiner Betonfläche die gegenseitigen Abstände der
Bewehrungen gross sein können, muss die Wand- stärke b des Betons möglichst klein gehalten werden und ausserdem die Betonfläche längs eines offenen, an sich bekannten Linienzuges angeordnet werden, der sämtliche Bewehrungen der Reihe nach verbindet, da der Betonquerschnitt bei konstanter Wandstärke proportional der Länge des Linienzuges ist und dieser bei offener Form kleiner als bei geschlossener ist. Damit jedoch der Beton die durch die Biegungsmomente hervorgerufenen Druckkräfte aufnehmen kann, muss er in der Nähe der Bewehrungen so vergrössert werden, dass die Flächenverstärkungen c diese Kräfte aufnehmen können.
Durch die gleichzeitige Anwendung aller oben angegebenen Bedingungen wird die angestrebte wesentliche Verbilligung erreicht und dadurch eine für die Energieversorgung notwendige allgemeine Anwendung ermöglicht.
Die nachstehende Zeichnung stellt ein Ausführungsbeispiel für den häufig vorkommenden Fall dar, dass das Biegungsmoment, welches normal zur Leitung (also normal zur Symmetrieachse) auftritt, annähernd doppelt so gross ist als das Moment parallel zur Leitung. Demgemäss ist auch der Abstand der beiden am weitesten voneinander angeordneten Bewehrungen etwa doppelt so gross als der Abstand der in der Symmetrieachse angeordneten Bewehrung von der Verbindungslinie der beiden anderen, da bei gleich grossen Stahlquerschnitten die aufzunehmenden Momente den Hebelarmen derselben proportional sind.
Aus dieser Zeichnung ist weiter ersichtlich, dass die Wandstärke des Betonquerschnittes in bezug auf die Entfernungen der benachbarten Bewehrungen, also der Länge des Querschnittes, klein ist. Die Mindestwandstärke des Betons ergibt sich laut Vorschrift aus der doppelten Mindestüberdeckung (2 cm) plus dem Durchmesser des Bügeldrahtes, beträgt also etwa 2-5 cm, wobei es jedoch zweckmässig ist, mit Rücksicht auf die Herstellung und die Festigkeit die Betonstärke grösser anzunehmen. Da selbst dann
<Desc/Clms Page number 2>
die Betonstärke wesentlich kleiner als die Länge des offenen Linienzuges ist, liegen dünne Betonquerschnitte vor.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Betonmaste bzw.-mastfüsse mit längs eines offenen, insbesondere V-oder U-förmigen Linienzuges angeordnetem Querschnitt, dadurch gekennzeichnet, dass die Längsbewehrungseisen in weiten Abständen voneinander angeordnet sind und der Querschnitt ihrer Betoneinbettung gegen- über dem dünn ausgeführten Querschnitt der Verbindungsstücke verstärkt ist, so dass die dort entstehenden Flächenverstärkungen die von den Biegungsmomenten hervorgerufenen Druckkräfte aufnehmen können.