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Verfahren und Vorrichtung zum Aufkleben elastischer Klischees
Elastische Kunststoffklischees, wie sie seit neuerer Zeit in der graphischen Industrie an
Stelle der starren Druckformen Verwendung finden, werden mittels Klebefolien auf die ent- sprechenden Unterlagen aufgeklebt.
Durch das österreichische Patent Nr. 80813 ist zwar ein Verfahren zum Aufziehen von als
Druckformen dienenden Zelluloid-oder Zellon- folien auf Druckwalzen bekannt geworden, nach dem diese Folien unter Verwendung einer
Gegendruckwalze und einer zwischen beiden
Walzen durchlaufenden Platte auf die Druckwalze aufgewalzt und an ihren Enden miteinander und mit der Druckwalze verklebt werden.
Abgesehen davon, dass die mit der unmittelbaren Auf- bringung der Folie auf die Druckwalze ver- knüpfte Befestigungsart, die nur an einer Stelle eine Verbindung zwischen Folie und Walze her- stellt, die Gefahr des seitlichen Wanders des nicht verklebten Teiles der Folie bei der Druckabnahme mit sich bringt, wird mit dem erfindungsgemässen Verfahren ein grundsätzlich neuer Weg beschritten, bei dem das vollständige Aufkleben von elastischen Kunststoffklischees auf die zur Befestigung an den Druckwalzen oder Druckplatten bestimmten Auflagesättel in neuartiger Weise erfolgt und von einer besonderen Vorrichtung verlässlich durchgeführt wird, so dass ein Verschieben des Klischees ausgeschlossen ist.
Bisher wurde dieser Arbeitsvorgang z. B. bei Rotationsdruck derart durchgeführt, dass die erforderlichen Auflagesättel auf einen ebenen Arbeitstisch gelegt und die schon mit der Klebefolie versehenen Klischees von Hand aus aufgebracht wurden. Dabei kam es nicht selten vor, dass durch die beim Aufkleben unvermeidliche Druckwirkung die Auflagesättel verbogen wurden, was sich beim Druck sofort störend auswirkte. Ausserdem konnte auch die gleichmässige Auflage der Klischees nicht erreicht werden. Ebenso weist die Klischeemontage auf flachen Unterlagsplatten, die bei Schnellpressen und Tiegeldruckmaschinen verwendet werden, bei Aufbringung der Klischees von Hand aus verschiedene Mängel auf. Es gelingt z.
B. in den seltensten Fällen eine an allen Stellen gleichmässige satte Haftung herzustellen, so dass dann während des Druckes noch geringe Verschiebungen auftreten, die sich im Druck sofort bemerkbar machen.
Alle diese Nachteile werden durch die vor- liegende Erfindung beseitigt, nach welcher eine einwandfreie Montage der Klischees in kürzester
Zeit ohne Beschädigung der Auflagesättel sowie eine absolut satte Auflage bei winkelrechter Lage ermöglicht wird.
Erfindungsgemäss wird dies dadurch erreicht, dass die mit einer Klebefolie versehenen Klischees auf ihrer Unterlage mit einer Kante aufgelegt und durch Darüberrollen einer unter vorbe- stimmtem Druck stehenden geführten Walze gleichmässig angepresst und aufgeklebt werden.
Zum Aufkleben elastischer Klischees auf Auflagesättel für den Rotationsdruck ist erfindunggemäss ein Ständer vorgesehen, dessen obere
Fläche der Druckzylinderkrümmung der Rotationsmaschine entspricht, auf welchen die Auflagesättel aufgelegt werden, während die das Anpressen des Klischees bewirkende Walze schwenkbar im Mittelpunkt der Krümmung gelagert ist.
Bei ebenen Unterlagsplatten wird die Walze mittels Rollen in seitlichen Nuten des Auflagetisches geführt.
Des weiteren sind am Ständer bzw. am Tisch veränderliche Anschläge für die Auflagesättel bzw. Unterlagsplatten vorgesehen, durch welche ein lagerichtige Auflegen gewährleistet ist.
Auf der Zeichnung ist die erfindungsgemässe Vorrichtung an zwei Ausführungsbeispielen schematisch veranschaulicht. Fig. 1 zeigt eine Klischeeaufklebevorrichtung für den Rotationsdruck in Seitenansicht und Fig. 2 und 3 zeigen in Vorder-und Seitenansicht eine solche für den Flachdruck.
Nach Fig. 1 besteht die Vorrichtung für den Rotationsdruck aus einem Gussständer 1, dessen obere Auflagefläche dem Radius des Druckzylinders entspricht. Auf der Auflagefläche sind veränderbare Anschlagleisten 2 vorgesehen, die zur genauen Einhaltung der Lage des Auflagesattels 3 dienen. An beiden Seiten des Ständers 1 sind Lenker 4 vorgesehen, die einerseits im Mittelpunkt der Krümmung am Ständer 1
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drehbar angelenkt und anderseits durch den Handgriff 5 miteinander verbunden sind.
Zwischen den Lenkern 4, u. zw. oberhalb der Auflagefläche des Ständers 1, ist eine Walze 6 mit radialem Spiel drehbar gelagert. Durch vorgesehene Federn 7, deren Vorspannung geregelt werden kann, wird die Walze 6 gegen die Auflagefläche gezogen. Die Auflagesättel 3 besitzen zur besseren Einstellung an der Oberfläche eine Rastrierung nach typographischen Punktmassen.
Die Funktion der Vorrichtung ist dabei folgende : Die Auflagesättel 3 werden auf den Ständer 1 gelegt, wo sie vermittels der Anschlagleisten 2 in ihrer Lage fixiert sind. Die Klischees 8, welche bereits mit einer Klebefolie 9 versehen sind, werden nun mit einer Kante in der entsprechenden Lage angelegt und durch Darüberrollen der Walze 6 gleichmässig angepresst und angeklebt.
Bei Verwendung von ebenen Unterlagsplatten. M für den Flachdruck (Fig. 2 und 3) werden diese auf einen mit veränderbaren Anschlägen 11 versehenen Tisch 12 gespannt. Die Walze 6 ist mit senkrechtem Spiel in Schilder 13 gelagert, deren Rollen 14 in Nuten 15 des Tisches 12 laufen. Durch die Federn 7 wird der Anpressdruck der Walze 6 geregelt. Mittels der Handhabe 16 wird die Vorrichtung bewegt.
Das Aufbringen der Klischees erfolgt wieder in der Weise, dass das mit einer Klebefolie 9 versehene Klischee 8 mit einer Kante angelegt und durch Darüberrollen der Walze 6 angeklebt wird.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Verfahren zum Aufkleben elastischer Klischees, dadurch gekennzeichnet, dass die mit einer Klebefolie versehenen Klischees auf ihrer zur besseren Einstellung an der Oberfläche nach typographischen Punktmassen rastrierten Unterlage mit einer Kante angelegt und durch Darüberrollen einer unter vorbestimmtem Druck stehenden geführten Walze fortschreitend gleichmässig angepresst und angeklebt werden.
2. Vorrichtung zum Aufkleben elastischer Klischees auf Auflagesättel für den Rotations-