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Verfahren zur Gewinnung von Bienengift
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führung des Verfahrens geeignete Vorrichtung zeigt, näher erläutert :
Die Vorrichtung besteht aus zwei konzentrisch gelagerten Zylindern, dem äusseren Zylinder 1 und dem inneren Zylinder 2, die auf einer gemein- samen Achse 5 drehbar gelagert sind. Der
Antrieb des äusseren Zylinders kann durch den
Antrieb 6 bzw. die beiderseitigen Büchsenwellen 7 erfolgen ; die Kugellager 8 oder Getriebe ermög- lichen, die Drehung des äusseren Zylinders und die des inneren Zylinders hinsichtlich der Um- drehungsgeschwindigkeit und/oder des Um- drehungssinnes voneinander verschieden zu gestalten, so dass z. B. bei einer Drehung des inneren
Zylinders der äussere mit geringerer Geschwindigkeit gedreht wird, stillsteht oder in entgegengesetztem Sinn angetrieben wird.
Durch die
Stufenscheibe 9 oder sonstige geeignete Hilfsmittel kann die Umdrehungsgeschwindigkeit geregelt werden. Die Zylinder sind durch die beiderseitigen Abschlussscheiben 3 des äusseren Zylinders und 4 des inneren Zylinders geschlossen.
Bei 10 befindet sich eine Einlassöffnung für den Eintritt der Bienen in den durch die beiden Zylinderwandungen gebildeten Raum. Der innere Zylinder 2 besteht aus Glas oder einem anderen durchsichtigen Werkstoff und wird seitlich durch Lichtquellen grell beleuchtet.
Der äussere Zylinder 1 besteht aus einer geeigneten, z. B. auf Querdrähten gespannten Stichunterlage oder ist mit einer Stichunterlage an der Innenseite belegt. Die Stichunterlage kann beispielsweise aus Filz, Loden oder einem gleichartigen Stoff bestehen, der das Gift aufnimmt, der Biene aber die Freiheit lässt, den Stachel, ohne Schaden zu nehmen, zurückzuziehen. Bei ruhender Zentrifuge sitzen die Bienen stets auf der äusseren Fläche des beleuchteten Innenzylinders 2. Wenn die Zentrifuge in Drehung versetzt wird, entsteht ein mechanisches Kraftfeld, wobei die Zentrifugalkraft durch Regelung der Umdrehungsgeschwindigkeit zunächst kleiner gehalten wird als der Muskelkraft des Tieres entspricht.
Es gelingt daher den Bienen zunächst leicht, entgegen der durch die Fliehkraft entstandenen Abhebung von ihrem Sitz von der Innenfläche des Zylinders 2 durch
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Flugwirkung auf ihre Ausgangsstellung zurückzugelangen. Bei zunehmender Umdrehungszahl werden aber die Bienen in den Raum zwischen den Zylindern geschleudert und versuchen nun, sich der ungewohnten Krafteinwirkung entgegenzustemmen und zurückzufliegen. Dies gelingt ihnen bei steigender Umdrehungszahl der Zentrifuge mit immer grösserer Anstrengung bis zur vollen Ermüdung, wobei der Kampf mit der unsichtbaren Kraft die Bienen zugleich in einen sichtbaren Erregungszustand bringt.
Einer weiteren Steigerung der Fliehkraftwirkung vermögen sie nicht zu widerstehen, so dass sie nun endgültig im erschöpften und zugleich äusserst erregten Zustand an die Innenseite des äusseren Zylinders 1 geworfen werden. In diesem Zustand sind die Bienen bei Auftreffen auf die Stichunterlage sofort bereit zu stechen und Gift abzusondern. Wenn in diesem Zeitpunkt die Umdrehungszahl der Zentrifuge neuerlich erhöht wird, werden die ermüdeten Bienen gezwungen, das Gift, falls sie dieses durch Stechen noch nicht vollständig abgegeben haben sollten, zufolge Muskelerschlaffung unter der verstärkten Zentrifugalkraftwirkung ohne weitere physiologische Einwirkung auszuscheiden.
Durch eine unterschiedliche Drehung des inneren und des äusseren Zylinders, insbesondere im gegenläufigen Sinn, wird die Reizung der Bienen beschleunigt und die Bereitwilligkeit zum Stechen erhöht, was der Bildung von Wirbeln und dem hieraus sich ergebenden physiologischen Einfluss zugeschrieben werden kann. Aus der Stichunterlage wird das Bienengift sodann in an sich bekannter Weise extrahiert.
Der Raum zwischen den Zylindern kann noch mit verschiedenen Gasen, z. B. Warmluft, Trockenluft, Lachgas, SO, Alkoholdämpfen u. dgl. begast werden, um die Bienen physiologisch zu beeinflussen und die Giftabgabe zu be- schleunigen.
Man kann die Bienen auch der Einwirkung eines anderen mechanischen Kraftfeldes als einem durch Zentrifugalkraftwirkung aufgebauten Kraftfeld, z. B. einem sich seiner Richtung nach ständig veränderndem Kraftfeld, z. B. auf einer Rüttelmaschine aussetzen, oder der Einwirkung eines plötzlich unterbrochenen Schwerfeldes, z. B. durch plötzlich gestoppten Fall, unterwerfen.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur Gewinnung von Bienengift, dadurch gekennzeichnet, dass die Bienen der Einwirkung eines mechanischen Kraftfeldes, das zweckmässig mit der Zeitdauer der Einwirkung verstärkt wird, unterworfen werden.