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Österreichische PATENTSCHRIFT NEZ 16314. FREDERICK. WENTWORTH SAWYER IN BOSTON (V. ST. A. ).
Verfahren und Maschine zum Spinnen oder Zwirnen.
Der Gegenstand der Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren und eine Maschine zum Spinnen oder Zwirnen, bei welchen das von den Zugwalzen ablaufende Vorgespinst durch ein Fadenauge dem Inneren einer sich beständig drehenden Kammer zugeführt wird, auf deren Innenwandung das Garn infolge Drehung der Kammer sich in regelmässigen Lagen auflegt, wodurch eine aus Garn bestehende Hohlspule entsteht. Die vorliegende Erfindung besteht darin, dass die in der Kammer angesammelte Gespinstmasse, während die Drehung der Kammer fortgesetzt wird, abgespult und gleichzeitig auf eine in die Kammer einge- führte Spule aufgewickelt wird, mit welcher das Garn dann aus der Spinnkammer herausgenommen werden kann.
Zu diesem Zweck ist die die Spulen aufnehmende Schiene so angeordnet, dass sie mit Bezug zn den sich drehenden Kammern auf-und abbcwegt werden kann, so dass die Spulen, welche oben mit einer Greifvorrichtung zum Erfassen des ablaufenden Vorgespinstes versehen sind, in die an beiden Enden offenen Kammern von unten im gegebenen Zeitpunkt eingeführt werden können. Die Schiene hat ferner mit Bezug zu den Kammern eine
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neuem mit dem Inneren der Kammer in Berührung gebracht.
Um die bei dieser Maschine erforderliche hohe tourenzahl der Kammer zu ermöglichen. ist das Lager für die Kammern so eingerichtet, dass zwischen den Kammern und dem äusseren Lagermantel eine Luftschicht unterhalten wird, welche eine Reibung der Kammern gegen den äusseren Lagermantel verhindert.
Die Maschine ist ferner mit einem Fadenaufnehmer versehen, welcher dazu dient, am Ende der Spinnoperation eine gewisse Garnlänge aufzunehmen, damit, wenn die vollen Spulen aus den Kammern herausgezogen werden, eine Beanspruchung des Garns vermieden und ein Reissen desselben verhindert wird. Die fadenaufnehmer werden derart von der Vorrichtung zum Zurückziehen der Spulen aus den Spinnkammern beeinflusst, dass dieselben selbsttätig in dem Augenblick in Tätigkeit treten, sobald die vollen Spulen aus den Kammern herausgezogen werden.
Zur Bewegung der das Vorgospinst in die Kammer leitenden Fadenaugen ist eine Vorrichtung vorgesehen, durch welche den Fadenaugen eine Auf-und Abwärtsbewegung gegeben wird, wobei diese Vorrichtung mit der Vorrichtung zum Aufspulen der hohlen Gespinstmasse auf dieu spulen derart in Verbindung steht, dass letztere Vorrichtung durch die Vorrichtung zur Auf-und Abwärtsbewegung der Fadenaugen selbsttätig'in Betrieb gesetzt wird, wobei gleichzeitig die selbsttätige Abstellung der Zugwalzen erfolgt. Schliesslich ist
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eintretenden Spulen in Verbindung gehracht, dass durch diese Schiene die Stellung jener selbsttätig geregelt wird.
In don beigeschlossenen Zeichnungen ist eine Maschine, ausgestattet mit den zur Ausführung des die vorliegende Erfindung bildenden Spinnverfahrens geeigneten Werkzeugen, dargestellt.
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Fig. 1 ist eine Seitenansicht der linken Hälfte derselben, wobei einige Teile im Schnitt gezeichnet sind, um gewisse Teile dos Hetriobsmcchanismus besser zu veranschaulichen ; auch ist ein Teil der Vorgespinstspulen auf dem oberen Teil des Gestelles beseitigt. Fig. 2 ist eine ähnliche Ansicht der rechten Hälfte, wobei Teile des Gestelles weggebrochen sind, um den Mechanismus besser zu zeigen, welcher die Verteilung des gesponnenen Materials in den Spinnkammern und beim darauffolgenden Aufspulen auf den Spulen regelt.
Fig. 3 ist ein Aufriss von links des Gestelles, Fig. 4 ein senkrechter Querschnitt nach der Linie X4 in Fig. 2, Fig. 5 ein senkrechter Querschnitt nach der Linie Xb in Fig. 2, Fig. 6 ein Schnitt nach der Linie X6 in Fig. 1, nach links gesehen, Fig. 7 ein Schnitt nach der Linie X7 in Fig. 1, nach links gesehen, Fig. 8 ein Schnitt nach der Linie X7 von Fig. I, nach rechts gesehen, Fig. 9 ist ein Grundriss des unteren Teiles der linken Seite des Gestelles, Fig. 10 ein Grundriss des unteren Teiles der rechten Seite des Gestelles. Fig. 11 und 12 sind Einzelheiten der Vorrichtung, durch welche das Garn aufgewickelt wird.
Fig. 13 ist ein Längsschnitt durch eine der Spinnkammern und der damit zusammenwirkenden Teile, Fig. 14 ein Querschnitt nach der Linie X 14 in Fig. 13, Fig. 15 ein ähnlicher Längsschnitt wie Fig. 13, Fig. 16 ein Querschnitt in der Linie X16 in Fig. 15, Fig. 17 ein Längsschnitt durch eine der Spinnvorrichtungen, Fig. 18 ein ähnlicher Schnitt, die von der Spinnkammer zurückgezogene volle Spule zeigend, Fig. 19 ein Querschnitt nach der Linie X19 in Fig. 18, Fig. 20 ein Längsschnitt durch eine der Spinnkammern, um die Bauart des Lagers zu veranschaulichen, Fig. 21 ein Schnitt nach der Linie'21 in Fig. 20, Fig. 22-25 sind Einzelheiten, Fig.
2G ist ein Aufriss eines Teiles der linken Seite der Maschine, einen Teil der Vorrichtung zur selbsttätigen Inbetriebsetzung der Garnaufwindewerkzeuge zeigend, Fig. 2ï ein Grundriss und Fig. 28 eine Vorderansicht dieser
Vorrichtung.
Wie aus Fig. 1-10 ersichtlich, ist das Maschinengestell mit den gewöhnlichen Vor- gcspinstspulen 2 versehen, von welchen das Vorgespinst 4 durch die gewöhnlichen Zugwalzen 3 abgezogen wird, welche das Vorgespinst den Spinnwerkzeugen in der bekannten Weise zuführen.
Das aktive Glied der Spinnwerkzeuge, die Spinnkammer 5, befindet sich auf einer Schiene 6, und das Vorgespinst 4 geht durch ein von einer Schiene 8 unterstütztes Auge 7, welchem zur Verteilung des gesponnenen Materiales 9 eine Auf-und Abwärtsbewegung gegeben wird (Fig. 13-18). Die Spulen, auf welchen das Garn schliesslich aufgewunden wird, werden von einer Schiene 12 getragen, welche derartig bewegt wird, dass die auf ihr sitzenden Spulen alle gleichzeitig in das Innere der verschiedenen hohlen Spinnkammern- eingeführt und darauf aus denselben zurückgezogen werden.
Die die Augen 7 tragende Schiene 8 wird von Stangen 13 getragen, welchen durch eine geeignete, weiter unten beschriebene Vorrichtung eine Auf-und Abwärtsbewegung ertfiit wird. In ähnlicher Weise sind die die Spulen tragenden Schienen 12 durch Bügel 14 mit Stangen 15 verbunden, welche im gegebenen Zeitpunkt gehoben oder gesenkt werden.
Die Bauart der bei der eigentlichen Spinnfunktion in Frage kommenden Vorrichtungen ist am besten in Fig. 13 und 14 veranschaulicht. Das aktive Glied derselben besteht aus einer hohlen Kammer 5, welche mit einer hohen Geschwindigkeit gedreht werden kann und mit'welcher das Auge 7 zusammenwirkt. Wie ersichtlich, ist das Auge mit einer seitlichen Öffnung versehen, durch welche das Vorgespinst eingeführt wird. Das Auge selbst ist am Ende einer Stange 70 gebildet, welche abnehmbar von einer Hülse 7j ! auf der Schiene 8 getragen wird, so dass der Arbeiter das Auge leicht aus der hohlen Kammer 5 herausziehen kann, um das Vorgespinst in dasselbe einzuführen.
Die Spinnkammer 5 ist als ein Zylinder dargestellt, dessen Länge der zum Aufwinden des Garnes dienenden Spule nahezu entspricht Die Kammer. 5 ist mit einem röhrenförmigen Hals 50 von kleinerem Durchmesser versehen, welcher die Einlassöffnung für das Vorgespinst 4 bildet und durch welchen auch der Träger des Auges 7 eintritt. Die Aussenfläche des Halses 50 dient als Antriebsscheibe, über welche ein von der mit der gehörigen Tourenzahl betriebenen Riemscheibe ; M kommender Riemen 20 gelegt ist. Die Riemscheibe 21 auf der linken Seite der Maschine (Fig. 9 und 28) sitzt fest auf einer Welle, welche mit einer von einem Riemen 23 angetriebenen Riemscheibe 22 versehen ist..
Das Lager für die sich drehende Kammer. 5 ist so gebaut, dass es nur einen sehr geringen Reibungswiderstand verursacht, so dass die Kammer mit einer Tourenzahl von 19. 000 oder mehr Umdrehungen in der Minute getrieben werden können soll.
Beim Inbetriebsetzen der Maschine wird das Eude 40 des Vorgespinstes an die innere
Fläche der Wandung der Spinnkammer 5 gebracht, worauf die rasche Drehung der letzteren in der Pfeilrichtung (Fig. 14) das kurze Ende 40 des Vorgespinstes zwischen dem Auge und der Kammer (Fig.
13 und 14) mitnimmt, wobei das Vorgespinst von dem Auge 7
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und in dem Masso, in welchem das Vorgespinst von den Zugrollen aus abläuft, geht es durch das Auge 7 hindurch und wird auf der Innenwandung der Spinnkammer 5 oder auf der Innenfläche des bereits darin angehäuften Garns aufgelegt, wobei das geringe Zurückhängen des Garns infolge der Trägheit, des Luftwiderstandes und der Reibung verursacht, dass es durch die Fliehkraft in gleichförmigen Lagen aufgelegt wird. Durch die Auf und Abbewegung des Auges 7 in der Richtung der Drehachse der Kammer wird das Material der Länge der Kammer entlang verteilt.
Der Grad der Zwirnung des Garns hängt ab von dem Verhältnis der Umdrehungsgeschwindigkeit der Kammer zur Zuführungsgeschwindigkeit des Garns von den Walzen 3 und kann mit grosser Genauigkeit geregelt werden. Es ist ersichtlich, dass der zwischen dem Auge 7 und den Zugwalzen befindliche Teil des Materials lediglich um seine eigene Achse gezwirnt wird und nur dem leichten Zug infolge der auf das seitliche Stück 4"0 ausgeübten Fliehkraft ausgesetzt ist, und dass der auf das Garn ausgeübte Widerstand geringer und gleichförmiger ist als bei der gewöhnlichen Ring- und Läuferkonstruktion. Aus diesem Grunde kann das Spinnen weit schneller vor sich gehen, und es wird gleichzeitig eine gleichförmigere Garnqualität erhalten als bei der Ringspinnmaschine.
Die Erzel1gungsgeschwindigkeit ist eine so grosse, dass, wenn das Vorgespinst zwischen den Zugwalzen und der Spinnkammer zufällig brechen sollte, es von den Zugwalzen so schnell weiter laufen würde, dass die für diesen Zweck gewöhnlich verwendete Reibungs- oder Filzwalze nicht zur Anwendung kommen könnte. Auch würde es in einem solchen Falle unmöglich sein, anzustückeln, und infolgedessen ist das in irgendeiner der Spinnkammern bereits angehäufte Garn im Falle eines solchen Vorkommnisses verloren.
Solche Garnbrüche jedoch sind sehr selten, da das Material zwischen den Zugwalzen und der Spinnkammer nur einer sehr geringen Beanspruchung unterworfen ist, und nm irgendwelchen Schaden und Garnverlust in den seltenen Fällen, in welchen Brüche vorkommen, zu verhindern, ist jede Spinnkammer mit einer Vorgespinst-Brechvorrichtung versehen, welche von bekannter Einrichtung sein kann.
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spult ist (Fig. 13 und 15) muss das Garn aus der Spinnkammer entfernt werden, was in der Weise geschieht, dass das Garn im Inneren der Kammern auf eine Spule aufgewunden wird.
Da die Kammer 6 an beiden Enden offen ist, so wird die Spule 16 durch die Aufwärtsbewegung der Schiene 12 durch das untere Ende der Kammer eingeführt, u. zw. in dem Zeitpunkt, wenn das Auge 7 sich ein wonig über dem oberen Ende seiner
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Auges 7 erreicht, vollständig nach aufwärts geführt ist und sich durch die ganze Länge der (iarnmasse erstreckt (Fig. leu).
Für jede Spinnkammer ist natürlich eine solche Spule 16 vorhanden. welche sämtlich von der Schiene 12 getragen und gleichzeitig in die Kammern eingeführt und aus den- selben herausgezogen werden. Die Spulen. M haben die Form einer gewöhnlichen Spule, welche in einem Schützen verwendet werden kann. Die Spule 16 ist an ihrem oberen Ende mit einem Haken 17 (Fig. 16) versehen, weicher durch einen Einschnitt in der Kante der Spule gebildet und so angeordnet ist, dass er zwischen das Auge 7 und die Wandung der Spinnkammer 5 kommt (Fig. 15 und 16). Dieser Haken erfasst, wenn das Auge 7 ungefähr die obere Grenze seiner Bewegung erreicht hat, den sich drehenden Teil 40 des Materials zwischen dem Auge und der Wandung der Spinnkammer.
Gerade bevor der Haken 17 in der Stellung ankommt, in welcher er das Material erfasst, wird der Betrieb der Zugwalzen 3 angehalten, so dass kein Vorgespinst mehr zugeführt wird und infolgedessen die Längsbewegung des sich von den Zugrollen durch das Auge erstreckenden Garns aufhört. In diesem Zeitpunkt wird das Auge 7 über die höchste Stellung seiner
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Auge 7 hinaus (Fig. 15) und erfasst den sich drehenden Teil 40 des Materials (Fig. 16), so dass durch die fortgesetzte Drehung der'Kammer 5 das in derselben befindliche Garn auf die Spule 16 aufgewunden wird.
Das Garn geht quer von dem Inneren der aufgespulten Masse auf die äussere Oberfläche der Spule oder das bereits auf derselben aufgewundcne Material und wird so über die Länge der Spule hinweg verteilt in Übereinstimmung mit der Verteilung der Windungen an der Innenseite der Kammer entlang.
Da bei jeder Drehung der Kammer 5 auf die Spule mehr als eine Garnwindung aufgewunden wird, so wird infolge der hohen Tourenzahl der Kammer das Garn auf der Spule in einem sehr kurzen Zeitraum aufgewunden, so dass, obwohl das Aufwinden absetzend von dem Spinnen erfolgt, der Spinnbetrieb nur sehr wenig verzögert oder unterbrochen, wird.
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voll sind, zu unterbrechen und sie wieder in Betrieb zu setzen, nachdem die vollen Spulen aus den Kammern herausgezogen worden sind.
Um Garnbruch zwischen den Zugwalzen und der Spule zu vermeiden, während letztere aus der Spinnkammer herausgenommen wird, und dadurch die Notwendigkeit, das Vorgespinst anzustückeln oder das Garn durch das Auge 7 hindurchzuführen, wenn der Spinnbetrieb wieder aufgenommen wird, zu umgehen, ist zwischen den Zugwalzen und den Spinnkammern eine Fadenaufnehmervorrichtung vorgesehen, welche einen Teil des Garns zwischen den Zugwalzen und den Spinnkammern aufnimmt, unmittelbar ehe das Aufwinden auf die Spule beginnt, und welche das Garn abgibt, wenn die Spulen gesenkt werden, so dass kein Zug auf das Garn von den Zugwalzen nach unten durch die Spinnkammern und das Auge hindurch nach den Spulen hin stattfindet, wenn sich dieselben unter den Spinnkammern befinden (Fig.
18), wobei allerdings angenommen ist, dass die Zugwalzen zu laufen aufhören, bevor das Aufwinden beginnt und nicht wieder in Betrieb gesetzt werden, bis der Spinnbetrieb nach Entfernung der vollen Spulen wieder aufgenommen wird.
Diese Fadenaufnehmervorrichtung umfasst in diesem Falle eine Walze 30 in der Form einer Röhre, welche sich an dem Spinnrahmen entlang gerade über den Spinnkammern und vor dem von den Zugwalzen nach den Spinnkammern hingehenden Garn 4 erstreckt.
Bei jeder Spinnkammer ist diese Aufnehmerwalze 30 an ihrem Umfang mit einer Führung versehen, durch welche das Garn auf seinem Wege zum Auge 7 der Spinnkammer hindurchgeht. Diese Führung besteht aus einem Schieber 32 (Fig. 25), velcher sich über eine Nut 31 der Walze 30 legt und zur Seite bewegt wird, um das Einführen des Garns in die Nut zu gestatten, worauf er vorgeschoben wird, um das Garn in der Nut festzuhalten.
Der Schieber wird durch eine Feder 33, welche von dem Schieber wie ein Handgriff vorspringt, zurückbewegt. Die Aufnehmerwalze 30 ist in bei 35 aufgezapften Hebeln 34 (Fig. 24) gelagert, an deren freien Enden Gewichte 39 aufgehängt sind, welche bestrebt sind, die Walzen 30, nachdem dieselben ausgelöst sind, zu heben.
Wenn eine Walze 30 auf diese Weise gehoben wird, geht sie in einer bogenförmigen Führung 36, welche auf einer Seite mit Zähnen 37, in welche ein Zahnrad 38 der Walze eingreift, versehen ist, nach aufwärts, so dass die Walze 30 bei ihrer Aufwärtsbewegung um ihre Achse gleichzeitig gedroht wird und so das von den Zugwalzen zur Aufnehmerwalze gehende Garn aufwindet, n. zw. in dem Verhältnis, wie die Aufnehmerwalze nach oben geht (Fig.
15 und 17).
Die Aufnehmerwalze zieht auf diese Weise einen Teil des gesponnenen Garns aus der
Spinnkammer zurück nach aufwärts, wobei das Garn frei durch das Auge 7 hindurchgeht, und windet dasselbe auf, was geschieht, unmittelbar nachdem die Zugwalzen angehalten worden sind, ohne dass auf das Garn zwischen den Zugwalzen und den Spinnkammern ein
Zug ausgeübt wird oder eine Schlaffheit in dem Garn entsteht.
Wenn später die Spulenschiene 12 gesenkt wird, um die vollen Spulen aus den
Spinnkammern herauszunehmen, so wird die Aufnehmerwalze 30 ebenfalls entsprechend gesenkt und, indem sie sich nach unten bewegt, windet sie das auf ihr aufgewundene
Garn in dem Verhältnis, wie die Spule sich nach unten bewegt, wieder ab, so dass am
Ende der Abwärtsbewegung der Spule das Garn gerade ist, ohne dass zwischen den Zug- walzen und den Spulen eine Spannung entsteht (Fig. 18). In diesem Zeitpunkt kann das
Garn unmittelbar über der Spule abgebrochen und mit der Innenwandung der Spinnkamnmr in Berührung gebracht werden, so dass der Spinnbetrieb sofort wieder aufgenommen werden kann.
Um das Abbrechen des Garns und das Inberührnngbringen desselben mit der Spinnkammer zu erleichtern und um dies gleichzeitig bei allen Spinnkammern vorzunehmen, wird die Spulenschiene 12 um ihren Zapfen nach vorwärts gekippt in die in gestrichelten Linien gezeichnete Stellung der Fig. 18, wodurch das von dem oberen Ende jeder Spule geführte Garn gegen den unteren Rand der Spinnkammer gezogen wird, welche gerade, ehe die Spulen auf der Spulenschiene nach vorne gekippt sind, in Um- dry'hung versetzt worden ist.
Die Kammer wird mit einer Fangvorrichtung 51 versehen, bestehend aus einem an der Innenfläche der unteren Kante der Kammer von einer Feder nachgiebig getragenen Finger, welcher, wenn sich die Teile in Ruhe befinden, von der Wandung der Spinnkammer ein wenig absteht, aber durch die infolge der Drehung der Kammer herbeigeführte Fliehkraft fest dagegen gedrückt wird. Wenn nun durch das Vorwärtskippen der Spulen das Garn gegen die untere Kante der Kammer gezogen wird, so wird Finger 51 dasselbe ergreifen (Fig. 19) und augenblicklich zwischen dem Finger und der Spule abbrechen, worauf er das so ergriffene Garnende mit der Spinnkammer herumführt und so den Beginn des Spinnbetriebes in dem Augenblick herbeiführt, wenn die Zugwalzen das Vorgespinst zuzuführen beginnen.
Die Zugwalzen sollten daher durch den Arbeiter sobald als möglich nach dem Kippen der Spulen in Betrieb gesetzt werden.
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Auf diese Weise wird das Spinnen gleichzeitig bei allen Spinnkammern begonnen und die vollen Spulen in eine Stellung gebracht, um von dem Arbeiter bequem abgenommen und durch leere Spulen ersetzt zu werden, worauf die Schiene 12 in ihre gewöhnliche Stellung mit den leeren Spulen zurückgekippt wird, die sich nun in einer Linie mit den Achsen der Spinnkammern befinden, um beim nächsten Garnaufwinden in dieselben eingeführt zu werden.
Das Lager der Spinnkammer hat einen verhältnismässig grossen Durchmesser und ist so eingerichtet, dass der Reibungswiderstand auf ein Geringstes vermindert ist. Die Bauart des Lagers ist am besten aus Fig. 20 ersichtlich. Beim Laufen der Spinnkammern wird zwischen dem tragenden Teil, des Lagers und der Kammer ein Luftring gebildet, welcher die Berührung zwischen den sich bewegenden und festen Metallteilen des Lagers, durch welche die Spinnkammer auf ihrer Schiene 6 gehalten wird, verhindert.
Dieses Lager besteht aus zwei Teilen, deren einer dazu dient, die Spinnkammer seitlich in der Richtung radial
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samt der darin bofindlichen Spinnitammer mit Bezug zum Troibriemen 20 be wogt hezw. dor Hals 50 gegen den Riemen angepresst oder von demselben zurückgezogen worden kann.
In Fig. 4 sind die Teile in der Stellung veranschaulicht, welche sie bei der Vollendung einer Spinn- und Aufwindeoperation einnehmen, worauf der Betrieb vollständig aufgehalten wird. Die Spulen befinden sich in diesem Augenblick in ihren gehobenen Stellungen (Fig. 15 und 17) und der Arbeiter beginnt nun durch Betätigung der auf der linken Seite in Fig. 1 gezeigten Handgriffe die Maschine wieder in Gang zu setzen, wobei die in Fig.
1 veranschaulichten Teile sich in der Stellung befinden, welche sie eingenommen haben, gerade wenn der Arbeiter die erste notwendige Operation durch Betätigen des Handgriffes 11 ausgeführt hat, nämlich die vollen Spulen aus dem Inneren der Spinnkammern zurückgezogen hat, wobei die Aufnehmerwalze 30 in ihre ursprüngliche Stellung zurückkehrt und dadurch zwischen den Zugwalzen und dem Ende der vollen Spulen genügend Garn auslässt (Fig. 17 und 18). Nachdem die Spulen durch den Arbeiter in die in Fig. 1 und 18 veranschaulichte Stellung gesenkt worden sind, lässt der Arbeiter durch Hebel J8 die Spinnkammern wieder anlaufen, wobei Hebel 18 so bewegt werden kann, dass die
Kammern sich entweder mit geringer oder hoher Tourenzahl drehen.
Nachdem die Spinnkammern in Drehung versetzt worden sind, schwingt der Arbeiter durch weiteres Niederdrücken des Handgriffes 11 die Spulen nach vorne in die in Fig. 18 und 22 in ge- st, ichelten Linien gezeichnete Stellung, wodurch das Garn gerade über der Spule mit dem Finger 51 an der sich drehenden Spinnkammer in Eingriff gebracht wird, welcher Finger das Garn zwischen sich und der Spule augenblicklich abbricht und in Drehung versetzt.
Ungefähr im selben Zeitpunkt, wenn das Garn abgebrochen und das Drehen des Garns iiber dem Bruch begonnen wird, setzt der Arbeiter durch den Handgriff 19 die Zugwalzen 3 in Betrieb, so dass das Spinnen jetzt wieder aufgenommen ist.
Nachdem das Spinnen auf- diese Weise wieder begonnen hat, wird das Garn auf der Innenseite der Spinnkammern durch den oben beschriebenen Mechanismus in geeigneter Weise verteilt, von welchem einzelne Teile mit der fortschreitenden Aufspulung des Garns allmählich ihre Stellung ändern, so dass dieselben benutzt werden können, um die selbst-
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Die folgenden, bei dem Aufwinden nötigen Operationen worden durch einen Mecha- nismus ausgeführt, welcher durch eine von einer Kupplung geregelte Daumenwello betätigt wird, indem die Kupplung, nachdem die Spinnkammern genügend gefüllt sind, durch die Vorrichtung zur Auf-und Abwärtsbewegung in Tätigkeit gebracht wird.
Diese Daumenwelle regelt einen Mechanismus, welcher die Spulenschiene hebt, wodurch die Spulen in das Innere der Spinnkammer eingeführt werden. Dieser Spulenhebemechanismus ist ebenfalls mit einem Verbindungsmechanismus zwischen der Spulen- und Augenschiene vereinigt, um der Spule und dem Auge die gehörige relative Bewegung zu erteilen.
Ein anderer, durch die Daumenwollo geregelter Mechanismus ist ein Anschlag- mechanismus für die Zugwalzen und gleichzeitig zur Regelung der Aufnehmerwalze 30, wobei diese Teile mit Bezug zur Spulenhobevorrichtung so abgemessen sind, dass erst die Zugwalzen angehalten und darauf die Fadenaufnehmerwalze 30 wirkt, um einen Teil des Garns aus der Spinnkammer, gerade ehe die Spule das Auge 7 erreicht, aufzunehmen.
Dip, Teile bleiben in dieser Stellung lange genug, so dass das Garn auf den Spulen aufgewunden
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erwähnten Operationen in Betracht kommenden Mechanismen sind folgende :
Der Mechanismus zur Auf-und Abwärtsbewegung ist am besten in Fig. 2 voran- schaulicht und von derselben TYP (1, welcher für die Auf-und Abwärtsbewegung der Ringschiene einer Ringsprinnmaschine verwendet wird. Der Mechanismus erhält seine Be-
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Länge des Gestelles erstreckende Welle 101 antreibt, welche nahe an der rechten Seite des Gestelles mit einer Schnecke 102 versehen ist (Fig. 5 und 10), die in ein Schnecken-
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Diese Schwingung des Hebels wird durch geeignete Verbindungen auf Schiene S übertragen, so dass da ? Garn sich innerhalb der Spinnkammeru in geordneten Lagen ansammelt.
Um die Schichten in der Spinnkammer so zu verteilen, dass die Spule, welche beim Aufwickeln entsteht. die in Schützen gebräuchliche Schichtenanordnung erhält, ist drehbar
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an, welcher an Hebel 108 sitzt und an demselben verschoben worden kann, um die Stellung des Hebels 110 mit Bezug zu Hebel 108 zu ändern. Hebel 110 ist durch eine Kette und Stange 113 mit einem Hebel 114 verbunden (Fig. 1), welcher mit der schwingenden Welle 115 verbunden ist, auf der Hebel 116 sitzt, welcher mit einer Rolle 117 verbunden ist, die auf den Fuss der Stange 13 wirkt (Fig. 4), so dass die Schiene 8 entsprechend der schwingenden Bewegung des Hebels 108 eine Auf-und Abwärtsbewegung erhält.
Während der Winkel der Anf-und Abwärtsbewegung der Schiene 8 gewissermassen beständig ist, wird die Stellung der Augen 7 bei ihrer Querbewegung allmählich von einem Punkte nahe am Boden bis zu einem Punkte nahe am Deckel der Spinnkammern ver-
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was durch Bewegung des Hebels 110 in Bezug zum Hebel 108 geschieht. Diese Bewegung des Hebels 110 ergibt sich aus der Verschiebung des Vorsprungs 112 an dem Hebel 108 entlang wie folgt. Vorsprung 112 befindet sich an einem Schieber 120, welcher sich in einer Führung des Hebels 108 bewegt und mit einem Zahnhogen versehen ist, der in eine Schnecke 121 an Hebel 108 eingreift, welche an ihrem Ende mit einem Sperrad 122 ver- sehen ist (Fig. 5).
Dieses Sperrad wird durch eine an einem Sperrklinkenträger 124 befindliche Sperrklinke 123 absetzend gedreht. Sperrklinkenträger 124 sitzt lose auf Welle 125 der Schnecke 121 und kommt bei der Aufwärtsbewegung des Hebels 108 in Eingriff mit einem festem Anschlag 126, welcher die Aufwärtsbewegung dieses Endes dos Sperrklinkcn- trägers aufhält und bei der weiteren Aufwärtsbewegung des Hebels 108 die Sperrklinke veranlasst, das Sperrad und Schnecke 121 zu drehen, wodurch Schieber 120 um eine kurze Strecke gegen den Drehpunkt 109 des Hebels 108 verschoben wird. Hiedurch kann sich Hebel 110 allmählich im Verhältnis zu Hebel 108 heben, wodurch auch die Hebung der Schiene 8 um einen entsprechenden Betrag veranlasst wird.
Diese Operation gelt langsam vor sich und Schieber 120 wird bei jeder Auf- und Abwärtsbewegung absetzend um ein kurzes Stück gegen den Drehpunkt des Hebels 108 verschoben, wodurch Schiene 8 schrittweise gehoben wird, bis die Spinnkammern gehörig gefüllt sind, und wenn die Bewegung des Schiebers 120 so weit geführt worden ist, dass die Augen 7 in den oberen Teil der Spinnkammern gelangen, so bringt der Schieber den selbsttätigen Mechanismus zum Aufwinden des angehäuftt'1l Garns auf die Spulen in Tätigkeit und führt damit das Stillsetzen der Maschine herbei.
Dies geschieht durch eine Fangvorrichtung 127, welche von dem Schieber 120 getragen wird und, wenn der Schieber sich dem Drehpunkt 109 des Hebels 108 genügend genähert hat, an eine Klinke 30 angreift, die durch eine Stange 131 mit einem Arm eines Winkelhebels 132 8 verbunden ist, dessen'anderer Arm durch ein Glied 138 mit einem Arm 134 an einer schwingenden Welle verbunden ist, auf welcher ein anderer Arm sitzt, der durch die Stange 135 (Fig. 1) mit der Fangvorrichtung@ für die Kupplung /.
(Fig. 1 und 3) verbunden ist, welche die selbsttätige Vorrichtung zur Regelung der Aufwindeoperation beeinflusst. Der Antriebsmechanismus der Kupplung 150 ist durch Kettenräder und eine Kette 151 mit der Welle 101 des Mechanismus zur Auf- und Abbewegung verbunden und, wenn Kupplung 150 eingerückt ist, wird dadurch Welle 152 der selbsttätigen Aufwindevorrichtung in Betrieb gesetzt.
Der Mechanismus zur Einrückung der Kupplung, weiche die Aufwindevorrichtung in Tätigkeit setzt, ist in Fig. 26, 27 und 28 in grösserem Massstabe veranschaulicht, wobei
Fig. 26 diesell) en Teile zeigt, wie Fig. 3. Die Stango 135, welche durch die Vorrichtung zur Auf-und Abwärtsbewegung betätigt wird, ist mit einem Hebel 136 verbunden, welcher mit einem Fanghaken 137 versehen ist, der in den Arm 138 des gebogenen Hebels ein- greift, wobei der Arm als Klinke für einen Arm 139 eines Winkelhebels dient, dessen anderer Arm 140 an einen Arm 141 einer schwingenden Welle angreift, die mit einer Gabel 142 (Fig.'26) versehen ist, welche in der gewöhnlichen Weise mit dem beweglichen
Glied der auf Welle 152 aufgekeilten Kupplung 150 verbunden ist und daher die be- treffende Welle antreibt,
wenn das bewegliche Kupplungsglied mit dem anderen Kupplung- glied in Eingriff gebracht ist, welches von Welle 101 aus betrieben wird. Auf Arm 139 wirkt eine starke Feder 143, so dass, wenn Arm 139 aus Arm 138 ausgelöst ist, die Feder den Arm sofort in die Richtung schleudert, um die Glieder der Kupplung 150 miteinander zu verbinden und die Drehung der. Welle 152 herbeizuführen. Der mit der Kuppl ng verbundene
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die die eingerückte Kupplung auf diese Weise festhält, nachdem der dieselbe einrückende Hebel 139, 140 in die ürsprüngticho, in Fig. 27 veranschaulichte Stellung zurückgekehrt ist.
Die Kupplung wird. nachdem Welle 152 den für die Aufwindung des Garns not- wendigen Bewegungskreis vollführt hat, selbsttätig wieder ausgerückt. Daumenwelle 153,
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wendigen Operationen zu regeln, ist mit einem Hebedaumenansatz 146 versehen, welcher nahe am Mndo der Umdrehung der Daumonwelle an einem mit Arm 139 verbundenen
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gezeigte Stellung zurückdrückt, in welcher derselbe durch Arm 138 erfasst und gehalten wird.
Durch diese Operation wird Arm 141 ausgelöst, welcher mit der Kupplung verbunden ist, die jedoch durch die Vorrichtung 145 noch in eingerückter Stellung gehalten
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verbundenen Arm 149 und Klinke 145 wird auf diese Weise aus Sporrad 144 zurückgezogen, wodurch der durch Hlgel 142 mit dem beweglichen Kupplungsglied verbundene Arm 141 ausgelöst wird, worauf Feder 73 die Kupplung ausrückt, so dass die den Aufwindemechanismus betätigende Welle sich zu drehen aufhört und nicht wieder in Betrieb gesetzt wird, bis das nächstomal die Kupplung durch die Betätigung der Stange 135 von der Vorrichtung zur Auf- und Abwärtsbewegung gefangen wird.
Die die Kupplung einrückende Feder 143 ist natürlich kräftig genug, Feder 73 zu überwinden, welche bestrebt ist, die Kupplung auszurücken, und das nur dann tun kann, nachdem Feder 143 durch Daumen 146 überwunden und festgestellt ist, so dass die Kupplung durch Eingreifen des Daumens 148 aus- gerückt werden kann.
Der Fangarm 188 ist mit einem zweiten Arm 74 verbunden (Fig. 27), auf den ein Kegel oder Keil 75 wirken kann, welcher durch eine Stange 76 mit dem Handgriff 26 anf der äussersten Seite der Maschine verbunden ist, der von dem Arbeiter benutzt werden kann, wenn aus irgendeinem Grunde das Inbetriebsetzen der Anfwindcvorrichtung früher wünschenswert sein sollte, ehe die Aufwindevorrichtung in der beschriebenen Weise selbsttätig in Betrieb gesetzt wird.
Das Inbetriebsetzen und Anhalten der Welle 152 wird auf diese Weise selbsttätig bewirkt und diese Welle veranlasst in ihrer Betriebsperiode die verschiedenen zum Aufwinden des Garns auf die Spulen notwendigen Operationen, deren erste darin besteht, die Spulenschiene zu heben und damit die Spulen in die Spinnkammern einzuführen. Die
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welche durch einen Antrieb 154 (Fig. 6 und 28) eine zweite Dnumenwelle 155 mit höherer Geschwindigkeit antreibt, wobei Welle 155 so angeordnet ist, dass sie während einer Umdrehung der Welle 153 zwei oder mehrere Umdrehungen macht. Die sich schneller drehende Danmenwelle 155 ist mit einem Daumen 156 versehen, welcher auf eine Rolle 157 wirkt, die mit einer Schieberstange 158 verbunden ist.
Letztere ist mit einem Hebel 159 der Welle 160 verbunden, welcher mit dem Handgriff 11 versehen ist, der dazu dient, die Schiene 12 von Hand aus zu betätigen. Welle 10'0 ist ebenfalls mit einem Hebel 162 versehen (Fig. 1 und 28), der durch ein Glied 163 mit einem Hebel 16-1 verbunden ist, welcher fest auf der schwingenden Welle 165 sitzt, die mit einern anderen Hebel 166 versehen ist (Fig. 1), an welchem eine Rolle sitzt, die mit der Hebestange 15 für die Spulenschiene zusammenwirkt. Auf diese Weise wird durch Drehung des Daumens 156 die Spulenschiene gehoben, wodurch sämtliche Spulen in die Spinnkammern eingeführt werden.
Damit das Aufwinden auf die Spulen gehörig von statten geht, ist es notwendig, dass dieselben mit der sich drehenden kurzen Garnlänge 40 nicht in Berührung kommen, bis die Spulen nahezu ganz durch das aufgespulte Garn hindurchgegangen sind, oder mit anderen Worten, bis die oberen Enden der Spulen bis zur Höhe der obersten in der Spinnkammer betindlichen Garnwindung nach aufwärts gebracht sind.
Es ist daher notwendig, dass die Augen 7 über dem oberen Ende der Spulen zurückgehalten werden, bis die letzteren nahezu bis zum oberen Ende das angehäuften Materials gekommen sind, worauf das obere Ende der Spulen ein wenig über das Auge aufsteigen sollte (oder das Auge kann auch in Bezug zur Spule ein wenig gesenkt werden), damit die Spule die sich drehende kurze Länge 40 des Materials zwischen dem Auge und der Wandung der Spinnkammer ergreift.
Dies ist so zu verstehen, dass das Ende der Spule mit ihrem Haken 17 (Fig. 15) an dem Auge vorbeigegangen sein sollte, wenn letzteres sich gerade in oder über seiner höchsten
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Damit dies sicher stattfindet, beeinflusst der die Spulenschiene hebende Mechanismus ebenfalls die Augenschiene. Letztere ist mit Hilfshebewerkzeugen 170 versehen (Fig. 1 und 4), welche mit Hilfshebeln 171 (Fig. 1) zusammenwirken, die die Augenschiene von den Rollen 117, welche ihre Auf-und Abwärtsbewegung regeln, abheben können. Diese hilfshebel 171 werden von schwingenden Wellen 172 getragen, über welche sie bei 173 hinausgehen, wo sie von einem Vorsprung 174 (Fig. 11 und 12) angehoben werden können.
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des Hebemechanismus der Spulenschiene verbunden ist.
Werden also die Hebel 166 zur Aufwärtsbewegung der Spulenschiene um ihren Drehpunkt geschwungen., so worden auch die Hebel 171 entsprechend gedreht und dadurch die Augenschiene mitgenommen, welche
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hindern, dass letztere an den Teil 40 des Materials angreift.
Sobald die oberen Enden der Spulen bis zum oberen Ende des angehäuften Materials aufwärts gegangen sind, tritt ein in Fig, 11 und 12 veranschaulichter Fangmechanismus in Wirksamkeit, welcher der Augenschiene eine geringe Annäherung an die Spulenschiene gestattet, so dass die Enden der Spulen in Bezug zu den Augen 7 weit genug nach oben gehen, um das sich drehende kurze Ende 40 des Materials zwischen dem Auge und der Wandung der Spinnkammer zu ergreifen (Fig. 15), worauf die fortgesetzte Drehung der Spinnkammer das Aufwinden des Materials auf die Spulen herbeiführt. Die Bauart dieser Fangvorrichtung ist folgende : Der von dem Hebemechanismus der Spulenschiene betätigte Vorsprung 174 ist so angeordnet, dass er auf der Stange 175 eine kurze Gleitbewegung hat. Er wird auf dieser Stange durch eine Klinke 176 (Fig. 11) gewöhnlich in seiner unteren Stellung gehalten.
Die Klinke 176 hat die Form eines Winkelhebels, welcher in einem an dem oberen Ende der Stange 175 einstellbar befestigten Bügel drehbar gelagert ist. Ein Anschlag 177, bestehend aus Schraubenmuttern, die an einer von der schwingenden Welle 160 herabhängenden Stange verstellbar sind, greift an den einen Arm des Klinkenhebels 176 gerade an, wenn die Spulen bis zur richtigen Höhe nach oben ge-
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schlag 178 an der Stange 175 aufwärts zu gehen, infolgedessen die Augenschiene 8 durch ihr eigenes Gewicht um einen entsprechenden Betrag nach unten geht. Dieser Grad der Bewegung durch den Anschlag 178 ist so eingestellt, dass die Bewegung gerade genügt, dass die Augen ein wenig unter die oberen Enden an den Spulen hinabgehen, so dass der Haken 17 an jeder Spule mit Sicherheit an das sich drehende kurze Ende 40 des Materials angreift.
Gerade ehe dies jedoch stattfindet, oder mit anderen Worten, ehe Klinke 176 die Fangvorrichtung 177 erreicht und von derselben abgehoben wird, werden die Zugwalzen angehalten und die Aufnehmevorrichtung wird, wie folgt, in Betrieb gesetzt. Die Zugwalzen werden durch einen Daumen 180 (Fig. 7) einer Daumenscheibe angehalten, welche auf der sich schneller drehenden Daumenwelle 155 sitzt. Der Daumen 180 wirkt auf eine Rolle 181 an einer Stange 182 ein, welche mit einem Hebel 183 (Fig. 28) auf der schwingenden Welle 184 verbunden ist, die mit einem anderen Hebel versehen ist, der durch Stange jfS (Fig. 1 und 3) mit dem einen Arm eines Winkelhebels 186 verbunden ist, dessen anderer Arm eine Kupplung 187 regelt, die die Antriebswelle der Zugwalzen mit ihrer Riemscheibe verbindet.
Die durch Daumen 180 betätigte Stange 182 ist ebenfalls mit dem von Hand betätigten Handgriff 19 verbunden, durch welchen die Zugwalzen von Hand aus angetrieben und angehalten werden. Die Aufwärtsbewegung der Stange j ! , welche die Kupplung 187 ausrückt und dadurch die Zugwalzen anhält, führt die Abwärtsbewegung des Handgriffes
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Klinken 195 aufgefangen und die Aufuehmcrwalzon 50 durch die mit den Hebeln 34 verbundenen Gegengewichte 3. 9 gehoben.
Die Walzen werden mit einer schnellen Bewegung nach aufwärts geführt und, indem sie sich heben, durch die Zahnräder 38 und Zahn- stange 37 gedreht, damit sie das Garn aus dem Inneren der Spinnkammern genügend aufnehmen, um die Abwärtsbewegung der vollen Spulen aus den Spinnkammern zu ermöglichen.
Die Fadenaufnehmervorrichtung wird betätigt, gerade ehe die Spulen ihre höchste Stellung erreichen und sich den Augen 7 genügend nähern, so dass die oberen Enden der Spulen das sich drehende'Garnende 40 ergreifen, In dieser Stellung verbleiben die Teile für einen kurzen Zeitraum, währenddessen das Garn auf die Spulen aus dem Inneren der Spinnkammern durch fortgesetzte Drehung der letzteren aufgewunden wird, was gewöhnlich eine halbe Iis oino Minute in Anspruch nehmen soll, und alle Bewegungen sind so be- messen. dass für das Aufwinden des Garns auf die Spulen während einer Drehung der sich langsam drehenden Daumenwellc 15B genügend Zeit gegeben wird, worauf der Daumen 196 (Fig 8)
auf dieser Welle eine Stange 197 anhebt, welche die Halt-
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Während der Zeit, in welcher das Garn auf die Spulon aufgowundon wird, kann der Arbeiter den Träger 120 der Höbe* und Sonkvorrichtung (Fig. 2) in die gehörige Stellung für den Beginn einer neuen Spinnoporation zurückbewegen, indem er durch einen Handgriff Schnecke 121 dreht, worauf die Maschine für die nächste Spinnoperation fertig ist.
Wenn die Spulenschiene durch Daumen 156 in der beschriebenen Weise gehoben wird, wird der Handgriff 11 des Hebol1lochanismuB in seiner oberen Stellung durch eine Klinke zurückgehalten, welche an Klinke J ! 6J ! (Fig. l) angraift und so die Spulonschiene hält, nachdom Daumen 156 an der Rolle 157 vorbeigegangen ist, und die Teile bleiben in der in Fig. 4 veranschaulichten Stellung, nachdem die Maschine gänzlich stillgestellt ist.
Beim Wiederanlaufenlassen der Maschine wird zunächst der Handgriff 11 nach unten bewegt, damit die vollen Spulen aus den Spinnkammern gesenkt werden. Hiebei wird die Fadenaufnehmervorrichtung 30 in Tätigkeit gesetzt, um das von ihr aufgenommene Garn im Verhältnis zur Abwärtsbewegung der Spulenschiene abzugeben. Die schwingende Welle 35 (Fig. 24), welche die Fadenaufnehmerwalze 30 trägt, ist mit einem Hebel 41 versehen, der durch eine Stange 42 mit einem Hebel 43 verbunden ist, der lose auf der einen Teil des Hebemechanismus für die Spulenschiene bildenden Welle 160 sitzt.
Fest auf dieser Welle sitzt ein Klinkenträger, welcher mit einer Klinke 44 versehen ist, die, wenn die Spulenschiene durch den Arbeiter durch Herunterdrücken des Handgriffes 11 gesenkt wird, an die Nabe des Hebels 43 angreift und die Abwärtsbewegung der Fadenaufnehmerwalze 30 in dem Verhältnis veranlasst, als die Spulenschicno durch den Handgriff 11 nach unten gedrückt wird. Die Fadenaufnehmerwalze wird durch die Klinke 195 am Ende ihrer Ab- wärtsbewegung gesperrt und jede Aufwärtsbewegung verhindert,'uis die Walze von ihrem
Fangmechanismus freigegeben wird.
Ungefähr, wenn der Handgriff des Hebemechanismus der
Spulenschiene die Grenze seiner Abwärtsbewegung erreicht, trifft Klinke 44 gegen einen
Anschlag 46 und wird aus der Nabe des Armes 43 ausgerückt, so dass die Fadenaufnehmer- walze unter der Wirkung ihrer Gegengewichte 3. 9 sich wieder aufwärts bewegen kann, wenn sie von dem Fangmechanismus freigegeben wird.
Die Abwärtsbewegung des Handgriffes 11 durch den Arbeiter bringt die Teile in die in Fig. 22 in vollen Linien veranschaulichte Stellung, wobei der Handgriff 11 sich nahe aber nicht ganz an der Grenze seiner Abwärtsbewegung befindet.
Der Arbeiter setzt darauf die Spinnkammern in Betrieb durch Handgriff M, welcher durch den Riegel 198 gehalten wird. Darauf drückt der Arbeiter Hebel 11 noch ein wenig weiter herunter, wobei die Spulenschiene 12 auf einen festen Anschlag 10 trifft (Fig. 22), so dass das weitere Herabdrücken der Bügel 14 die Drehung der Spulenschieue auf den Hügc) n veranlasst, um die Spulen nach vorwärts zu kippen, wie in Fig. 22 in gestrichelten Linien veranschaulicht.
Dadurch wird das von dem Vorsprung 17 jeder Spule durch die Spinnkammer und das Auge 7 nach den Zugwalzfn gehende Garn gegen die Kante der Spinnkammer gebracht, so dass es von dem Finger Öl ergriffen und oberhalb der Spule abgebrochen wird, während das Garnende zwischen dem Auge und Finger 51 zur Umdrehung mit der Spinnkammer veranlasst wird. In diesem Zeitpunkt setzt der Arbeiter die Zugwalzen durch Bewegung des Handgriffes 19 in Betrieb und das Spinnen wird wieder aufgenommen. Darauf können die Spulen von ihren Trägern auf der Spulenschiene abge- nommen und durch leere Spulen ersetzt werden, wonach der Handgriff der Spulenschiene genügend gehoben wird, um die Schiene in die gewöhnliche Stellung zurückzubringen.
Ein mit der Spulenschiene verbundener Führungshebel 27 ist mit einem Vorsprung versehen, welcher in eine Führung 28 eintritt (Fig. 4 und 22), die verhindert, dass die Spulenschiene sich während ihrer Auf-und Abwärtsbewegung um ihren. Zapfen auf Bügel 14 dreht, wobei
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am Anschlag 10 ankommt, so dass die schwingende Bewegung der Spulenschiene stattfinden kann. Die Feder 29 (Fig. 23), welche die Stütze der Spulenschiene umgibt, dreht die Schiene in ihre gewöhnliche Stellung zurück, nachdem der Handgriff 11 vom Arbeiter freigegeben worden ist.
Es kann wünschenswert sein, die Augenschiene am Abwärtsgehen zu verhindern, wenn die Spulenschiene gesenkt wird, um die vollen Spulen aus den Spinnkammern zurückzuziehen. Zum Zurückhalten der Augenschiene in ihrer oberen Stellung sind besondere Mittel vorgesehen. Wie aus Fig. 1 ersichtlich, ist Hebel 171, welcher die Augenschiene von dem llebemechanismus der Spulenschiene aus hebt, mit einem Tritt 47 versehen, welcher mit einer Stange verbunden ist, die auf der Rückseite der Spinnkammern nach aufwärts geht und nahe ihrem oberen Ende mit einer Sperrzahnung versehen iso :
, welche durch eine Sperrklinke 48, die mit einem Handgriff 49 vetbunueDist, geregelt-wird. Der Handgriff 49 kann so eingestellt werden, dass die Sperrklinke 48 mit der Trittstange zusammenwirkt
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gebracht worden, in welchem Fall Sperrklinke 48 an dem Hobemochanismus angreift. Soll die Augeuschicno abwärts gehen, so setzt der Arbeiter seinen Fuss auf den Tritt 47 und bewegt den Handgriff 49 in die mit Heraus* bezeichnete Stellung, wodurch die Trittstange freigegeben wird.
Die Spulen-und Augenschienen sind nahe an jedem Ende der Maschine mit Hebearmen versehen, welche durch Längsglieder miteinander verbunden sind, so dass, wenn der Arm an dem einen Ende der Maschine betätigt wird, auch der entsprechende Arm am anderen Ende der Maschine eine gleiche Bewegung erhält.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren und Maschine zum Spinnen oder Zwirnen, wobei das von den Zugwalzen ablaufende Vorgespinst durch ein Fadenführerauge einer sich beständig drehenden Kammer zugeführt wird, auf deren Innenwandung das Garn sich beim Drehen der Kammer in regelmässigen Lagen auflegt, dadurch gekennzeichnet, dass die angesammelte hohle Gespinstmasse, während die Drehung der Kammer fortgesetzt wird, abgespult und gleichzeitig auf eine in die Kammer eingeführte Spule aufgewickelt wird.