<Desc/Clms Page number 1>
Doppel-T-Träger aus Eisenbeton
Die Erfindung betrifft einen Fertigträger mit
Doppel-T-Profil aus Eisenbeton, der für Baukonstruktionen aller Art, insbesondere für Deckenkonstruktionen und als Fenster-bzw. Türüberlagsträger Verwendung finden kann. Bei den bekannten derartigen Trägern ergibt sich nun der Nachteil, dass sie in ihrem Druckgurt so schwach bemessen sind, dass insbesondere bei grösseren Belastungen, nur ein Teil der auftretenden Druckspannungen durch den Druckgurt selbst aufgenommen werden kann. Dies ist darauf zurückzuführen, dass bei den bekannten Trägern zu wenig darauf Bedacht genommen wird, dass nach den neueren Feststellungen bei grösseren Belastungen die Druckspannungen vom Aussenrand des Druckgurtes bis zur 0-Linie in nahezu gleich grosser Stärke verlaufen.
Während man also bisher bestrebt war, den Druckquerschnitt zur möglichsten Ausnutzung für die Spannungsaufnahme, selbst unter Inkaufnahme grösserer Trägerhöhen, tunlichst von der 0-Linie wegzurücken, liegt der Erfindung die Erkenntnis zugrunde, dass man dann eine sehr weitreichende Ausnutzung des Druckgurtes erhält, wenn man denselben so bemisst und anordnet, dass die 0-Linie stets noch in seine volle Querschnittsfläche fällt.
Reihenversuche haben nun ergeben, dass diese Bedingung dann erfüllt ist, wenn entsprechend dem Hauptmerkmal der Erfindung der Druckgurt über mindestens ein Drittel der Trägerhöhe mit voller Gurtbreite bemessen wird. Es hat sich durch die Versuche ausserdem erwiesen, dass man zufolge der auf diese Weise erzielten starken Belastbarkeit des Druckgurtes, eine grössere Freiheit in der Wahl der Betongüte erhält, die ihrerseits wieder die Verwendung von Beton minderer Güte ermöglicht, wodurch der durch die Querschnittsvergrösserung des Druckgurtes auftretende Materialmehraufwand kostenmässig wieder wettgemacht erscheint.
Ein besonderer Vorteil liegt dabei noch darin, dass man die grössere Belastbarkeit ohne Vergrösserung der Trägerhöhe erhält, was in Ansehung des eingangs erwähnten Hauptverwendungszweckes (Deckenträger, Fenster-und Türüberlagen) von besonderer Bedeutung ist.
Die oben beschriebene erfindungsgemässe Ausgestaltung des Druckgurtes kommt dabei in Kombination mit einem zweiten Merkmal zur Anwendung, welches darin besteht, dass die verbreiterten Flanschen des Zuggurtes derart mit wechselseitig liegenden Abstufungen ver- sehen sind, dass sich bei Mann an Mann-Verlegung die benachbarten Träger in an sich bekannter Weise gegenseitig abstützen können und daher als Eisenbetonplatte zur Wirkung kommen.
Es erscheint dabei von wesentlicher
Bedeutung, dass die Verriegelungsmittel, d. h. die an den verbreiterten Flanschen angeordneten Abstufungen an den Zuggurten vorgesehen sind, da zufolge der Spannungslosigkeit derselben (die Zugbelastung wird fast zur Gänze durch die kräftige, vorzugsweise durch Thorstahl gebildete Zugarmierung getragen) die durch die Verriegelung der Zuggurte hervorgerufenen Schubspannungen von den Zuggurten, ohne besondere Verstärkung derselben, übernommen werden können. Dies bringt gegenüber allen jenen bekannten Ausführungsformen, z. B. auch gegenüber den "Rapid"-Trägern, welche die Verriegelung am Druckgurt vorsehen, einen erheblichen Vorteil, da dort der ohnedies sehr stark belastete Druckgurt ausserdem noch die von der Verriegelung herrührenden Schubkräfte aufnehmen muss.
Die Zeichnung veranschaulicht ein Ausführungbeispiel des Erfindungsgegenstandes, u. zw. zeigt Fig. 1 einen Trägerquerschnitt mit Spannungs-
EMI1.1
EMI1.2
Fig. 2 zeigt, bei Mann an Mann-Verlegung der
<Desc/Clms Page number 2>
Träger eine gegenseitige Verriegelung derselben herbeiführen, so dass die aneinanderliegenden Träger im wesentlichen als Eisenbetonplatte zur Wirkung kommen.