AT158155B - Verfahren zur Herstellung einer kurzbindenden Quellstärke aus Kartoffeln. - Google Patents

Verfahren zur Herstellung einer kurzbindenden Quellstärke aus Kartoffeln.

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  Verfahren zur Herstellung einer kurzbindenden Quellstärke aus Kartoffeln. 



   Es gibt zahlrei he Verfahrensarten zur Verarbeitung von Kartoffeln, die die Gewinnung von
Stärke in chemisch veränderter oder unveränderter Form zum Ziel haben. Durch Isolierung von nativer Stärke, gegebenenfalls zusammen mit den Faserbestandteilen, erhält man Kartoffelstärke,
Kartoffelmehl oder ähnliche Produkte. Durch Trocknen von Kartoffelscheiben oder-schnitzeln gewinnt man Trockenkartoffeln oder Kartoffelkonserven. 



   Durch chemische Umwandlung von nativer Stärke oder solche enthaltenden Produkten gelangt man zu verschiedenen Abbauprodukten, die als   Quellstärke   oder verkleisterte Stärke, lösliche Stärke, Dextrine,   Stärkezucker   usw. bekannt sind. 



   In wissenschaftlichen und technischen Kreisen war man bislang der Auffassung, dass die unter der Bezeichnung Quellstärke in den Handel kommenden Präparate aus dem ersten Abbauprodukt der Hydrolyse nativer Stärke zu einfacheren Körpern bestehen. 



   Umfangreiche Untersuchungen haben ergeben, dass die nach bekannten Verfahren hergestellten
Quellstärkeprodukte nicht nur aus Quellstärke, sondern auch aus weiteren Abbauprodukten der nativen Stärke, vornehmlich löslicher Stärke und Dextrinen, neben unveränderter nativer Stärke zusammengesetzt sind. Die bislang im Handel befindlichen Quellstärkepräparate bestehen nicht aus Quellstärke, sondern aus einem Gemisch von Quellstärke mit weitergehenden Stärkeabbauprodukten. 



   Gegenstand vorliegender Erfindung ist die Verarbeitung von Kartoffeln auf solehe Abbauprodukte, die   ausschliesslich   oder nahezu ausschliesslich aus Quellstärke als Abbauprodukt nativer Stärke bestehen, die noch wechselnde Mengen unveränderter nativer Stärke in geringem Anteil enthalten kann. 



   Zur klaren   begrifflichen   Abgrenzung werden im nachstehenden die bekannten Produkte, die neben Quellstärke noch weitergehende Stärkeabbauprodukte enthalten, als Kleister bzw. "kleisterhaltige   Quellstärken",   dagegen Produkte nach der Erfindung, die aus Quellstärke, gegebenenfalls im Gemisch mit geringen Mengen nativer Stärke bestehen,   als,, kleisterfreie Quellstärke"oder   als von löslicher Stärke und Dextrinen freie Quellstärke bezeichnet. 



   Kleisterfreie Quellstärken unterscheiden sich in mehrfacher Beziehung vorteilhaft von solchen Produkten, die neben Quellstärke weitere Abbaukörper enthalten. Quellstärke als das erste Abbauprodukt nativer Stärke zeichnet sich vor der unveränderten Stärke, vor löslicher Stärke, Dextrinen und vor sogenannter Puddingstärke u. a. durch ein hohes Wasserbindungsvermögen aus. Je höher der Gehalt eines Produktes an Quellstärke und je geringer der Gehalt an löslicher Stärke und Dextrinen ist, um so höher ist das Wasserbindungsvermögen, auf die Gewichtseinheit des Produktes bezogen. 



  Für die Verwendung aufgeschlossener Stärke als   Baekhilfsmittel,   als Hilfsmittel im Haushalt, als Klebemittel usw. ist die Höhe des Wasserbindungsvermögens ausschlaggebend ; es ist daher wichtig, dass diese Produkte keinen oder einen   möglichst   niedrigen Gehalt an weiteren Abbaukörpern wie löslicher Stärke und Dextrinen aufweisen. 



   Den bisherigen Verfahren zur Gewinnung   von,, Quellstärke", genauer   gesagt von "kleisterhaltiger   Quellstärke",   ist gemeinsam, dass der Aufschluss nativer Stärke unter Bedingungen erfolgt, die den weiteren Abbau zu   löslicher   Stärke und Dextrinen herbeiführen. Es hat sich nun aber gezeigt, dass der Stärkeabbau auf das Quellstärkestadium fixiert und die Bildung weiterer Abbauprodukte vollständig oder praktisch vollständig verhindert werden kann. 



    Dieses Ergebnis lässt sieh herbeiführen, wenn der Wassergehalt und der Durchmesser bzw. die Dicke des in Quellstärke überzufuhrenden Materials bestimmte Grenzen nicht unter-und überschreiten.   

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Bottichen, durch Filtrieren in Saugzellenfiltern oder in anderer Weise geschehen. In dem Kartoffeli reibsei etwa vorhandene Schalenbestandteile können mit dem Fruchtwasser z. B. in Vollmantel- schleudern gleichzeitig mitentfernt werden. Wenn die Gewinnung der im Frucktwasser gelösten Eiweiss- stoffe zusammen mit der Quellstärke als Endprodukt angestrebt wird, können dem Reibsel vor der
Abtrennung des   Fruchtwassers   Säuren oder andere die Ausfällung der Eiweissstoffe bewirkenden
Chemikalien zugesetzt werden.

   Um die Reste des   Fruchtwassers   aus der   Reibselmasse     herauszuholen,   wird diese anschliessend mit einer grösseren Menge Wasser aufgeschwemmt und erneut in eine der ge- nannten Trennvorrichtungen eingeführt. Diese   Massnahme   kann mehrere Mate wiederholt werden, um das   Fruchtwasser   vollständig oder nahezu vollständig zu entfernen. 



   Die vom   Fruchtwasser   vollständig oder weitgehend befreite   Reibselmasse   wird nun auf einen bestimmten Wassergehalt, der   zweckmässig   in den Grenzen zwischen etwa   40-60% liegt,   eingestellt. 



   Vorzugsweise verwendet man   hiefür   ein Saugzellenfilter, an dem man mit ziemlicher Genauigkeit die Grösse des   Vakuums,   die Porengrösse des Filters, die Umdrehungszahlen usw. einstellen kann. Auf
Grund der Einstellung dieser Faktoren hat man die Gewähr, dass der abfiltirierte Rückstand stets ein und denselben Wassergehalt aufweist. 



   Zur Vereinfachung dieser Vorbehandlung kann vor einer Entfernung des   Fruchtwassers durch  
Abschleudern. Absaugen, Absitzenlassen usw.   und/oder   von dem Auswaschen der   Reibselmasse nach  
Entfernung des Fruchtwassers abgesehen werden. Um die für die   Überführung   der Stärke in Quell- stärke ermittelten Bedingungen einzuhalten, kann man auch den Fruchtwassergehalt auf etwa 40 bis 
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Bei der Einregelung des Wassergehaltes wurde beobachtet, dass   die spätere Formung der Reibsel-   masse an sieh durch einen hohen Wassergehalt erleichtert wird. Ein hoher Wassergehalt begünstigt 
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 einlagen bespannt sind.

   Bei der   Umdrehung   der Trommel wird der   eingeführte Reibselrückstand durch   die mechanische Reibung an den   Sieböffnungen   bzw.   Drahtnetzöffnungen   in kleinere Einheiten auf- 
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 Transportvorrichtung. 



   Auf dieser Transportvorrichtung werden die Partikeln in einen, zweckmässig in der Richtung der Bewegung des Gutes geneigten rotierenden Zylinder   übergeführt.   Dieser ist vorteilhaft auf seiner   Innenfläche   mit spiralartig   eingesetzten Winkeleisen verselten, zwischen   und an denen die Teilchen   durchgerollt werden und   dabei etwa die Gestalt von   Kügelchen   annehmen. 



     Anschliessend   können aus der Masse auf Sieben die   Kügelchen   mit einem Durchmesser von etwa   0#5-2 mm ausgesiebt werden. Kleinere   oder grössere Teilchen werden nach   vorherigem   Einteigen wieder auf den angegebenen Wassergehalt, z. B. in Saugzellenfiltern, eingestellt. 
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 usw. aufzuteilen, kann der   Riibselrückstand   in eine Bahn von etwa   0. 5-2 mm Dicke übergeführt   werden. Die Herstellung der Bahn kann durch Ausbreiten der Reibselmasse auf einem endlosen Band erfolgen. Die Menge der aufzubringenden Masse kann durch Zuteilungsvorrichtungen, die vor dem Auflaufen der Masse auf das endlose Band angeordnet sind, oder durch Abstreichmesser nach Aufbringen der   Reibselmasse   auf das endlose Band geregelt werden. 



   Der in Teilchen bestimmter   Korngrösse   aufgeteilte Reibselrüekstand wird nun unter   Überführung   der in ihm enthaltenen nativen Stärke in Quellstärke verquollen. Hiefür erweist sich ein langes Rohr mit doppeltem Mantel als geeignet, das durch in den Mantelraum eingeführten Dampf, heisse Luft oder ein anderes Heizmedium etwas über die   Aufschliessungstemperatur   der Stärke erhitzt und zweck- 
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 allmählich nach dem andern etwas tiefer gelegenen Ende des Rohres gelangen. 



   An dem Abzugsende treten die Teilchen, die aus Quellstärke und geringen oder grösseren Mengen nativer Stärke je nach der Dämpfungsdauer bestehen, aus. 



   Wenn die Reibselmasse nicht in Teilehen beliebiger Korngrösse, sondern in eine Bahn bestimmter Dicke unterteilt ist, wird diese in einem stationären langen Rohr, das, wie oben angegeben, durch den Mantelraum erhitzt werden kann, aufgeschlossen und zu diesem Zweck auf Unterlagen in das Rohr entsprechend dessen Länge oder in Form mehrerer Bahnen eingebracht. 

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 der wegen des hohen Wassergehaltes des Behandlungsraumes einem   Trockenprozess nicht gleichgestellt   werden kann. 



   Die das   Aufschliessungsrolir   verlassende Masse, die zum grössten Teil aus Quellstärke besteht, ist noch feucht und bedarf eines Trocknungsprozesses. um   lagerfähig   zu werden. 



   Anschliessend wird die Masse z. B. in einer Trockentrommel getrocknet, in der das Gut sich in ständiger Bewegung, zweckmässig von dem einen Ende der Trommel zum andern, befindet. Der Transport der Masse kann durch Neigung der Trommelachse, durch   Schaufelwerke   oder in anderer Weise bewerkstelligt werden. Zur Erreichung eines möglichst hohen Nutzeffektes wird das trocknende Medium, z. B. erhitzte Luft, im Gegenstrom zum Gut durch die Trommel geführt. 



   Der in Teilchen bestimmter   Korngrösse   oder in Bahnen bestimmter Dicke aufgeteilte Reibselrückstand kann auch unter Ausschaltung der Dämpfung unmittelbar getrocknet werden, u. zw. bei so hohen Temperaturen, dass ein teilweiser Aufschluss der nativen Stärke dabei erfolgt. 



   Für manche Anwendungszwecke kann es erwünscht sein, wenn nur ein Teil der nativen Stärke in Quellstärke übergeführt wird und ein grösserer Teil nativer Stärke in dem fertigen Troekenprodukt zurückbleibt. 



   Die getrocknete Stärke kann die ihr erteilte Form beibehalten oder zu Produkten von verschiedener   Teilchengrösse   vermahlen werden. 



   Von den bekannten Verfahren zur Herstellung   kleisterhaitiger   Quellstärke unterscheidet sich das neue Verfahren dadurch, dass die Stärke von bestimmtem   Flüssigkeitsgehalt   in einer bestimmten Schichtendicke bei nicht zu hoher Temperatur zunächst in   Quellstärke übergeführt   und dann die noch anhaftende Feuchtigkeit in einem   Trocknungsprozess,   der, wenn nicht kontinuierlich, sondern diskontinuierlich gearbeitet wird, in der   Aufschliessungsvorrielhtung   bei höherer Temperatur unter Abziehen der Dämpfe aus dem   Troekenraum durchgeführt werden   kann, entfernt wird. 



   PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur Herstellung einer kurzbindenden Quellstärke aus Kartoffeln. wobei Fruchtwasser von dem Kartoffelreibsel abgetrennt und der   Reibselrückstand   erhitzt wird, dadurch gekennzeichnet, dass von dem Fruchtwasser befreites Kartoffelreibsel, gegebenenfalls nach einmaligem oder wiederholtem Auswaschen, auf   einen Wassergehalt von etwa 40-no% eingestelJt,   in Schichten, Bahnen oder geformte Massen von etwa   0-5-2 ww Dicke iibergeführt   wird, diese bei Temperaturen, die etwas oberhalb der   AufseMiessungstemperatur   der Stärke und bis etwa 100  C liegen, gekämpft und schliesslich getrocknet werden.

Claims (1)

  1. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass dem Reibsel vor der Abtrennung des Fruchtwassers in bekannter Weise Säuren oder andere die im Fruchtwasser gelösten Eiweissstoffe ausfällende Chemikalien zugesetzt werden.
    3. Verfahren nach den Ansprüchen l und 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Gehalt des Reibsels an Fruchtwasser auf etwa 40-600 herabgesetzt wird.
    4. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 3, gekennzeichnet durch die Verwendung von Saugzellenfiltern zur Einstellung des Wassergehaltes.
    5. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass der im Wassergehalt eingestellte Reibselrückstand in einer mit Sieben oder Drahtnetzeinlagen bespannten Trommel in kleinere Partikel aufgeteilt wird, die in einem, gegebenenfalls mit spiralartig eingesetzten Winkeleisen versehenen rotierenden Zylinder geformt werden.
    6. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 5, gekennzeichnet durch die Verwendung eines geneigten Doppelmantelrohres zum Dämpfen des unterteilten und bzw. oder geformten Reibselrüekstandes.
    7. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass der in Teilchen beliebiger Korngrösse oder in Bahnen beliebiger Dicke aufgeteilte Reibselrückstand unmittelbar bei so hohen Temperaturen getrocknet wird, dass ein teilweiser Aufschluss der nativen Stärke dabei erfolgt.
AT158155D 1938-05-13 1938-05-13 Verfahren zur Herstellung einer kurzbindenden Quellstärke aus Kartoffeln. AT158155B (de)

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