AT157785B - Verfahren und Vorrichtung zum elektrischen Erkennen der von einem Bohrloch durchschlagenen Erdschichten. - Google Patents

Verfahren und Vorrichtung zum elektrischen Erkennen der von einem Bohrloch durchschlagenen Erdschichten.

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AT157785B
AT157785B AT157785DA AT157785B AT 157785 B AT157785 B AT 157785B AT 157785D A AT157785D A AT 157785DA AT 157785 B AT157785 B AT 157785B
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   <Desc/Clms Page number 1> 
 



  Verfahren und Vorrichtung zum elektrischen Erkennen der von einem Bohrloch durchschlagenen
Erdschichten. 



   Bekanntlich ist es   möglich,   durch elektrische Messungen die Beschaffenheit der verschiedenen von einem   Bohrloch durehschlagenen Erdsehichten   in dessen noch nicht verrohrtem Teil festzustellen, indem man nacheinander den spezifischen elektrischen Widerstand dieser verschiedenen Erdschichten mittels einer geeigneten Vorrichtung misst, die an dem Ende eines eine bestimmte Anzahl von isolierten elektrischen Leitungen enthaltenden Kabels auf deren Niveau herabgesenkt wird. Dies kann insbesondere in der Weise erfolgen, wie es in dem französischen Patent Nr. 678113 oder dem amerikanischen Patent Nr. 1826961 angegeben ist.

   Nach letzterem wird in das Bohrloch lotrecht zu den zu untersuchenden Erdschichten mittels eines Kabels mit vier isolierten Leitungen eine   Messvorrichtung   mit vier Elektroden herabgesenkt, von denen jede mit je einer der vier Leitungen des Kabels in elektrischer Verbindung steht und so ausgeführt ist, dass sie mit der Erdschicht beispielsweise durch die Vermittlung des das Bohrloch bis zu der betrachteten Höhe anfüllenden Wassers in Kontakt kommen kann. Mittels zwei der Elektroden, die man als Stromaussendeelektroden bezeichnet, sendet man in den Boden einen Strom von der Stärke i, der von einer Stromquelle herkommt, die beispielsweise an der Erdoberfläche angeordnet ist. Der Strom dringt durch die eine dieser Elektroden in den Boden ein und tritt durch die andere wieder aus.

   Dadurch, dass der Strom durch den Boden hindurchgeht, ruft er infolge des Ohmschen Spannungsabfalls Potentialdifferenzen hervor, und man misst dann insbesondere die Potentialdifferenz E, die so zwischen den beiden andern Elektroden, den sogenannten Messelektroden, erzeugt wird. Es ist bekannt, dass unter diesen Bedingungen der spezifische elektrische Widerstand des Bodens in der Nachbarschaft der   Messvorrichtung   durch die Formel 
 EMI1.1 
 gegeben ist, wobei K ein Koeffizient ist, der nur von den geometrischen Dimensionen der verwendeten Vorrichtung abhängt.

   Wenn   A   die Elektrode ist, durch die der Strom in den Boden eindringt, B diejenige, durch die der Strom aus dem Boden austritt,   M und   die Elektroden sind, zwischen denen man die Potentialdifferenz misst, und E das Potential von M gegenüber N darstellt, so ergibt sieh 
 EMI1.2 
   wobei AM, AN, BM und BN   die Abstände jeder der Stromaussendeelektroden von jeder der Messelektroden darstellen. 



   Die Erfahrung hat gelehrt, dass im allgemeinen eine bestimmte Störpotentialdifferenz e zwischen den Messelektroden existiert, selbst wenn man keinen Strom in den Boden sendet. Diese Potentialdifferenz beruht auf dem Auftreten von elektromotorischen Kräften bei der Berührung der Elektroden mit dem Wasser im Bohrloch oder mit dem Boden und elektrischen Phänomenen, die in dem Boden infolge der porösen Schichten auftreten, wenn das Bohrloch mit Wasser augefüllt ist. Diese Phänomene sind unter dem Namen Elektrofiltration und Elektro-Osmose bekannt und insbesondere in dem französischen Patent Nr. 723592 und in dem Zusatz zu diesem Patent Nr. 42952 beschrieben. 

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   Um die Potentialdifferenz zu erhalten, mittels der man den spezifischen elektrischen Widerstand des Bodens durch die vorstehend angegebene Formel berechnen kann, muss man also den Einfluss der spontanen Störpotentialdifferenz e aussehalten. 



     Man konnte natürlich   in jeder Tiefe zu Beginn die Störpotentialdifferenz e messen oder sie mittels eines Potentiometers ausgleichen, dann in den Boden einen Gleichstrom durch die Stromaussendeelektroden schicken und die   Vergrösserung   der Potentialdifferenz zwischen den Messelektroden messen, die sich aus dieser Stromsendung ergibt. Ein derartiges Verfahren eignet sich indessen schlecht zu einer fortlaufenden Aufzeichnung der Potentialdifferenz E über die ganze nicht verrohrte Höhe des Bohrloches, die jedoch das einzige Mittel ist, um schnell und auf eine praktische Weise das Diagramm des spezifischen Widerstandes der Bodenschichten in Abhängigkeit von der Tiefe zu erhalten. 



   Bei dem heutigen Stand der Technik kann man den Einfluss der spontanen Störpotentialdifferenz e ausschalten und infolgedessen bequem die fortlaufende Registrierung der Potentialdifferenz E in Funktion der Tiefe erzielen, indem man in den Boden durch die Stromaussendeelektroden einen Strom schickt, der periodisch, beispielsweise mittels eines umlaufenden Kommutators, umgekehrt wird, wobei die Anschlüsse der   Messvorrichtung   für die Potentiale selbst periodisch mittels eines zweiten Kommutators, der in Synchronismus mit dem ersten arbeitet, umgepolt werden.

   Unter diesen Bedingungen wird die Potentialdifferenz, die durch den Durchtritt des Stroms hervorgerufen ist, immer in demselben Sinn auf den   Messapparat   einwirken und kann infolgedessen durch diesen gemessen werden, während die spontane Störpotentialdifferenz, die man ausschalten will, die Messvorrichtung die Hälfte der Zeit in dem einen Sinn, die andere Hälfte in dem andern Sinn beeinflusst, derart, dass im ganzen ihre Wirkung auf die Vorrichtung Null ist.

   Wenn die   Messvorrichtung   beispielsweise ein Millivoltmeter ist, ruft die zu messende Potentialdifferenz   E   unter diesen Bedingungen fortlaufend einen Ausschlag dieses Instruments hervor, der der Potentialdifferenz E proportional ist, während die spontane Störpotentialdifferenz lediglich ein   Zittern   des Zeigers um seine   Ausgleichsstellung   hervorruft, das aber im allgemeinen sehr schwach und ohne Bedeutung ist, wenn nur die Geschwindigkeit der Kommutierung genügend gross ist.

   Wenn man einen registrierenden Messapparat verwendet und den Registrierfilm proportional mit der Tiefe der   1Iessvorrichtung verschiebt,   kann man also in fortlaufender Weise die Veränderung der Potentialdifferenz E in Funktion der Tiefe der Messvorriehtung in dem Bohrloch registrieren, d. h. das Diagramm des spezifischen Widerstandes erhalten. 



   Die Erfindung hat eine Vorrichtung zum Gegenstand, die es ermöglicht, in fortlaufender Weise das Diagramm des spezifischen Widerstandes der von einem Bohrloeh   durchschlagenen   Bodenschichten in Abhängigkeit von der Tiefe aufzuzeichnen, ohne dass man zu dem   ! 1ittel der Stromumkehrung greift,   sondern indem man lediglich Gleichstrom verwendet. 



   Die Erfahrung hat gezeigt, dass die spontane Störpotentialdifferenz e in der   grossen   Mehrzahl der Fälle nicht ein zehntel Volt überschreitet. Da die Potentialdifferenz E durch die Formel 
 EMI2.1 
 
 EMI2.2 
 
 EMI2.3 
 
 EMI2.4 
   nachlässigt   werden kann und infolgedessen die Potentialdifferenz   E-e für   die Belange der Praxis an die Stelle der   Potentialdifferenz 2 ?   gesetzt werden kann, die theoretisch allein gemessen werden sollte.

   Es genügt also, dauernd durch die Stromaussendeelektroden   J und ss einen Gleichstrom     erhöhter Stromstärke ;'in den Boden   zu senden und mittels irgendeiner bekannten Vorrichtung fortlaufend die gesamte Potentialdifferenz E + e zwischen den Messelektroden M und N zu registrieren. 
 EMI2.5 
 Diagramm des spezifischen Widerstandes zu erhalten. 



   Es wird bemerkt, dass die gemäss der Erfindung verwendete Stromstärke 1 Amp. oder darüber 
 EMI2.6 
 
 EMI2.7 
 
 EMI2.8 
 wobei die eine oder die andere der Elektroden   N'und   B oder gegebenenfalls beide Elektroden gleichzeitig sogar an der Oberfläche des Bohrloches angeordnet werden   können,   was die Verwendung eines nur zwei isolierte Leitungen enthaltenden Kabels   ermöglicht.   

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   Auf der Zeichnung sind   Ausführungsformen   der Erfindung beispielsweise dargestellt. 



   Fig. 1 ist ein Schema einer Anlage für die praktische Verwirklichung der Erfindung, Fig. 2 zeigt eine andere Anordnung der Elektroden. 



   In der Fig. 1 ist ein mit Wasser angefülltes Bohrloch 1 dargestellt, in das die Stromaussende-   , elektroden A   und B eingetaucht sind, die elektrisch mit den isolierten Leitungen 2 und. 3 des Kabels verbunden sind. Die   Messelektroden     1   und N sind mit den Leitungen 4 und 5 des Kabels elektrisch verbunden. Bei 6 ist eine   Gleich Stromquelle   dargestellt, die beispielsweise aus einer Akkumulatoren- batterie bestehen kann. 7 ist ein Instrument, mit dem die Stärke des Gleichstroms gemessen werden kann. 8 ist ein Apparat, mit dem die Potentialdifferenz zwischen den Leitungen 4 und   5,   d. h. zwischen den Messelektroden M und N, mit denen diese Leitungen verbunden sind, gemessen werden kann. 



   Wenn der Messapparat für die Potentiale ein Potentiometer ist, hat der Widerstand der Leitungen 4 und   5   keine Bedeutung. Wenn dieser Apparat dagegen ein Millivoltmeter ist, ist es notwendig, dass sein innerer Widerstand gegenüber dem der Leitungen 4 und 5 und dem Kontaktwiderstand der Elektroden.   11   und   N   mit dem Wasser des Bohrloches gross ist. In der Praxis wird man zweckmässig als Messapparat 8 für die Potentiale ein registrierendes Millivoltmeter, beispielsweise mit   photographischer   Registrierung, oder ein registrierendes Potentiometer verwenden. 



   Wenn man beispielsweise eine Messanlage ähnlich wie die in Fig.   l   dargestellte verwendet, jedoch eine der Fig. 2 ähnliche Anordnung der Elektroden trifft, bei der AM =   MV = 2V. B 0'25 m ist,   wird die die Potentialdifferenz   B   ergebende Formel 
 EMI3.1 
 wobei E in Volt, i in Amperes und der spezifische Widerstand   'in Ohm mVm auszudrücken   ist. Wenn unter diesen Bedingungen der verwendete Strom   eine Stromstärke   von   a   Amp. hat und der spezifische Widerstand des Bodens gleich 2 Ohm   mym ist,   was unter den Werten liegt, die als niedrigste in petroleumhaltigen Erdschichten festgestellt worden sind, ist die zu messende Potentialdifferenz ungefähr gleich   3-2   Volt.

   Es ist infolgedessen vom Gesichtspunkt der Praxis eine Überlagerung einer spontanen Störpotentialdifferenz, die immer unter ein zehntel Volt bleibt, ohne jede Bedeutung. 



   Die Anordnungen der Elektroden gemäss der Erfindung haben ausserdem den Vorteil, sehr lokale Messungen der spezifischen Widerstände zu ergeben, d.   h. Messungen,   die fast   ausschliesslich   den in 
 EMI3.2 
 und B (Anordnung gemäss Fig. 2) entsprechen, wodurch es   möglich   ist, eine im einzelnen sehr genaue Darstellung des Schnittes der Bodenschichten zu erhalten. Die Verwendung eines Gleichstroms erhöhter Stromstärke ist fernerhin in gleicher Weise   möglich,   wenn die Stromquelle, die beispielsweise aus einer Akkumulatorenbatterie bestehen kann, an dem Ende des Kabels in der Nähe der Elektroden angebracht ist und gleichzeitig mit diesen in das   Bohrloch hinabgesenkt   wird.

   In diesem Falle werden die beiden Stromaussendeelektroden unmittelbar mit der Stromquelle durch verhältnismässig kurze Leitungen verbunden, und das Kabel kann nur zwei isolierte Leitungen enthalten, mit denen die beiden Messelektroden elektrisch verbunden sind, oder sogar nur eine einzige isolierte Leitung, wenn die eine der Messelektroden an der   Erdoberfläche   angeordnet wird. Diese Anordnung hat dieselben Vorteile wie die, bei der man eine Stromquelle an der   Erdoberfläche   verwendet, jedoch   ermöglicht   sie darüber hinaus, ein Kabel zu verwenden, das eine weniger grosse Anzahl von isolierten Leitungen enthält. 
 EMI3.3 
 
1.

   Verfahren zum   elektrisehen   Untersuchen der von einem Bohrloch   durehschlagenen   Bodenschichten in dessen noch unverrohrtem. aber mit Flüssigkeit gefülltem Teil, wobei die Potentialdifferenz zwischen einer im Bohrloch in der Höhe der nach ihrer Beschaffen) eit zu untersuchenden Schicht eingehängten und einer in dem das Bohrloch umgebenden Gelände angeordneten, mit Gleichstrom gespeisten Elektrode gemessen und aus dem Messwert und dem Wert des Stroms der spezifische Widerstand der nach ihrer Beschaffenheit zu untersuchenden Schicht abgeleitet wird, dadurch gekennzeichnet. dass der Strom zur Erzeugung der Potentialdifferenz zwischen den Messpunkten genügend gross gewählt ist, so dass er immer im Verhältnis zu der spontanen Störpotentialdifferenz zwischen den genannten Punkten einen grossen Wert besitzt.

Claims (1)

  1. 2. Vorrichtung zur Ausführung des Verfahrens nach Anspruch 1. dadurch gekennzeichnet, dass eine Gleichstromquelle vorgesehen ist, die zwei Elektroden aufweist, von denen die eine Elektrode (A) in das Wasser oder den Schlamm, der das Bohrloch ausfüllt, eingetaucht ist. und die zweite Elektrode (B) an der Erdoberfläche angeordnet ist oder ebenfalls in das Wasser des Bohrloches eingetaucht ist, so dass Gleichstrom von einer Elektrode (.
    1) zur andern Elektrode (B) fliesst und Mittel (8) zum Messen der Potentialdifferenz vorgesehen sind, welche Mittel mit zwei Elektroden (-M, JV verbunden sind, die im Bereiche der durch die beiden Elektroden (L, B) der Gleichstromquelle in das Erdreich ausgesandten Ströme angeordnet sind, zum Zwecke, die durch den Gleichstrom hervorgerufene Potentialdifferenz zu messen. <Desc/Clms Page number 4>
    3. Vorriehtung zur Ausführung des Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Entfernung zwischen einer Stromelektrode (A) und einer Messelektrode (. von der Grössenordnung des Durchmessers des Bohrloches ist und der Halbierungspunkt der Entfernung (1Jl) der erstgenannten Elektroden vom Halbierunsgpunkt der Entfernung (BN) der zweitgenannten Elektroden um eine Streeke entfernt ist, die grösser ist als von der Grössenordnung des Bohrloehdurehmessers.
    4. Vorrichtung nach Anspruch 2, bei der die vier Elektroden in das Wasser des Bohrloches ein- getaucht sind, dadurch gekennzeichnet, dass die Stromquelle so ausgeführt ist, dass auch sie in das Bohrloeh hinabgesenkt werden kann. EMI4.1
AT157785D 1935-06-04 1936-05-11 Verfahren und Vorrichtung zum elektrischen Erkennen der von einem Bohrloch durchschlagenen Erdschichten. AT157785B (de)

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